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Aktien

Über den Absturz von Apple aus dem Börsenhimmel – stürzt Warren Buffett gleich mit?

Der Absturz von Apple – und ein prominentes Opfer..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der Absturz der Apple-Aktie ist heftig und weitgehend ungebremst – und kaum jemand hat es kommen sehen (zumindest nicht die Analysten: lediglich zwei Analysten an der Wall Street haben eine Verkaufs-Empfehlung für die Aktie). Die Warnzeichen waren da – nicht zuletzt, als Apple nach Vorlage der Zahlen aus dem 4.Quartal bekannt gab, keine Verkaufszahlen mehr für das iPhone mehr melden zu wollen. Das macht man eher nicht, wenn man davon ausgeht, dass die Geschäfte bombig laufen werden..

Und so stürzte Apple brutal ab mit der Gewinnwarnung vorgestern – ca. 450 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung sind vernichtet.

Das trifft besonders Warren Buffett, dem eine in jeder Hinsicht unkritische Huldigung von vielen Investoren entgegen gebracht wird. Sehen wir uns einmal die massiven Bestände von Apple-Aktien im Portfolio von Berkshire Hathaway an (insgesamt sind es über 252 Millionen Apple-Aktien) – basierend auf den sogennanten 13F Filings (also den Pflichtmeldungen größerer Vermögensverwalter in den USA) seit dem ersten Quartal 2016:

(von links nach rechts: Zeit; Anzahl Käufe; Preis Q-Ende; Durchschnittspreis Quartal)

Q1 2016 9,811,747 $108.99 $99.5901

Q2 2016 5,415,955 $95.60 $99.3761

Q3 2016 0

Q4 2016 42,131,950 $115.82 $113.3695

Q1 2017 72,447,454 $143.66 $131.6004

Q2 2017 384,854 $144.02 $147.8638

Q3 2017 3,900,822 $154.12 $155.2277

Q4 2017 31,241,180 $169.23 $167.1297

Q1 2018 74,233,671 $167.78 $172.4598

Q2 2018 12,388,244 $185.11 $181.4253

Q3 2018 522,902 $225.74 $208.1340

Gestern schloss die Apple-Aktie bei 142,19 Dollar – also hat Buffett mit allen Käufen, die er ab dem ersten Quartal 2017 tätigte, wohl einen Verlust eingefahren (nicht berücksichtigt die Dividenden). Das gilt insbesondere für das größte Paket von mehr als 74 Millionen Apple-Aktien, die er im ersten Quartal 2018 wohl zu Preisen von ca. 170 Dollar gekauft hatte.

Wie aber geht es weiter mit Apple? Laut Nigam Arora ist das die größte Gefahr für den Kurs der Apple-Aktie:

„The biggest danger to Apple stock is not its fundamentals or the macro picture, but the fact that the stock is over-owned“.

Das bringt es auf den Punkt: man wird kaum einen Profi-Investor oder Privatinvestor finden, der nicht Apple-Aktien besitzt – vor allem letztere hatten fleißig gekauft wenn sie durch die 13F Filings erfahren hatten, dass Buffett in dem jeweiligen Quartal zugekauft hatte.

Reißt also der Absturz von Apple auch Warren Buffett und viele andere mit in die Tiefe? Dazu Aussagen von Florian Homm:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    4. Januar 2019 12:59 at 12:59

    Eigenlob stinkt, darum mache ich es für sie Herr Fugmann.Sie haben seit langem genau diese Punkte skeptisch hinterfragt.
    1. Alles was Rang u. Namen hatte wollte in Apple investiert sein, unbeachtet der Fundamentals u.der Kurshöhe.
    2. Dass die Techs mit dem Handelskrieg am meisten gefährdet waren ,hatte FMW mehrmals erwähnt.
    3.Viele haben einfach gekauft, weil der UNFEHLBARE Buffett kaufte.
    Auch ein Kränzchen an @Michael , meines Wissens hat er diese Aktie mehrmals als total unkäuflich herabgeratet. Oder war es Columbo ? ( Er könnte sich als Analyst bei Buffett bewerben)
    Ich für mich habe ohne Kenntnisse der Produkte u.Fundamentals anhand der Kurssteigerungen u.des extrem parabolartigen Langfristcharts gedacht, dass der Absturz nur eine Frage der Zeit war. So war ich mit Shorten des Nasdaq indirekt dabei.Übrigens das mit den Parabol-Charts gilt auch für andere Titel u. Produkte ( Bitcoin) ,was ich hier mehrmals erwähnte.

