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Notenbanken sollen Mittwoch koordiniert die Zinsen senken!

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Die wichtigste aller Notenbanken ist die Fed - Zinsen senken noch diese Woche?

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus, und die Angst vor immer größeren wirtschaftlichen Auswirkungen rund um den Globus ließ die Aktienkurse letzte Woche brutal einbrechen. Nun wartet der Markt fast schon standardmäßig auf ein Signal des “Erlösers”, nämlich der Notenbanken. Es geht hierbei wohl eher um Psychologie, die da sagt “wir lassen euch nicht hängen”. Markus Fugmann hat dazu heute früh bereits einen passenden Kommentar abgegeben. Werden die Notenbanken kurzfristig etwas tun? Es gibt konkrete Anzeichen und sogar konkrete Aussagen, wann etwas geschehen könnte.

Notenbanken wohl kurz vor koordinierter Zinssenkung

Der ehemalige Fed-Offizielle und derzeit für das “Bank Policy Institute” tätige Bill Nelson hat gestern einen Blogeintrag veröffentlicht, der aktuell in der Finanzwelt für großes Aufsehen sorgt. Den Original-Blogeintrag können Sie beim Klick an dieser Stelle einsehen. Bill Nelson sagt, dass es Mittwoch früh (also Mittags in Europa) eine koordinierte Aktion der Notenbanken geben werde. Die Zinsen sollen gesenkt werden, wobei die Federal Reserve wohl mit 50 Basispunkten dabei sein soll. Neben den üblichen Verdächtigen wie vermutlich Fed, EZB, Bank of England und Bank of Japan könne womöglich auch die People´s Bank of China mitmachen, so Nelson. Auch zu beachten sind aktuelle Aussagen von Goldman Sachs, wo man erwartet, dass die Fed vielleicht noch vor ihrer offiziellen Sitzung (ab dem 16. März) die Zinsen senken werde, und zwar um 50 Basispunkte.

Es gibt bereits Ankündigungen von zwei Notenbanken

Abseits von den Mutmaßungen Außenstehender gibt es bereits konkrete Aussagen von Notenbanken, dass etwas angedacht ist. So gab die Fed am Freitag Abend ein kurzes Statement ab. Man beobachte die Lage genau, und werde womöglich handeln um die Wirtschaft zu unterstützten, so die Fed. Auch die Bank of Japan hat heute früh ganz klar gesagt, dass sie wohl etwas tun werde – Geld in den Markt pumpen lautet die Devise der Japaner, so kann man es wortwörtlich nachlesen. Aber einen konkreten Zeitpunkt nennen die Notenbanken noch nicht. Noch ist es nur eine allgemeine Aussage von Fed und BoJ, dass man die Lage “beobachte” und gegebenenfalls reagieren werde. Aber Bill Nelson ist relativ konkret mit seiner Vorhersage, dass die Notenbanken koordiniert am Mittwoch etwas tun werden. Das wird eine spannende Woche an den Märkten!

18 Kommentare

18 Comments

  1. Avatar

    BrettonWood

    2. März 2020 10:15 at 10:15

    Boah wenn das so kommt und die SNB nicht mitzieht aber die EZB auch 50 Basispunkte senkt….dann dürften wir hier die nächste Frankenkrise haben, also wird die SNB auch mitziehen müssen…auf -1.25….da wird der Aufschrei der Wirtschaft aber nicht klein bleiben….

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    Koch

    2. März 2020 10:37 at 10:37

    In den mehr als überfüllten Ställen der Massen(finanz)tierhaltung ist also ein zusätzliches Problem aufgetaucht!Das dürften die ohnehin schon arg zerrupften Hennen und Puten,zerbissenen Schweine und verhaltensgestörte Rinder nicht auch noch wegstecken.Daher gilt:Antibiotikazufuhr auf max!Das unsägliche Geschwätz der wenigen Verantwortlichen über Antibiotikaresistenz-hinweg damit!

