Devisen

Schweizer Franken mit neuem Dreijahreshoch – die Gründe

Schweiz Bergpanorama und Flagge

Der Schweizer Franken hat heute ein neues Hoch erreicht seit drei Jahren. Zuletzt im April 2017 notierte der Franken gegen den Euro so hoch wie heute. Aktuell notiert das Währungspaar EURCHF bei 1,0669. Das absolute Tief (Franken-Hoch) lag heute bei 1,0656. Im Chart am Ende des Artikels sieht man den Verlauf von Euro vs Franken seit Mitte 2016. All die Bemühungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) den Franken billig zu halten beziehungsweise am Aufwerten zu hindern, waren relativ erfolglos.

Gründe für Aufwertung im Schweizer Franken

Gestern berichteten wir bereits über eine nicht belegbare These, aber eine konkrete Vermutung, die seit Wochen am Devisenmarkt sozusagen die Runde macht. Vor knapp vier Wochen wurde die Schweiz als Land wieder aufgenommen in eine Beobachtungsliste des US-Finanzministeriums, auf der Länder gelistet sind, die im Verdacht stehen ihre Währung zu manipulieren. Seit Jahren druckt die SNB in einem obszönen Ausmaß Schweizer Franken, und verkauft sie gegen Dollar und Euro. So möchten die Notenbanker eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Der Drang der Anleger hin zum guten alten „sicheren“ Fränkli ist aber einfach zu stark, und er steigt trotzdem. Um die US-Beobachter nicht noch weiter zu erzürnen, könnte die SNB sich beim Intervenieren nun passiver verhalten oder sie erstmal ganz einstellen, was Spekulanten am freien Markt dazu bringen könnte auf den steigenden Franken zu setzen (da vermeintlich keine Gegenwehr der SNB zu befürchten ist?).

Während dieses Szenario den Schweizer Franken noch weiter stärken könnte, so gibt es auf der anderen Seite auch Faktoren, die seit letztem Freitag den Euro schwächen. So gab es aus Deutschland, aber auch aus Ländern wie Italien, Griechenland etc sehr stark einbrechende Daten zur Industrieproduktion. Was den Euro schwächt, sorgt folgerichtig für Stärke von allem, was gegen den Euro gehandelt wird, also auch beim Schweizer Franken. By the way… gegen den Euro drückt im größeren Bild derzeit auch, dass in unsicheren Zeiten der Sog eher Richtung der vermeintlichen großen „Sicheren Währung“ läuft, dem US-Dollar. Aber auch der Schweizer Franken dürfte seit Wochen von dieser allgemeinen Unsicherheit namens „Coronavirus“ profitieren.

Also, Coronavirus, möglicherweise ausbleibende SNB-Interventionen, und eine Euro-Schwäche dank schwacher Industriedaten in Euroland. Alles Gründe für eine Aufwertung im Schweizer Franken, die ja auch gerade stattfindet. Weiter steigende Aktienkurse und eine abflauende Angst vor dem Coronavirus könnte den Franken wieder etwas abwerten lassen.

Euro vs Schweizer Franken seit Mitte 2016



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3 Kommentare

  1. Haben die Anleger überhaupt noch einen Einfluss? Nach dem 99% der Vermögen bei 1% liegen, wer sind „die Anleger“ dann kommen noch die Investmentbanken, die Staatsfonds und die Notenbanken als Marktteilnehmer und Käufer heute in alle Märkte und wir, „Die Anleger“ die 99% mit 1% des Vermögens (das ja sogar noch Grossmherheitlich in Gold, wie in Indien oder China, oder Sparbüchern wie bei den Deutschen, oder in Kryptos wie bei den Millenials liegt, was bewirkten wir mit unserer Gier und unseren Ängsten Überhaupt noch….in der Schweiz verdient ein normaler Arbeitnehmer ca 2.5 mio in seinem Leben, wir zu Lande, wie auch Deutschland regt sich über Manager (im Speziellen Bank) Salären
    Von 50 oder 100 Mio auf, und hier verdienen 15 Hedgefondsmanager 12 Mrd…einige davon in einem JAHR mer als 1000 mio. Dafür müssen ganze Generationen, ganze Clans ihr ganzes Leben opfern für das was
    Einige in einem
    jahr abziehen, dahin gehen
    Wohl die Repo Geschäfte offensichtlich läuft da der Geldluss nicht mehr richtig ind die Tasche der Hedgefundsmanger…die Dekadenz hat einen perversen neuen Höhepunkt erreicht….

    https://www.cash.ch/news/top-news/bloomberg-billionaires-index-fuenf-hedgefondsmanager-verdienten-2019-ueber-1-milliarde-dollar-1477969

    1. @brettonwood, danke für diese info. es ist wirklich pervers. menschen die fürs allgemeinwohl noch keinen finger krum gemacht haben oder nichts produziert haben besitzen soviel reichtum. ich glaube das unrechtsystem ist aus den fugen geraten.

      1. Es hat offensichtlich sogar solche darunter die nicht mal den S&P geschlagen haben, also 0,00 geleistet haben und dafür mit 800 mio Entschädigt werden….krass oder?!?

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