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Uploadfilter: Warum Google und Facebook die großen Gewinner im neuen EU-Internet sein werden

Claudio Kummerfeld

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Wenn die EU-Parlamentarier in drei Wochen Artikel 13 des neuen EU-Urheberrechts durchwinken sollten, werden Uploadfilter wohl unvermeidlich sein. Denn nur so können Social Media-Kanäle, aber auch Bilderportale, ganz normale Diskussionsforen oder auch Webseiten mit integrierter Forum-Funktion verhindern, dass urheberrechtlich geschütztes Material hochgeladen wird.

Eigentlich müsste man doch, wenn man der Logik des Gesetzes-Initiators Axel Voss von der CDU folgt, denken: Hey, die EU erlaubt zukünftig nicht mehr, dass YouTube, Facebook, Instagram und Co in gigantischem Umfang von illegal hochgeladenen Inhalten profitieren. Denn je mehr Inhalte auf den Portalen zu sehen sind, desto mehr Werbung kann ausgestrahlt werden. Beschränkt man die Uploads, verlieren diese Seiten Umsätze – so lautet das einfache Kalkül. Sie müssen draufzahlen in Form von Strafen und Lizenzen.

Uploadfilter und Lizenzen

Da wäre der erste Punkt. Durch Artikel 13 sollen vor allem die großen Portalbetreiber gezwungen werden mit den Rechteinhabern (also den Urhebern von Musik, Texten, Bildern etc) Lizenzvereinbarungen abzuschließen, damit sie angemessen an den Umsätzen der Portale vergütet werden. In der Praxis wird das darauf hinauslaufen, dass vor allem große Verlage, Musiklabels und Filmstudios wohl Rahmenverträge abschließen, und dann kräftig mit verdienen. Dann können deren Inhalte legal auf YouTube und Co hochgeladen werden, und Nutzer haben dort ein wohl noch besseres Zuschauer-Erlebnis.

Aber kleine Webseiten und Foren haben finanziell, technisch und auch bürokratisch nicht die Möglichkeit mit hunderten oder tausenden von Verlagen und Filmstudios Verträge zu verhandeln, Gelder abzuführen etc. Ein riesiger Aufwand ist dafür nötig. Diesen Aufwand können nur die ganz großen Anbieter leisten. Und da gibt es im europäischen Markt auf der Plattform-Seite nur zwei Anbieter, die das leisten können. Nämlich Google (YouTube) und Facebook. Sie haben die Manpower, Technik und Finanzkraft für das Schaffen einer umfassenden Lizenz-Infrastruktur, damit zukünftig legal Verlagsinhalte hochgeladen werden können.

Kleine Plattformen können sich das nicht leisten

Kleine Foren-Betreiber können das logistisch vom Aufwand her gar nicht leisten. Und jetzt wird es noch viel interessanter. Der Uploadfilter ist von der Programmierung her ein Projekt, welches zwei oder wohl eher dreistellige Millionensummen verschlingen wird. Schon beim bereits existierenden Vorläufer-Modul „Content ID-System“ von YouTube sieht man, dass groben Schätzungen zufolge durch YouTube gut 100 Millionen Dollar in diese Filtersoftware investiert wurden. Und das war nur ein Vorläufer-System, das bereits Inhalte scannen kann.

Wie also soll eine kleine Webseite mit einem gut besuchten Forum, die länger als drei Jahre am Markt ist und damit unter die Regularien von Artikel 13 fällt, solche Kosten für einen eigenen Uploadfilter stemmen? Das ist unmöglich. Eine Illusion! Sie hat nun zwei Möglichkeiten. Entweder sie stellt ihr Angebot ein, und die Webseite verschwindet. Oder sie schließt eine Art Subunternehmervertrag oder Mietvertrag mit beispielsweise Google, so dass sie dessen Uploadfilter mitnutzen darf.