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      leftutti

      2. März 2020 12:10 at 12:10

      @Koch, richtig erkannt! Da hilft wohl nur noch artgerechte, natürliche Freilandhaltung. Die Schwachen und Kranken werden dahingerafft, die Gesunden und Kräftigen können sich frei entwickeln. Und nur, wenn sie zu dominant, zu unsozial, zu groß und fett werden oder gar zu Kannibalismus neigen, greift der Tierhalter ein und bringt sie zur unvermeidlichen Notschlachtung.

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        Koch

        2. März 2020 13:09 at 13:09

        @LEFTUTTI.Vollste Zustimmung meinerseits.Sowas nannte man,bis wir von der Genossin für Agitation und Proppaganda feindlich übernommen wurden,soziale Marktwirtschaft!Gewinnchancen und auch das Verlustrisiko sind da die 2 Seiten einer Medaille.Spätestens nach der von ihr ausgerichteten Geburtstagssause für Jo Ackermann war unsere einst schöne und erfolgreiche BRD zum Finanzhaienmenue degradiert!Das muss sich sofort nach dem hoffentlich bald erfolgenden Abgang der Kommunistin ändern!

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        Andreas. M.

        2. März 2020 14:24 at 14:24

        Hühner kann sich jede Hausgemeinschaft sogar in Großstädten halten. Habe mir vor 2 Jahren welche angeschafft. Den Nachbarn gefällt das Guckeln und Krähen auch und die Kinder finden jede Menge Beschäftigung. Nicht nur ökologisch, sondern auch sozialgesellschaftlich steckt in solchen Maßnahmen jede Menge Potenzial.
        Schöne Grüße aus Berlin.

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    Menschausblaumplanet

    2. März 2020 10:51 at 10:51

    Wer braucht schon Notenbanken,abschaffen – damit auch ich mehr geld hab ,statt mich ständig abzocken zu lassen …gell Diesem System gehört ne ordentliche Backpfeife verpasst! Gier-Pack.

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    Columbo

    2. März 2020 11:20 at 11:20

    Bill Nelson hat aber angeblich auch gesagt, wenn die Märkte ruhig blieben, sei er sich nicht sicher, was geschehen würde.

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    Wutbürger

    2. März 2020 11:52 at 11:52

    An die Zinssenkungsforderer: ab welchem Zinssatz würdet Ihr denn wieder zu einer Veranstaltung gehen (z.B. Messe), wenn Ihr dort mit dem Corona-Virus angesteckt werden könntet?

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    Mike Lohmann

    2. März 2020 12:15 at 12:15

    Die Enteignung des Mittelstandes wird hier im grossen Stil von den Notenbanker vorbereitet. Nun ja, es muss mit Nullzinsen und Geldmedizin zwangsweise auch eine Transformation der Gesellschaft einhergehen. China ist uns da bereits schon einen Schritt voraus indem die Überwachung des neuen Sozialisten-Bürgen schon technologisch weit fortgeschritten ist. Die Akzeptanz der Chinesen ist aufgrund des Glaubens an Sicherheit jedenfalls überraschen hoch.

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      Nurmalso

      2. März 2020 12:49 at 12:49

      @ Mike Lohmann,
      Korrekt…und dies wird in einer nie dagewesenen Art und Weise passieren.
      Gib mir die Welt plus 5%, eher – 5%…
      Früher waren es nur Gerüchte einiger Verschwöhrungstheoretiker, heute bin ich mir sicher das es die Praxis ist. Die Plutokratie greift nach der absoluten Macht.
      Das Ende wird Enteignung,Entvölkerung und totale Versklavung sein.

  7. Pingback: Aktuelles vom 2. März 2020 | das-bewegt-die-welt.de

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    Wutbürger

    2. März 2020 15:58 at 15:58

    “Geld in den Markt pumpen”.
    Jaja, das ist das einzige, was die elenden Gelddrucker noch auf der Pfanne haben. Geld, das dann erst mal bei den Großzockern landet, damit die uns weiterhin heile Welt vorgaukeln können.
    Bei uns Normalos landet davon höchstens Inflation, z.B. als Mietanhebung.

