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Gold/Silber

Euro zum Goldpreis auf Allzeittief – Fieberkurve der Märkte

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In Dollar notiert der Goldpreis noch deutlich unter seinem Allzeithoch – nicht so aber zum Euro und einigen anderen wichtigen Währungen! So handelt der „Weltgoldpreis“ – also der Goldpreis in allen anderen Währungen ausgenommen der US-Dollar – bereits auf Allzeithoch (laut Thorsten Polleit). Beim Euro liegt der Goldpreis kurz vor dem höchsten je erreichten Stand – und das hat gute Gründe, die viel mit der Gemeinschaftswährung zu tun haben.

Bekanntlich sieht die Konjunktur in Europa nicht besonders gut aus, speziell nicht im „economic powerhouse of Europe“, also Deutschland. Nun will die EZB in Reaktion auf die gleichermaßen schwache Konjunktur und Inflation auf ihrer September-Sitzung reagieren und plant, glaubt man dem eher hawkishen finnischen EZB-Mitglied Rehn, eher „überschiessen“ als „unterschiessen“ mit den Gegenmaßnahmen. Nun wenden Kritiker ein, dass die EZB mit ihrer ultralaxen Geldpolitik ihre Ziele vor allem in Sachen Inflation nicht erreicht hat – aber die Notenbank macht unverdrossen weiter und gibt wohl bald noch mehr von der immer unwirksameren Medizin.

Neue Studien zeigen immer klarer, dass diese Geldpolitik zum Scheitern verurteilt ist: sie erhöht nicht die Kreditvergabe der Banken, ändert kaum etwas an der Sparquote der Bürger, und trocknet die Liquidität an Geldmärkten und Anleihemärkten aus. Profi-Investoren flüchten daher in Junk-Bonds oder in US-Staatsanleihen, um noch Renditen erzielen zu können – das dürfte einer der tieferen Gründe sein für den Fall der US-Renditen in den letzten Monaten.

Diese Geldpolitik wiederum läßt den Euro weiter abwerten – und daraus wiederum ergeben sich Kaskaden an Konsequenzen. Erstens: der Yuan ist nicht an den Dollar gekoppelt, sondern an einen Währungskorb, bei dem der Dollar 22% ausmacht, der Euro aber immerhin 16%. Wertet der Euro ab, schwächt das also auch den Yuan erheblich.

Werten wiederum Yuan und Euro weiter ab, dürfte das  das Verlangen des US-Präsidenten steigern, sowohl China als auch die EU als Währungsmanipulator zu attackieren – ergo also nicht nur gegen China weitere Strafzölle zu verhängen, sondern auch gegen die EU. Das wiederum schwächt die Weltwirtschaft weiter, mindert weitere Investitionen und sorgt auch in den USA für Druck, schließlich erzielen die Unternehmen im amerikanischen Leitindex S&P 500 ihre Umsätze zu 40% im Ausland.

Mit anderen Worten: der Euro ist ein Schlüssel für die weitere Entwicklung der Finanzmärkte. Und der Euro zum Goldpreis gewissermaßen das Fieberthermometer der Finanzmärkte, das Lars Erichsen in diesem Video ausführlich analysiert:

 

Der Euro verliert zum Gold immer mehr an Wert

4 Kommentare

4 Comments

  1. sabine

    20. August 2019 12:30 at 12:30

    Hier mal schwarz auf weiß:
    – Schwächelt der Euro, schwächelt die Weltwirtschaft.
    – Und der hängt am economical powerhouse of europe, also Deutschland. Am Deutschen Wesen…
    – War es also gut, daß wir Deutschen in den letzten Jahren auf hohe Lohnerhöhungen verzichtet haben, um die Welt im jetzigen Geld- und Wirtschaftsmodus zu belassen und den Crash hinauszuzögern. Das Zünglein an der Waage?
    Das zeigt, man sollte immer zur Wahl gehen, denn man bewegt sehr wohl etwas. Sogar bis nach Washington oder Timbuktu.

    • Stina

      20. August 2019 12:52 at 12:52

      @sabine
      Das ist richtig. Die Europawahl hat das bestätigt. Vor allem das Wahlergebnis in Deutschland!

  2. worf2

    20. August 2019 12:47 at 12:47

    Am 01.10 2012 lag Gold in Euro mit 1386 – 1387 höher als am 19.08.2018 1374 – zur Info.
    Was nicht heisst, dass das nicht noch kommen wird.

  3. Pingback: Nachrichten vom 21. August 2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Gold/Silber

Goldpreis wieder über 1500 Dollar

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Zum Wochenschluß zeigt sich der Goldpreis wieder fest und notiert über der Marke von 1500 Dollar. Der Trend des Monatscharts ist nach wie vor aufwärts gerichtet.