Dann wird es eine Schnittstelle geben. Nutzer dieses kleinen Forums, die zum Beispiel ein Bild hochladen wollen, laden das Bild auf dem Forum hoch. Im Hintergrund läuft dieses Bild durch den Uploadfilter von Google. Je nachdem wie viel Content des Forums durch den Google-Uploadfilter geprüft wird, zahlt das Forum viel oder wenig Mietgebühr an Google. So könnte es wohl zukünftig laufen. Die Folgen: Erstens würden Google und wohl auch Facebook durch solche Mieteinnahmen enorm viele Zusatzeinnahmen erzielen. Und zweitens hätten sie damit auch Zugriff auf zusätzliche Daten von unzähligen Portalen, die über sie ihre Filter-Prüfungen laufen lassen.

Uploadfilter und die Folgen

Einige kleine Webseiten werden wohl ganz aufgeben (sehr anschaulich hier dargestellt). Andere werden sich wie vorhin beschrieben unter einen der großen Uploadfilter von Google oder Facebook begeben, um überleben zu können und rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Ob dann nach Abzug dieser Mehrkosten kleine Portale überhaupt noch rentabel arbeiten können, ist auch noch eine interessante Frage. Auf jeden Fall wird die Konzentration hin zu großen Plattformen zunehmen. Sie werden wohl noch einflussreicher, weil der Daten-Upload sich noch mehr bei ihnen fokussiert. Und die Nutzer, die surfen dort, wo sie Daten finden (Musik, Fotos), also bei Instagram, Facebook, YouTube und Co.

Genau so war Artikel 13 eigentlich nicht gedacht. Man wollte ja explizit die großen „bösen mächtigen US-Konzerne“ abschröpfen, wie Axel Voss es immer wieder sinngemäß sagte. Die hätten jahrelang profitiert von illegal hochgeladenen Inhalten, und nun sollten sie endlich auch mal Geld abdrücken an die Rechteinhaber. Dass Herr Voss mit seinem Gesetz alles nur noch schlimmer macht, merkt er vielleicht erst in zwei, drei Jahren, wenn Artikel 13 in nationales Recht umgesetzt wurde, und wenn die Realität ihm zeigt, wie das Gesetz wirklich wirkt.

YouTube Google - großer Gewinner bei Uploadfilter-Einführung
Foto: Gaurav Shakya CC BY-SA 4.0

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Weniger Konsum: So deutlich ändert sich das Verhalten bei Gering- und Normalverdienern

Claudio Kummerfeld

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Brieftasche wird zusammengepresst

Grundsätzlich ist es kein Geheimnis. Durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängste geht der Konsum bei vielen Menschen in der Coronakrise deutlich zurück. Und je weniger Konsum, desto schlechter geht es den Betrieben, die Konsumprodukte zur Verfügung stellen. Schaut man dieser Tage auf zahlreiche Aussagen von Politik und Ökonomen, dann läuft die Konjunkturerholung derzeit auf Hochtouren, und wir haben die Lücke zur Vor-Corona-Zeit fast schon wieder geschlossen. Aber wer sich die Innenstädte, Restaurants, Einzelhandel, Reisebüros, Fluggesellschaften uvm anschaut, kann an so eine glatte, wunderschöne Erholung nicht so recht glauben. Ganz abgesehen von dem Heer der Solo-Selbständigen, die quasi unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in ein Desaster schlittern, und direkt bei Hartz4 landen, ohne Sonderhilfen.

Der Anbieter Creditreform (Deutschlands führender Anbieter von Wirtschaftsinformationen und Lösungen zum Forderungsmanagement) hat heute eine repräsentative Umfrage veröffentlicht, die sich vor allem dem Konsum der Gering- und Normalverdiener in der Coronakrise widmet. Ende August mussten demnach hochgerechnet rund 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland auf einen Teil ihres Haushaltseinkommens verzichten. Auffällig sei, dass es besonders die Gering- und Normalverdiener betreffe, die ein dünneres Finanzpolster hätten als Gutverdiener. So fehlten laut der Umfrage rund drei Viertel der Befragten bis zu 30 Prozent ihres regulären Einkommens.

