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Russland: Neue US-Sanktionen, Geopolitik, und die Unabhängigkeit durch Gold

Claudio Kummerfeld

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Die USA haben erweiterte Sanktionen gegen Russland in Kraft gesetzt. Dabei geht es immer noch um den angeblich durch Russland initiierten Gift-Angriff auf einen Ex-Agenten in Großbritannien. Güter mit einer Bedeutung für die nationale Sicherheit der USA dürfen nicht mehr nach Russland exportiert werden, wozu größtenteils technische Geräte zählen.

Nach US-Vorgaben muss die russische Seite nun nachweisen, dass sie keine Chemiewaffen eingesetzt hat und dazu noch erklären, dass sie diese auch in Zukunft nicht benutzen will. Frage: Sollte Russland nicht dahinter stecken und sollten die Täter unbekannt sein, wie soll Russland dann beweisen, dass man es nicht war? Das Problem daran ist: Kann Russland seine Unschuld nicht beweisen, treten ab November automatisch weitere US-Sanktionen in Kraft – so ist es nach US-Regularien bei dem Einsatz von Chemiewaffen vorgesehen.

Verschärfend kommt hinzu, dass laut Microsoft weitere russische Hackerangriffe auf politische US-Einrichtungen stattfinden sollen. Das dürfte den diplomatischen Konflikt weiter verschärfen. Man kann diese US-Maßnahmen auch anders deuten. Russland ist im alt-ideologischen Bild der Falken in Washington wie vor 30 Jahren heute immer noch der böse düstere Feind. Und genau wie China will man mit seinen Maßnahmen und seiner Macht (US-Dollar, US-Finanzsystem etc) diese beiden Nationen wirtschaftlich treffen und möglichst klein halten.

Gut, im Fall von Russland geht es wohl eher um Geopolitik als um Wirtschaft, da das Land wirtschaftlich gesehen keine Großmacht ist. Im Fall China dürfte es wohl um Geopolitik und Wirtschaft gehen. Russland versucht seit Monaten ein Zeichen der Gegenwehr zu setzen. Man verkauft in großem Umfang seine US-Staatsanleihen. Bislang hat das zu keinerlei Panik am Markt geführt, und andere Länder haben sich dem bislang auch nicht angeschlossen, wie Daten des US-Finanzministeriums zeigen. Die Gesamtmenge der durch Ausländer gehaltenen US-Schulden bleibt konstant.

Russland verkaufte in den letzten Monaten der allergrößten Teil seiner direkt gehaltenen US-Staatsanleihen (wir berichteten). Gleichzeitig unterstrich man den US-Dollar als Zahlungsmittel zukünftig meiden zu wollen. Hinzu kommt ganz aktuell die Info, dass die russische Zentralbank ihr Volumen an Gold immer weiter aufstockt.

Nur im Juli hat man mit 26,1 Tonnen Gold (jetzt insgesamt 2.170 Tonnen) das höchste Monats-Kaufvolumen in diesem Jahr erreicht. Wie Offizielle der russischen Zentralbank dazu sagen, sei Gold eine hunderprozentige Garantie gegen rechtliche und politische Risiken. Aus russischer Sicht kann man sagen: Wie wahr! Man verkauft US-Anleihen, kauft Gold, und möchte den US-Dollar als Zahlungsmittel möglichst meiden. Das bedeutet: Man versucht sich vom globalen Finanzsystem, das von den USA abhängig ist, unabhängig zu machen.

Das würde Moskau in Zukunft weniger anfällig für Sanktionen und sonstige Maßnahmen machen. Partner wie China stehen da mit Sicherheit bereit um Russland zu helfen. Ob man nun pro Russland oder pro USA ist in diesem Konflikt, spielt dabei keine Rolle. Selbst unser neuer Außenminister Heiko Maas hatte gestern verkündet Europa solle von den USA unabhängige Zahlungswege schaffen. Es ist also eine grundsätzliche Erkenntnis in Gange, dass man finanziell umfassend von den USA abhängig ist. Auffallen tut dies erst jetzt durch einen US-Präsidenten, der dieses Instrumentarium (vor allem den US-Dollar) nach Gutsherrenart einsetzt (siehe Iran-Sanktionen nach Ausstieg aus Atomabkommen).