    Übrigens: selbst wenn mir diese Gelddrucker einen Briefumschlag mit einem Bündel Geld schicken würden, würden die es in absehbarer Zeit nicht schaffen, mich unter Fremde zu bringen. Also sowas wie Kino, Theater, Kreuzfahrt, Rockkonzert, Fussballstadion…

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    Wutbürger

    2. März 2020 16:58 at 16:58

    Übrigens: wozu Zinssenkung? Seit 16h02 operiert jetzt ein “single big buyer”, der hat so tiefe Taschen, dass er den Dau in 25min satte 400 Lügenpunkte anheben konnte. Und den Rest ähnlich. Damit ist doch die Welt wieder in Ordnung. Also geht endlich in die Geschäfte und kauft, kauft, kauft..

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    Wutbürger

    2. März 2020 17:37 at 17:37

    Seit dem Tief um 13h00 haben die Gelddrucker im Dau jetzt satte Dausend Lügenpunkte oder +4% geliefert. Das war heute bestimmt der wichtigste Beitrag zur Verhinderung einer Pandemie. Wär ich ein Virus, würde ich angesichts solcher Machtdemonstrationen sofort Selbstmord begehen.

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      Nur-Mut-Bürger

      2. März 2020 23:37 at 23:37

      @Wutbürger, warum so wütend? Das war doch klar und absehbar. Best Dip ever seen. FMW hat zeitnah und rechtzeitig mehrfach auf diese höchstwahrscheinliche Entwicklung hingewiesen. Es kann und darf nicht sein. Nicht jetzt, nicht heute. Erstmals in der Geschichte sind sich Politik und Notenbanken, Wirtschaft und Börsen in Nord, Süd, West und Ost einig. The Show must go on!

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        Wutbürger

        3. März 2020 11:32 at 11:32

        Macht es Ihnen denn nichts aus oder finden Sie das gar toll, dass die Geldfälscher (um nichts anderes handelt es sich) sich einbilden, sie wissen alles viel besser als der Rest der Welt? Dass diese uns diktieren, welches Stück Papier wieviel wert zu sein hat? Dass diese also heimlich eine Finanzdiktatur errichtet haben? Dass z.B. der demokratisch nicht durchsetzbare Eurobond einfach durch heimliche Manipulation aller Staatsanleichen auf etwa den gleichen Zins hintenherum eingeführt wurde? Übrigens auch auf Ihr Risiko. Denn wenn der größte Schrottfond aller Zeiten, genannt “EZB”, platzt, hängen alle Steuerdeppen voll mit drin.

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          Koch

          3. März 2020 12:38 at 12:38

          Chapeau,Wutbürger!Das spricht mir so aus der Seele/Hirn,als hätte ich den Text selbst verfasst.Nur die dümmsten Rindviecher und Schweine wählen ihre Metzger selber aus.Dass die Erschaffung von Billionen ungedeckten Geldern sowie die Nichtbeachtung ebenso hoher Schulden keine Auswirkungen haben sollen,kann nur jemand glauben dessen IQ-Wert nahe Zimmertemperatur liegt!Ebenso hanebüchen ist die Meinung,dass der Kapitalismus ohne oder sogar mit negativen Zinsen überlebensfähig ist.Bemerkenswert finden die Ganoven(Notenbanker,Politiker,Finanzhaie usw.)es nur,dass der gemeine Bürger es noch immer nicht bemerkt hat,was sie im Schilde führen:Hyperinflation und Schuldenentwertung ohne oder mit nur marginalen Kriegskosten!

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Warum in Euroland erst einmal keine Inflation droht

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Die EZB sprach jüngst in Szenarien eher von drohender Deflation statt Inflation (mehr dazu hier). Zahlreiche kritische Zeitgeister wie Markus Krall und Dirk Müller (hier zu den dramatischen Corona-Folgen) sprechen von einer bevorstehenden kräftigen Inflation, oder sogar Hyperinflation. Warum sie “erst einmal” nicht ansteht, dazu liefert, so meine ich, das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aktuell eine sehr interessante und einfach zu verstehende Denkschrift. Dabei geht es auch viel um das einfache, nachvollziehbare Verhalten der Bürger (Konsumenten) in und nach der Krise.

