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Notenbanken voll in Mitverantwortung für Gigantomanie der Konzerne

Claudio Kummerfeld

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am

Seit Jahren sieht man dieses Phänomen, aber seit ein paar Wochen noch verstärkt. Plötzlich aus dem Nichts verkünden große Konzerne die Übernahme von anderen großen Unternehmen, für gigantische Milliardensummen. Damit nimmt die Konzentration in einzelnen Branchen dramatisch zu. Nicht immer entstehen Monopole, aber man kann oft doch von Oligopolen sprechen – der Vorstufe zu einem Monopol, wo wenige große Unternehmen den Markt beherrschen. Die Notenbanken spielen hierbei eine nicht sichtbare, aber sehr wichtige Rolle

Milliarden-Übernahmen nehmen zu

Man denke zum Beispiel an die Monsanto-Übernahme durch Bayer vor drei Jahren für 66 Milliarden Dollar in Cash. Ein Großteil davon wurde durch Kredite finanziert. Letzte Woche wurde die Übernahme des zweitgrößten US-Brokers TD Ameritrade durch den größten Broker Chales Schwab für 26 Milliarden Dollar bekannt. Und erst Anfang dieser Woche wurde offiziell verkündet, dass der französische Gigant am Luxusgütermarkt LVMH den US-Anbieter Tiffany für schlappe 16,2 Milliarden Dollar schlucken wird, und dass man die Summe in Cash an die Aktionäre von Tiffany zahlen wird! Kaum von der Öffentlichkeit bemerkt: Ein Konsortium rund um Mitsubishi aus Japan kauft für schlappe 4 Milliarden Euro das niederländische Energieunternehmen Eneco. Und der Schweizer Gigant Novartis kauft den US-Anbieter The Medicines Company mal eben für 10 Milliarden Dollar.

Notenbanken ermöglichen die Gigantomanie

Was haben all diese Konzerne gemeinsam? Sie agieren in Wirtschaftsräumen (USA, Europa, Japan), wo die Notenbanken ihr Geld zum Nulltarif aus dem Fenster schmeißen. Die Märkte werden überflutet mit Geld zum Nullzins (vereinfacht ausgedrückt). Dazu kommt noch, dass die Notenbanken den Geschäftsbanken Negativzinsen (Strafzinsen) abknöpfen, wenn sie überschüssige Einlagen bei der Notenbank parken (EZB -0,50%, Schweizer Notenbank -0,75%). Und die Bürger, die legen immer mehr Geld aufs Sparbuch, auch bei Nullzinsen. Der Druck der Banken wird also immer größer ihr überschüssiges Geld irgendwo unterzubringen. Da bietet es sich nur all zu gut an große Batzen an Geld als Konsortium an einen Mega-Konzern zu verleihen, der dann große Konkurrenten für Milliardensummen kauft. So können Banken große Beträge auf einen Schlag loswerden.

Auch darf man nicht unterschätzen, dass einerseits die Fed seit Wochen die Banken in den USA mit Geld flutet – und dass vor allem die EZB nach ihrem jahrelangen Aufkaufprogramm für Anleihen nun ein weiteres Programm neu auflegt mit 20 Milliarden Euro pro Monat. Die privaten institutionellen Anleger werden also weiter vom Anleihemarkt verdrängt, und müssen zusehen, wo sie investieren können. Auch für sie ist es eine wunderschöne Einladung, für etwas mehr Zins große Summen an große Konzerne zu verleihen, anstatt Staatsanleihen zu kaufen.

LVMH

Man nehme nur mal das aktuelle Beispiel LVMH. Die Franzosen haben leichtes Spiel. Seit Jahren kauft die französische Notenbank als Außenstelle der EZB in deren Auftrag auch Unternehmensanleihen. Über diesen Link kann man die gesamte Liste aller Unternehmensanleihen aufrufen, welche die EZB in den letzten Jahren durch ihre nationalen Außenstellen (die offiziell eigenständige Notenbanken sind) kaufen ließ. Darunter finden sich auch sechs Anleihen von LVMH, wo man zuletzt im Februar 2019 eine Anleihe emittierte, die von der Notenbank in Paris gekauft wurde. Also, auch dank der EZB kann LVMH kräftig einkaufen gehen. Kommen bald neue Bonds von LVMH raus, welche dann auch wieder bereitwillig mit Notenbankgeld am Markt gekauft werden?

