Folgen Sie uns

Aktien

Tesla entlässt 9% der Mitarbeiter – aber drastisch Verkaufszahlen hochfahren?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hat sich Elon Musk jetzt vorgenommen die Quadratur des Kreises zu schaffen? Tesla will ja bekanntlich die Umsätze und Verkaufszahlen drastisch steigern. Gerade in diesen Monaten ist es von entscheidender Bedeutung die Stückzahlen extrem schnell hochzufahren, weil viele Vorbesteller des neuen Modell 3 schon abgesprungen sind (zu lange Wartezeit).

Daher ist es gerade in dieser entscheidenden Phase für Tesla unverständlich, warum man vor wenigen Stunden verkündet hat 9% der Belegschaft (mehr als 4000 Jobs) entlassen zu wollen. Wie Elon Musk es in diesem aktuellen Tweet schreibt, gehe es darum die Kosten zu senken und profitabel zu werden. Die Entlassungen beträfen keine Bereiche, die direkt mit der Produktion zusammenhängen. Frage: Die 9% entlassener Menschen, welche überflüssigen Tätigkeiten haben sie denn bisher gemacht, so dass man jetzt einfach so auf sie verzichten kann? Laut Musk habe man in den letzten Jahren Stellen aufgebaut, wodurch es jetzt zu überflüssigen und sogar doppelt besetzten Funktionen gekommen sei.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Es ist kaum vorstellbar (so meinen wir), dass Dinge wie Produktqualität, Produktentwicklung, Kundenservice etc nicht unter solchen Massenentlassungen leiden werden. Und ohhh Wunder, fast unglaublich – im Brief von Elon Musk an die Belegschaft weist der große Guru doch tatsächlich darauf hin, dass Tesla in den 15 Jahren seines Bestehens noch nie einen Jahresgewinn ausgewiesen habe (was für eine Erkenntnis) – daher sei „unsere Motivation“ offensichtlich nicht der Profit gewesen. Mit „unsere“ will Musk wohl die Mitarbeiter mit ins Boot holen, wenn es darum geht Schuldige zu finden? Denn letztlich ist er als One Man-Show der alleinige Taktgeber bei Tesla!

Eines dürfte klar sein. Mit dieser Massenentlassung dürfte Elon Musk für die Verkündung der nächsten Quartalszahlen eine geniale Argumentationsgrundlage parat haben, wenn die Zahlen „mal wieder“ nicht stimmen. Er kann dann nämlich sagen: Liebe Aktionäre, wir haben einmalige Abfindungskosten für die entlassenen Mitarbeiter. Dies sind ja nur einmalige Zusatzkosten, die nur dieses Quartal betreffen. Also keine Angst, liebe Aktionäre, das wird schon noch werden… die Tesla-Aktie hat nachbörslich noch nicht reagiert. Sie ist aber letzter Zeit schon enorm gestiegen. Im Chart ist es gut sichtbar. Trotz wie immer schlechter Quartalszahlen konnte sie sich wieder enorm erholen von 250 Dollar im April auf zuletzt 342 Dollar. Gibt es jetzt den nächsten Schub dank der Entlassungsmeldung? Hier auszugsweise aus dem Brief von Elon Musk an die Belegschaft:

As described previously, we are conducting a comprehensive organizational restructuring across our whole company. Tesla has grown and evolved rapidly over the past several years, which has resulted in some duplication of roles and some job functions that, while they made sense in the past, are difficult to justify today.

As part of this effort, and the need to reduce costs and become profitable, we have made the difficult decision to let go of approximately 9% of our colleagues across the company. These cuts were almost entirely made from our salaried population and no production associates were included, so this will not affect our ability to reach Model 3 production targets in the coming months.

Given that Tesla has never made an annual profit in the almost 15 years since we have existed, profit is obviously not what motivates us. What drives us is our mission to accelerate the world’s transition to sustainable, clean energy, but we will never achieve that mission unless we eventually demonstrate that we can be sustainably profitable. That is a valid and fair criticism of Tesla’s history to date.

This week, we are informing those whose roles are impacted by this action. We made these decisions by evaluating the criticality of each position, whether certain jobs could be done more efficiently and productively, and by assessing the specific skills and abilities of each individual in the company. As you know, we are also continuing to flatten our management structure to help us communicate better, eliminate bureaucracy and move faster.

Tesla-Aktie
Verlauf der Tesla-Aktie seit Oktober 2017.

Tesla-Chef Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk. Foto: Heisenberg Media / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    sabine

    13. Juni 2018 12:51 at 12:51

    – Er ist halt immer ein Quentchen schlauer als die, die ihm die Millionen hinterherwerfen und glauben, irgendwann schaffe er den Turnaround.
    -> Und wenn halt nicht, haben wir (die Investoren) zumindest die Welt verbessert.
    -> Für Musk: Mit dem verbrannten Geld von anderen!!!
    Hab auch mal in so einer Firma gearbeitet – Bio! Ist ja alles für einen guten Zweck. Chef fuhr dicken Benz, hatte schönes Haus. Am Schluß meinte er, er werde sicher wieder jemand finden, der ihm Geld zur Verfügung stellt. Leider hatte er recht. Damit hat er die alten Schuldner bedient. Usw… Auch er war verbal stark, hat aber ab und zu gelogen.