  2. Avatar

    Altbär

    4. Januar 2019 13:48 at 13:48

    Jeff Bezos von Amazon sagte kürzlich vor erstaunten Zuhörern: Jede grosse Firma gehe im Verlaufe von 30
    Jahren zugrunde. ( sinngemäss)
    Apple zeigt auf wie man das machen könnte.Buffett als Langfristanleger müsste also auch umdenken, wenn das die neue Börsenwelt ist.
    – Also Apple treibt mit Aktienrückkäufen die eignen Aktien hoch.
    -Weil das so gut läuft wollen Alle ( Institutionelle u.s.w.) am Spiel mitmachen u.kaufen auch.
    – Buffett ernennt diese Aktie sogar zum Liebling u.gewichtet sie als Nr.1 in seinem Depot.
    – Jetzt kommt noch die CH- Notenbank u. wird mit ihrem notgedruckten Kunstgeld auch Grossaktionär bei diesem wunderbaren Geschäftsmodell.
    -Nach 400 bis 500% Kursgewinn in kurzer Zeit kommt natürlich das ganze Börsenfussvolk u. möchte auch teilhaben an diesem wunderbaren Börsenspiel.
    Der Grat zwischen der besten u.grössten Firma der Welt u.einem schneballartigen Ponzisystem ist wie wir jetzt sehen sehr schmal.
    Die Letzten beissen die Hunde, für einige tragisch, Bufftt wird’s verkraften.

  3. Avatar

    Tim

    4. Januar 2019 16:32 at 16:32

    Der Herr Homm trägt hier wirklich nur Hafer zusammen. Völlig inhaltsleerer videobeitrag. Wer hier in Zeiträumen von 3 Jahren denkt, hat einfach die investmentphilosophie von Mr. Buffett nicht verstanden und von Marketing wohl auch keine Ahnung. Ihn wird es freuen. Je mehr Pseudoinvestoren und Spekulanten sich von kurzfristigen gewinnwarnungen blenden lassen und die Aktie abstoßen, desto mehr kann Mr. Buffett Qualität zum günstigen Preis erwerben. Bei Berkshire Aktionären dürfte sich in 10 Jahren ein breites Grinsen einstellen. :)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      4. Januar 2019 16:40 at 16:40

      @Tim, Sie beten das Evangelium der Buffett-Gläubigen herunter, da ist bei Homm schon mehr Substanz als bei Ihren Aussagen, die darauf hinaus laufen: unser Gott Buffett hat immer Recht, auch wenn ihr es jetzt noch nicht erkennen könnt, ihr Ungläubigen!

      • Avatar

        Tim

        4. Januar 2019 19:25 at 19:25

        Die Argumente von Herr Homm sind zusammenhangslos. Er gibt hier zu denken, dass „im Hintergrund“ mehr im Argen liegt, als die Mainstreammedien von sich geben. Dabei bedient er sich bei seinen Argumenten ebenfalls nur bei den sogenannten Mainstreammedien. Er bemängelt desweiteren bspw. die Aktienrückkäufe von Apple. In Zeiten steigender Börsen, wo viele Unternehmen überbewertet sind, machen Übernahmen wenig Sinn. Zweite Möglichkeit, die hohen Cashbestände zu verwenden, sind Dividendenerhöhungen für die Aktionäre. Die dritte Aktienrückkäufe. Dies ist Aufgabe eines klugen Managements zu entscheiden, welche Methode den meisten Mehrwert bringt. Bei einer günstigen Bewertung des eigenen Konzerns, sind Aktienrückkäufe mit Sicherheit nicht die schlechteste Variante den Wert für die Aktionäre zu steigern. Die enormen Cash-Reserven im Bsp. von Apple nur zu horten, ist in Zeiten niedriger Zinsen zumindest gewiss unproduktiv und steigert den Firmenwert nicht.
        In Sachen Lobpreisungen seitens Herr Homm für den Huawei Konzern ist auch nicht nachvollziehbar. Wer sich ein bisschen mit der Wirtschaftspolitik und dem Geschäftsgebaren chinesischer Konzerne auseinandersetzt, dürfte schnell zu dem Schluss kommen, dass diese alles andere als „sozial“ agieren.
        Auch, dass sich mit neueren Apple Geräten zunehmend die Leistungsfähiglkeit im Vergleich zu Geräten von Huawei verschlechtert, trifft schlicht und einfach nicht zu.
        Ich kann ihre Aussage leider nicht nachvollziehen Herr Fugmann. Das ganze hat weniger mit Evangelium, Glauben oder Götzenanbetung zu tun, viel mehr mit einfacher Mathematik und ein bisschen gesundem Menschenverstand in Sachen Wirtschaftswissenschaften.
        Natürlich liegen auch die besten Investoren – und hier sei nicht nur Mr. Buffett erwähnt – ab und zu daneben. Jedoch ist die langfristige Bilanz nicht in Frage zu stellen und spricht deutlich für sich.
        An dieser Stelle sei auf die erste Seite der jährlichen Geschäftsbereichte von Berkshire verwiesen, welche die Renditen dem S&P 500 p.a. gegenübergestellt werden. Eine derartige Outperformance ist leider mit Glück nicht zu erklären.
        Bei allem Respekt, der gute Herr Homm wirkt in seinem Videobeitrag auf mich eher wie ein etwas zu sehr von sich eingenommener und dennoch verzweifelter Vertreter für Haushaltsreiniger.