Verhalten beim Konsum geändert

So haben die Menschen lauf Creditreform ihr Verhalten beim Konsum bereits geändert. So gaben 55 Prozent der Befragten Ende August an, krisenbedingt weniger Geld für den Konsum und die Lebenshaltung auszugeben. Das entspricht rund 22,7 Millionen Haushalten. Fast jeder Dritte sei sich unsicher, ob das Geld in den kommenden zwölf Monaten reicht, um alle finanziellen Verpflichtungen wie Miete und Nebenkosten, Kredite oder Versicherungsbeiträge bezahlen zu können. Gut jeder Zehnte gab sogar an, die Ratenzahlungen für Konsum-, Immobilien- oder Kfz-Kredite gestundet zu haben.

In Notzeiten schauen die Menschen laut aktueller Aussage von Creditreform strenger auf ihr Geld und verzichten eher auf unnötigen Konsum. Die Menschen würden den Rotstift demnach zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Bei Medikamenten, der Altersvorsorge oder ihren Haustieren seien sie hingegen kaum zu Abstrichen bereit. Diese Ausgabenvorsicht helfe derzeit noch, die finanzielle Situation der Haushalte zu stabilisieren. Aber sollten die Menschen langfristig auf Teile ihres Einkommens verzichten müssen, rechne man mit einem starken Anstieg der überschuldeten Verbraucher. Besonders brisant würden die kommenden Wochen, da die von der Bundesregierung beschlossene Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen im Oktober wieder aufgehoben sei. Die Folge wären nicht nur steigende Insolvenzzahlen bei den Unternehmen, sondern auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit, so Creditreform.

Grafik zeigt Gründe für sinkende Einkommen

Grafik zeigt wo Verbraucher beim Konsum sparen

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Gewerbeumsatz im August rückläufig – warum es tatsächlich aber ein Anstieg ist

Claudio Kummerfeld

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Sprühender Funken bei Industrieproduktion

Den Gewerbeumsatz prognostizieren die Statistiker vom Statistischen Bundesamt aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen. Daher können sie heute für den Monat August vorläufig sagen, dass der Umsatz in der gewerblichen Wirtschaft (gemeint sind die Bereiche Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen) im Vergleich zu Juli um 1,3 Prozent gesunken ist. Der Wert für August liegt vor Revision um 4,7 Prozent niedriger als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Diesen Abwärtshaken beim Aufschwung erkennt man auch im Chart am Ende des Artikels, der den Indexverlauf seit Anfang 2015 anzeigt.

Dieser aktuelle Rückgang kann aber täuschen. Man achte zum Beispiel auf die aktuellen Worte von Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank. Die deutschen Unternehmen hätten zwar im August 1,3% weniger umgesetzt als im Juli gemacht. Aber der ohnehin starke Juli-Umsatz sei nach oben revidiert worden. Juli und August zusammen liegen jetzt 9,2 Prozent über dem 2. Quartal, und beim BIP zeichne sich ein starkes Plus von 9 Prozent ab, so seine Worte.

Und siehe da, schauen wir uns doch mal den Juli-Indexwert in der heute veröffentlichten Grafik der staatlichen Statistiker an. Er liegt bei 128,0 Indexpunkten. Schaut man auf die Original-Veröffentlichung der Statistiker für Juli vom 27. August, dann sieht man hier einen Juli-Indexwert von nur 125,9. Also, in der Tat. Der Juli-Wert wurde heute von 125,9 auf 128 kräftig nach oben revidiert. Von daher ist der heutige Rückfall auf 126,3 im August immer noch höher als in der Erst-Veröffentlichung für Juli aus dem Vormonat. Geht man also nach den jeweiligen Erstschätzungen, dann klettert der Gewerbeumsatz von Juli auf August weiter an.