Negative Aspekte der Geldpolitik?

Natürlich erwähnen EZB-Offizielle immer wieder mal, dass sie neben den positiven auch die negativen Aspekte ihrer Geldpolitik im Blick haben. Aber hey… wer achtet dabei schon auf die Gigantomanie der Konzerne, die mit diesem einfachen billigen Geld immer größer werden, und in ihren Branchen eine immer größeren Konzentration auf wenige große Anbieter verursachen? LVMH, Bayer und Charles Schwab sind in ihrem Branchen drei exzellente Beispiele für Oligopole, die im Lauf der Jahre zu immer weniger Auswahl für die Endkunden sorgen. Steigende Preise und weniger Innovation könnten wohl Folgeeffekte sein, wenn man sich als großer Konzern mangels Wettbewerb nicht mehr all zu sehr abstrampeln muss. Aber das ist ein langfristiger Effekt, der kaum vom einzelnen Konsumenten greifbar ist. Deswegen wird sich wohl auch kaum jemand beschweren.

City of London - Notenbanken schuld an Gigantomanie
In der City of London werden viele große Finanzierungen zusammengebastelt durch Investmentbanken.

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Aktien

SAP meldet Quartalszahlen – Aktie fällt dramatisch! Übertrieben? Kaufchance?

Claudio Kummerfeld

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Frau arbeitet an Schreibtisch in Büro

SAP hat heute seine Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 6,53 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 6,79). Der Gewinn nach Steuern liegt bei 1,65 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 1,26 Milliarden Euro).

Während die Finanzdaten des letzten Quartals halbwegs ok sind, scheint die Börse regelrecht geschockt zu sein von einem anderen Aspekt der Veröffentlichung von SAP. Denn die Aktie verliert heute dramatische 20 Prozent, wegen der Aussichten für das laufende Gesamtjahr 2020. Umsatz- und Gewinnerwartungen werden nur ganz leicht nach unten revidiert, aufgrund der zweiten Corona-Welle und den damit einhergehenden neuen Restriktionen, die sich auch auf Unternehmen und ihre Aufträge auswirken. Und dafür gleich 20 Prozent Bestrafung im Aktienkurs? Ist das nicht zu viel? Hier könnten sich die Anleger mal überlegen, ob das eine Kaufchance für die Aktie ist (das ist keine Kaufempfehlung unsererseits, sondern nur ein Gedankenspiel).

SAP auszugsweise im Zitat zur Gesamtjahresaussicht:

Der bisherige, am 8. April 2020 veröffentlichte Ausblick der SAP für das Gesamtjahr 2020 spiegelte die bestmögliche Schätzung der SAP hinsichtlich des Zeitpunkts und der Geschwindigkeit einer Erholung von der Corona-Krise wider. Dieser Ausblick
ging davon aus, dass die Länder ihre Wirtschaft hochfahren und die Einschränkungen für die Bevölkerung gelockert würden,
sodass sich die Nachfrage im dritten und vierten Quartal allmählich verbessert.

Auch wenn weiterhin ein stabiles Interesse an den Digitalisierungslösungen der SAP besteht, da Kunden widerstandsfähiger
und agiler aus der Krise hervorgehen möchten, wurde kürzlich in manchen Regionen das öffentliche und wirtschaftliche Leben erneut eingeschränkt, und die Belebung der Nachfrage fiel verhaltener aus als erwartet. Des Weiteren geht die SAP aus
denselben Gründen nicht mehr davon aus, dass sich die SAP-Concur-Erlöse aus Geschäftsreisen in den verbleibenden Monaten des Jahres 2020 deutlich erholen werden.

