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Pfund fällt, nachdem Boris Johnson einen Brief geschrieben hat

Claudio Kummerfeld

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Das britische Pfund fällt. Das Tief von 1,2014 gegen den US-Dollar vom 12. August hat man noch nicht erreicht. Aber vom zwischenzeitlichen Hoch bei 1,2175 letzte Woche ist man jetzt wieder deutlich gefallen auf aktuell 1,2086. Tendenz aktuell: Weiter fallend (Chart seit 8. August).

Pfund vs USD seit 8. August

Johnson mit Brief Richtung Brüssel

Boris Johnson hat einen Brief an die EU geschrieben, aus dem letztlich hervorgeht: Er versucht das selbe wie Theresa May. Obwohl er doch versichert hatte er werde „einen viel besseren Deal“ bei der EU rausschlagen für die Briten, so hat er doch nur das selbe Instrumentarium parat. Hoffen und bitten um neue Verhandlungen. Denn es ist, wie es ist. Egal wo auf der Welt, egal worum es geht. Der deutlich kleinere Verhandlungspartner ist stets in einer schlechteren Verhandlungsposition!

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Boris Johnson geht es (ohhh Wunder) um den Backstop. Die EU will damit verhindern, dass nach dem Brexit Warenkontrollen zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland eingeführt werden. Aber Johnson sagt aktuell, dass es das Ziel sein müsse den Backstop aus dem Brexit-Abkommen zu streichen. Und ansonsten… wie immer… Johnson stellt auf Twitter aktuell immer wieder klar, dass er auch anders kann. Wenn es keine Einigung gibt, dann gehe man eben ganz ohne Deal aus der EU. Ja, das kann er auch machen. Nur ist UK dann der weitaus größere Verlierer als die EU!

Boris Johnson wird morgen in Berlin Angela Merkel treffen, und dann Donnerstag Emanuel Macron in Paris. Das darf man wohl als Charmeoffensive bezeichnen. Johnson versucht die beiden wichtigsten Staatsschefs in der EU weichzuklopfen, damit die wiederum in Brüssel für neue Verhandlungen werben. Aber vor allem bei den Franzosen dürfte das nichts bringen. Die Chance, dass Brüssel sich bewegt, ist fast gleich Null. Jean-Claude Juncker und so ziemlich alle wichtigen Funktionäre haben nun schon unendlich oft gesagt: Nein, die EU wird nicht neu verhandeln. No way. Ein Abweichen davon wäre ein Gesichtsverlust für Brüssel. Boris Johnson gerät immer weiter in eine Falle, die er sich selbst gebaut hat. Seit Monaten schreiben wir darüber, wie sich vorher auch Theresa May immer im Kreis gedreht hat. Es ist wie ein Trichter, aus dem es kein Entrinnen gibt.

Tendenz im Pfund abwärts gerichtet

Aber nochmal zurück zum Pfund. Wird ab Donnerstag, wenn die beiden Treffen vorbei sind, noch deutlicher, dass nichts voran geht in Sachen Brexit? Gegen den US-Dollar lautet der Tiefpunkt beim Pfund 1,2014. Davon ist er jetzt noch gut 70 Pips entfernt. Im großen Bild gesehen ist die Tendenz für das Pfund weiter fallend. Aber kommt vielleicht „mal wieder“ von Jeremy Corbyn oder sonst wem aus London ein „Störfeuer“ auf dem Weg zum harten Brexit, und das Pfund schöpft mal wieder Euphorie? Auch wir können den Kursverlauf nicht vorhersehen, und Gott bewahre, wir geben hier keinerlei Handelsempfehlungen. Aber die aktuelle Lage zeigt ein ziemlich hoffnungsloses Bild für die britische Regierung in Sachen Brexit.

Bei Euro vs Pfund ist die Lage natürlich eindeutiger als gegen den US-Dollar (Chart EURGBP seit Ende 2017). Hier kann man vor allem seit Mai 2019 die Stärke des Euro gegen das Pfund deutlich erkennen.

Euro vs Pfund

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    barthez72

    20. August 2019 13:50 at 13:50

    Warum sollen die Briten nur immer die Verlierer sein? Der Grund ,dass sie die EU verlassen ist so massiv,dass er von EU-Vorderen gegenüber den EU-Wählern totgeschwiegen
    wird und man sich immer as „Sieger“ tituliert.Denn fest steht,an dem Tag, wenn die Grossbanken in der EU vom Tisch genommen werden und allem was darauf noch folgt, flattert eine gewaltige Rechnung ins Haus.Und ich kenne eine Insel die sich dieses
    sozialistische Getue mit gebührendem Abstand kaltlächend anschauen wird.Es ist die
    Rechnung der „Grossmannsarroganz“ a la Schäuble , junker die da dann beglichen werden
    muss.Fakt ist doch, mehr ist aus den EU-Steuerzahlern nicht rauszuholen.Seht euch die Staatsschuldenquoten + Jugendarbeitslosigkeit doch an.In Berlin weiss man das doch,nicht umsonst versucht man via „schwarzer Null“ die Bonität raufzuziehen.Die wissen ,dass da was kommt.Nene liebe Leute ,lasst euch nicht blenden.Den Teufel erkennt man an seinen Taten,nicht an seinen Reden.

  2. Avatar

    Politologe

    20. August 2019 15:01 at 15:01

    @ barthez 72, Richtig, langfristig wird es positiv sein, nicht dem arroganten Sammelbecken von nicht brauchbaren Politikern in Brüssel ausgeliefert zu sein. Kurzfristig wird der Finanzsektor etwas leiden ,aber auf hohem Niveau, während die Banken in Resteuropa auf tiefem Niveau in den Abgrund schauen.
    Diejenigen ,die meinen GB würde isoliert werden sollten mehr Videos von M.Krall hören.Er sagt ,dass über 90% der internationalen Handelsregeln von der Welthandelsorganisation geregelt seien u.diese gelten mit oder ohne EU.

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Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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