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Über den Absturz von Apple aus dem Börsenhimmel – stürzt Warren Buffett gleich mit?

Der Absturz von Apple – und ein prominentes Opfer..

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Der Absturz der Apple-Aktie ist heftig und weitgehend ungebremst – und kaum jemand hat es kommen sehen (zumindest nicht die Analysten: lediglich zwei Analysten an der Wall Street haben eine Verkaufs-Empfehlung für die Aktie). Die Warnzeichen waren da – nicht zuletzt, als Apple nach Vorlage der Zahlen aus dem 4.Quartal bekannt gab, keine Verkaufszahlen mehr für das iPhone mehr melden zu wollen. Das macht man eher nicht, wenn man davon ausgeht, dass die Geschäfte bombig laufen werden..

Und so stürzte Apple brutal ab mit der Gewinnwarnung vorgestern – ca. 450 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung sind vernichtet.

Das trifft besonders Warren Buffett, dem eine in jeder Hinsicht unkritische Huldigung von vielen Investoren entgegen gebracht wird. Sehen wir uns einmal die massiven Bestände von Apple-Aktien im Portfolio von Berkshire Hathaway an (insgesamt sind es über 252 Millionen Apple-Aktien) – basierend auf den sogennanten 13F Filings (also den Pflichtmeldungen größerer Vermögensverwalter in den USA) seit dem ersten Quartal 2016:

(von links nach rechts: Zeit; Anzahl Käufe; Preis Q-Ende; Durchschnittspreis Quartal)

Q1 2016 9,811,747 $108.99 $99.5901

Q2 2016 5,415,955 $95.60 $99.3761

Q3 2016 0

Q4 2016 42,131,950 $115.82 $113.3695

Q1 2017 72,447,454 $143.66 $131.6004

Q2 2017 384,854 $144.02 $147.8638

Q3 2017 3,900,822 $154.12 $155.2277

Q4 2017 31,241,180 $169.23 $167.1297

Q1 2018 74,233,671 $167.78 $172.4598

Q2 2018 12,388,244 $185.11 $181.4253

Q3 2018 522,902 $225.74 $208.1340

Gestern schloss die Apple-Aktie bei 142,19 Dollar – also hat Buffett mit allen Käufen, die er ab dem ersten Quartal 2017 tätigte, wohl einen Verlust eingefahren (nicht berücksichtigt die Dividenden). Das gilt insbesondere für das größte Paket von mehr als 74 Millionen Apple-Aktien, die er im ersten Quartal 2018 wohl zu Preisen von ca. 170 Dollar gekauft hatte.

Wie aber geht es weiter mit Apple? Laut Nigam Arora ist das die größte Gefahr für den Kurs der Apple-Aktie:

„The biggest danger to Apple stock is not its fundamentals or the macro picture, but the fact that the stock is over-owned“.

Das bringt es auf den Punkt: man wird kaum einen Profi-Investor oder Privatinvestor finden, der nicht Apple-Aktien besitzt – vor allem letztere hatten fleißig gekauft wenn sie durch die 13F Filings erfahren hatten, dass Buffett in dem jeweiligen Quartal zugekauft hatte.

Reißt also der Absturz von Apple auch Warren Buffett und viele andere mit in die Tiefe? Dazu Aussagen von Florian Homm:

11 Kommentare

11 Comments

  1. Beobachter

    4. Januar 2019 12:59 at 12:59

    Eigenlob stinkt, darum mache ich es für sie Herr Fugmann.Sie haben seit langem genau diese Punkte skeptisch hinterfragt.
    1. Alles was Rang u. Namen hatte wollte in Apple investiert sein, unbeachtet der Fundamentals u.der Kurshöhe.
    2. Dass die Techs mit dem Handelskrieg am meisten gefährdet waren ,hatte FMW mehrmals erwähnt.
    3.Viele haben einfach gekauft, weil der UNFEHLBARE Buffett kaufte.
    Auch ein Kränzchen an @Michael , meines Wissens hat er diese Aktie mehrmals als total unkäuflich herabgeratet. Oder war es Columbo ? ( Er könnte sich als Analyst bei Buffett bewerben)
    Ich für mich habe ohne Kenntnisse der Produkte u.Fundamentals anhand der Kurssteigerungen u.des extrem parabolartigen Langfristcharts gedacht, dass der Absturz nur eine Frage der Zeit war. So war ich mit Shorten des Nasdaq indirekt dabei.Übrigens das mit den Parabol-Charts gilt auch für andere Titel u. Produkte ( Bitcoin) ,was ich hier mehrmals erwähnte.

  2. Altbär

    4. Januar 2019 13:48 at 13:48

    Jeff Bezos von Amazon sagte kürzlich vor erstaunten Zuhörern: Jede grosse Firma gehe im Verlaufe von 30
    Jahren zugrunde. ( sinngemäss)
    Apple zeigt auf wie man das machen könnte.Buffett als Langfristanleger müsste also auch umdenken, wenn das die neue Börsenwelt ist.
    – Also Apple treibt mit Aktienrückkäufen die eignen Aktien hoch.
    -Weil das so gut läuft wollen Alle ( Institutionelle u.s.w.) am Spiel mitmachen u.kaufen auch.
    – Buffett ernennt diese Aktie sogar zum Liebling u.gewichtet sie als Nr.1 in seinem Depot.
    – Jetzt kommt noch die CH- Notenbank u. wird mit ihrem notgedruckten Kunstgeld auch Grossaktionär bei diesem wunderbaren Geschäftsmodell.
    -Nach 400 bis 500% Kursgewinn in kurzer Zeit kommt natürlich das ganze Börsenfussvolk u. möchte auch teilhaben an diesem wunderbaren Börsenspiel.
    Der Grat zwischen der besten u.grössten Firma der Welt u.einem schneballartigen Ponzisystem ist wie wir jetzt sehen sehr schmal.
    Die Letzten beissen die Hunde, für einige tragisch, Bufftt wird’s verkraften.

  3. Tim

    4. Januar 2019 16:32 at 16:32

    Der Herr Homm trägt hier wirklich nur Hafer zusammen. Völlig inhaltsleerer videobeitrag. Wer hier in Zeiträumen von 3 Jahren denkt, hat einfach die investmentphilosophie von Mr. Buffett nicht verstanden und von Marketing wohl auch keine Ahnung. Ihn wird es freuen. Je mehr Pseudoinvestoren und Spekulanten sich von kurzfristigen gewinnwarnungen blenden lassen und die Aktie abstoßen, desto mehr kann Mr. Buffett Qualität zum günstigen Preis erwerben. Bei Berkshire Aktionären dürfte sich in 10 Jahren ein breites Grinsen einstellen. 🙂

    • Markus Fugmann

      4. Januar 2019 16:40 at 16:40

      @Tim, Sie beten das Evangelium der Buffett-Gläubigen herunter, da ist bei Homm schon mehr Substanz als bei Ihren Aussagen, die darauf hinaus laufen: unser Gott Buffett hat immer Recht, auch wenn ihr es jetzt noch nicht erkennen könnt, ihr Ungläubigen!