Erstmal Deflation statt Inflation

Zahlreiche Südländer in Europa sind schon in der Deflation (14 Euro-Länder im Monat Mai). Das ist nachvollziehbar. Denn wenn der Großteil der Touristen den Stränden fern bleibt, passiert was? Richtig, die Anbieter senken die Preise drastisch um die Touristen anzulocken. Hotels, Getränke, Ausflüge. Alles wird verbilligt angeboten, um zum Konsumenten zu animieren. Dazu sagt das IW, Zitat:

Besonders betroffen von der zurückhaltenden Nachfrage sind unter anderem das Gastgewerbe und der Tourismus. Viele Reisen konnten und können nicht stattfinden, darunter leiden besonders Länder, die sich auf den Tourismus spezialisiert haben. Das hat Folgen für die Inflation: Sinkt die Nachfrage, sinken gewöhnlich auch die Preise. Die fehlenden Touristen waren unter anderem ein Grund, warum die Preise in Griechenland im Juni um 1,7 Prozent und in Zypern um 2,5 Prozent einbrachen. Deflation zeigt sich aber auch in Estland und Lettland. In Italien sanken die Preise um 0,4 Prozent und in Spanien um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber auch zuhause ist es eine klare einfache Sache. Man braucht nur online zu surfen oder in die Innenstädte zu gehen. Nichts mit Inflation. Rabatte überall, und dazu nun auch noch die Mehrwertsteuersenkung, die zahlreiche Einzelhändler auch tatsächlich weitergeben. Dies senkt die Preise gleich doppelt (hier offizielle Berechnungen), was die Angst vor der Inflation erst recht in weite Ferne rücken lässt. Und wollen die Konsumenten einfach nicht konsumieren, müssen die Preise eben noch weiter runter gehen, bis man der Verlockung nicht mehr widerstehen kann? Dazu das IW, Zitat:

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Deutschen weniger Geld ausgeben. Umsätze sind ausgefallen, durch Kurzarbeit schrumpft das Einkommen – entsprechend überlegen sich viele ganz genau, was sie kaufen und welche Ausgaben sie vielleicht lieber verschieben. Zudem besuchen die Bundesbürger weniger Geschäfte, Cafés oder Restaurants, um sich nicht anzustecken. Auch das Homeoffice senkt die monatlichen Ausgaben, beispielsweise, weil sich das Mittagessen vergleichsweise günstig zuhause kochen lässt. Insgesamt sinken die Ausgaben dadurch stärker als die Einkommen. Dieser allgemeine Trend zeigt sich bereits in der Sparquote der Haushalte: Während in Deutschland im vierten Quartal 2019 noch fast 18 Prozent des verfügbaren Einkommens gespart wurden, so waren es im ersten Quartal 2020 fast 24 Prozent.

Kommt die Inflation doch noch?

Tja, wird die Inflation doch noch “über uns kommen”? Denn wo die Bürger jetzt möglichst viel auf die hohe Kante legen aus Angst vor der Ungewissheit, da wird es zukünftig womöglich einen Nachholeffekt beim Konsum geben, was die Preise antreiben wird? Dazu IW, Zitat:

Fallende Preise sind nur auf den ersten Blick vorteilhaft für Konsumenten. Wer davon ausgeht, dass die Preise weiter fallen, schiebt alle Käufe auf, die nicht dringend notwendig sind. Das wiederum sorgt dafür, dass die Umsätze der Unternehmen weiter schrumpfen und sich eine Wirtschaftskrise verfestigen kann. In der aktuellen Situation wäre das sehr problematisch, weshalb die Europäische Zentralbank versucht, mit einer sehr expansiven Geldpolitik eine Deflation zu vermeiden.

Vermutlich wird die Geldpolitik in der aktuellen Situation erfolgreicher sein als bei der Bekämpfung der Deflation im Jahr 2015. Denn anders als damals sparen die Haushalte nicht, um Schulden abzubauen, sondern weil viele das Geld durch die Vermeidung einer Ansteckung mit dem Corona-Virus nicht ausgeben können. Dieses Geld werden sie aber wieder ausgeben – zumindest sobald etwas mehr Zuversicht besteht und absehbar ist, dass die Pandemie langfristig unter Kontrolle ist. Dann werden sich auch die Inflationsraten wieder normalisieren.

