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Devisen

Schweizer Franken mit neuem Dreijahreshoch – die Gründe

Claudio Kummerfeld

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Schweiz Bergpanorama und Flagge

Der Schweizer Franken hat heute ein neues Hoch erreicht seit drei Jahren. Zuletzt im April 2017 notierte der Franken gegen den Euro so hoch wie heute. Aktuell notiert das Währungspaar EURCHF bei 1,0669. Das absolute Tief (Franken-Hoch) lag heute bei 1,0656. Im Chart am Ende des Artikels sieht man den Verlauf von Euro vs Franken seit Mitte 2016. All die Bemühungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) den Franken billig zu halten beziehungsweise am Aufwerten zu hindern, waren relativ erfolglos.

Gründe für Aufwertung im Schweizer Franken

Gestern berichteten wir bereits über eine nicht belegbare These, aber eine konkrete Vermutung, die seit Wochen am Devisenmarkt sozusagen die Runde macht. Vor knapp vier Wochen wurde die Schweiz als Land wieder aufgenommen in eine Beobachtungsliste des US-Finanzministeriums, auf der Länder gelistet sind, die im Verdacht stehen ihre Währung zu manipulieren. Seit Jahren druckt die SNB in einem obszönen Ausmaß Schweizer Franken, und verkauft sie gegen Dollar und Euro. So möchten die Notenbanker eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Der Drang der Anleger hin zum guten alten „sicheren“ Fränkli ist aber einfach zu stark, und er steigt trotzdem. Um die US-Beobachter nicht noch weiter zu erzürnen, könnte die SNB sich beim Intervenieren nun passiver verhalten oder sie erstmal ganz einstellen, was Spekulanten am freien Markt dazu bringen könnte auf den steigenden Franken zu setzen (da vermeintlich keine Gegenwehr der SNB zu befürchten ist?).

Während dieses Szenario den Schweizer Franken noch weiter stärken könnte, so gibt es auf der anderen Seite auch Faktoren, die seit letztem Freitag den Euro schwächen. So gab es aus Deutschland, aber auch aus Ländern wie Italien, Griechenland etc sehr stark einbrechende Daten zur Industrieproduktion. Was den Euro schwächt, sorgt folgerichtig für Stärke von allem, was gegen den Euro gehandelt wird, also auch beim Schweizer Franken. By the way… gegen den Euro drückt im größeren Bild derzeit auch, dass in unsicheren Zeiten der Sog eher Richtung der vermeintlichen großen „Sicheren Währung“ läuft, dem US-Dollar. Aber auch der Schweizer Franken dürfte seit Wochen von dieser allgemeinen Unsicherheit namens „Coronavirus“ profitieren.

Also, Coronavirus, möglicherweise ausbleibende SNB-Interventionen, und eine Euro-Schwäche dank schwacher Industriedaten in Euroland. Alles Gründe für eine Aufwertung im Schweizer Franken, die ja auch gerade stattfindet. Weiter steigende Aktienkurse und eine abflauende Angst vor dem Coronavirus könnte den Franken wieder etwas abwerten lassen.

Euro vs Schweizer Franken seit Mitte 2016

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    BrettonWood

    11. Februar 2020 20:30 at 20:30

    Haben die Anleger überhaupt noch einen Einfluss? Nach dem 99% der Vermögen bei 1% liegen, wer sind „die Anleger“ dann kommen noch die Investmentbanken, die Staatsfonds und die Notenbanken als Marktteilnehmer und Käufer heute in alle Märkte und wir, „Die Anleger“ die 99% mit 1% des Vermögens (das ja sogar noch Grossmherheitlich in Gold, wie in Indien oder China, oder Sparbüchern wie bei den Deutschen, oder in Kryptos wie bei den Millenials liegt, was bewirkten wir mit unserer Gier und unseren Ängsten Überhaupt noch….in der Schweiz verdient ein normaler Arbeitnehmer ca 2.5 mio in seinem Leben, wir zu Lande, wie auch Deutschland regt sich über Manager (im Speziellen Bank) Salären
    Von 50 oder 100 Mio auf, und hier verdienen 15 Hedgefondsmanager 12 Mrd…einige davon in einem JAHR mer als 1000 mio. Dafür müssen ganze Generationen, ganze Clans ihr ganzes Leben opfern für das was
    Einige in einem
    jahr abziehen, dahin gehen
    Wohl die Repo Geschäfte offensichtlich läuft da der Geldluss nicht mehr richtig ind die Tasche der Hedgefundsmanger…die Dekadenz hat einen perversen neuen Höhepunkt erreicht….

    https://www.cash.ch/news/top-news/bloomberg-billionaires-index-fuenf-hedgefondsmanager-verdienten-2019-ueber-1-milliarde-dollar-1477969

    • Avatar

      md

      12. Februar 2020 00:15 at 00:15

      @brettonwood, danke für diese info. es ist wirklich pervers. menschen die fürs allgemeinwohl noch keinen finger krum gemacht haben oder nichts produziert haben besitzen soviel reichtum. ich glaube das unrechtsystem ist aus den fugen geraten.

      • Avatar

        BrettonWood

        12. Februar 2020 08:14 at 08:14

        Es hat offensichtlich sogar solche darunter die nicht mal den S&P geschlagen haben, also 0,00 geleistet haben und dafür mit 800 mio Entschädigt werden….krass oder?!?

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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