        • Avatar

          leftutti

          4. Januar 2019 22:45 at 22:45

          @Tim, Auch, dass sich mit neueren Apple Geräten zunehmend die Leistungsfähiglkeit im Vergleich zu Geräten von Huawei verschlechtert, trifft schlicht und einfach nicht zu. Das ist korrekt, denn iPhones sind technisch schon lange im Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Weg in die Spielgeräte-Steinzeit.
          Der Verkaufspreis und die ätzende Firmenphilosophie hinsichtlich Service haben nun aber eine Grenze überschritten, die selbst den blindesten Fans die Augen öffnet. Wie seinerzeit bei Microsoft, als Apple noch der coole Underdog war, der was für seine Kunden tut.

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      tm

      4. Januar 2019 16:44 at 16:44

      Selbst wenn die Kurse in 10 Jahren deutlich höher stehen sollten als jetzt – woran ich stark zweifle – wäre es doch aber cleverer gewesen, erst jetzt einzusteigen.

      • Avatar

        tim

        4. Januar 2019 19:27 at 19:27

        @tm: Wenn man eine Glaskugel zur Verfügung hat, dann wäre rein mathematisch cleverer erst jetzt zu kaufen. Leider haben diese die wenigsten Menschen und wohin eine manisch-depressive Herde von Lemmingen rennt, weiß auch keiner.

  4. Avatar

    08/15 Anleger

    4. Januar 2019 20:05 at 20:05

    @Tim,wenn man die extremen Kurssteigerungen ohne irgendwelche fundamentalen Veränderungen sieht, braucht es keine Glaskugel ,NUR EIN NORMALES 08/15 Hirn und gesunden Menschenverstand u. man kann die Korrektur erahnen. Was wollen sie noch herumalbern, der Beweis ist doch da, keine Firma ist da ausgenommen.Nehmen Sie es zur Kenntnis u.lernen sie etwas daraus.
    Statt FMW zu kritisieren, sollten sie M. Fugmann gratulieren, er war In der Einschätzung der Apple Aktie
    sehr viel besser als der von Ihnen verehrte Börsengott.

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      tim

      4. Januar 2019 22:12 at 22:12

      Anscheinend unterhalten wir uns hier in völlig unterschiedlichen Welten bzw. haben ein anderes Verständnis oder Betrachtungsweise des Sachverhalts. Der Anlagehorizont und die Sichtweise vieler Anleger und Spekulaten reicht heutzutage bedauerlicherweise nur von der Tapete bis zur Wand. Die meisten Aktien werden im Laufe der Zeit erheblich schwanken. Dabei sind Kursrückgänge von 50% eher die Regel als die Ausnahme und besagt leider überhaupt nichts über die Klasse eines Unternehmens oder dessen langfristige Aussichten. Wer derartige Schwankungen nicht aushält bzw. einkalkuliert, sollte der Börse besser fern bleiben.
      Nimmt man einen Maßstab, welcher von der Tapete bis zur Wand reicht, dann gratuliere ich Herrn Fugmann herzlich gern für seine etwas bedauernswert beschränkte Sicht der Dinge!
      Ohne solche Spekulanten, wäre der überragende Erfolg einiger weniger auch nicht möglich! Wie gesagt, Berkshire Aktionäre werden in 10 Jahren mit einem breiten Grinsen wieder einmal all jene belächeln, die damals Apple Aktien verkauften und sich von kurzfristigen Zahlen in die Irre führen ließen.