  2. Avatar

    Gixxer

    13. Juni 2018 18:18 at 18:18

    Ich weiß auch schon, wie die Ausrede das nächste Mal aussieht, wenn man zu wenig produziert.
    „Wir haben zu wenig Personal.“

  3. Avatar

    bademeister

    13. Juni 2018 19:37 at 19:37

    Im Herbst letzten Jahres wurden tausende schlecht ausgebildete Arbeitskräfte eingestellt, um die Teslas von Hand zusammenzubauen, weil die Automatisierung nicht funktionierte. Dass solche Leute in einer High-Tech-Schmiede keine längerfristige Zukunft haben, war ja wohl schon von vornherein klar.
    Somit dürften die jetzigen Entlassungen größtenteils diese „Handwerker“ betreffen.
    Da die Automatisierung im Hause Tesla anscheinend voranschreitet, es wurden ja erst vor kurzer Zeit einige LKW-Ladungen (oder waren es Schiffsladungen/Container?)feinsten deutschen Automatisierungs-High-Techs angeschafft, gibt es eben für diese Leute keinen Platz mehr im Werk.
    Einsparung vielleicht 10 Mio. Dollar/Monat????…ein kleiner Tropfen auf den glühenden Geld-Vernichtungsstein Teslas!
    Man geht jetzt seitens des Unternehmens davon aus, dass die Automatisierung jetzt endlich klappen wird.
    Da Musk aber seine Ziele permanent und unrealistisch hochschraubt wird entweder die Qualität der Teslas leiden müssen, oder die Stückzahlen werden nicht erreicht….schlimmstenfalls beides zusammen.
    Das Tesla-Glas ist derzeit halbvoll (unabhängig vom jetzigen Kurs der Aktie), es gibt also einerseits Protagonisten, andererseits Realisten/Desillusionisten…egal von welcher Warte man Tesla auch sieht….voller wird das Glas nimmer…danke Elon!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Netflix und Tesla bringen gute Laune

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Netflix hat gestern Abend tolle Zahlen geliefert, und bei Tesla gibt es ein neues hohes Kursziel.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Börse: Die Stimulus-Schecks und der große Börsen-Hype

Wiederholt sich das Muster an der Börse aus der ersten Corona-Welle? Damals stiegen Kleininvestoren ein, und nun kommen neue Schecks!

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Was sich im letzten Sommer durch die großzügigen Schecks der US-Regierung zur Unterstützung der Arbeitslosen an der Börse gezeigt hat, wiederholt sich mit den 600 Dollar-Schecks seit Jahresanfang in verschärfter Form. Man zockt mit dem staatlichen Geld immer zügelloser, in Pennystocks und in Optionen. Jetzt kommt bald die Aufstockung auf 2000 Dollar durch die Biden-Regierung – wird dies der Höhepunkt der Manie der Börse?

Börse: Corona und die Generation RobinHood

Es war ein großes Thema im Coronajahr 2020, die allein schon beim Neobroker RobinHood auf 13 Millionen, vorwiegend junger Anleger angewachsene Schar neuer und junger Investoren, die ihre Freizeit genutzt haben, um nahezu gebührenfrei an der Börse zu zocken. Zunächst mit den großen Aktien aus dem „Stay-at-Home-Umfeld“, Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft, Nvidia, oder Zoom und natürlich Tesla. Aber da dies so gut geklappt hatte, dann auch mit Hebelprodukten aus dem Optionsbereich. Was die Stillhalter dazu genötigt hatte, teure Aktien zur Absicherung auch noch nachzukaufen, Stichwort Gamma-Absicherung. Die Hausse nährte ständig die Hausse. Dies ist natürlich den großen Häusern in den USA nicht verborgen geblieben. Goldman Sachs holte sich die Liste der meist nachgefragten Aktien bei den Billigbrokern und bei den Favoriten der Hedgefonds – und siehe da, die Lieblinge der RobinHoodies schlugen die Benchmark und die Profis um Längen.

2020: S&P 500, plus 16 Prozent – Hedgefonds plus 40 Prozent – und die RobinHooder plus 80 Prozent. Dies ist natürlich nicht die Performance der Depots, sondern die Berechnung der Performance der Favoriten.

Das neue Thema Pennystocks

Das Jahr 2021 entwickelt sich in Teilbereichen noch extremer als das Jahr 2020. Die jungen Spekulanten hatten bemerkt, dass sich nach den Wahlen im November und der großen Impfstoffstory ein Favoritenwechsel ergeben hat, weg von Big Growth und Value, hin zu kleinen Nebenwerten. Überaus deutlich ersichtlich an der Performance des Russel 2000, der allein von Anfang November bis dato von 1520 auf 2150 Punkte gestiegen ist. Ein Index, wohlgemerkt, in dem sich so viele Titel befinden, die gar keine Gewinne machen, seit Jahren „Zombies“ genannt. Manch erfahrener Börsianer wird sich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben, angesichts der Kurssprünge einiger kleiner und eigentlich unbekannter Aktien aus dem Feld der Pennystocks.