      • Tim

        4. Januar 2019 19:25 at 19:25

        Die Argumente von Herr Homm sind zusammenhangslos. Er gibt hier zu denken, dass „im Hintergrund“ mehr im Argen liegt, als die Mainstreammedien von sich geben. Dabei bedient er sich bei seinen Argumenten ebenfalls nur bei den sogenannten Mainstreammedien. Er bemängelt desweiteren bspw. die Aktienrückkäufe von Apple. In Zeiten steigender Börsen, wo viele Unternehmen überbewertet sind, machen Übernahmen wenig Sinn. Zweite Möglichkeit, die hohen Cashbestände zu verwenden, sind Dividendenerhöhungen für die Aktionäre. Die dritte Aktienrückkäufe. Dies ist Aufgabe eines klugen Managements zu entscheiden, welche Methode den meisten Mehrwert bringt. Bei einer günstigen Bewertung des eigenen Konzerns, sind Aktienrückkäufe mit Sicherheit nicht die schlechteste Variante den Wert für die Aktionäre zu steigern. Die enormen Cash-Reserven im Bsp. von Apple nur zu horten, ist in Zeiten niedriger Zinsen zumindest gewiss unproduktiv und steigert den Firmenwert nicht.
        In Sachen Lobpreisungen seitens Herr Homm für den Huawei Konzern ist auch nicht nachvollziehbar. Wer sich ein bisschen mit der Wirtschaftspolitik und dem Geschäftsgebaren chinesischer Konzerne auseinandersetzt, dürfte schnell zu dem Schluss kommen, dass diese alles andere als „sozial“ agieren.
        Auch, dass sich mit neueren Apple Geräten zunehmend die Leistungsfähiglkeit im Vergleich zu Geräten von Huawei verschlechtert, trifft schlicht und einfach nicht zu.
        Ich kann ihre Aussage leider nicht nachvollziehen Herr Fugmann. Das ganze hat weniger mit Evangelium, Glauben oder Götzenanbetung zu tun, viel mehr mit einfacher Mathematik und ein bisschen gesundem Menschenverstand in Sachen Wirtschaftswissenschaften.
        Natürlich liegen auch die besten Investoren – und hier sei nicht nur Mr. Buffett erwähnt – ab und zu daneben. Jedoch ist die langfristige Bilanz nicht in Frage zu stellen und spricht deutlich für sich.
        An dieser Stelle sei auf die erste Seite der jährlichen Geschäftsbereichte von Berkshire verwiesen, welche die Renditen dem S&P 500 p.a. gegenübergestellt werden. Eine derartige Outperformance ist leider mit Glück nicht zu erklären.
        Bei allem Respekt, der gute Herr Homm wirkt in seinem Videobeitrag auf mich eher wie ein etwas zu sehr von sich eingenommener und dennoch verzweifelter Vertreter für Haushaltsreiniger.

        • leftutti

          4. Januar 2019 22:45 at 22:45

          @Tim, Auch, dass sich mit neueren Apple Geräten zunehmend die Leistungsfähiglkeit im Vergleich zu Geräten von Huawei verschlechtert, trifft schlicht und einfach nicht zu. Das ist korrekt, denn iPhones sind technisch schon lange im Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Weg in die Spielgeräte-Steinzeit.
          Der Verkaufspreis und die ätzende Firmenphilosophie hinsichtlich Service haben nun aber eine Grenze überschritten, die selbst den blindesten Fans die Augen öffnet. Wie seinerzeit bei Microsoft, als Apple noch der coole Underdog war, der was für seine Kunden tut.

    • tm

      4. Januar 2019 16:44 at 16:44

      Selbst wenn die Kurse in 10 Jahren deutlich höher stehen sollten als jetzt – woran ich stark zweifle – wäre es doch aber cleverer gewesen, erst jetzt einzusteigen.

      • tim

        4. Januar 2019 19:27 at 19:27

        @tm: Wenn man eine Glaskugel zur Verfügung hat, dann wäre rein mathematisch cleverer erst jetzt zu kaufen. Leider haben diese die wenigsten Menschen und wohin eine manisch-depressive Herde von Lemmingen rennt, weiß auch keiner.

  4. 08/15 Anleger

    4. Januar 2019 20:05 at 20:05

    @Tim,wenn man die extremen Kurssteigerungen ohne irgendwelche fundamentalen Veränderungen sieht, braucht es keine Glaskugel ,NUR EIN NORMALES 08/15 Hirn und gesunden Menschenverstand u. man kann die Korrektur erahnen. Was wollen sie noch herumalbern, der Beweis ist doch da, keine Firma ist da ausgenommen.Nehmen Sie es zur Kenntnis u.lernen sie etwas daraus.
    Statt FMW zu kritisieren, sollten sie M. Fugmann gratulieren, er war In der Einschätzung der Apple Aktie
    sehr viel besser als der von Ihnen verehrte Börsengott.