  5. Avatar

    leftutti

    4. Januar 2019 23:34 at 23:34

    @Tim, und lange vor Fugi war da sogar noch @Michael, Gratulation!, der bereits im Spätsommer nach Erreichen der 1 Billionen-Marke den aufgeblasenen Wahnsinn kritisch ins Visier nahm und kurz darauf allen, die Ohren haben, um zu hören und Augen, um zu lesen und ein Gehirn, um zu denken, eine größere Short-Empfehlung nahegelegt hatte. Der im Dezember solide auf Gold als sicherem Hafen gesetzt hatte und kurz vor Weihnachten eine ebenso erfolgreiche Short-Empfehlung bei USDCAD gepostet hat.
    Was Ihren Kommentar betrifft, wenn ich schon wieder sie üblichen Textbausteine in Richtung Mainstreammedien und manisch-depressiver Herde von Lemmingen lese, weiß ich genau, wo Sie einzuordnen sind.
    Ich würde empfehlen, posten Sie ebenfalls erfolgreiche Handels-Empfehlungen statt inhaltsleerer Weisheiten.
    Ich jedenfalls möchte an dieser Stelle @Michael für seine Empfehlungen danken, ich kenne ihn nun seit ein paar Jahren und weiß, dass er nur wenige, aber wohl überlegte Trades auf dem Forex-Markt macht, und diese noch weniger und selten öffentlich empfiehlt. Aber wenn, dann knallen die richtig rein und sorgen sehr lange Zeit für gute Laune. @Columbo wird es zähneknirschend bestätigen können, wenn er ehrlich ist ;)

  6. Avatar

    tim

    17. Januar 2019 08:54 at 08:54

    • Avatar

      Sabine

      18. Januar 2019 14:29 at 14:29

      Naja, USA klagen Huawei wegen Spionage an.
      a) Erstens muß in China jeder der Regierung gehorchen. Eine Frau muß ihren Chef fragen, ob sie ein Kind bekommen darf. Und der Geheimdienst ist nochmal eine Nummer härter. Im Kommunismus ohne freie Presse dann noch dreimal. Das heißt aber nicht, daß „Huawei“ da Schuld ist. Vielleicht hat die Regierung einfach nur Spione eingeschleußt, die krumme Geschäfte machen. Man sagt das von Mikrosoft und CIA ja auch…
      b) Daß die USA auch anklagen, wenn gar nichts dran ist, sieht man an den Brutkastenlüge (die hat es sogar ins Wiki geschafft: https://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge), Masservernichtungswaffen des Irak, daS Dieseltheater, Toyota-Anklage und vieles mehr. Da geht es immer nur um Dollars.
      ZItat ntv: „Auch die angebliche Verbindung des irakischen Regierenden zu Al Kaida, die mit ihren Anschlägen vom 11.09.2001 den „Krieg gegen den Terror“ entfesselt hatte, ließ sich nicht nachweisen. Wenn man den Irak angreife, sagte Bushs damaliger Antiterror-Berater Richard Clarke, sei das, „als wenn wir in Mexiko einmarschiert wären, nachdem die Japaner Pearl Harbor angegriffen hatten“.
      https://www.n-tv.de/politik/Der-Irak-die-Luege-und-die-bitteren-Folgen-article20408584.html
      NTV nennt Bush sogar einen Lügner, d.h. er hätte genau gewußt und berechnet, als er die Unwahrheit sagte. Nicht witzig für die Weltpolizei.
      c) In meiner Umgebung (Firma, Pfarrjugend …) war noch bis vor 5 Jahren „I-Phone“ der Renner bzw. ein Muß. Das ist seit ca. 3 Jahren sogar ganz vorbei. Die Jugend hat Samsung oder Huawei, die in der Qualität sehr stark aufgeholt haben –> Mit den Investitionsmilliarden der USA und der ganzen Welt… (Die machen ja kaum Profit. Warum auch.)

