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So massiv bauen die Banken in Europa Jahr für Jahr ab

Claudio Kummerfeld

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am

Wir alle wissen es und erleben es tagtäglich. Banken bauen massiv ab. Überall verschwinden plötzlich Filialen, und auch in den Städten werden die Wege immer weiter. Aber welches strukturelle Ausmaß der Abbau von Bankfilialen und der Abbau von Personal angenommen hat – das sieht man erst beim Betrachten des gesamten Bildes. Aktuell ist uns dazu eine Statistik der EZB in die Hände gefallen. Sie beleuchtet im Detail, wie sich die Zahl der Bankfilialen und Bankmitarbeiter in den letzten Jahren in der Eurozone entwickelt hat.

In Deutschland ist die Anzahl der Bankfilialen von 2014 bis 2018 von 35.284 auf 27.887 gesunken. Jedes Jahr gab es einen deutlichen Rückgang! Die Zahl der Mitarbeiter bei heimischen Banken sank im selben Zeitraum ebenfalls Jahr für Jahr, von 649.900 auf 564.935. Für die gesamte Eurozone sank die Zahl der Bankfilialen von 159.401 auf 135.139. Die Zahl der Mitarbeiter sank von 2,02 Millionen auf 1,85 Millionen. Europaweit bauen die Banken ab, das kann man aus den Detaildaten gut ablesen. Griechenland zum Beispiel hatte vor fünf Jahren noch 2.688 Bankfilialen, jetzt nur noch 1.978. Die Mitarbeiterzahl sank von 45.654 auf 39.382.

Was lernen wir daraus? Machen Sie besser keine Bankausbildung. Die Jobperspektiven sind eher begrenzt, wenn die Prozessoptimierer und Unternehmensberater ständig schauen, wie sie noch mehr Abteilungen und Filialmitarbeiter durch Automation ersetzen können.

Banken in Frankreich im Vergleich zu Deutschland

Und dann schauen wir mal auf Frankreich. Das hinter Deutschland zweit bevölkerungsreichste Land in Europa weigert sich ja mit am Stärksten gegen Reformen fast aller Art. Die Gewerkschaften sind stark, und geben volles Contra. Wohl auch im Bankensektor?

Denn laut EZB-Statistik ist die Zahl der Bankfilialen in Frankreich seit 2014 „nur“ von 37.623 auf 36.519 gesunken – also fast gar nicht. Und die Mitarbeiterzahl ist sogar im Laufe von vier Jahren minimal gestiegen von 408.726 auf 408.941. Unterm Strich aber fällt bei der Betrachtung der aktuellsten Gesamtzahlen auf: Frankreich mit 13 Millionen weniger Einwohnern als Deutschland hat aktuell zwar 9.000 Bankfilialen mehr als Deutschland, aber in den heimischen Banken in Frankreich arbeiten 156.000 Mitarbeiter weniger als bei inländischen Banken in Deutschland.

EZB Daten zu Banken in der Eurozone

Pariser Viertel La Defense - Zentralen der Banken in Frankreich
Das Pariser Bankenviertel La Defense. Foto: FASTILY CC BY-SA 3.0

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    leftutti

    5. Juni 2019 20:06 at 20:06

    Gibt es eigentlich auch eine Statistik, ob die Gehälter der verbliebenen Mitarbeiter ebenfalls abgebaut wurden? Oder ob sich die Personalkosten (inkl. Boni und weiteren Zuwendungen) zumindest in der Summe reduziert haben?
    Im Sinne, wie wir früher mit eigens patentiertem, (noch) nicht googelbarem Bankerwitz so schön sagten:
    Geht’s noch kranker als beim Banker? ;)

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

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Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

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Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

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Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

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