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Russland: Exporte halbiert – warum deutsche Importe sogar stark steigen

Die Exporte brechen ein - verständlich. Aber die deutschen Importe aus Russland sind im März deutlich gestiegen. Wie kann das sein, bei den harten Sanktionen? Dafür gibt es einen einfachen Grund.

Güterzüge

Im Außenhandelsverhältnis zwischen Russland und Deutschland ist seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs massiv Bewegung gekommen. Das ist verständlich – einerseits aufgrund der westlichen Sanktionen, und andererseits aufgrund der explodierenden Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt. Es ist paradox, aber Realität. Weil der Westen laut verkündet hat, dass man nun Rohstoffe aus Russland meiden und so schnell wie möglich davon wegkommen will, steigen die Weltmarktpreise extrem stark an, weil der Westen diese Rohstoffe wie Gas, Öl, Kohle etc auf dem Weltmarkt andernorts nachfragen muss. Aber immer noch bezieht vor allem Europa Rohstoffe aus Russland. Und eben dies ist das große Glück für Wladimir Putin, zumindest noch! Es liegen heute vom Statistischen Bundesamt nämlich aktuelle Daten vor für die Importe und Exporte mit Russland vor.

Exporte nach Russland brechen ein

Die deutschen Exporte nach Russland sind im März 2022 im Zuge des Ukraine-Kriegs und den westlichen Sanktionen stark eingebrochen. Waren im Wert von 1,0 Milliarden Euro wurden im März nach Russland exportiert, ein Rückgang von 58,7 Prozent gegenüber im März 2021. Im Februar 2022 waren die Exporte noch um 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen – der Krieg begann am 24. Februar! Große Rückgänge verzeichneten im März 2022 die Exporte von Maschinen, die gegenüber März 2021 um 73,6 Prozent auf 165,8 Millionen Euro sanken, und die Exporte chemischer Erzeugnisse, die um 40,9 Prozent auf 158,7 Millionen Euro zurückgingen. Diese Zahlen sind einfach nachvollziehbar. Der März ist der erste vollständige Monat, wo die Sanktionen gegen Russland sich voll auf die Exporte auswirken.

Warum die Importe aus Russland deutlich ansteigen

Bei den Importen ist die Lage paradox. Der Westen hat umgehend nach Beginn des Ukraine-Kriegs verkündet, dass man zukünftig ganz wegkommen will vom Einkauf von Öl, Gas, Kohle etc aus Russland. Wie Bundeswirtschaftsminister Habeck es seit Wochen betont: Deutschland als mit Abstand wichtigster Großabnehmer von russischen Rohstoffen in Europa hat umgehend begonnen die Importe aus Russland so stark zu reduzieren wie nur irgend möglich. Aber man kann sie eben nicht von heute auf morgen komplett auf Null runterfahren. Und die geringeren Importe, die im März noch liefen, sorgten effektiv gesehen für einen kräftigen Anstieg der Bruttosummen an importierten Gütern – weil die Rohstoffpreise eben so deutlich angestiegen sind! Dies zeigen die Daten der staatlichen Statistiker ganz klar! Sie erwähnen die stark gestiegenen Rohstoffpreise, weswegen die Importe aus Russland nach Deutschland im März 2022 um 77,7 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro gegenüber März 2021 gestiegen sind.

Wichtigste Importgüter waren Erdöl und Erdgas mit einem wertmäßigen Anstieg um 56,5 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Die eingeführte Menge von Erdöl und Erdgas aus Russland ging im März 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat jedoch um 27,8 Prozent zurück. Das ist der Beweis: Die Menge der Importe aus Russland sinkt deutlich, aber die Geldmenge, die dafür überwiesen werden musste, ist stark angestiegen, wegen der höheren Weltmarktpreise! Weitere wichtige Importgüter waren Metalle (Importwert: +117,3 Prozent auf 0,8 Milliarden Euro; Importmenge: -19,2 Prozent) sowie Kokerei- und Mineralölerzeugnisse (Importwert: +203,5 Prozent auf 0,5 Milliarden Euro; Importmenge: +26,0 Prozent).

Aufgrund dieser Entwicklungen stieg der deutsche Importüberschuss im Außenhandel mit Russland (Importe abzüglich Exporte) im März 2022 auf den Rekordwert von 3,4 Milliarden Euro. Im Februar 2022 hatte der Importüberschuss 1,4 Milliarden Euro betragen.



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5 Kommentare

  1. Dies zeigt, wie deutsche Industrie und Verbraucher zur Zeit mit hohen Energie- und Rohstoffpreisen konfrontiert werden, was durch mögliche zusätzliche Sanktionen nicht noch verschärft werden sollte. Aktuell wurde festgestellt, daß sowohl Russland, als auch die Ukraine den Einsatz von Streumunition zu verantworten haben. Beide Seiten sind dafür zu kritisieren. Sanktioniert wird jedoch einseitig Russland. Ein russisches Öl-Embargo ist von daher abzulehnen.

  2. Bin auch die Meinung das die deutschen erst einmal weiter das Gas wie Öl von den Russen bestellen soll und langsam sich unabhängig von Russen machen aber nur wenn das die deutschen schaffen das die Wirtschaft nicht zusammen bricht.Eine bitte an Putin bitte hört auf mit den Krieg sterben sinnlos Menschen l.g Frau Grimm

  3. Der eindeutige Beweis, dass diese schwachsinnigen Sanktionen nur uns selber schaden. Die Mitglieder der Bundesregierung hat einen Amtseid geleistet „zum Wohle des deutschen Volkes“ zu handeln und nicht zum Wohle der Ukraine. Man sollte keine Sanktionen unterstützen, wenn Sie der eigenen Bevölkerung oder auch der Zivilbevölkerung eines anderen Landes schaden. Nordstream 2 muss eröffnet werden um die Rohstoffpreise zu normalisieren und die Bevölkerung zu entlasten.
    Statt Waffen zu liefern, sollte man ausschließlich humanitäre Hilfe leisten. Das interessiert zwar den korrupten Selenskyj mit seinen offshore Konten nicht, hilft aber den Ukrainern mehr als den NATO-Stellvertreterkrieg gegen Russland zu unterstützen.

  4. Wäre interessant zu wissen wie der Herr seine Offshore Millionen verdient hat und was der Unterschied zu den bösen Oligarchen ist.
    In der Presse hört man nicht viel, seltsam dass ein Kabarettist es beiläufig bemerkte.

    1. @Krassputin und Benno Witter
      Was haben Offshorekonten eigentlich genau mit Krieg und Rohstoffexporten zu tun?
      Korruption und dubiose Geschäfte sind sicherlich unterschiedslos zu verurteilen, rechtfertigen aber noch lange keinen kriegerischen Überfall auf ein Nachbarland mit zigtausenden toten und verstümmelten Menschen und Auslöschung ganzer Städte. Wenn das so wäre, müsste wohl so ziemlich jedes Land auf diesem Planeten überfallen und „gesäubert“ werden.
      Trotzdem ein netter Versuch, eine willkommene Ablenkung und echt gute Nebelkerze!

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