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Rivian und Lucid mit Mega-Raylle – der Tesla-Hype im Zeitraffer

Elektroautos

Als würde ich meinen Artikel von gestern früh wiederholen. Auch im gestrigen US-Handel konnten die beiden amerikanischen Elektroautobauer Lucid und Rivian nämlich kräftig zulegen mit Gewinnen von 23,7 Prozent und 15,2 Prozent. Meiner Meinung nach sehen wir hier den Tesla-Hype der letzten Jahre im Zeitraffer. Viele Marktteilnehmer erinnern sich offenbar an die jahrelang kräftig steigenden Kurse bei Tesla, und wollen dieses Mal bei neuen Elektroauto-Hype-Aktien wie eben Rivian und Lucid gleich von Anfang an an Bord sein. Bloß nicht zu spät einsteigen und die großen Gewinne verpassen, so könnte das Motto lauten.

Man muss sich mal vorstellen. Rivian hat noch kein Auto ausgeliefert, und Lucid hat erst vor wenigen Tagen damit begonnen. Und Lucid ist Stand gestern Abend inzwischen 89,8 Milliarden Dollar wert, und Rivian bereits 151,9 Milliarden Dollar. Vor allem Rivian steigt vom Start weg kräftig an seit dem IPO letzte Woche Mittwoch. Seit dem IPO-Preis bei 78 Dollar hat sich die Aktie jetzt auf 172 Dollar weit mehr als verdoppelt.

Oder man könnte es auch so sehen: Immer mehr Anleger könnten der Meinung sein, dass Tesla mit seiner Marktkapitalisierung von 1 Billion Dollar, die so hoch ist wie die aller anderen etablierten Autohersteller zusammen, mit seiner Aktie keine Wachstumsstory mehr zu bieten hat. Wie gesagt, nicht was die realen Autoumsätze angeht – sondern die Aktie ist so dermaßen überteuert, dass Anleger mit dem Hunger nach Elektroauto-Phantasie derzeit offenbar auf die beiden jungen frischen Konkurrenten Rivian und Lucid umschwenken. Die womöglich anstehenden großen Umsätze der nächsten Jahre werden aktuell offenbar im Vergleich zu Tesla in einem enormen Zeitraffer in die Kurse eingepreist. Wie lange kann diese Rallye bei den beiden noch so weitergehen?

Man bedenke: Auch bei Tesla konnte man in den letzten Jahren bereits diverse Male sagen, dass nun endgültig der Höhepunkt erreicht ist – aber die Aktie stieg immer weiter und weiter und weiter. Was bei den beiden neuen alles noch möglich ist – das ist wie früher bei Tesla ebenfalls ungewiss. Man muss es wohl der puren Phantasie der Anleger überlassen. Klar ist wie vor Jahren bei Tesla: Bei in Windeseile so dramatisch gepushten Marktbewertungen für diese Aktien müssen die Unternehmen nun erst einmal kräftig reale Autoabsätze erzeugen, um diese Bewertungen überhaupt mal teilweise mit einem Stück weit Realität zu untermauern.



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