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Aktien

BaFin: Mitarbeiter wegen mutmaßlichen Insiderhandels in Wirecard-Aktien angezeigt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die BaFin hat vor 20 Minuten eine Mitteilung veröffentlicht, wonach man einen Mitarbeiter angezeigt habe wegen mutmaßlichem Insider-Handel in Wirecard-Aktien im Juni 2020. Die Meldung können Sie gleich im Wortlaut lesen. Vorab eine Frage meinerseits: So eine Kontrolle oder auch Nachprüfung der Transaktionen der eigenen Mitarbeiter dauert länger als ein halbes Jahr? Was ist da bitte schön los im Hause BaFin? Schließlich war die Wirecard-Pleite und die zahlreichen Trades der eigenen Mitarbeiter ein mehr als besonderes Börsen-Ereignis. Hat man in Super-Zeitlupe geprüft? Hier die Meldung im Wortlaut:

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 27. Januar 2021 einen Mitarbeiter der Wertpapieraufsicht wegen des Verdachts des Insiderhandels bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart angezeigt. Der Beschäftigte hatte am 17. Juni 2020 strukturierte Produkte mit dem Basiswert Wirecard AG verkauft. Die Wirecard AG machte am 18. Juni 2020 öffentlich, dass über die Existenz von Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise zu erlangen waren. Die Finanzaufsicht hatte den Verdacht im Rahmen ihrer Sonderauswertung entdeckt. Sie hat den Beschäftigten sofort freigestellt und ein Disziplinarverfahren eröffnet.

Die BaFin hat die Compliance-Regeln für die privaten Wertpapiergeschäfte ihrer Mitarbeiter Mitte Oktober 2020 verschärft. Spekulative Finanzgeschäfte, also das kurzfristige Handeln, beispielsweise mit derivativen Finanzinstrumenten oder Aktien, sind seitdem nicht mehr möglich.

Die BaFin-Zentrale in Bonn
Haupteingang bei der BaFin in Bonn. Foto: © BaFin

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GameStop: Symptom für Entgleisung der Märkte – wie war das möglich?

Wie war ein Phänomen wie bei der Aktie von GameStop möglich? Eine Spurensuche nach den Ursachen eines erstaunlichen Exzesses!

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Anlegerwelt blickt bestürzt und fasziniert in die USA, auf die Kapriolen von Aktie wie GameStop – dazu auf Small Caps, auf exorbitante Call-Spekulation, auf Schieflagen von Leerverkäufern und Brokern. Ausgelöst nicht durch Big Money, sondern durch viele junge Anleger, die eine unregulierte Seite der Aktienmärkte ausnutzen. Eine Spurensuche nach den Ursachen, was Entwicklungen wie bei der Aktie von GameStop möglich gemacht hat..

Wie war GameStop möglich?

Die Notenbanken

Klar ist die Entwicklung an den Aktienmärkten zunächst einmal den Notenbanken geschuldet. Mit der Eliminierung der Anlageklasse Anleihen, der Verlängerung der Aktienhausse, weil mit sinkenden Zinsen Aktienbewertungen immer mehr relativiert wurden. Vor allem aber durch die besondere Situation einer Pandemie, in der alle Notenbanken an einem Strang ziehen, um eine wirtschaftliche Katastrophe zu verhindern.

Dabei ist doch Fed-Chef Jerome Powell noch einer der Vernünftigeren. Hatte er nicht 2018 viermal die Zinsen angehoben, um Exzesse zu unterbinden – und wie ist er für seinen Kommunikationsgau gemaßregelt worden, als er für 2019 von weiteren Zinsanhebungen und Bilanzreduzierung gesprochen hatte? Wurde er nicht von Donald Trump monatelang in der Öffentlichkeit vorgeführt, als „Dummkopf“ beschimpft, weil er partout nicht die Zinsen stärker senken wollte. Der Ex-Präsident hatte stets ins Felde geführt, dass Deutschland sich verschulden könne und dabei noch Geld verdienen würde. Kurzum: Die Marktteilnehmer haben die Ausnahmesituation an den Kapitalmärkten erkannt und den Aktienboom immer weiter befördert. Es gibt einen „Ocean of Liquidity“. Das ist die erste Voraussetzung für das Phänomen GameStop!