Das extremste und am meisten zitierte Beispiel ist eine Firma aus der Medizintechnik, Signal Advance. Infolge einer Verwechslung aufgrund eines Musk-Tweets: „Buy Signal“ hatte sich der Pennystocks schlicht verdreiundzwanzigfacht. Nicht ganz so extrem, aber immerhin auch schon mit 120 Prozent plus, notierte GameStop, eine Firma aus der Videobranche. Ob Energiesektor, Elektromobilität, Wasserstofftechnologie, Solar oder sogar Aktien, die sich der Pleite genähert haben, Hauptsache billig, dann wird damit herumgezockt.

Das Volumen der gehandelten Billigaktien hatte bereits im Dezember die Billionengrenze erreicht.

Stimuli, oder die staatliche Quelle für das Zocken

Wie bereits angedeutet, viele Anleger hatten anscheinend nur darauf gewartet, dass der Staat ihnen endlich die lange erwartete Unterstützung mittels der 600 Dollar-Schecks zusandte. Der Beweis für diese Annahme ist der Anstieg des Handelsvolumens bei Pennystocks – Over the counter (OTC), also außerbörslich, der sich nach dem Erhalt der Schecks glatt fast versechfacht hatte.

Was bedeutet dies für die nahe Zukunft? Der neue US-Präsident hat letzte Woche sein 1,9 Billionen Dollar schweres Stimulusprogramm angekündigt, welches noch der Billigung durch den Kongress bedarf.

Eine Aufstockung um 1400 Dollar und es könnten weit über 100 Millionen Amerikaner in den Genuss der staatlichen Stimulus-Schecks geraten.

Wird sich das Verhalten der neuen Generation Anleger ein weiteres Mal wiederholen und das Geld unmittelbar wieder an der Börse landen, bei Werten, von denen unsereins noch gar nichts gehört hat?

Ein nochmaliger kurzfristiger Boom?

Daran sieht man einmal mehr, warum statistische und saisonale Annahmen stets mit Vorsicht zu genießen sind. Jedes Jahr, jeder Zyklus ist anders und bietet ständig Überraschungen. Wer hätte vor einem Jahr daran gedacht, dass kleinste Anlegergruppen mit staatlicher Stütze einen Einfluss auf die Kurse an der Börse ausüben können?

Fazit

Wieder ein Zeichen für eine Bubble an der Börse, die aber wie immer erst dann festgestellt wird, wenn sie geplatzt ist? Jede Übertreibung ist anders als die vorherige und die aktuelle Phase ist durch Umstände befördert worden, die es in dieser Kombination auch noch nicht gegeben hat. Die Notenbanken haben durch ihre Marginalisierung des Zinses den Aktienmarkt zu einer dominanten Anlageklasse gemacht, dann haben die neuen Broker die Handelsgebühren abgeschafft und das Handeln mit ganz niedrigen Beträgen möglich gemacht und zuletzt hat Vater Staat auch noch das nötige Spielgeld zur Verfügung gestellt, ungewollt. 2020 war es die Arbeitslosenunterstützung, die in manchen Staaten über 4000 Dollar pro Monat betragen hat, mehr als der Arbeitnehmer mit seiner Arbeit verdienen konnte. Dann kamen die 600 Dollar-Schecks und jetzt die nochmalige Aufstockung durch die neue US-Regierung.

Was mich wieder einmal in meiner These bestätigt, wann der Rally an der Börse sehr deutlich der Stecker gezogen werden könnte: Wenn die Wirtschaft ohne staatliche (Not-)Versorgung läuft, das Zinsniveau nur ein wenig weiter ansteigt und zusätzlich den jungen Zockern die staatlichen Schecks verwehrt werden.

Der Einfluß der Stimulus-Schecks auf die Börse

weiterlesen

Aktien

Netflix-Quartalszahlen: Nutzerwachstum deutlich besser als gedacht, Aktie +11 Prozent

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Netflix auf Computer schauen - Beispielbild

Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 6,64 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,47/Erwartungen 6,6). Im aktuell laufenden Quartal soll der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn liegt bei 1,19 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/Erwartungen 1,39). Im laufenden Quartal erwartet man 2,97 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,51 Millionen (erwartet 6,5). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 6 Millionen neuen Abonnenten aus.

Netflix sagt aktuell, dass man keine externe Finanzierung mehr benötige, und über Aktienrückkäufe nachdenke. Das und das Nutzerwachstum lassen die Aktie gut da stehen. Sie steigt aktuell nachbörslich um 11 Prozent!

Grafik zeigt Netflix-Quartalszahlen im Detail

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage