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Staatsfinanzen in der Coronakrise: Offizielle Daten zum Defizit im 1. Halbjahr

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Dank Coronakrise sinken die Staatseinnahmen deutlich, das ist klar. Denn wo die Arbeitslosigkeit steigt und monatelang viele Wirtschaftszweige nichts oder kaum noch etwas umsetzen, sinken die Steuereinnahmen deutlich. Gleichzeitig steigen die Ausgaben in so einer Krise, dank Kurzarbeitergeld, Zuschüssen uvm. Heute hat das Statistische Bundesamt dazu konkrete Zahlen veröffentlicht, wie stark sich dieser doppelte Effekt auswirkt. Das daraus entstandene Defizit ist groß. Gut für die Übersichtlichkeit ist, dass die Statistiker bei diesen Daten zu den Staatsfinanzen Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen zu einem großen Block zusammenfassen. Damit ergibt sich ein realistisches Gesamtbild.

Die Ausgaben des Öffentlichen Gesamthaushalts stiegen im 1. Halbjahr um 8,6 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 auf 797,8 Milliarden Euro. Die Einnahmen gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erstmals seit 2012 zurück, und zwar um 4,8 Prozent auf 709,4 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich für das 1. Halbjahr 2020 ein Defizit für die öffentliche Hand von 89,8 Milliarden Euro, nach einem Überschuss von 10,9 Milliarden Euro im 1. Halbjahr 2019. In der Grafik sieht man in blau das Defizit der einzelnen Teilbereiche für das 1. Halbjahr 2020, und in rot die Überschüsse aus dem 1. Halbjahr 2019. Hier Detailaussagen der Statistiker zu sinken den Einnahmen und steigenden Ausgaben im ersten Halbjahr, verursacht durch die Coronakrise:

Der Rückgang der Einnahmen des öffentlichen Gesamthaushalts begründet sich im Wesentlichen durch die geringeren Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum sind diese im 1. Halbjahr 2020 um 5,2 % auf 623,2 Milliarden Euro gesunken. Die gestiegenen Ausgaben des Öffentlichen Gesamthaushalts lassen sich hauptsächlich durch die gestiegenen Zuweisungen und Zuschüsse in Folge der Corona-Pandemie erklären. Allein der Bund und seine Extrahaushalte zahlten im 1. Halbjahr 2020 rund 34,4 Milliarden mehr Zuweisungen, Zuschüsse sowie Schuldendiensthilfen als im 1. Halbjahr 2019 – darin sind Soforthilfen an Unternehmen ebenso enthalten wie Zahlungen zur Unterstützung der Krankenhäuser.

Grafik zeigt das Defizit der öffentlichen Hand im ersten Halbjahr 2020



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