Die kostenlosen Neobroker

Eine sehr wesentliche Ursache für den verstärkten Boom an den Aktienmärkten, speziell durch neue Anlegergruppen, war der Preiskampf der Broker um die Kunden, der schließlich zur Abschaffung der Gebühren geführt hat. Es war die Meldung im Oktober 2019, die die Gebührenschmelze brachte: Charles Schwab hatte als Branchenführer angekündigt, in Zukunft auf Kommissionen für das Geschäft mit US-Aktien, börsengehandelten Fonds (ETFs) und Optionsscheinen zu verzichten. Es folgten weitere Broker wie TD Ameritrade und E-Trade und selbst Fidelity zog für seine 22 Millionen Konten nach. Eine Reaktion auf den Aufstieg von RobinHood, der Boden für das grenzenlose Zocken war bereitet. Wenn ich für kleine Trades keine Gebühren bezahlen muss, kann ich das x-mal am Tag wiederholen.

Einen weiteren Schub gab es für die Retail Investors durch die Möglichkeit, Bruchstücke von Aktien zu kaufen – also die Möglichkeit durch den Broker, Teile einer Amazon-Aktie zu handeln, weil ich keine 3000 Dollar für eine einzelne Aktie aufbringen kann. Dazu noch das Angebot der Depotbeleihung, um auf Kredit zu spekulieren. Ein brutaler Preiskrieg um jeden Kunden hat die Situation eskalieren lassen – die Entwicklung um GameStop ist die Folge solcher Entwicklungen!

Die Pandemie und der Teillockdown

Ich habe bereits am 7. Juli 2020 in einem Artikel geschrieben: Der Lockdown und die damit verbundene häusliche Quarantäne hat eine zweifelhafte Entwicklung losgetreten: Die pandemiebedingte Unterbrechung des US-Profisports und der Ausfall an Sportwetten hat viele Sportzocker zur Börse gebracht. Dazu jene, die früher mit Kryptowährungen gehandelt haben. Man spricht daher von einer „Gamification“ der Geldanlage. Die Börse wurde als Ersatz für Fußball-Wetten oder das Glücksspiel in den geschlossenen Casino ansehen. Das beste Beispiel dafür ist der aus der Sportwettenbranche kommende David Portnoy, der „Anführer“ der RobinHooder. Nun ruft auch er zum „Sturm auf das Kapital“ auf – GameStop sei nur der Auftakt gewesen, so Portnoy.

Ein Teil dieser Entwicklung war auch der staatlichen Unterstützung in der Pandemie geschuldet. Die vielen Schecks, die eigentlich für die Versorgung während der Arbeitslosigkeit gedacht war, wurden von nicht wenigen teilweise zum Zocken genutzt. Unterstützungen von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden, aber der Gesamtbetrag konnte bis über 4000 Dollar pro Monat ausmachen und damit höher, als es mancher mit seiner reellen Arbeit bringen konnte. Zuletzt waren es die 600 Dollar Schecks, die im Februar noch auf 2000 Dollar aufgestockt werden sollen. Es ist dieses Helikoptergeld, das in Aktien oder Optionen von GameStop fließt.

Die Plattform der sozialen Medien

Wer hätte das gedacht? Dass soziale Medien einmal genutzt werden, um die Großen an der Wall Street zu attackieren.

Wallstreetbets ist so ein Subreddit, auf dem sich Marktteilnehmer austauschen und sich auch zu gemeinsamen Wetten am Kapitalmarkt organisieren. Es laufen auch viele Fehlinformationen, wie eine mehr oder weniger koordinierte Aktion von Trollen auf der Social-Media-Plattform Reddit, die durch ihre Spekulation den direkten Angriff auf die Hedgefonds der Wall Street zum Ziel haben. GameStop war vermutlich erst der Anfang!

Das ist auch ein großer Unterschied zur Dotcom-Blase im Jahr 1999/2000: Die Verfügbarkeit von Informationen und die Vernetzung auf Millionen Geräten, wo sich blitzschnell ein Finanzmob organisieren lässt. Das Smartphone mit all seinen Möglichkeiten war damals noch nicht auf dem Markt. Wenn die Geschichte mit GameStop erledigt ist, kommen dann weitere Angriffe auf Aktien, die sehr „leerverkauft“ sind? Diese Frage hat sich nach den letzten Short Squeezes schon erübrigt. Auch wenn mit einer Firma richtig etwas faul ist und man den Kurs trotzdem nach oben treiben kann. Hatten wir denn in Deutschland nicht eine Firma, die im Visier der Leerverkäufer war und zunächst von der BaFin noch geschützt wurde (Wirecard)?