Rückläufig ist der heutige August-Wert nur, weil man einen aktuellen Schätzwert in Relation zu einer revidierten Zahl setzt. Sinn macht es aber nur, wenn man entweder zwei Schätzwerte oder zwei revidierte Werte miteinander vergleicht. Man darf vermuten, dass der August-Wert, welcher Ende Oktober veröffentlicht wird, nach oben revidiert wird. Denn die Statistiker erwähnen heute auch, dass sich die Werte aufgrund von Nachmeldungen durch Revision noch erhöhen können. Der Anstieg im Gewerbeumsatz in Deutschland geht also vermutlich weiter, ohne unterbrechenden Abwärtshaken.

Chart zeigt Verlauf im Gewerbeumsatz seit 2015

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Meine Absage an Panikmache und Alarmismus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Zentralbanken fluten derzeit wieder den Markt mit frischem Geld. Zunächst senkte die US-Fed den Leitzins im März praktisch auf Null (0-0,25 %). Die US-Regierung erprobte daneben gleich einmal eine Art Helicopter-Geld und unterstützte Arbeitslose mit 600 USD pro Monat.

Dann feuerte die EZB in den Markt und stockte im Rahmen des sog. PEPP-Programms (Pandemic Emergency Purchase Programme) die turnusmäßigen Anleihenkäufe um 600 Milliarden Euro auf. Derweil wurde die PEPP-Maßnahme nochmals erweitert. Nunmehr lassen die Währungshüter um Christine Lagarde bis Juni 2021 insgesamt 1,35 Billionen Euro rollen, um die angeschlagene Konjunktur zu stabilisieren.

Nie zuvor haben Notenbanken und nationale Regierungen derartige Summen mobilisiert in solch kurzer Zeit in den Markt gegeben. Im Vergleich dazu mutet die Geldpolitik der vergangenen Jahre geradezu konservativ und zurückhaltend an.

Vor diesem Hintergrund mehren sich die Stimmen, die nicht nur steigende Inflation prognostizieren, sondern zumindest für den Euro wieder die Existenzfrage aufwerfen. Die Sorgen vieler Marktteilnehmer spiegeln sich eindrücklich unter anderem in steigenden Preisen für Gold und Silber. In dieser Situation sucht man Substanz, und einer Papierwährung trauen diese Substanz üblicherweise nicht zu. Nichts als bedrucktes Papier, so der verbreitete Tenor.

Aber schauen wir uns die Fakten an. Ist es im digitalen Zeitalter überhaupt noch zulässig von einer Papierwährung zu sprechen? Tatsächlich laufen gegenwärtig in der Euro-Zone Geldscheine und Münzen im Wert von rund 1,4 Billionen Euro um. Das entspricht also grob der Bewertung der Apple-Aktie vor vier Wochen. Heute hat Papiergeld streng genommen kaum noch eine wirtschaftliche Funktion außerhalb des Dienstleistungssektors bzw. des Einzelhandels. Papiergeld brauchen wir um Semmeln beim Bäcker zu holen und um ein Eis auf die Hand beim Stadtbummel zu kaufen.

Alle modernen Währungen sind heute elektronisch. Die wahren Geldmassen lagern heutzutage auf Konten, in Depots oder sind in Immobilien gebunden. So wiegt etwa der private Immobilienmarkt allein in Deutschland rund 5 Billionen Euro. Der DAX, also nur die 30 größten Unternehmen hierzulande, wiegen derzeit rund 1 Billion Euro. Noch ein Beispiel: Der französische Leitindex CAC 40 ist noch schwerer. Seine Unternehmen sind gegenwärtig rund 1,5 Billionen Euro schwer.

Möglicherweise sind diese Marktwerte aufgebläht. Diese Aussage ist zulässig. Die Aussage, dass eine moderne Währung ungedeckt von Sachwerten wäre, hingegen ist Humbug. Ich halte ganz generell die Sorgen um den Kollaps des Euro bzw. einer anderen westlichen Währung für übertrieben. Die Sorge, dass eine…..

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