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Märkte

Ölpreis-Absturz heute durchaus wahrscheinlich – und das ist der Grund

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Gestern berichteten wir über den aktuellen Wartemodus im Ölpreis, wie wir es bezeichnen möchten. Gründe für Long und Short stehen sich gegenüber. Die OPEC + Russland mit möglichen weiteren Mengenkürzungen stehen gegen eine abflauende Konjunktur und den Handelskrieg. Seit gefühlt einer Woche weiß der Ölmarkt nicht so recht, ob man nun steigen soll oder weiter crashen soll wie in den Wochen zuvor.

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Ölpreis seit Tagen in Seitwärtsphase – heute neuer Einbruch?

Jeden Mittwoch werden in den USA die Lagerbestände für Rohöl um 16:30 Uhr deutscher Zeit von der Energiebehörde EIA offiziell vermeldet. Und jeden Dienstag Abend meldet um 22:30 Uhr deutscher Zeit das private „American Petroleum Institute“ (API) seine Vorabschätzung für die Lagerbestände in den USA. Oft nimmt der Terminmarkt die API-Zahlen als Indikator für die offiziellen Daten am nächsten Tag. In den letzten Monaten lagen die API-Daten auch schon mal gerne daneben.

Aber letzte Woche vermeldete API ein Zuwachs der Lager von 3,55 Millionen Barrels, und am nächsten Tag lagen die offiziellen Lagerdaten bei +6,8 Millionen. Und aktuell? Gestern Abend wurden die API-Bestände mit +4,85 Millionen Barrels gemeldet, und das bei Erwartungen von -0,5 Millionen Barrels. Verständlicherweise ist der Ölpreis deswegen seit gestern Abend (Chart seit 29. Mai) von 53,30 auf jetzt 52,33 Dollar gefallen. Im Chart rückt das Preisniveau daher wieder an die südliche Begrenzung heran. Am letzten Mittwoch notierte WTI-Öl im Tief bei 50,80 Dollar (50,60 Dollar, wenn man einen schnellen kurzen Abwärtsschub mit einbezieht). Also ist es ein nicht mehr all zu weiter Weg bis zu diesem Tief und weiter fallenden Kursen. Werden die API-Daten heute offiziell bestätigt oder übertroffen (nicht genug Nachfrage für produziertes Öl, das daher in Lagern verschwindet), könnte der Ölpreis weiter durchsacken!

Ölpreis fällt nach API-Daten

Lagerbestände bisher Hauptgrund für Absturz der letzten Wochen

Im folgenden Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit dem 6. Mai. In den letzten Wochen waren die steigenden beziehungsweise nicht fallenden Lagerbestände für Rohöl in den USA der Grund dafür, dass der Ölpreis in Schüben abstürzte. Die jeweiligen Verkündungszeitpunkte und die folgenden Abstürze (1 x pro Woche) haben wir im Chart eingezeichnet. Kommt es heute erneut so, und der Ölpreis fällt unter das Tief bei 50,80 Dollar?

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WTI-Ölpreis mit Lagerbeständen

Ölpreis fällt weiter? Ölplattform auf hoher See
ENI Oil platform Bouri DP4. Foto: Cipiota CC BY-SA 3.0

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Gixxer

    12. Juni 2019 12:03 at 12:03

    Meiner Meinung nach haben wir das Tief für heute gesehen und jetzt geht es erst mal wieder etwas hoch.
    Nichtsdestotrotz wird es bald ein böses Erwachen mit Kursen unter 50$ geben.

    Keine Handelsempfehlung!

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Devisen

Schweizer Franken: Die verpuffte 90 Milliarden-Intervention der Schweizerischen Nationalbank

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Mehrere Schweizer Franken-Geldscheine

Der Schweizer Franken soll gefälligst abwerten, so die Hoffnung und das Drängen, welches die Schweizerische Nationalbank (SNB) seit Jahren von sich gibt. Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird die Schweiz für ausländische Touristen. Deswegen interveniert die SNB seit Jahren am Devisenmarkt. Es werden vereinfacht ausgedrückt Schweizer Franken gedruckt, und dann gegen Euro und US-Dollar verkauft. Damit sollen diese Währungen steigen und der Franken fallen.