    • tim

      4. Januar 2019 22:12 at 22:12

      Anscheinend unterhalten wir uns hier in völlig unterschiedlichen Welten bzw. haben ein anderes Verständnis oder Betrachtungsweise des Sachverhalts. Der Anlagehorizont und die Sichtweise vieler Anleger und Spekulaten reicht heutzutage bedauerlicherweise nur von der Tapete bis zur Wand. Die meisten Aktien werden im Laufe der Zeit erheblich schwanken. Dabei sind Kursrückgänge von 50% eher die Regel als die Ausnahme und besagt leider überhaupt nichts über die Klasse eines Unternehmens oder dessen langfristige Aussichten. Wer derartige Schwankungen nicht aushält bzw. einkalkuliert, sollte der Börse besser fern bleiben.
      Nimmt man einen Maßstab, welcher von der Tapete bis zur Wand reicht, dann gratuliere ich Herrn Fugmann herzlich gern für seine etwas bedauernswert beschränkte Sicht der Dinge!
      Ohne solche Spekulanten, wäre der überragende Erfolg einiger weniger auch nicht möglich! Wie gesagt, Berkshire Aktionäre werden in 10 Jahren mit einem breiten Grinsen wieder einmal all jene belächeln, die damals Apple Aktien verkauften und sich von kurzfristigen Zahlen in die Irre führen ließen.

  5. leftutti

    4. Januar 2019 23:34 at 23:34

    @Tim, und lange vor Fugi war da sogar noch @Michael, Gratulation!, der bereits im Spätsommer nach Erreichen der 1 Billionen-Marke den aufgeblasenen Wahnsinn kritisch ins Visier nahm und kurz darauf allen, die Ohren haben, um zu hören und Augen, um zu lesen und ein Gehirn, um zu denken, eine größere Short-Empfehlung nahegelegt hatte. Der im Dezember solide auf Gold als sicherem Hafen gesetzt hatte und kurz vor Weihnachten eine ebenso erfolgreiche Short-Empfehlung bei USDCAD gepostet hat.
    Was Ihren Kommentar betrifft, wenn ich schon wieder sie üblichen Textbausteine in Richtung Mainstreammedien und manisch-depressiver Herde von Lemmingen lese, weiß ich genau, wo Sie einzuordnen sind.
    Ich würde empfehlen, posten Sie ebenfalls erfolgreiche Handels-Empfehlungen statt inhaltsleerer Weisheiten.
    Ich jedenfalls möchte an dieser Stelle @Michael für seine Empfehlungen danken, ich kenne ihn nun seit ein paar Jahren und weiß, dass er nur wenige, aber wohl überlegte Trades auf dem Forex-Markt macht, und diese noch weniger und selten öffentlich empfiehlt. Aber wenn, dann knallen die richtig rein und sorgen sehr lange Zeit für gute Laune. @Columbo wird es zähneknirschend bestätigen können, wenn er ehrlich ist 😉

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Goldman Sachs-Quartalszahlen: Erwartungen übertroffen

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Soeben wurden die Quartalszahlen von Goldman Sachs veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 8,08 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 7,83/Erwartungen 7,90).

Der Umsatz bei „Anleihen, Devisen und Rohstoffen“ lag bei 822 Millionen Dollar (erwartet 977).

Der Gewinn liegt bei 6,04 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 5,68/Erwartungen 5,15).

Die Aktie notiert vorbörslich mit +3,4%.

