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Rickmers-Desaster: Die Pleite der deutschen Schiffs-Barone und die Gier der Anleger

Gier frisst Hirn, oder wie war das? Allerspätestens seit der Finanzkrise sollte jeder Anleger (eigentlich) wissen, dass deutchlich mehr Zinsen als bei der Hausbank üblich auch deutlich mehr Risiko bedeuten. Das Risiko steigt, dass das Anlegergeld…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gier frisst Hirn, oder wie war das? Allerspätestens seit der Finanzkrise sollte jeder Anleger (eigentlich) wissen, dass deutlich mehr Zinsen als bei der Hausbank üblich auch deutlich mehr Risiko bedeuten. Das Risiko steigt, dass das Anlegergeld, bei dem er/sie zum Gläubiger wird, vom Schuldner nicht zurückgezahlt wird. Denn wenn der Schuldner eine gute Bonität hätte, wäre er nicht genötigt deutlich höhere Zinsen anzubieten als alle anderen.


Ein Beispielbild von Containerschiffen. Foto: NOAA / Gemeinfrei

Auf die Idee hätte man im Jahr 2013 kommen können, als die Reederei Rickmers aus Hamburg eine bis 2018 laufende Anleihe im Volumen von 275 Millionen Euro mit einem wunderschönen Zinssatz von 8,875% pro Jahr ausstattete. Die Krise vorbei, die Branche erholt sich? Außerdem hat Rickmers einen klangvollen Namen? Wer den Markt auch nur halbwegs im Auge hatte, der sah, dass genau wie heute auch 2013 die Branche immer noch in der selben Krise war wie ab 2008. Seitdem hat sich niemand in der Branche wirklich erholt.

Nein, diese wahnsinnige Branche setzte immer weiter auf neue und noch größere Schiffe um der Krise zu trotzen – was für eine „geniale“ Strategie. Die Überkapazitäten machen quasi alle kaputt, und am Ende überleben wohl nur die mit dem längsten finanziellen Atem. Erst wenn genug Kapazität verschwindet, können die Frachtraten steigen und die Reeder können wieder Geld machen. Aber auch hier zeigt sich wie nach der Pleite des größten koreanischen Anbieters Hanjin: Die Schiffe verschwinden nicht vom Markt, sondern werden zwangsversteigert und somit billig an die Konkurrenz weitergereicht – was alles noch schlimmer macht und die Kapazitäten nicht schrumpfen lässt.

Da hat ein kleines Licht wie Bertram Rickmers wohl keine Chance. Er ist mit seiner Reederei international zwar in der Öffentlichkeit nicht bekannt, weil er als Reeder selbst aktiv keinen Containerverkehr betreibt. Er ist Schiffseigentümer, und vermietet diese Schiffe dann regelmäßig an die großen bekannten Reedereien. Die fahren die Schiffe zwar mit eigenem Logo, zahlen aber tatsächlich Miete an „Vermieter“ wie Bertram Rickmers mit seiner „Rickmers Holding AG“.

Aber egal ob man nun selbst das Geschäft betreibt, oder nur in zweiter Reihe als Schiffsvermieter auftritt – das Ergebnis ist das selbe. Zu viel Angebot, viel zu wenig Nachfrage = Preise kaputt = keine Mieterträge. Und die Schiffe sind keine Häuser mit jahrzehntelangem Werterhalt. Sie sind ziemlich schnell wertlos, erst recht wenn ständig neue größere Schiffe hinzukommen, die zudem treibstoffsparender sind.

Die vorher schon beschriebene Anleihe (ISIN DE000A1TNA39) notierte noch am Freitag bei 7,81% (Anleihekurse notieren immer in Prozent). Heute liegt der Kurs nur noch bei 5,92%. Bei einer jährlichen Zinszahlung von 8,875%, die im Juni fällig ist, notiert der Wert der Anleihe also sogar noch unter dem Wert der kurz bevorstehenden jährlichen Zinszahlung. Das ist mal ein glasklares Zeichen dafür, für wie kaputt die Investoren diesen Laden halten. Denn der Herr Rickmers ist doch eigentlich für so viel Optimismus bekannt. Noch vor Jahren klang das bei ihm alles ganz anders.

