Gold/Silber

Risk-On: Aktienmärkte im Rally-Modus – was macht der Goldpreis?

Risk-On: Aktienmärkte im Rally-Modus – was macht der Goldpreis?

Der Goldpreis ist auf dem Rückzug. Gestern waren noch die „sicheren Häfen“ wie Gold gefragt und heute greifen alle wieder bei risikobehafteten Aktien zu. So schnell wendet sich also das Blatt an den Märkten. Infolge von Gewinnmitnahmen und Umschichtungen ist der Goldpreis deutlich von seinen jüngsten Höchstständen zurückgekommen. In der vergangenen Woche verfehlte der Preis für Gold nur um fünf USD sein Allzeithoch bei knapp 2.075 USD aus dem Jahr 2020. Aktuell notiert das goldene Edelmetall bei circa 1.918 USD, also über 150 USD tiefer. Damit wurden alle Gewinne seit Anfang März wieder abgegeben.

Es sind derzeit zwei Gründe, die für den Rückgang verantwortlich sind. Zum einen ist die Hoffnung der Marktteilnehmer groß, dass die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine Fortschritte bringen. Es gegebenenfalls sogar zu einem Waffenstillstand kommt. Folglich sehen wir eine nachlassende Risikoaversion – Anleger gehen wieder deutlich mehr ins Risiko. Ein zweiter Faktor dürfte die US-Notenbankpolitik sein. Angesichts einer Inflationsrate von 7,9 Prozent läutet die Fed heute die Zinswende ein.

Fed-Politik – Der Beginn der Zinswende

Eine Anhebung der Leitzinsen gilt bereits als ausgemachte Sache. Laut dem FedWatch-Tool liegt die Wahrscheinlichkeit bei 98% für eine heutige Zinserhöhung von 25 Basispunkte. Dementsprechend stieg die Rendite der 10-jährigen US-Anleiherendite auf 2,17 Prozent und notiert damit auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren.  Dies hat den Goldpreis zusätzlich unter Druck gebracht. Allerdings dürfte ein Zinsschritt von 25 Basispunkten beim Goldpreis bereits eingepreist sein. Bevor die Fed am Abend (19:00 Uhr) ihre Ergebnisse präsentiert, könnte die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze für eine erhöhte Aufmerksamkeit sorgen.

Die Notenbanken befinden sich allerdings in einer Zwickmühle. In Anbetracht der explodierenden Rohstoff- und Energiepreise dürfte das Problem der hohen Inflation weder kurz- noch mittelfristig verschwinden. Auf der anderen Seite müssen sie die Schuldentragfähigkeit vieler Staaten im Auge behalten, da ihnen aggressive Zinsschritte alles andere als gut bekommen würden. Nach der rasanten Gold-Rally hat sich der Gegenwind etwas erhöht. Aktuell befindet sich das Gold zwar in einer Korrektur, auf lange Sicht gehört es aber in jedes Portfolio.

Goldpreis: Konsolidierung des Anstiegs

Der Goldpreis hat eine technische Unterstützungszone erreicht. Im Bereich zwischen 1.916 und 1.908 USD befindet sich eine wichtige Horizontale, die dem Edelmetall im gestrigen und heutigen Handel Halt geboten hat. Zuvor fiel der Kurs unter die vorherigen Tiefs bei 1.973 USD und hat damit ein Verkaufssignal generiert. Auch die Konsolidierungszone zwischen 1.959 und 2.009 USD konnte nicht gehalten werden. Jetzt geht es also für die Gold-Bullen darum, die wichtige Unterstützung bei 1.916/08 zu verteidigen. Von hier aus könnte es zumindest zu einem Pulback kommen. Der Erholungsimpuls könnte bis in die Zone des 38er und 61er Retracementlevels laufen. Mögliche erste Erholungsziele befinden sich bei 1.949 und 1.970 USD. Oberhalb von 1.974 USD könnte sich die Erholung sogar bis 1.988 und 2.008 fortsetzen.

Eines sollte jedenfalls nicht passieren – der Goldpreis sollte das gestrige Tief bei 1.907 USD nicht unterschreiten und somit die Unterstützungszone bei 1.916/08 nach unten durchbrechen. Dann drohen nämlich weitere Abgaben bis 1.888 und 1.873 USD.

Gold: Pullback nach der Korrektur?

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