Die SAP aktualisiert deshalb ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2020 und erwartet nun, dass:

• die Clouderlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,0 Mrd. € und 8,2 Mrd. € liegen werden (zuvor
zwischen 8,3 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).
• die Cloud- und Softwareerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 23,1 Mrd. € und 23,6 Mrd. € liegen werden (zuvor zwischen 23,4 Mrd. € und 24,0 Mrd. €).
• die Umsatzerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 27,2 Mrd. € und 27,8 Mrd. € liegen werden
(zuvor zwischen 27,8 Mrd. € und 28,5 Mrd. €).
• das Betriebsergebnis (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,1 Mrd. € und 8,5 Mrd. € liegen wird (zuvor zwischen 8,1 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).

CEO-Kommentar im Wortlaut:

Aufgrund der Corona-Krise befinden sich unsere Kunden an einem Wendepunkt. Für Unternehmen ist der Umstieg in die Cloud, verbunden mit einer echten Neuausrichtung ihres Geschäfts, unerlässlich geworden. Denn nur so können sie widerstandsfähiger werden und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie gestärkt aus der Krise hervorgehen können. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern werden wir Innovationen entwickeln und Unternehmen neue Möglichkeiten für die Abwicklung von Geschäftsprozessen in einer digitalen Welt bieten. Die SAP wird ihr Wachstum in der Cloud auf über 22 Mrd. € im Jahr 2025 steigern und den Anteil der besser planbaren Umsätze auf etwa 85 % ausbauen.“

Details der Quartalszahlen von SAP

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona und SAP

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Corona-Anstiege in den USA und Europa sind heute ein Thema. Aber auch die aktuelle Revision der Aussichten von SAP sind in New York aktuell Thema.

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Tesla krempelt die Autoindustrie um – Werbung

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Lieber Börsianer,

Tesla hat gerade den fünften Quartalsgewinn in Folge gemeldet. Während die Gewinne in der Vergangenheit vor allem den Erlösen aus dem Zertifikatehandel zu verdanken waren, erwirtschaftet Tesla mittlerweile auch im operativen Geschäft einen Überschuss. Der Elektropionier straft damit die Kritiker Lügen.

Bisher musste sich Tesla die Kritik gefallen lassen, dass der Autobauer zwar die Mobilität revolutioniert, jedoch unprofitabel arbeitet. Tatsächlich fielen in der Aufbauphase des Unternehmens horrende Verluste an, die manchen Beobachter auf einen baldigen Untergang von Tesla wetten ließ. Mittlerweile hat sich das Blatt jedoch gewendet. Tesla ist der höchstbewertete Autobauer der Welt.

Tesla treibt eine ganze Branche vor sich her

Die Zeit des klassischen Verbrennungsmotors ist vorbei. Tesla präsentiert sich als Vorreiter einer neuen Zeit. Sicher ist, dass die Automobilbranche vor einer beispiellosen Transformation steht. Tesla hat die technische Entwicklung maßgeblich vorangetrieben und beim Elektromotor und der Batterietechnik mittlerweile einen Vorsprung von mehreren Jahren vor der Konkurrenz. Deshalb pumpen die Anleger viel Geld in Tesla.

Ob sich der Vorsprung verteidigen lässt, ist allerdings noch lange nicht ausgemacht. Klar ist jedoch schon jetzt, dass einige etablierte Konzerne auf der Strecke bleiben werden, wenn sie sich nicht schnell genug anpassen. Gleichzeitig kann aber auch einer der alteingesessenen Autohersteller durch seine enormen Finanzreserven plötzlich zum Marktführer im E-Auto-Segment werden. Entsprechende Strategien gibt es mittlerweile nicht nur bei den Volumenherstellern wie Volkswagen oder Renault, sondern auch im Luxussegment bei Daimler und BMW.

Der Elektromotor ist nicht das einzige Erfolgsgeheimnis von Tesla

Tesla hat nicht nur bei der Entwicklung des Antriebs für seine Fahrzeuge Neuland betreten. Die gesamte Organisation des Unternehmens stellt die Branche auf den Kopf. Es ist verrückt, dass dies die meisten Analysten übersehen.

Üblicherweise ist die Autoindustrie sehr stark von Zulieferbetrieben abhängig. Die Produktion der Einzelteile ist auf der ganzen Welt verteilt. Im Autowerk eines klassischen Konzerns wie BMW, Volkswagen oder Daimler werden die Teile, die aus aller…..

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