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Gold/Silber

Euro zum Goldpreis auf Allzeittief – Fieberkurve der Märkte

Markus Fugmann

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In Dollar notiert der Goldpreis noch deutlich unter seinem Allzeithoch – nicht so aber zum Euro und einigen anderen wichtigen Währungen! So handelt der „Weltgoldpreis“ – also der Goldpreis in allen anderen Währungen ausgenommen der US-Dollar – bereits auf Allzeithoch (laut Thorsten Polleit). Beim Euro liegt der Goldpreis kurz vor dem höchsten je erreichten Stand – und das hat gute Gründe, die viel mit der Gemeinschaftswährung zu tun haben.

Bekanntlich sieht die Konjunktur in Europa nicht besonders gut aus, speziell nicht im „economic powerhouse of Europe“, also Deutschland. Nun will die EZB in Reaktion auf die gleichermaßen schwache Konjunktur und Inflation auf ihrer September-Sitzung reagieren und plant, glaubt man dem eher hawkishen finnischen EZB-Mitglied Rehn, eher „überschiessen“ als „unterschiessen“ mit den Gegenmaßnahmen. Nun wenden Kritiker ein, dass die EZB mit ihrer ultralaxen Geldpolitik ihre Ziele vor allem in Sachen Inflation nicht erreicht hat – aber die Notenbank macht unverdrossen weiter und gibt wohl bald noch mehr von der immer unwirksameren Medizin.

Neue Studien zeigen immer klarer, dass diese Geldpolitik zum Scheitern verurteilt ist: sie erhöht nicht die Kreditvergabe der Banken, ändert kaum etwas an der Sparquote der Bürger, und trocknet die Liquidität an Geldmärkten und Anleihemärkten aus. Profi-Investoren flüchten daher in Junk-Bonds oder in US-Staatsanleihen, um noch Renditen erzielen zu können – das dürfte einer der tieferen Gründe sein für den Fall der US-Renditen in den letzten Monaten.

Diese Geldpolitik wiederum läßt den Euro weiter abwerten – und daraus wiederum ergeben sich Kaskaden an Konsequenzen. Erstens: der Yuan ist nicht an den Dollar gekoppelt, sondern an einen Währungskorb, bei dem der Dollar 22% ausmacht, der Euro aber immerhin 16%. Wertet der Euro ab, schwächt das also auch den Yuan erheblich.

Werten wiederum Yuan und Euro weiter ab, dürfte das  das Verlangen des US-Präsidenten steigern, sowohl China als auch die EU als Währungsmanipulator zu attackieren – ergo also nicht nur gegen China weitere Strafzölle zu verhängen, sondern auch gegen die EU. Das wiederum schwächt die Weltwirtschaft weiter, mindert weitere Investitionen und sorgt auch in den USA für Druck, schließlich erzielen die Unternehmen im amerikanischen Leitindex S&P 500 ihre Umsätze zu 40% im Ausland.

Mit anderen Worten: der Euro ist ein Schlüssel für die weitere Entwicklung der Finanzmärkte. Und der Euro zum Goldpreis gewissermaßen das Fieberthermometer der Finanzmärkte, das Lars Erichsen in diesem Video ausführlich analysiert:

 

Der Euro verliert zum Gold immer mehr an Wert

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    sabine

    20. August 2019 12:30 at 12:30

    Hier mal schwarz auf weiß:
    – Schwächelt der Euro, schwächelt die Weltwirtschaft.
    – Und der hängt am economical powerhouse of europe, also Deutschland. Am Deutschen Wesen…
    – War es also gut, daß wir Deutschen in den letzten Jahren auf hohe Lohnerhöhungen verzichtet haben, um die Welt im jetzigen Geld- und Wirtschaftsmodus zu belassen und den Crash hinauszuzögern. Das Zünglein an der Waage?
    Das zeigt, man sollte immer zur Wahl gehen, denn man bewegt sehr wohl etwas. Sogar bis nach Washington oder Timbuktu.

    • Avatar

      Stina

      20. August 2019 12:52 at 12:52

      @sabine
      Das ist richtig. Die Europawahl hat das bestätigt. Vor allem das Wahlergebnis in Deutschland!

  2. Avatar

    worf2

    20. August 2019 12:47 at 12:47

    Am 01.10 2012 lag Gold in Euro mit 1386 – 1387 höher als am 19.08.2018 1374 – zur Info.
    Was nicht heisst, dass das nicht noch kommen wird.