Gigantische Summen werden aufgewendet für die Franken-Schwächung

Aber seit Jahren scheitert die Schweizerische Nationalbank mit ihrer Politik. Denn der Schweizer Franken wertete weiter auf, anstatt wie gewünscht zu fallen. Alleine von Anfang 2018 bis Ende 2019 verlor der Euro gegen den Franken von 1,1750 auf 1,0850. Eine deutliche Aufwertung im Schweizer Franken fand also statt. Und dann, im Corona-Jahr 2020? Der Drang in den „Sicheren Hafen“ wie Gold oder Franken zu fliehen, ist latent vorhanden. Wie man heute aus frisch veröffentlichten Bilanzdaten der Schweizerischen Nationalbank ersehen kann, hat sie in den ersten sechs Monaten des Jahres 90 Milliarden Franken für Deviseninterventionen ausgegeben, um den Franken zu schwächen!

Schweizer Franken tut nicht was die SNB will

Mit wenig Erfolg, um es freundlich auszudrücken. Der folgende Chart zeigt seit Oktober 2019, wie Euro gegen Schweizer Franken (Linie in rot-grün) von 1,0850 auf 1,0640 noch weiter verloren hat. Also hat der Franken weiter aufgewertet, obwohl die Schweizerische Nationalbank 90 Milliarden Franken einsetzte, um eine Abwertung zu bewirken! Im Chart zeigen wir als blaue Linie parallel die Entwicklung von Euro gegen US-Dollar. Dass der Euro gegen den Franken seit  Sommer wieder ansteigt (Franken-Abwertung), wird wohl kaum am schwächeren Franken oder an SNB-Interventionen liegen, sondern eher an der eigenen Stärke des Euro! Die blaue Linie zeigt nämlich, wie der Euro auch gegen den US-Dollar seit Mai deutlich gestiegen ist.

Chart zeigt Euro gegen Schweizer Franken und Euro gegen US-Dollar

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -2,0 Mio Barrels (jetzt 492,4 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 492,4 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 2,0 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +1,5 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +0,7 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche bei -1,0.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit -0,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (+1,4 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert mit 39,40 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Gold/Silber

Goldpreis: Die aktuelle Lage nach Trump-Biden-Battle, BIP und ADP-Daten

Claudio Kummerfeld

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Gold

Der Goldpreis könne deutlich reagieren nach der Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden, so hatten wir es gestern in Aussicht gestellt. Heute Nacht dann fand die Debatte statt (hier in voller Länge ansehen). Kurz zusammengefasst: Es war Debakel, eine Schlammschlacht. Ein wirklich klarer Sieger ging aus dem Duell nicht hervor, obwohl einige Beobachter doch Joe Biden leicht vorne sehen. Finden Sie beim Klick an dieser Stelle den heutigen Kommentar hierzu von Markus Fugmann.

US-Daten ohne Wirkung

Tja, aus einer möglichen deutlichen Bewegung im Goldpreis nach diesem Rededuell wurde nichts. Notierte Gold heute Nacht um 3 Uhr zum Beginn dieser Schlammschlacht noch bei 1.895 Dollar, so fiel er bis heute Mittag auf 1.884 Dollar zurück. Der US-Dollar als in den letzten Wochen bestimmender Gegenfaktor zum Goldpreis konnte seit heute Nacht nur minimal steigen.

Dann vorhin um 14:15 Uhr wurden die wichtigen ADP-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht als Vorläufer für die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für September. Sie wurden mit 749.000 neuen Stellen in den USA besser vermeldet als erwartet (die Prognose lag bei 650.000 neuen Stellen). Eine Reaktion an den Märkten folgte daraufhin aber auch nicht.

Was den Goldpreis aktuell steigen lässt

Dann um 14:30 Uhr wurden in den USA Daten zum Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht, die aber ebenfalls so langweilig waren (3. Veröffentlichung der BIP-Daten), dass sie den Goldpreis nicht bewegen konnten. Laut aktuellen Berichten, die seit 14:35 Uhr kursieren, soll der Chicago-Einkaufsmanagerindex besser ausfallen als gedacht (wir werden um 15:45 Uhr über die offizielle Veröffentlichung berichten). Bessere Konjunktur in den USA gleich höhere Inflationserwartung (durch das Anziehen der Nachfrage), was wiederum für Gold spricht – zumal die Fed die Garantie gegeben hat, bis zum Jahr 2023 die Zinsen nicht anzuheben. Seit 14:38 Uhr steigt der Goldpreis von 1.887 Dollar auf aktuell 1.897 Dollar!

Goldpreis im Verlauf der letzten zehn Tage

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