Letzten Freitag hat Rickmers verlautbaren lassen, dass man die Zinsen in Höhe von 24 Millionen Euro im Juni zahlen werde. Die Laufzeit der Anleihe aber werde bis 2027 gestreckt, somit würden die Anleger zunächst keine Rückzahlung des Nominalwerts in 2018 erhalten. Das ist eigentlich ein Zahlungsausfall. Für die Rettung seiner Firma hat sich Bertram Rickmers ein merkwürdig kompliziertes Konstrukt einfallen lassen, durch das man nur schwerlich durchschauen kann. Über eine Kapitalerhöhung soll eine Luxemburger Firma 75,1% der Firmenanteile erwerben – sie wird dann auch die Schulden der Firma halten.

Diese Firma soll die Anteile der Reederei dann weiterverkaufen, und die Erlöse an die Gläubiger verteilen, wobei die HSH Nordbank anscheinend bevorrechtigter Gläubiger ist. Rickmers hat den Gläubigern bis 10. Mai Zeit gegeben seinem Plan zuzustimmen, ansonsten wird der Laden wohl einfach so dichtgemacht, mit einer ganz normalen Insolvenz/Liquidation, so wollen wir es mal annehmen. In einer ersten Abstimmungsrunde müssen mindestens 50% des Gläubigervolumens mit davon 75% Volumen dem Plan zustimmen. Bertram Rickmers selbst wird wohl insgesamt um die 30 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen hinzugeben – ob er persönlich danach noch ein paar Euros für Benzingeld übrig haben wird? (scherzhafte Bemerkung).

Ob, wie, wer und wie viel Geld letztlich bei den Gläubigern tatsächlich ankommt – es nützt jetzt nichts darüber zu spekulieren. Manch einer mag diesen Vorschlag Erpressung nennen nach dem Motto „nimm die Krümel, alternativ gibt es nicht mal die Krümel“. Ein anderer Vermietungs-Reeder aus Hamburg hatte letztes Jahr erst der HSH Nordbank eine richtig fette Entschuldung abgerungen, da sonst die Pleite seiner Butze drohe. Letztlich, da kann man all die Details weglassen, läuft es immer auf das selbe hinaus. Die Schulden bleiben hängen beim Steuerzahler oder Anleger, oder bei beiden.

Gläubiger werden solchen „Restrukturierungsplänen“ in der Regel immer zustimmen, weil sie die Hoffnung haben mit erkaufter Zeit käme irgendwie irgendwann noch mehr Geld raus, als wenn man den Laden jetzt sofort liquidiert. Und bei Rickmers, da ist aktuell wohl wenig Hoffnung. 2015 machte man 130 Millionen Euro Verlust, und in den ersten drei bekannten Quartalen 2016 waren es schon lockere 200 Millionen Euro. Also, alles an Bord, und darauf vertrauen, dass der gute alte Herr Rickmers noch ein paar Krümel aus den Ecken kehren kann? Die Krümel, die bestehen in der Hoffnung, dass sich der weltweite Markt für Schiffsvermietungen/Contaierschiffe doch noch erholt. Irgendwie…


Wer es etwas technischer und detailreicher mag: Hier auszugsweise aus einer offiziellen Rickmers-Veröffentlichung (besonders freundlich für deutschsprachige Anleger nur auf Englisch verfasst):

As contribution to the restructuring, under the term sheet Bertram R. C. Rickmers undertakes to make a cash contribution of EUR 10 million, to relieve the Rickmers Group from a shipyard liability of a further USD 10 million, to waive licensing fees up to the end of Q1 2021 and to procure a back-up loan facility of up to a further EUR 10 million for possible future liquidity requirements of Rickmers Holding AG. The sole shareholder already made a cash contribution of EUR 13 million into Rickmers Holding AG in 2016. Bertram R. C. Rickmers is also prepared to reduce his stake in Rickmers Holding AG from 100% to 24.9% in order to enable key creditors, i.e. HSH Nordbank AG, the bondholders and possibly one further bank, to acquire a total stake of 75.1% in Rickmers Holding AG as part of the restructuring plan.