  3. Pingback: Nachrichten vom 21. August 2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Goldpreis steigt nicht – Gründe, aktuelle Lage, Expertenkommentar

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Gold und US-Dollar mit Adler

Der Goldpreis war letzte Woche wacklig unterwegs (wir berichteten). Das gilt auch für diese Woche. Wird die runde Marke von 1.900 Dollar zur Dauer-Qual für die Gold-Bullen, weil der Goldpreis immer und immer wieder hierhin zurückfällt? Ganz aktuell fällt der Goldpreis wieder zurück von 1.910 Dollar heute früh auf jetzt 1.901 Dollar.

Zwar sind die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen seit letztem Freitag wieder gesunken von 0,86 auf 0,80 Prozent. Aber der US-Dollar (in Form des Dollar-Index) zeigt sich seit Freitag relativ stabil auf Niveaus um die 93 Indexpunkte. Der Rückfall im US-Dollar konnte letzten Mittwoch gestoppt werden, und ist seitdem abgesagt. Dies ist schlecht für den Goldpreis.

Goldpreis-Anstieg bei Verschärfung der Corona-Lage?

Wir empfehlen beim Klick an dieser Stelle die gestrige Analyse von CMC Markets-Analyst Jochen Stanz zu Gold. Er bespricht ausführlich die Frage, ob im Goldpreis der große Knall bevorsteht. Was, wenn der zweite globale Lockdown umfassend durchgeführt wird? Die Staatsausgaben zur Stützung von Bevölkerung und Wirtschaft überall auf der Welt würden die Staatsverschuldungen immens nach oben treiben, was eine große Chance für Gold darstellen könnte.

Aber im Augenblick klebt der Goldpreis weiter an der 1.900 Dollar-Marke. Die Aktienmärkte fallen, und der US-Dollar sackt nicht weiter ab. Wir erinnern uns. Im März, wo die Corona-Panik weltweit am Schlimmste war, schoss der Dollar-Index von 95 auf 103 Indexpunkte nach oben (Flucht in den Sicheren Hafen US-Dollar), und zwar sehr schnell. Der Goldpreis fiel von 1.700 auf 1.464 Dollar. Also: Könnte der Goldpreis bei einer dramatischen Verschärfung der Corona-Lage erneut nicht profitieren, weil der steigende US-Dollar Gold ausbremst?

Heutige Konjunkturdaten

Derzeit jedenfalls kann der Goldpreis als sicherer Fluchthafen in unsicheren Zeiten nicht von den weltweit stark zunehmenden Corona-Infektionszahlen profitieren. Heute um 13:30 Uhr werden in den USA die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter veröffentlicht, und vermutlich um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht der weltweit größte Baumaschinenhersteller Caterpillar seine Quartalszahlen. Beide Ereignisse könnten Aktienkurse und US-Dollar in Bewegung bringen, wie auch den Goldpreis. Genauso kann auch das um 15 Uhr veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen die Kurse bewegen.

Aktueller Analystenkommentar

Die Experten der Commerzbank haben vor wenigen Minuten einen Researchbericht auch zu Gold veröffentlicht. Hier auszugsweise im Wortlaut:

Heute Morgen notiert Gold weiter in unmittelbarer Nähe der 1.900 USD-Marke, die eine starke Anziehungskraft auf den Preis ausübt. Gold in Euro gerechnet notiert seit etwa vier Wochen knapp oberhalb von 1.600 EUR je Feinunze. Eine nennenswerte Preiskorrektur wird unseres Erachtens durch die anhaltend solide Investmentnachfrage verhindert. Gestern verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs Zuflüsse von 3,5 Tonnen. Auch wenn die Dynamik der Zuflüsse in den letzten Wochen nachgelassen hat, erachten offenbar viele Marktteilnehmer den aktuellen Goldpreis noch als attraktive Kaufgelegenheit. In China hat sich die Goldnachfrage gemäß Angaben des Verbands der chinesischen Goldproduzenten zuletzt offenbar erholt: Sie ist demnach im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 29% gestiegen. Der Verband führt dies auf die Erholung der Wirtschaft und auf eine schnelle Rückkehr des Hochzeitsmarktes zurück.

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