Der abgebildete Monatschart (mit logarithmischer Skalierung) zeigt die Kursentwicklung des in New York gehandelten Gold-Futures (GC) seit Anfang 2011 bei einem letzten Kurs von $1.524,4. Jeder Kursstab stellt die Kursbewegung für einen Monat dar.

Der Goldpreis hat in der vergangenen Woche wieder Stärke gezeigt und konnte zum Wochenschluss deutlich über die wichtige $1.500 Marke anziehen, die einen starken psychologischen Widerstand darstellt.

Das aktuelle Jahreshoch liegt weiterhin bei $1.566,2 und somit nur etwas mehr als $20 unter der 61,8 % Fibonacci Korrektur, die sich bei $1.588,2 befindet, wie man im Chart kann. Auch dieses viel beachtete Kursniveau ist ein wichtiger Widerstand, der auf steigende Kurse drücken kann.

Wie geht es weiter mit der Kursentwicklung beim Goldpreis?

Aus Sicht des Monatcharts liegt ausgehend vom Vorjahrestief bei $1.167,1 ein definierter Aufwärtstrend vor. Die Wahrscheinlichkeit für längerfristig weiter steigende Kurse am Goldmarkt beträgt somit etwa 60 %. Allerdings konnte der zurzeit relevante charttechnische Widerstand bei $1.526,7 (Tief des Jahres 2012 und rote gepunktete horizontale Linie im Chart) bislang nicht nachhaltig nicht überschritten werden, was negativ zu werten ist.

Nach dem kräftigen Kursanstieg der letzten vier Monate können jetzt durchaus weitere Gewinnmitnahmen einsetzen, die den Goldpreis möglicherweise in Richtung Augusttief ($1.412,1) drücken werden.

Der Aufwärtstrend würde erst dann wieder bestätigt werden, wenn das Jahreshoch bei $1.566,2 überschritten wird. In diesem Fall könnte sich weiteres Aufwärtspotential bis zum 61,8 % Fibonacci-Korrekturniveau ergeben.

 

Mehr von Karsten Kagels unter https://www.kagels-trading.de/chartanalysen/

 

Der Goldpreis hat die wichtige Marke von 1500 Dollar wieder überwunden

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Anleihen

Risk Off Trade ist sprunghaft wieder da – Rundumflug durch die Charts

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Der Risk Off Trade ist ganz plötzlich wieder sichtbar. Immer wenn große Institutionelle (oft computergesteuert) mehr Risiko eingehen wollen, gehen sie in Schwellenländerwährungen, riskante Anleihen etc (Risk On). Immer wenn man glaubt, dass durch globale Ereignisse das Risiko für die eigene Geldanlage schnell minimiert werden muss, wird der Risk Off Trade aktiviert. Dann schichtet man zügig um in den US-Dollar, in den Schweizer Franken, deutsche Bundesanleihen und Gold. Und durch die vorhin bekannt gewordenen Gedanken von Donald Trump, dass er nur einen großen Handelsdeal mit China will (also kein kleiner Kompromiss möglich), steigt plötzlich wieder die globale Unsicherheit vor einem weniger guten Ausgang im Handelskrieg. Risk Off startet wieder – in welchem Umfang und wie lange, ist natürlich aktuell unklar. Der Dollar-Index steigt (Chart seit Dienstag).

Risk Off Trade - Dollar steigt

Euro und Pfund vs US-Dollar fallen, da wie gesagt tendenziell ganz aktuell der Geldfluss in Richtung US-Dollar läuft (EURUSD und GBPUSD im folgenden Chart übereinander gelegt, Verlauf seit Dienstag).

Risk Off Trade - Euro und Pfund vs USD

Im folgenden Chart haben wir ebenfalls seit Dienstag den US-Dollar-Verlauf dargestellt gegen den südafrikanischen Rand, den ungarischen Forint sowie den polnischen Zloty. Die selbe Bewegung heute Nachmittag. Der Dollar zieht stark an, die vermeintlich riskanten Währungen werten ab.

Im folgenden Chart haben wir USD vs Schweizer Franken und Gold vs USD übereinander gelegt. Da Gold und Franken ebenso als Fluchtziele gelten wie der US-Dollar, fallen die Kursausschläge hier eher uneinheitlich aus. Wohin mit den Kursen, wenn USD und der Gegenpart beide gefragt sind?

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Gold/Silber

Goldleihe – ein Widerspruch in sich?

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Wer Gold als Kapitalanlage physisch kauft, der schützt sein Vermögen vor der größten Schuldenblase der Menschheitsgeschichte. In dieser Hinsicht macht es keinen Sinn, das Edelmetall in Form einer Goldleihe anschließend wieder zu verborgen und so in einen Schuldschein zu verwandeln.