To this end, a Luxembourg vehicle (“LuxCo”) shall assume all liabilities of Rickmers Holding AG under the Rickmers Bond, such that the LuxCo shall replace Rickmers Holding AG as the debtor of the bond. The LuxCo shall also assume as debtor a partial amount under a loan from HSH Nordbank AG. In connection with these assumptions the LuxCo shall acquire a 75.1% stake in Rickmers Holding AG. A joint representative yet to be appointed by the bondholders shall be authorised to approve a sale of shares in Rickmers Holding AG held by the LuxCo following an investor solicitation process yet to be conducted and to distribute the proceeds to HSH Nordbank AG, the bondholders and possibly to one further bank, according to a defined allocation formula.

Payment of the interest coupon of 8.875% on 11 June 2017 shall be exempt from the above debt assumption under the Rickmers Bond. The payment is to be made in full by Rickmers Holding AG on the condition that a resolution of the bondholders on the appointment and authorisation of a joint representative has been passed by such time.

Besides the above mentioned contributions by the shareholder and the consent to the assumptions of debt by LuxCo the restructuring concept provides for contributions of other creditor banks and of one shipyard, inter alia in the form of deferrals of repayments, release of pledged funds and reduction of interest margins.

The management board of Rickmers Holding AG has tasked a leading international auditing firm with providing an expert report on the possibility of successfully restructuring the Rickmers Group within the meaning of IDW Standard S6. In the current draft restructuring report, which is almost finalised, the auditing firm concludes that the Rickmers Group can be successfully restructured if all proposed restructuring measures are implemented. The restructuring report was prepared with the involvement of all relevant stakeholders, including the bondholders’ designated joint representative. It enables a solvent continuation of Rickmers Holding AG at terms which, pursuant to the present liquidation value report, are considerably more favourable for the bondholders than an insolvency of Rickmers Holding AG would be. Should the corporate bodies of the creditors and/or the bondholders not approve the proposed restructuring, the restructuring would likely fail and the going concern forecast of Rickmers Holding AG would likely no longer apply.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    frank.trg

    24. April 2017 19:07 at 19:07

    Aus Spekulantensicht gar nicht mal so uninteressant… Insgesamt ist die Schiffsfrachtbranche sehr spannend und hier kann man auf fette Gewinne spekulieren. Es gibt zahlreiche Schiffsfonds die Pleite sind oder kurz vor der Insolvenz stehen. Auf dem Zweitmarkt kann man die Anteile weit unter Nominalwert erwerben. Teilweise liegt der Kaufpreis unter dem Schrottwert. Hier könnte man als Investor ansetzen. Anteile günstig kaufen und die Schiffe dann verschrotten lassen. Aus dem Schrotterlös sollte sich dann ein satter Gewinn ergeben. Und der Markt würde dadurch konsolidiert werden da die Schiffe tatsächlich verschrottet werden und nicht einfach unter anderer Flagge weiterfahren.

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      Joerg

      24. April 2017 20:48 at 20:48

      Oftmals handelt es sich aber dabei um eine unternehmerische Beteiligungen, auch ggf. ist dort eine Nachschußpflicht deklariert. Was meint man wohl wo der Insolvenzverwalter,Gläubigerbanken etc. sich dann das Geld holen, wenn die Buden vor die Wand fahren? Beim Anleger natürlich. Erstmal ist das angelegte Geld weg und dann darf man noch drauf zahlen. Vorsicht mit dem Zweitmarkt, auch grauer Kapitalmarkt!!!!

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        frank.trg

        24. April 2017 22:12 at 22:12

        ja, man sollte immer aufpassen was man kauft… Ich meine nur dass die Krise der Krise auch enorme Investmentchancen birgt. Findige Investoren könnten durchaus profitieren, Schiffe für lau kaufen und dann verschrotten lassen und daraus einen Profit erzielen.