Die De-Regulierung

Ganz im Gegensatz zur Obama-Regierung, der nach der Finanzkrise eine Reform zur Regulierung der Finanzmärkte veranlasst hatte, wurden die Regularien in der Trump-Ära schrittweise wieder gelockert. Trump sprach ständig von vier Prozent Wachstum, dafür wurden die Steuern radikal gesenkt, Auslandskapital repatriiert, Aktienrückkäufe in großem Maße toleriert und alles gefördert, faktisch und verbal, was die Aktienmärkte befeuerte. So wurde der Boden bereitet für eine Aktienrally, an deren Ende immer Gier einzieht, jeder versucht an der wundersamen Geldvermehrung zu partizipieren, eine Phase für die es viele Namen gibt: Hausfrauenrally, Milchmädchenhausse und weitere.

Ein Thema an den Märkten ist beim Short Selling auch der nackte Leerverkauf, der dazu führen kann, dass die Short Quote auch über 100 Prozent der frei verfügbaren Aktien hinausgehen kann – so wie bei GameStop. Man hatte diese gefährliche Variante der Kurssicherung/Spekulation im Zuge der Finanzkrise zwar verboten, aber nie richtig überwacht, wie es sich in den jetzigen Fällen als Falle erweist.

Fazit

Es ist zweifelsohne ein ganzes Bündel von Ursachen, die zu dieser Spekulationsorgie geführt haben. Auch wenn die Notenbanken mit ihrer Marginalisierung der Zinslandschaft erst die Grundlage für eine lange Börsenphase steigender Notierungen gesorgt haben, wurde die Situation erst dadurch möglich, dass Broker und Marktteilnehmer das Laissez-Faire der Behörden ausgenutzt haben, um Geld zu scheffeln.

Wie kann es sein, dass sich Tausende von Kleinanlegern in Foren verabreden können, um Attacken an den Märkten durch Zocks mit Aktien wie GameStop zu organisieren? Man stelle sich vor JP Morgan, Bank of America und Goldman Sachs würden sich zu konzertierten Aktionen und zu einem bestimmten Zeitpunkt verabreden. Mit ihrer Finanzkraft könnte die Giganten reihenweise Aktien mit niedrigen Nominalwerten zu Pennystocks machen, was extreme Folgen zeitigen würde: Auschluss bei Kapitalsammelstellen, die nicht in Pennystocks investieren dürfen, Abstufungen im Kredit-Rating, kein Zugang zum Kapitalmarkt, Entlassungen, Pleite. Verbotene Marktmanipulationen stehen stark unter Strafe.

Ist es bei Privaten „uncharted territory“? Nicht mehr lange, denn das dürfte Schule machen, sich die Volumen erhöhen und auch im Ausland probiert werden. Auch wenn sich zunächst einige darüber freuen, wenn es der Hedgefonds-Branche etwas ans Leder geht, sie mit gleichen Waffen geschlagen werden. Aber es ist organisiertes Frontrunning, Pump&Dump – und damit Marktmanipulation. Ein Fall für die Regulierungsbehörden, für die SEC. Diese hat mit Gary Gensler einen neuen Chef, anscheinend ein „harter Hund“. It’s your job, Mister Gensler!

Wie war ein Phänomen wie bei der Aktie von GameStop möglich?

By BentleyMall – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25399096

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Aktien

Aktienmärkte: Alle Gewinne futsch – heute neuer Short-Squeeze? Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Gewinne der amerikanischen Aktienmärkte (S&P 500, Dow Jones) seit Jahresbeginn sind durch den gestrigen Abverkauf futsch! Auslöser des Abverkaufs der amerikanischen Indizes wiederum war ein durch die Bubble-Boomer ausgelöster Short-Squeeze, der Hedgefunds zum Verkauf bestehender Long-Positionen zwang. Es ist schon paradox: durch einen Short-Squeeze kommen Long-Positionen und damit die Aktienmärtke insgesamt unter Druck – und für heute haben die Buuble-Boomer die nächste Attacke auf die Hedgefunds angekündigt! Kommt heute eine Erholung, weil die Zahlen vor allem von Apple doch eigentlich gut waren? Kurzfristig sind die Märkte überverkauft – aber es dürfte ziemlich volatil zugehen. Der Fokus wieder auf Aktien wie Gamestop, Nokia und anderen „Kursraketen“..

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