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Uber: In weniger als einem Jahr von 50 auf 120 Milliarden Dollar Bewertung?

Kann ein Unternehmen in seiner Gesamtbewertung in gerade mal 10 Monaten von 50 auf 120 Milliarden Dollar zulegen? Ist das machbar? Nun, beim Fahrdienst-Vermittler Uber scheint alles möglich zu sein. Die Wall Street-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley haben gerade eine milliardenschwere Anleihe für Uber platziert. Auffällig dabei: Die hohe Verzinsung ab 7,5%! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt (hoher Zins als Risikoprämie?)

Und nicht nur das. Goldman und Morgan Stanley haben offenbar gegenüber Uber bekundet, dass der Laden 120 Milliarden Dollar wert sein soll. Warum das? Das Unternehmen ist noch nicht börsennotiert, aber wie man in Finanzkreisen munkelt, kann der Börsengang schon in wenigen Monaten erfolgen. Das ist ein gigantischer Deal für alle Investmentbanker in New York.

Die Folge ist natürlich: Wer Uber gegenüber die Firmenbewertung hoch ansetzt, könnte vermutlich das Mandat für den Börsengang erhalten. Ist es in dem Zusammenhang verwunderlich, dass die beiden Giganten der Wall Street so einen Firmenwert ansetzen? Als außenstehender Beobachter darf man schon fragen, wie so eine Summe zustande kommt. Immerhin wäre die Firma damit laut „FT“ mit dem 10fachen ihres Umsatzes bewertet – völlig übertrieben selbst in Relation zu anderen Highflyern an der Börse!

Nicht nur das. Ein kurzer Rückblick gibt Aufschluss. Ende 2017 kaufte der Konzern „Softbank“ einen Anteil an Uber. Aus dieser Transaktion konnte man zu dem Zeitpunkt einen Gesamtwert von Uber von 50 Milliarden Dollar errechnen. Aber offenbar ist in den letzten 10 Monaten Sensationelles passiert, von dem außerhalb der beiden Investmentbanken niemand etwas bemerkt hat?

Ist das Image von Uber inzwischen viel besser? Macht die Firma inzwischen Gewinne, oder sogar Riesen-Gewinne? Sind weltweite Zulassungsprobleme endgültig behoben? Nein, nichts dergleichen. Uber droht bei so einer hohen Bewertung von Anfang an ein Flop für die Anleger zu werden, die gutgläubig genug sind auf die warmen Worte der Banker zu hören. Wir möchten an dieser Stelle an unseren kleinen Rückblick von vor zwei Wochen erinnern, wo wir nochmal geschaut haben, was aus den einstigen Tech-Highflyern namens Twitter und Snapchat wurde.

Beide (Börsengänge Ende 2013 und März 2017) haben bislang enttäuscht. Vor allem Snap sollte in diesem Jahr der Highflyer werden – der Hype war riesig. Die Aktie kam mit 24 Dollar an die Börse, und notiert aktuell gerade mal knapp über 7 Dollar. Ein Mega-Flop! Man bedenke: Jubeln die Banken Uber als Aktie in die Höhe, und die Anleger springen drauf, passiert folgendes: Lässt der Aktienkurs nach wie bei Snapchat, haben die Anleger die Verluste. Die Banken haben fette Provisionen von Uber eingestrichen, und haben mit den Verlusten nichts zu tun. Man sollte nie vergessen, wen man da vor sich hat. Ein Gebrauchtwagenhändler versucht ja auch, einen Schrottwagen möglichst überteuert zu verkaufen… freie Marktwirtschaft eben!

Protest gegen Uber 2015 in den USA
Protest von Taxifahrern gegen die Verschiedenheit der Regulierung von Taxis und der Regulierung der Uber-Konkurrenz, in Portland, USA, 2015. Foto: Aaron Parecki CC BY 2.0



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