Russland Putin Xi
Wladimir Putin und Chinas Präsident Xi Jinping 2015 in Moskau. Foto: Kremlin.ru (CC BY 4.0)

23 Kommentare

23 Comments

  1. Avatar

    Kritisch

    23. August 2018 11:56 at 11:56

    Der Umgang der beinahe gesamten westlichen Welt mit Russland und im Speziellen mit Putin ist schon sehr, sehr fragwürdig. Die Amis wenden schlicht und ergreifend die Beweisumkehr an – du böser Putin beweise, dass du, resp. dein Geiheimdienst, keine Giftstoffe eingesetzt hast. Solange du das nicht kannst bist du schuldig. Und alle westlichen Staaten machen mit – toll, wie hier Rechtsstaatlichkeit mit Füßen getreten wird.
    Dabei sollte man sich Russland, seine Schuldentilgungspolitik, seine Gold-Rückholaktion und dem Abstoßen von US-Staatsanleihen eigentlich zum Vorbild nehmen – vorallem im EURO-Raum und darauf hoffen, dass, wenn der große Crash kommt, diese Goldreserven dermaßen im Wert steigen, dass man damit zumindest die Nachfolgewährungen des Euro besichern kann. Jedenfalls ist die Fallhöhe Russlands bei einer globalen Wirtschaftskrise eine wesentlich geringere als zum Beispiel die Europas, vorallem die des EURO-Raumes.
    Bitte diesen Kommentar lesen und sich eventuell noch ein wenig mehr über den Umgang mit Russland, Putin wundern!
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2017/08/russland-hat-alle-schulden-der.html

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      tm

      23. August 2018 13:56 at 13:56

      Rechtsstaatlichkeit? Es geht hier nicht um Juristerei, sondern um Politik. Natürlich könnte sich Putin gerne einem britischen Gericht stellen, dort würde natürlich auch die Unschuldsvermutung gelten. Es spricht aber einmal alles dafür, dass Russland dafür verantwortlich ist und da sich Putin wohl kaum vor einem Gericht verantworten muss, kommt es nun einmal zu Sanktionen – konsequent und richtig.

      Ich glaube, Sie missverstehen die russische Politik: Die US-Staatsanleihen werden nicht freiwillig verkauft, sondern sind ein Zeichen massiver Kapitalflucht. Und Gold kauft Russland seit Jahren – aber wenig, viel weniger als nun an US-Anleihen verkauft wurde. Die gesamten russischen Goldreserven sind weniger Wert als durch die Verkäufe von US-Staatsanleihen nun erlöst wurde.

      • Avatar

        Kritisch

        23. August 2018 14:40 at 14:40

        @tm „Es geht hier nicht um Juristerei, sondern um Politik.“
        Ja, und das ist die große Krux – Politik hat nichts mit Recht zu tun! WUNDERBAR! Und wir alle machen fröhlich dabei mit und wählen am Ende immer die, die uns am besten belügen können!
        Ihre Aussage hinsichtlich der Verantwortung Putins für den Giftanschlag ist doch symptomatisch für die Augenauswischerei. Niemand, selbt nicht die Briten, konnten auch nur irgendeinen Nachweis bringen, dass der Russische Staat oder Putin an den Anschlägen beteiligt war. Aber, wenn uns Theresa, Angela oder Donald erklären es war der böse IWAN dann schlagen wir sofort in die gleiche Kerbe, ohne nachzudenken. Und genau diese fehlende kritische, eigenständige Bewertung der Aussagen unserer Volksvertreter lässt diese in schon fast gottähnlicher Weise agieren – sie tragen ja keinerlei persönliche Verantwortung für ihr Tun.
        Eigentlich sollten sie alle nicht Volksvertreter sondern als Volksvermögen-Vernichter bezeichnet werden!

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          tm

          23. August 2018 15:26 at 15:26

          Ne, Sie missverstehen mich (absichtlich?). Sie können Rechtsbegriffe wie Unschuldsvermutung und Beweislastumkehr nicht einfach auf die politische Sphäre übertragen. Es wird schließlich auch niemand angeklagt. Es gab einen Angriff auf britischem Boden und Großbritannien antwortet. Alles andere wäre eine Einladung an Putin, seinen Krieg gegen den Westen unvermindert fortzusetzen.

          Was würden Sie denn als Beweis akzeptieren?

          https://euvsdisinfo.eu/disinfo-review/

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            Gixxer

            23. August 2018 15:53 at 15:53

            Ich sehe es ehrlich gesagt auch so wie @Kritisch und in dem Artikel dargestellt. Bei den Sanktionen geht es einzig und allein darum Russland zu treffen, da man es aus geopolitischen Gründen treffen will.
            Wenn das mit dem Giftgas nicht wäre, würde etwas anderes gefunden werden, was als Rechtfertigung dient Sanktionen einzusetzen.
            @tm: Warum sonst sollte die USA Sanktionen verhängen, wenn der Anschlag auf britischem Grund und Boden stattgefunden hat?
            Man kann als Begründung natürlich sagen, dass GB und USA Verbündete sind und deshalb gemeinsam an einem Strang ziehen.
            Das mag wohl sein. Deshalb darf sich Amerika ja auch alles erlauben und wird nie mit Sanktionen zu rechnen haben. Oder gab es jemals Sanktionen für die zahlreichen Völkerrechtsbrüche der USA? Nein. Man applaudierte eher und war dankbar für die Entschlossenheit.
            So kann meiner Meinung nach die Welt aber nicht sicherer werden eher im Gegenteil.

          • Avatar

            tm

            23. August 2018 16:04 at 16:04

            Na ich hoffe doch, dass auch Deutschland an diesem Strang zieht und sich die russischen Agressionen (Krim, MH17, Skripal, zahlreiche Morde an Regimegegenern und Journalisten, Deckung der Assadschen Giftgaseinsätze, massive Aufrüstung, hybrider Krieg gegen den Westen…) nicht gefallen lässt.

            Wenn Russland oder wer auch immer der Meinung ist, die USA sanktionieren zu müssen, steht das diesen Staaten doch frei – tatsächlich hat Russland doch auch diverse Santkionen gegen die USA verhängt.

            Die Welt war ja deutlich sicherer: Die Zahl der Kriegstoten war Ende der 1990er Jahre bis in die 200er Jahre hinein historisch niedrig.

          • Avatar

            kritisch

            23. August 2018 16:42 at 16:42

            @tm! Welchen Krieg gegen den Westen führt denn Putin? Meinen sie die Annexion der Krim? Auch hier sollte man die Tatsachen die zu diesem Vorgehen geführt haben einmal wertfrei betrachten und nicht wieder gedankenlos dem Mainstream folgen. Auch wenn ich militärische Aktionen solcher Art nicht begrüße, sollte man doch nicht übersehen wie es dazu kam und welche geschichtlichen Hintergründe dazu führten.
            Und die Amis? Seit 1945 über 200 kriegerische Aktivitäten weltweit mit rd. 30 Mio. Menschenopfer. Im Vergleich dazu 32 militärische Aktivitäten der UDSSR, Russlands im gleichen Zeitraum, jedoch vornehmlich begründet in Zerfall der UDSSR
            Ich möchte hier nicht aufrechnen was eigentlich nicht aufzurechnen ist sondern nur eine Relation zwischen den bösen Russen(Putin) und den so friedliebenden und unsere westlichen Werte (die Interessen der USA) vertretenden USA herstellen.
            Anstatt sich Informationen einer EU-Organisation zu holen sollte man vielleicht die Publikationen der Rosa Luxemburg Stiftung lesen.

          • Avatar

            Gixxer

            23. August 2018 23:24 at 23:24

            @tm:
            Nicht nur Russland müsste die USA sanktionieren, sondern die ganze Welt müsste das tun. Bei den Verbrechen, die die USA begangen hat, wäre das ebenso notwendig wie Sanktionen gegen Russland. Nur wird das nie passieren, da es hier andere Interessen gibt, die das verbieten. Es geht nicht darum, was ein Land verbrochen hat, sondern lediglich darum, wie man mit ihm Geschäfte machen kann/will.
            Und ob die Welt mit der Politik, die die Amis betreiben, wirklich friedlicher geworden ist
            in den vergangenen Jahrzehnten wage ich zu bezweifeln.
            Dank der Völkerrechtsbrüche der Amis zB im Irak, aber auch in Libyen wurde der radikale Islamismus, der uns die Terrorgefahr und auch immer mehr Flüchtlinge bringt doch erst ermöglicht. Vorher gab es keinen IS.
            Natürlich kann man jetzt auch wieder sagen, die Despoten wie Saddam mussten eben weg und die Einwohner sollten froh sein, dass er endlich weg ist. Sagen sie das mal den abertausenden Toten, die das Chaos nach Saddam zu verantworten hat. Oh das geht ja leider nicht, denn die sind ja tot.

      • Avatar

        hiob

        23. August 2018 19:17 at 19:17

        Es geht hier doch schon seit Jahren ganz klar um den Petrodollar. Mit Trump hat das wenig zu tun. Als auf einer Konferenz in den 90’ern (da auch noch der IRAK, Hussein ließ sich als der Euro eingeführt wurde auch mit dem Euro bezaheln) und wiederholt 2012, der Iran, Russland, China, die afrikanischen Staaten, allen voran das von Gadaffi geführte Libyen den Petrodollar abschaffen wollten und auch andere Währungen für das Bezahlen von Energieträgern einführen wollten, war das der Anfang eines Angriffs auf die Existenz der USA. Was aus den Nordafrikanischen Staaten geworden ist sieht man. Der Pakt von 1973 der USA mit den Saudis wurde auch noch einmal bestärkt. Die Sanktionen gegen den Iran und Russland haben genau damit zu tun. Noch vermeiden die Medien das Thema, aber wir stehen kurz vor einem Welthandelskrieg höchster Güte. Denn fällt der Petrodollar, dann ist sogar der Metallwert meiner 1 Cent Münzen in meiner Geldbörse mehr wert als die von allen Staaten der Welt gehaltenen US-Staatsanleihen und die USA sofaort Pleite. Da hier aber auch der kritische Punkt eines Darlehnsgeschäft schon längst überschritten ist und die Gläubiger hier abhängig vom Schuldner (USA) geworden sind besteht die Chance, dass die Wogen sich vllt. auch wieder glätten. Sollten die Gläubigerstaaten die US-Staatsanleihen abstoßen können ohne ein Finanzdisaster wäre das für die ganze Welt allemal besser. Die USA sind der einzige Staat, die ihre Währung drucken können ohne bisher Konsequenzen befürchten zu müssen. Seit 2006 wird die ausgegebene, sich im Umlauf befindende Dollarmenge nicht mehr angegeben.
        Ob das alles für uns Normalbürger glimpflich ausgeht ist zu bezweifeln. Hier wurden gigantische Monster auf’s Spielfeld beordert.
        Die USA wird jedenfalls alles, einfach alles, einsetzen um zu überleben.

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    Beobachter

    23. August 2018 12:22 at 12:22

    @ Kritisch, endlich sagt Einer was Sache ist.

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    frank

    23. August 2018 12:50 at 12:50

    inwiefern macht Gold unabhängiger vom USD? Kann das bitte jemand erläutern.?

    • Avatar

      Simply

      23. August 2018 13:24 at 13:24

      Stell dir vor du hast USD bzw. US-Staatsanleihen und die USA verbietet dir damit zu handeln bzw. friert diese ein. Gold kann von Amerika schlecht sanktioniert werden.

      • Avatar

        tm

        23. August 2018 13:59 at 13:59

        Wie sollten die USA verbieten, dass ein Eigentümer die Anleihen verkauft? Und was meinen Sie mit „einfrieren“? Dass die USA die Anleihen nicht mehr bedienen? Das wäre dann eine Staatspleite und ein massives Risiko für die USA. Da wäre es leichter, den Goldhandel auf US-Boden zu verbieten.

        • Avatar

          Simply

          23. August 2018 15:28 at 15:28

          Russland wird zum Beispiel die Ausübung von Dollartransaktionen verboten. Staatsanleihen sind praktisch „eingeforen“ und deine Zinskupons bringen dir auch derweilen nichts. Natürlich reine Spekulation und hoffentlich ein unrealistisches Szenario.

          • Avatar

            tm

            23. August 2018 15:36 at 15:36

            na Russland kann innerhalb des russsischen Bankensystem USD-Transaktionen verbieten, aber wie sollten die USA verbieten, dass ich zum Beispiel Ihnen einen Stapel US-Anleihen verkaufe?

            Und klar kann Russland die Zahlung von Zinsen auf US-Anleihen innerhalb des russischen Bankensystems verbieten – aber wenn die USA keine Zinsen mehr auf ihre eigenen Anleihen zahlen, wäre das ein Staatsbankrott mit entsprechendne Folgen für die USA.

          • Avatar

            Simply

            23. August 2018 16:13 at 16:13

            Nehmen Sie an die USA sanktioniert Sie. Sollte ich mit Ihnen ein Geschäft in Dollar abschließen bin ich ebenso sanktioniert.
            USA hat definitv nicht die Pflicht die Anleihen von irgendjemanden aufzukaufen, weder von Russland noch von irgendjemanden anderen! Wäre ja fast zu schön.
            Amerikanische Staatsanleihen ohne USD verkaufen ist sicherlich eine Herkules Aufgabe, wobei sich der Käufer eventuell noch auf Sanktionen freuen darf. Gold kann ich physisch lagern und bin nicht von einen Gegenpart abhängig.

