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Offiziell: Staat macht von Januar-September 2020 insgesamt 157 Milliarden Euro Defizit

Der Reichstag in Berlin

Der deutsche Staat, wenn man ihn als Gesamteinheit betrachtet (Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung zusammengerechnet), machte in den ersten neun Monaten des letzten Jahres 157 Milliarden Euro Verlust – da hat das Statistische Bundesamt heute veröffentlicht. Um diesen Betrag überstiegen die Ausgaben die Einnahmen. Das ist verständlich. Die Einnahmen bei Steuern und Sozialabgaben sanken deutlich, und gleichzeitig musste man immense Ausgaben tätigen für Zuschüsse, Kurzarbeitergeld uvm, um die Volkswirtschaft vor einem Kollaps in der Coronakrise zu bewahren.

Die Ausgaben des sogenannten öffentlichen Gesamthaushalts sind in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,6 Prozent auf 1.231,5 Milliarden Euro gestiegen. Gleichzeitig sanken die Einnahmen um 4,3 Prozent auf 1.074,4 Milliarden Euro. Nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Finanzierungsüberschuss von 18,8 Milliarden Euro realisiert worden war, machten sich in den ersten drei Quartalen 2020 die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise in den Haushalten von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden sowie der Sozialversicherung bemerkbar, so die Statistiker in ihrer Aussage.

Defizit im Jahresvergleich und nach Rubriken aufgeteilt

Hier auszugsweise weitere Aussagen der Statistiker im Wortlaut:

Die gestiegenen Ausgaben des Öffentlichen Gesamthaushalts lassen sich hauptsächlich durch die höheren Zuweisungen und Zuschüsse infolge der Corona-Pandemie erklären. Allein der Bund und seine Extrahaushalte zahlten in den ersten drei Quartalen 2020 rund 48,3 Milliarden Euro (+24,0 %) mehr Zuweisungen, Zuschüsse sowie Schuldendiensthilfen als im Vorjahreszeitraum. Darin sind Soforthilfen an Unternehmen ebenso enthalten wie zum Beispiel Zahlungen zur Unterstützung der Krankenhäuser.

Sinkende Steuererträge führen zu Einnahmerückgang

Der Rückgang der Einnahmen des Öffentlichen Gesamthaushalts begründet sich im Wesentlichen durch die geringeren Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum sind diese in den ersten drei Quartalen 2020 um 4,6 % auf 944,7 Milliarden Euro gesunken. Allein beim Bund sanken die Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben in den ersten drei Quartalen 2020 um 28,0 Milliarden Euro (-10,9 %) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.



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