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Rezession: Ist diesmal wirklich alles anders? (Video)

Rezession: Ist diesmal wirklich alles anders? (Video)

In Erwartung eines bevorstehenden Zinsschwenks der US-Notenbank Fed ist die Stimmung an den Börsen in Euphorie umgeschlagen. Der Goldpreis sprang ebenso wie die US-Aktienmärkte auf ein neues Allzeithoch und der Bitcoin nähert sich in großen Schritten seinem Rekordhoch. Die Marktteilnehmer spekulieren darauf, dass die Fed angesichts der spürbaren Verlangsamung der Inflation schon bald drastisch die Zinsen senkt, sodass die Wirtschaft dieses Mal eine Rezession vermeiden kann. Der Markt geht also von einem Goldilocks-Szenario aus, in dem die Inflation auf 2 % zurückgeht und die Fed drastisch die Zinsen senkt, wodurch ein Soft Landing der Wirtschaft gelingt. Doch fast jeder Zinserhöhungszyklus der letzten 70 Jahre endete in einem Abschwung der Wirtschaft – warum sollte es diesmal anders sein? Laut Game of Trades dürften der Immobilien- und Arbeitsmarkt die entscheidenden Messgrößen sein, auf die es in den nächsten Wochen zu achten gilt.

Im vergangenen Jahr waren sich die meisten Ökonomen einig, dass eine Rezession angesichts des aggressiven Straffungskurs der Fed unvermeidlich ist. Doch sie haben sich geirrt, denn bis heute hält sich die Wirtschaft in den USA relativ robust und der Arbeitsmarkt ist nach wie vor eng. Der Arbeitsmarkt ist ein entscheidender Indikator, der auf eine nachlassen Wirtschaftsaktivität hindeutet. Eine Rezession geht nämlich immer mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit einher. Es gibt zwar erste Anzeichen für einen schwächer werdenden Arbeitsmarkt, doch noch notiert die Arbeitslosenquote mit 3,7 % auf einem sehr niedrigen Niveau. In der ersten Januarwoche wird der große US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht, dieser dürfte zeigen, ob die Risse unter der Oberfläche beim US-Arbeitsmarkt zunehmen.

Rezession: Ist diesmal alles anders?

Die alles entscheidende Frage, die Ökonomen schon immer beschäftigt hat, ist, wann die nächste Krise kommen wird. Die Analysten von Game of Trades haben sich der Frage angenommen und beleuchten die Aussichten für eine Rezession in 2024.

Seit 1948 haben wir 12 Rezessionen erlebt, die vom National Bureau of Economic Research (NBER) als solche bezeichnet wurden. Das ist in etwa alle 6 Jahre der Fall, und im Durchschnitt dauern sie etwa 10 Monate. Aber seit 1980 treten Rezessionen etwa alle 10 Jahre auf. Es scheint, dass Rezessionen im Laufe der Zeit immer seltener vorkommen. Den letzten Abschwung gab es im Jahr 2020, als die Wirtschaft vom Covid-Lockdown getroffen wurde. Müssen wir also damit rechnen, dass die nächste Rezession erst um das Jahr 2026 oder vielleicht sogar erst 2030 kommt?

Arbeitsmarkt und Immobilienmarkt als Indikatoren

Laut Peter von Game of Trades geht eine Rezession mit dem Anstieg der Arbeitslosenquote einher. Die steigende Arbeitslosigkeit ist daher eine der wichtigsten Messgrößen, die das NBER verwendet, um einen Wirtschaftsabschwung zu bemessen. Wenn die Arbeitslosenquote ansteigt, verlieren die Menschen ihre Arbeit und hören auf zu konsumieren. Die Wirtschaft schrumpft also. Es gibt keine Rezessionen, ohne dass die Arbeitslosenquote steigt. Meistens ist der Grund für den Anstieg der Arbeitslosenquote ein Schock, der die Wirtschaft trifft.

Zum Beispiel das Platzen der Immobilienblase in 2008, die eine globale Finanzkrise ausgelöst hatte. Im Jahr 2000 war es schließlich das Platzen der Technologieblase, woraufhin eine Rezession folgte. Im Jahr 1990 gab es den Ölschock durch den Krieg in Kuwait, der die Wirtschaft lahmlegte. Jedes Mal scheint es ein anderes Ereignis zu sein, das einen Abschwung auslöst. Neben den Schocks führte aber auch so gut wie jeder Zinsanhebungszyklus zu einer Rezession.

Ein weiterer Indikator für einen Wirtschaftsabschwung ist der Immobilienmarkt, so Game of Trades. Fast jedes Mal, wenn er schwächelt, folgt kurz darauf eine Rezession. Aufgrund der restriktiven Geldpolitik der Fed hat sich der Immobilienmarkt seit 2022 erheblich abgeschwächt. Die Hypothekenzinsen für Wohnimmobilien stiegen von etwa 2 %, dem niedrigsten Stand in der Geschichte, auf etwa 7 %, den höchsten Stand seit 20 Jahren. In der Folge kam der Immobilienmarkt unter Druck. Wenn weniger Menschen Häuser kaufen, wirkt sich das negativ auf die Gesamtwirtschaft aus.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Noch gibt es aber Hoffnung, dass eine harte Landung der Wirtschaft vermieden werden kann. Denn die Wirtschaft zeigt sich relativ robust und die Barmittel der Unternehmen sind immer noch hoch. Sie könnten also ihre massiven Bargeldreserven anzapfen, anstatt Arbeiter zu entlassen, wodurch die Arbeitslosenquote auch in 2024 niedrig bleiben würde. Die Unternehmen haben angesichts des engen Arbeitsmarktes Mühe, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, aus diesem Grund sind sie weniger bereit, Arbeitnehmer zu entlassen.

Die Vermeidung einer Rezession hängt also von Faktoren, wie dem Immobilien- und Arbeitsmarkt ab. Entsprechend richtet sich der Blick auf die Geldpolitik der Fed. Ein zu später Schwenk der US-Notenbank dürfte den Druck auf den Immobilien- und Arbeitsmarkt erhöhen. Je länger die Zinsen auf einem hohen Niveau verbleiben, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es doch zu einer Rezession im nächsten Jahr kommt.

Laut Game of Trades ist es nicht die Frage, ob, sondern wann die nächste Rezession kommen wird. Aber schauen Sie selbst:



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