      • Avatar

        frank

        23. August 2018 14:30 at 14:30

        danke, aber das kann ich mir nicht vorstellen. Und eben, da wäre es vermutlich einfacher den Goldhandel zu verbieten. Und wird Gold wie alle anderen Rohstoffe nicht auch in USD abgerechnet?

        • Avatar

          Simply

          23. August 2018 15:33 at 15:33

          Gold wird in der Referenzwährung USD gehandelt. Sie können ja auch in Euro Gold bei diversen Händlern kaufen. Goldpreis $ –> EUR/USD –> Goldpreis €. In welcher Währung ich Gold kaufe bzw. verkaufe ist nebensächlich, solange sich Käufer und Verkäufer einig sind.

          • Avatar

            tm

            23. August 2018 15:39 at 15:39

            :-) Genau das gilt für die Anleihen doch aber auch. Wenn sich Käufer und verkäufer einig sind, wechselt die Anleihe den Eigentümer.

            Während die USA aber ohne größere Nachteile den Goldhandel innerhalb der USA verbieten könnten, könnten die USA nicht ohne massive Nachteile fällig Zahlungen auf Staatsanleihen einstellen.

  4. Avatar

    tm

    23. August 2018 13:51 at 13:51

    „Nur im Juli hat man mit 26,1 Tonnen Gold (jetzt insgesamt 2.170 Tonnen) das höchste Monats-Kaufvolumen in diesem Jahr erreicht. “

    :-) achso, dann hat Russland also für 80 Mrd. USD US-Staatsanleihen verkauft, um für knapp 1 Mrd. USD Gold zu kaufen?

    Und komisch, dass das dann noch zusammenfällt mit der massiven Rubel-Abwertung…

    • Avatar

      Andreas

      23. August 2018 14:46 at 14:46

      Tm
      Was meinen sie wie der Goldpreis reagiert wenn Russland jetzt und sofort für 80 Milliarden Gold kauft?
      Die sind doch nicht blöd, hier ist logisches Denken gefragt.

      • Avatar

        tm

        23. August 2018 15:34 at 15:34

        :-) ja, stimmt, es ist logisches Denken gefragt.

        Russland kauft seit 2006 relativ kontinuierlich Gold, jeden Monat kleine Mengen. In diesem Zeitraum hat Russland zeitweise US-Staatsanleihen gekauft, teils verkauft.

        Nun sind die russischen Bestände an US-Staatsanleihen im April und Mai regelrecht eingebrochen, ohne dass dies zu einer Veränderung bei den Goldkäufen geführt hat. Das spricht doch rein logisch schonmal stark dafür, dass diese beiden Punkte – Goldkäufe seit 2006 und Verkäufe an US-Staatsanleihen im April imd Mai nichts miteinander zu tun hatten. Oder wo sehen Sie da eine Verknüpfung? Und weshalb sollte der Kreml für 80 Mrd. USD Anleihen verkaufen, wenn dann doch nur für rund 10 Mrd. USD pro Jahr Gold gekauft wird? Wenn Sie Ihr Argument mal zu Ende denken, wäre es doch dann auch sinnvoll, die Anleihen nur in kleinen Mengen zu verkaufen….

        Dann kommt aber noch erschwerend hinzu, dass der Rubel-Kurs im April eingebrochen ist. Es spricht daher – rein logisch – viel dafür, dass Russland die US-Staatsanleihen verkauft hat/verkaufen musste, um den Wechselkurs zu stabilisieren.

        Dass Russland/Putin hier ganz strategisch, überlegend handelt, ist reines Wunschdenken, welches sich nicht logisch-rational begründen lässt.

  5. Avatar

    mhhhhh

    23. August 2018 20:49 at 20:49

    Die USA sind auf den absteigenden Ast. Russland und der Iran werden sanktioniert, da sie denPetrodollar gefährden.

    China löst die USA als Weltmacht ab. Jetzt geht es darum welche Währung die neue Leitwährung wird. Euro oder Yuan. China als wirtschaftsschwergewicht oder Europa als solider Partner der mit allen gut kann. So oder so, der USD wird massiv fallen, wenn die Welt sich von im lossagt.

    Die Bundesregierung täte gut daran die Goldvorräte endlich aus den USA zu holen und die US-Anleihen zu verkaufen, solange man noch kann.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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