Goldleihe – ein Missverständnis

Um gleich einem Missverständnis vorzubeugen: Es gibt auch seriöse Anbieter von Edelmetalldarlehen, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Der Goldeigentümer hinterlegt sein Edelmetall als Sicherheit für einen Bank-Kredit und bekommt im Gegenzug günstige Darlehenszinsen. Bei einer Goldleihe ist es genau andersherum: Der Händler, der seinen Kunden Gold verkauft, liefert statt des Metalls nur einen Schuldschein und das Versprechen, mit dem geborgten Gold Handel zu treibt. Als Entschädigung für den Verzicht auf die Ware erhält der Kunde eine Zinszahlung. In Anbetracht des historisch niedrigen Zinsumfelds mutet die Höhe der offerierten Zinsen fast sensationell an, zumal die Zahlung oft sogar quartalsweise erfolgt. Doch im Leben bekommt man bekanntlich nichts geschenkt. Man sollte das Versprechen des Goldschuldners (Händler) genau hinterfragen und verstehen, wofür man den Zins bekommt. Andernfalls läuft man Gefahr, Opfer eines Goldanlagebetrugs zu werden.

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Fragen Sie auf jeden Fall den Händler, dem Sie Ihr Gold überlassen haben, ob sich das Edelmetall tatsächlich vollständig und physisch in seinem Handelsbestand befindet? Wenn der Händler Ihnen daraufhin ausweichend, einschränkend oder sogar verneinend antwortet, sollten bei Ihnen alle Alarmglocken schrillen. Denn in diesem Fall haben Sie schlicht einem Einzelhandelsunternehmen ein Firmendarlehen gewährt – zu seiner freien Verfügung. Damit würde sich der gezahlte Zins in Hinblick auf das Tilgungsrisiko relativieren. Wie viel Zinsen müsste dieses Unternehmen zahlen, wenn es sich am Kapitalmarkt oder bei Banken Geld leihen würde? Ohne die Finanzkennzahlen des Schuldners im Detail zu kennen, die eine Bank vor der Darlehensvergabe ausführlich recherchieren würde, können Sie als privater Gläubiger gar nicht einschätzen, ob der Zins dem Kreditrisiko des Händlers überhaupt gerecht wird. Möglicherweise ist das Unternehmen, dem Sie Ihr Gold leihen, auch wegen des Goldleihegeschäfts längst überschuldet und eine tickende Zeitbombe – Sie können es nicht wissen.

Der Schuldschein, den Sie in Händen halten, wäre dann vielleicht so ziemlich das Gegenteil dessen, was sie mit ihrer Kapitalanlage in Gold eigentlich erreichen wollten. Physisches Gold ist als Sachwert ein Gegenstück zu den diversen Forderungen in Ihrer Vermögensbilanz, z. B. in Form von Renten- und Pensionsansprüchen, Staats- und Unternehmensanleihen oder klassischen Kapital-Lebensversicherungen. Mit einer Goldleihe wäre der ursprüngliche Gedanke der Vermögensdiversifikation in dieser Hinsicht ad absurdum geführt.

Doch selbst wenn der Händler das von Ihnen geliehene Metall zu einhundert Prozent physisch besitzt und nicht nur in Form von Terminkontrakten, ist es dennoch kein Sondervermögen und damit nicht insolvenzgeschützt. Sollte der Schuldner (Goldhändler) in die Pleite gehen, fließt Ihr physisches Gold mit in die Insolvenzmasse ein. Da die Golddarlehen oft als Nachrangdarlehen konstruiert sind, können Sie sich dann in der Schlange der Gläubiger ganz Hinten anstellen.

Fazit

Die Gefahr, bei der Goldleihe einem Schneeballsystem aufzusitzen, ist real. Überlegen Sie bitte: Jemand verkauft Ihnen ein Anlagegut und liefert es nicht aus. Die Lieferung erfolgt auch nicht in ein Sammel- oder Zollfreilager, in dem regelmäßig im Rahmen einer Inventur von einem Treuhänder durchgezählt wird. Stattdessen verspricht der Händler, Ihr Gold an jemand anderen zu verkaufen und Sie dann an der relativ engen Handelsmarge zu beteiligen. Dem nächsten Kunden kann der Händler dann theoretisch das gleiche versprechen. Am Ende wurde viel Gold verkauft aber nichts geliefert. Und wenn der Händler Ihnen auf Anfrage dann noch bestätigt, dass nur ein Teil des via Goldleihe geborgten Metalls physisch im Handelsbestand vorhanden ist, steht das mit der Leihe verbundene Verlustrisiko möglicherweise auch in keinem marktüblichen Verhältnis mehr zum gezahlten Zins. Also, wenn Sie sich für Gold als Investment entscheiden, dann machen Sie keine Kompromisse bei der Sicherheit ihres glänzenden Eigentums. Schützen Sie es nicht nur vor Diebstahl und möglicher fiskalischer Wegnahme, sondern auch vor möglichem Betrug und der möglichen Insolvenz Dritter.

Goldbarren - Goldleihe ein Widerspruch?
Foto: pixabay / PublicDomainPictures

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