Kommentar vom Chef:

“We are pleased with our performance for the year, achieving stronger top and bottom line results despite a challenging backdrop for our market-making businesses in the second half. For the year, we delivered double-digit revenue growth, the highest earnings per share in the firm’s history and the strongest return on equity since 2009. We are confident that we are well positioned to support an even larger universe of clients, continue to diversify our revenue mix and deliver strong returns for our shareholders in the years ahead.”
– David M. Solomon, Chairman and Chief Executive Officer

Goldman Sachs Quartalszahlen

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Bank of America-Quartalszahlen: Erwartungen übertroffen

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Soeben wurden die Quartalszahlen der Bank of America veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 22,74 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 20,4/Erwartungen 22,3).

Der Umsatz im Bereich „Anleihen, Devisen und Rohstoffe“ lag bei 1,45 Milliarden Dollar (erwartet 1,64).

Der Gewinn liegt bei 0,70 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,20/Erwartungen 0,63).

Kreditvolumen steigt um 5%.

Einlagen steigen um 3%.

Rücklagen für Kreditausfälle leicht rückläufig.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +3,2%.

Hier der Kommentar vom Chef:

“I am proud of our teammates who produced record earnings for the quarter and the year by driving responsible growth. Our teammates worked for our customers and delivered solid loan and deposit growth, and other activity, while managing risk well. Operating leverage based on disciplined expense management while investing in our future, solid asset quality, and loan and deposit growth drove this quarter’s results. In addition to lending and investing activities, we shared success in many ways: returning nearly $26 billion in capital to our shareholders; a second bonus since U.S. tax reform passed last year, impacting 95% of our teammates, to share success from our performance and the benefits of tax reduction; and more than $200 million of philanthropic giving to our communities. “Through the trillions of dollars of consumer transactions we process and from the steady confidence and activity of our small business and commercial clients, we see a healthy consumer and business climate driving a solid economy. Each of our businesses faces opportunities to grow even more. We are well positioned to serve clients, teammates, and communities by listening to their answer when we ask them: ‘What would you like the power to do?’”
— Brian Moynihan, Chairman and Chief Executive Officer

Bank of America Quartalszahlen

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Quartalszahlen: Skandal in Malaysia wird Goldman Sachs im Q4 stark belasten

Goldman Sachs steckt in einem der schlimmsten Finanzskandale ihrer 149-jährigen Geschichte..

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Ein Gastbeitrag von Haris Anwar, Investing.com

  • Berichtet sein Q4 2018 Ergebnis, am Mittwoch, dem 16. Januar, vor Handelsbeginn (13.35Uhr)
  • Umsatzerwartung: 7,78 Mrd USD
  • GpA: 5,61 USD

Skandale stellen selten eine existenzielle Bedrohung für globale Finanzinstitute dar. Aber auf kurze Sicht können sie die Reputation beschmutzen und die Aktienkurse sinken lassen.

GS Weekly TTM

(Goldman Sachs. Wochen-Chart)

Die in New York beheimatete Goldman Sachs Group Inc. (NYSE:GS) steckt derzeit in einer solchen Lage. In der Tat sieht sich die globale Investmentbank einem der schlimmsten Finanzskandale ihrer 149-jährigen Geschichte gegenüber. Die Behörden in Malaysia sehen zwei frühere Angestellte von Goldman Sachs in Anleihegeschäfte im Auftrag eines malaysischen Staatsfonds, bekannt als 1MDB, verwickelt, die zum Vorteil bestimmter Personen abgeschlossen wurden.

Die neue Regierung Malaysias will Strafzahlungen in Höhe von 3,3 Mrd USD, um unter anderem die Gelder wiederzubekommen, die den Anschuldigungen nach, von den beiden früheren Goldman-Bankern und einem malaysischem Finanzier namens Jho Low gestohlen wurden. Letzterer wird von US-Staatsanwälten beschuldigt, den Fonds betrogen zu haben. Das US-Justizministerium klagte im November die beiden Ex-Banker, Timothy Leissner und Roger Ng, an und ermittelt selbst ebenfalls gegen Goldman. Erst gestern berichtete die New York Times, dass die Regierung Malaysias ohne Umschweife sagt, dass sie die Schuld klar bei der Investmentbank sieht und „7,5 Mrd USD an Entschädigung will…was zu den wachsenden Berg an Strafgeldern gegen die Bank hinzukommt.“