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Kreditausfälle und die Deutsche Bank – bilanziell ist das gar kein Problem!

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Drohen Kreditausfälle? In den USA beginnt die Berichtssaison mit den Großbanken. Da lohnt es sich doch auch Mal ein Blick auf die Deutsche Bank zu werfen. Wie heute Morgen gemeldet, aber bereits von vielen vermutet, steigen die Zahlen an möglichen Kreditausfällen drastisch. Die Deutsche Bank berichtet, dass circa 70.000 Stundungsanträge von Privatkunden bei der Deutschen Bank und der Postbank bereits eingegangen sind.

Viele Kunden können aufgrund der Corona-Krise ihre Kredite nicht bedienen. Zwar steigt die Zahl nicht mehr so rapide wie noch im Frühjahr, aber ein langsamer Anstieg ist immer noch zu verzeichnen. Wie wir bereits vor drei Wochen berichtet haben, hat das aber erstmal keinen negativen Effekt auf die Bilanz. Grund dafür ist, dass die Stundung von Krediten während der Corona-Krise gesetzlich ermöglicht wurde.

Die Bankenaufsicht verlängert den „legalen Bilanzbetrug“

Im März tätigte die Bankenaufsicht die ausschlaggebende Aussage, die bei der Deutschen Bank, aber auch bei allen anderen Banken, sicherlich einen Freudensprung ausgelöst hat. Die Bafin meldete, dass ein Schuldner „nicht zwingend als ausgefallen einzustufen ist, wenn bei einem Kredit Kapitaldienst und Zinsen in Folge des Corona-Virus gestundet werden”. Anders gesagt, Banken brauchen die Kredite nicht mehr abschreiben, dadurch sehen die Bilanzen weiterhin hübsch aus. Die Kreditausfälle werden in den Bilanzen einfach nicht als Solche gewertet.

Die Banken können also wertlose Kredite als werthaltige Vermögenswerte in den Büchern verbuchen. Diese Regelung wurde von der EBA um 3 Monate verlängert und gilt noch bis Ende September. Was danach passiert, steht noch nicht fest. Aber eine Verlängerung bis zum Ende des Jahres würde Sinn machen. Damit könnte man nämlich in der Jahresbilanz wunderbare gesunde Kredite präsentieren.

Großbanken in den USA droht eine Welle an Kreditausfällen

Wegen der Corona-Krise können auch immer mehr Amerikaner ihre Kredite nicht zurückzahlen, zudem gehen etliche Firmen Pleite. Das spüren insbesondere die Banken. In dieser Woche starten die Großbanken mit der Berichtssaison, dann werden wir die genauen Auswirkungen feststellen können. Man geht davon aus, dass die Institute durchschnittlich 70 Prozent Gewinneinbruch zu verzeichnen haben, das prognostiziert der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank. Der Hauptgrund dafür sind die drastisch steigenden Kreditausfälle von Unternehmen und Privatkunden. Analysten gehen davon aus, dass bei den sechs größten US-Banken die Rückstellungen für faule Kredite daher auf fast 32 Milliarden Dollar ansteigen. Die Summe muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Damit hätte sich der Wert im Vergleich zum Vorjahr versechsfacht.

Nicht nur die wachsenden Kreditausfälle, sondern auch die sinkenden Zinsen setzen den US-Banken zu. Wie Kostolany schon vor etlichen Jahren gesagt hat, die tatsächliche Stärke der Wirtschaft und Börsen erkennt man an dem Zustand der Banken. Zwar sind die Börsen seit dem März-Tief enorm gestiegen und haben eine V-Erholung hingelegt, aber schaut man sich nur den Bankensektor an, dann hinkt dieser ein großes Stück hinterher. Man kann mit Spannung die Offenlegung der Bilanzen verfolgen. Diese Woche wird uns gewiss einen Einblick über den Zustand der Banken gewähren.

Die Deutsche Bank leidet wie viele Banken an Kreditausfällen

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Interview mit Ben Bilski, CEO der NAGA Group

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Aktuell sehen wir eine extreme Volatilität der Finanzmärkte. Wie schätzen Sie die Situation ein und ist Ihrer Meinung nach eine Stabilisierung der Marktes abzusehen?

