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Märkte

Ölpreis bricht deutlich ein, 20 Dollar-Kursziel – die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

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Beispielbild einer Öl-Pumpe

Der Ölpreis ist über Nacht weiter stark gefallen! Gestern formulierten wir es bewusst als Frage, ob das Niveau um die 30 Dollar im WTI-Öl von Montag auf Dienstag schon eine Erholung sei. Nun sind wir alle schlauer. Denn der Ölpreis ist in den letzten 24 Stunden von dem Level um die 30 Dollar auf aktuell 25,96 Dollar gefallen.

Ölpreis im Sog des Gesamtmarkts

Der Öl-Krieg der Saudis geht weiter, und sorgt für eine Öl-Schwemme am Weltmarkt. Dies drückt den Ölpreis nach unten. Und das Coronavirus zieht derzeit den gesamten Kapitalmarkt immer weiter nach unten. Die letzten Tage tun Notenbanken und zuletzt auch die Regierungen viel, sogar sehr viel, um dem Markt, den Unternehmen und der Bevölkerung zu signalisieren: Wir retten euch, wir halten die Wirtschaft am Laufen (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann). Vielleicht wird das mit weiteren brachialen Methoden auch erst einmal funktionieren? Aber im Augenblick ist einfach viel zu viel Panik im Markt. Die Aktien fallen weiter. Der Dow 30 notiert trotz jüngsten Erholungsversuchen aktuell kurz vor der 20.000 Punkte-Grenze. Und so wird auch der Ölpreis (erwartete Nachfrageschwäche bei Öl) nach unten gezogen. Gestern Abend gab es den ersten Abwärtsschub, und heute früh folgte der zweite Richtung 26 Dollar!

API-Daten und die heutigen offiziellen lagerbestände

Gestern sprachen wir von der Feuertaufe für Öl. Denn gestern Abend um 21:30 Uhr deutscher Zeit wurden die privat erhobenen API-Daten für die Rohöl-Lagerbestände in den USA veröffentlicht. Sie sind überraschenderweise um 0,4 Millionen Barrels im Vergleich zur Vorwoche gefallen, bei einer Erwartung von +3,1 Millionen Barrels. Haben die Amerikaner Benzin gehamstert? Oder liegen die API-Daten daneben, wie es in der Vergangenheit schon hin und wieder vorgekommen ist? Denn tatsächlich wissen wir es erst genau heute um 15:30 Uhr deutscher Zeit, wenn die US-Energiebehörde „EIA“ die offiziellen Lagerdaten veröffentlicht. Es wird spannend. Der Ölpreis reagierte heute Nacht wenig auf die API-Daten. Abwarten, was heute Nachmittag passiert!

Aktuelle Analystenmeinungen

Jasper Lawler von der London Capital Group kommentiert die Lage bei Öl heute früh folgendermaßen. Nach einer Woche der Konsolidierung scheine der Ausbruch im Ölpreis nach unten gerichtet zu sein. Das schiere Ausmaß des Nachfrageschocks ohne Intervention der OPEC lasse einen weiteren Ölpreisschock nach Süden eher wahrscheinlich erscheinen.

Naeem Aslam von Avatrade meint, dass Öl derzeit von allen Seiten heimgesucht werde. Die zerrüttete Nachfrage, das Überangebot und der anhaltende Angebotskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland würden den Händlern noch mehr Probleme bereiten. Der Ölpreis befinde sich in einem starken Abwärtstrend, und es ist wahrscheinlich, dass der Preis das Niveau von 26,05, das sich im Februar 2016 während der Angebotsschwemme gebildet hatte, tatsächlich durchbrechen werde (FMW-Anmerkung: Aktuell befindet sich der Markt genau auf diesem Niveau). Solange die Versorgungslage und der Ausbruch des Coronavirus nicht unter Kontrolle sei, sehen er für Investoren keinen Sinn darin, sich trotz eines hohen Rabatts auf diesen Handel einzulassen.

Ach ja, noch was. Goldman Sachs hat nun seine Prognose für den WTI-Ölpreis angepasst. Laut aktuellen Berichten sieht Goldman den Preis im Durchschnitt im 2. Quartal bei 20 Dollar pro Barrel. Zuletzt lag die Prognose bei 29 Dollar.

WTI Ölpreis seit dem 19. Februar
Der WTI-Ölpreis im Chartverlauf seit dem 19. Februar.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Hartz - Scheich

    18. März 2020 11:34 at 11:34

    Tiefer Ölpreis, gut für die Konjunktur wie zwei Gurus mit 100Jahren Börsenerfahrung meinten.Alles hat immer zwei Seiten, sogar das hässliche Virus wird gewisse positive Auswirkungen haben.

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Finanznews

Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

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Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

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Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände +4,4 Mio Barrels (jetzt 486,6 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 486,6 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Plus von 4,4 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei -1,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit -0,3 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +2,8 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +2,6 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (-0,3 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit -7 Cents bei 52,43 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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