In Situationen wie dieser, haben Banken für gewöhnlich an zwei Fronten Probleme: Ihre Reputation wird angekratzt und ihr Gewinnausblick wird unsicher, wegen Sorgen, dass hohe Strafgelder künftiges Wachstum vereiteln könnten. Goldman sieht sich Strafen von verschiedenen Seiten gegenüber sowohl in Malaysia, als auch in den Vereinigten Staaten: für das Übersehen von Warnzeichen; für angeblich gezahlte Schmiergelder, die zumindest von einem ihrer Beschäftigten gezahlt wurden; für Rückerstattungen von Verlusten der malaysischen Regierung zu Verlusten beim Staatsfonds selbst und weiteren Strafgelder, die der Bank als Ergebnis noch laufender, zivil- und strafrechtlicher Ermittlungen aufgebrummt werden.

Unter Druck durch diese Sorgen, war Goldman Sachs in 2018 die US-Großbank mit der schlechtesten Rendite. In den letzten drei Monaten sind Anteile des Unternehmens um 18% gefallen, womit sie noch schlechter als der KBW Nasdaq Global Bank Index liefen, der um die Hälfte dieses Betrages tiefer liegt. Die Gewinnschätzung für die Gruppe wurde für das vierte Quartal um 27% auf 5,61 USD die Aktie gestutzt.

Drohende Strafgelder, verlorene Geschäfte

Wir glauben, dass die Bank, wenn sie am Mittwoch ihr Ergebnis vorlegen wird, versuchen dürfte, die Nerven der Investoren zu beruhigen, indem sie ankündigt, einen erheblichen Betrag beiseite gelegt zu haben, um alle potentiellen Strafgelder und Verpflichtungen abdecken zu können. Das hat zum Ziel, den Investoren zu helfen, die Folgen des Skandals zu quantifizieren und auch die gesetzlichen Reserveanforderungen abschätzen zu können, die die Bank braucht, um mit der Situation fertig zu werden.

Unbeachtlich der Belastung durch die gegenwärtige Krise sind Bankaktien sowieso nicht unter unseren Empfehlungen für 2019. Sie sind weder immun gegen den unsicheren Konjunkturausblick noch gegen ein mögliches Absinken der Handelsvolumen im angelaufenen Jahr.

Auch wenn die diversifizierten Geschäfte von Goldman Sachs die Bank zu einem guten Kandidaten für eine Langzeitinvestition machen, bis sie ihre gerichtlichen Auseinandersetzungen hinter sich gebracht hat, werden die Bankanteile in nächster Zeit hinter dem Rest des Sektors zurückbleiben. Hinzu kommt die Sichtbarkeit des Skandals in Malaysia, der zum Sturz der ehemaligen Regierung in dem asiatischen Land beigetragen hat, was bedeutet, dass Goldman auch Geschäfte an die Wettbewerber aus der Region verlieren könnte. Als es seine internen Kontrollen verschärft, um die Finanzregulierer zu beeindrucken und schnell wieder glaubwürdig zu werden, könnte Goldman Sachs sich weltweit schnell als Geschäftspartner bei der Emission von Anleihen durch Staaten und halbstaatliche Institutionen unerwünscht machen.

 

Fazit

Bei einem Kurs von rund 179 USD ergibt sich ein rückblickendes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13. Die Anteile von Goldman Sachs sind damit im Vergleich zu Branchenkollegen nicht billig. Hinzu kommt,  dass angesichts der rechtlichen Probleme die Fundamentaldaten die Aktie nicht zu einem Schnäppchen machen. Unser Rat: Bleiben Sie im Seitenaus und lassen Sie den Skandal zu Ende laufen.

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