Ich denke der Corona-Virus wird uns noch lange “in Atem” halten. Der Einschnitt in die Wirtschaft und das täglich leben kam zu schnell und zu unerwartet. Es gibt zunächst immer die Ad-Hoc Verlustmeldungen die wir alle erlebt haben, jedoch wird noch viel mehr auf uns zukommen. Das was über Jahre aufgebaut wurde, wurde direkt wieder ausgelöscht. Man muss es einfach so radikal sagen. Jedoch denke Ich, dass Tech-Titel die allergrößten Gewinner werden. Die Digitalisierung hat einen unglaublichen Schub bekommen und Online-Business wird mehr gebraucht als jemals zuvor und war sogar in manchen Lockdowns überlebenswichtig.

Viele Experten sehen aktuell in der Kursentwicklung des Bitcoin ähnliche Indizien wie vor dem Bullrun 2017. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Es gibt extrem viele Prognosen beim Bitcoin. Ich sehe diese alles etwas rationaler. Der Bitcoin ist Stand heute die bekannteste aber auch bestens vermarktete Währung der Welt. Es gab bis dato noch keine Währung die mit solch einer Euphorie bekannt geworden ist. In Zeiten von Unruhen, Krisen und Deflation aller FIAT-Währungen, wird Bitcoin immer mehr Fahrt aufnehmen. Leider gibt es noch viele kleinere Gruppen die den Bitcoin stark beeinflussen. Von daher kann man nicht von massiven nachhaltigen Kurs-Explosionen ausgehen. Jedoch wird es immer wieder gesunde Schübe nach oben geben, da passen nun einfach die Anzahl der Bitcoin-Investoren, der Bekanntheitsgrad und der Status als anerkannte alternative Asset-Klasse zu gut zusammen!

Hat die Corona-Krise das Anlageverhalten der Menschen verändert und wenn ja, wie?

Absolut. Auch hier muss man sagen: Die Menschen haben nun viel mehr die Verbindung von Real-Wirtschaft und Finanzmärkten verstanden. Daher strömen auch viel mehr neue Investoren an den Markt. Vor allem die Digital-Natives. Daher schlägt die Stunde der Online-Broker gerade. Investoren sind vorsichtig und haben sich stärker diversifiziert als jemals zuvor. Oft gab es Indizes und Forex-Positionen. Jetzt wird mehr gestreut. Vorallem auch Öl, Gold und Bitcoin sind extrem populäre Assets und die großen Tech-Titel wie Amazon, Apple, Tesla und co.

Worauf wird es in der zweiten Jahreshälfte 2020 ankommen, wenn Anleger die Finanzmärkte erfolgreich für sich nutzen wollen?

Ich empfehle starken Pragmatismus beim Analysieren der Märkte. Wie bereits erwähnt werden die Tech-Titel die großen Gewinner sein und gehören meiner Meinung nach in jedes Portfolio. Man kann relativ stark am eigenen Verhalten ablesen, dass Digitale Geschäftsmodelle einfach mehr genutzt und gebraucht werden und über die Krise hinweg extrem viel Momentum aufbauen und dies auch mitnehmen werden. Zudem muss auch die Corona Situation stark beobachtet werden. Dies diktiert den Markt und wird auch weiter so sein bis ein funktionierender Impfstoff gefunden wird. Zudem ist weiterhin Cluster-Risiko zu vermeiden. Man sollte nicht zu sehr auf die “V-Erholung” hoffen und daher alles auf eine Karte setzen. Ein gesunder Mix aus Tech, Rohstoffe, Metall und Index-Positionen ist meiner Meinung nach ein logischer Mix wenn man sich die doch sehr volatile Marktphase anschaut. Und: Vergessen wir alle nicht die US-Wahlen. Sollte Trump es nicht schaffen an der Spitze zu bleiben, so wird es nochmal extrem spannend für US-Währungspaare, den DAX sowie den DOW.


Benjamin Bilski ist Gründer und CEO der Social Trading und Investing Plattform NAGA.

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