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      Adam Walencik

      25. April 2017 12:15 at 12:15

      Traumen Sie nicht.Die Schiffe sind mit Hypothek belastet. Verschrottung kostet auch extra Geld.Bei Rickmers ist nichts zu holen.

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Sparquote explodiert – der deutsche Michel sorgt in der Krise vor!

Claudio Kummerfeld

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Stapel an Geldmünzen als Symbol für höhere Sparquote

Zur Sparquote kommen wir gleich noch. Aber erstmal eine Frage für Sie: Was macht man in Krisenzeiten, wenn extrem viel Unsicherheit herrscht? Das Konsumverhalten hat sich schon nachweislich geändert. Die Deutschen geben weniger für Bekleidung aus, dafür mehr für die Einrichtung ihrer vier Wände, was aktuelle Daten belegen. Aber wenn man nicht gerade arbeitslos geworden ist, und nun dank entfallender Events, Restaurantbesuche und Urlaubsbuchungen viel Geld übrig hat, was macht man? Während die Amerikaner wie die Geisteskranken seit Monaten ihr Geld in die Börse pumpen, macht der deutsche Michel was?

Ja, Sie haben richtig geraten. Der deutsche Michel pumpt sein Geld aufs Sparbuch – offensichtlich ist es egal, dass man real sogar Geld verliert. Gut, seit drei Monaten schwankt die Inflation in Deutschland an der Null-Linie und ist derzeit sogar negativ. Aber seit Jahren verzeichnen die Sparer bei Nullzinsen nach Abzug der Inflation reale Wertverluste. Nimmt man an, dass die Inflation wieder über die Null-Linie steigt, geht dieser Trend so weiter. Aber wie wir es schon mehrmals die letzten Jahre thematisiert hatten – was der Sparer am Zins verliert, gleicht er ganz einfach aus, in dem er Monat für Monat einfach mehr Geld zurücklegt!

Sparquote in Deutschland explodiert

Dieses Verhalten untermauert eine heute veröffentlichte Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Sparquote, also der Anteil vom verfügbaren Einkommen der Bürger, der auf die hohe Kante gelegt wird, lag von 2015-2019 immer im Bereich zwischen 10,1 und 10,8 Prozent. Jetzt soll dieser Anteil (die Sparquote) in 2020 aber laut BVR auf 15 Prozent hochspringen! Was sich auf das gesamte Einkommen bezogen nicht nach viel anhört, ist aber mal eben ein Plus von grob gesagt 50 Prozent in der Sparquote bei den privaten Haushalten.

Laut dem Bankenverband sei dieser massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt. Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe würden nur allmählich nachgeholt. Auch in 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11 Prozent zurückgehen, so der BVR. Und der Verband bestätigt unsere These, dass die Menschen bei ausbleibenden Zinsen einfach mehr Geld auf die Hohe Kante packen, als Ausgleich. Zitat BVR:

Die Sparquote sei in Deutschland im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren vergleichsweise hoch und stabil geblieben, so der BVR. Martin: „Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert.“ Die historisch niedrigen Zinsen senkten die Sparanreize, erhöhten aber wegen des fehlenden Zinseszinseffekts das für ein Vorsorgeziel nötige Sparvolumen. Ein nachlassendes Sparen war in den vergangenen Jahren allerdings bei Sparern mit niedrigen Einkommen festzustellen.

Der deutsche Michel bleibt Sparbuch-Liebhaber, und kann mit der Börse nach wie vor kaum etwas anfangen. Dies kann man aus den folgenden Aussagen des BVR herauslesen:

Die Deutschen seien bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu. Dies zeigten die vorliegenden Zahlen zur Geldvermögensbildung der Bundesbank. Im Zeitraum vom zweiten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 hätten die privaten Haushalte 282 Milliarden Euro neues Geldvermögen gebildet. Dieser Betrag ergebe sich im Wesentlichen aus dem Sparen zuzüglich der Netto-Kreditaufnahme und abzüglich der Sachinvestitionen, hauptsächlich in Form des Wohnungsbaus. Mit 49 Prozent sei fast die Hälfte der Geldvermögensbildung in Form von Bargeld und Bankeinlagen geflossen, sehr hoch liege mit 28 Prozent auch der Anteil des Versicherungssparens.

Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds, Aktien und an anderen Anteilsrechten auch Schuldverschreibungen zählen, habe bei 23 Prozent gelegen. Wertpapiere hätten als Anlageform zuletzt etwas an Bedeutung gewonnen, im internationalen Vergleich sei ihr Anteil aber ausbaufähig. Beispielsweise liege der Anteil der Wertpapieranlage in Schweden und Finnland bei rund 50 Prozent. Martin: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen, wenn grundlegende Anlageprinzipien eingehalten werden.“ Hierzu zählt eine breite Streuung der Investments, wie sie über Investmentfonds erreicht werden kann, eine langfristige Anlageperspektive und ausreichende Liquiditätspolster für den Fall unvorhergesehener Ausgabenotwendigkeiten.

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Einzelhandelsumsätze: Krise vorbei – nur Bekleidungsgeschäfte haben ein Problem

Claudio Kummerfeld

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Frau mit Einkaufstaschen

Erst vorgestern berichteten wir über das veränderte Konsumverhalten der Deutschen im Zuge der Coronakrise. Die Menschen würden den Rotstift zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Und diese Erkenntnis, gewonnen aus Umfragedaten von Creditreform, erkennt man auch in den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen vom Statistischen Bundesamt für den Monat August. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind demnach nämlich die Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -10,1 % und -2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber abgesehen davon sind die gesamten Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu Februar und auch im Jahresvergleich zu August 2019 inzwischen wieder höher! Damit kann man also sagen: Die Menschen konsumieren wieder mehr als vor der Krise, von daher ist die Konsum-Angst offenbar verflogen – nur das Konsumverhalten hat sich verschoben, zum Beispiel von Bekleidung hin zu Wohnungseinrichtung. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 8,1 Prozent.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze sind im August im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gestiegen (der August 2019 hatte sogar einen Verkaufstag mehr), und im Monatsvergleich um 3,1 Prozent. Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im August 2020 real 2,6 % und nominal 5,4 % mehr um als im August 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 2,9 % und nominal 5,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,3 % und nominal 3,7 % mehr um. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,5 % und nominal um 5,4 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 23,0 % und nominal 24,4 % erzielte der Internet- und Versandhandel.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im August

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Das ist die erfolgreichste deutsche Anlegerin – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern ist Beate Sander mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Hierzulande wurde sie bekannt als die „Börsen-Oma“, die in den 90er-Jahren völlig unbeleckt an die Börse startete und aus 60.000 DM weit über 2 Millionen Euro machte. Sie gilt zu Recht als die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands.

Dabei war ihr der Börsenerfolg definitiv nicht in die Wiege gelegt. Sie wuchs in Rostock auf und hat im Arbeiter- und Bauernstaat sicherlich nicht viel über den freien Markt gelernt. Als Jugendliche kam sie nach Süddeutschland und schlug dort eine Laufbahn als Realschullehrerin ein.

Im Alter von 60 Jahren hat sie dann ihrem Leben eine Wende gegeben und wurde Börsianerin, ohne dabei ihre Aufgaben als Pädagogin zu vernachlässigen. Ich wiederhole mich, ihrem Sohn hinterlässt sie nun ein Depotvermögen von weit über 2 Millionen Euro. Daneben setzte sie sich erfolgreich für die Aktienkultur in Deutschland ein, schrieb einige Börsenratgeber und verfasste regelmäßig Börsen-Kolumnen etwa in der Bild-Zeitung.

Ihre Erfolgsformel: Kaufen, wenn die Welt vermeintlich untergeht

Was war ihr Erfolgsrezept? Frau Sander pflegte einen offensiven Anlagestil und war in besonderem Maße an Technologie und Innovation interessiert. Gewissermaßen war das Silicon Valley ihre zweite Heimat. Daneben zeichnete sie sich durch einen streng antizyklischen Ansatz aus. So nutzte sie die Finanzkrise bzw. den Börsen-Crash von 2008, um ihr Depot nochmals auszubauen. Sie hat damals, als viele Anleger…..

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