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US-Arbeitsmarktdaten in der Detailbetrachtung: So bastelt man sich Vollbeschäftigung…

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Wir werfen an dieser Stelle einen Blick auf die US-Arbeitsmarktdaten und gehen anhand er aktuellsten vorhandenen Daten auf die Spurensuche nach den Gründen für das Jobwunder in den USA. So bastelt man sich Vollbeschäftigung – da könnten sich Länder wie Spanien was abgucken, wenn es um das Thema Optik geht. Also man schaue zu und lerne…

US-Arbeitsmarktdaten USA Obama
Auch unter US-Präsident Barack Obama hat sich die US-Verwaltung nicht ehrlich gemacht. Dabei sollte doch unter seiner Führung alles besser werden!? Aber wie bei seinen Vorgängern auch: Optisch keine Arbeitslosigkeit vorhanden = alles gut. Foto: Official White House Photo by Pete Souza / Gemeinfrei

Zu aller erst: Deutschland braucht man sich nicht auf ein höheres Podest zu stellen, was statistische Zahlen angeht. Wir haben auch schon mehrmals auf haarsträubende Tricks und Argumente hingewiesen, mit denen deutsche Behörden Zahlen schönrechnen (hier ein drastisches Beispiel). Aber nun zurück in die USA. Dort herrscht wie allgemein bekannt Vollbeschäftigung mit einer Arbeitslosenquote von aktuell 4,9%. Bei so einem Niveau sprechen Volkswirte im Großen und Ganzen von Vollbeschäftigung, da man unter Volkswirten annimmt, dass es einen bestimmten Anteil Arbeitsloser gibt, der nicht vermittelbar ist (stimmt das denn wirklich?).

Arbeitslosenquote

In atemberaubender Geschwindigkeit haben die USA ihre offizielle Arbeitslosigkeit auf zuletzt 4,9% runtergedrückt. Einfach toll, so verkündete es auch Barack Obama immer wieder. Warum nur rennen die Wähler dann Trump & Sanders hinterher, kann man fragen? Bei Vollbeschäftigung und glücklichen Amerikanern Land auf Land ab dürfte das doch gar nicht möglich sein? Was sagt denn die US-Statistikbehörde für Arbeitsmarktangelegenheiten BLS zur Arbeitslosenquote? Zitat:

„Does the official unemployment rate exclude people who want a job but are not currently looking for work? Yes; however, there are separate estimates of persons outside the labor force who want a job, including those who are not currently looking because they believe no jobs are available (discouraged workers). In addition, alternative measures of Labor underutilization (some of which include discouraged workers and other groups not officially counted as unemployed) are published each month.“

Also: Wer nachliest, sieht ganz offiziell beschrieben, dass viele Arbeitslose, die eigentlich gerne arbeiten würden, nicht in der Statistik mitgezählt werden! Und noch wichtiger ist: Die Arbeitslosenquote in Deutschland wird ermittelt, in dem einfach gezählt wird wie viele Menschen bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos gemeldet sind. In den USA werden Telefonumfragen veranstaltet. Bietet das Raum für Interpretationsspielraum? Beantworten Sie sich diese Frage bitte selbst! Wo die tatsächliche Arbeitslosenquote in den USA genau liegt, weiß nur der liebe Gott. Menschen ohne Anspruch auf Leistungen melden sich erst gar nicht arbeitslos, viele andere die gerne arbeiten würden, werden gar nicht erst mit gezählt. So kommt man schnell auf 4,9% Arbeitslosigkeit. Bei so einer Vollbeschäftigung müssten die Löhne eigentlich explodieren auf jährlich 4, 5 oder noch mehr Prozent Wachstum. Aber dazu gleich noch mehr.

Arbeitslosenquote
Die US-Arbeitslosenquote seit 2006. Juhuuu, Vollbeschäftigung!

Participation Rate

Die Participation Rate, also die Anzahl der US-Bürger ab 16 Jahre, die arbeiten oder „aktiv nach Arbeit suchen“, sinkt kontinuierlich. Wie der Chart gut zeigt, lag der Anteil bis zur Finanzkrise 2008 über 66% – von da an ging es kontinuierlich bergab auf jetzt unter 63%. Im zweiten Chart sieht man die Entwicklung seit 1950. Hier sieht man gut, dass man mit dieser Quote auf dem Stand der 70er-Jahre angekommen ist. Aber warum ist diese Zahl so wichtig? Es ist nicht exakt vergleichbar, aber ganz grob gesehen schon mit dem was auch in Deutschland in kleinerem Rahmen gemacht wird. Bei uns werden ja z.B. Arbeitslose im Alter von 58-65 Jahren in der Statistik einfach nicht mehr als arbeitslos gezählt, weil man davon ausgeht, dass ihr Vermittlungschancen gering sind – ja so ist das bei uns. In den USA streicht man Arbeitslose einfach aus der Statistik (übergeordnete Kennzahl ist die Participation Rate), wenn man der Meinung ist sie suchen nicht aktiv nach Arbeit, oder wenn diese selbst angeben sie würden zwar gerne arbeiten, aber aktuell nicht suchen, da sie glauben wenig Aussicht auf eine Arbeitsstelle zu haben. Wer in dieser Participation Rate schon nicht erfasst wird, kann auch gar nicht als Arbeitsloser mitgezählt werden. Die Participation Rate sinkt auf Sicht der letzten Jahre kontinuierlich, aber auch auf lange Sicht ist es ein eindeutiger Trend. Der Faktor zunehmender Verrentung wird in den USA aber durch konstante Zuwanderung gut ausgeglichen.

US-Arbeitsmarktdaten Participation Rate

US-Arbeitsmarktdaten Participation Rate Langzeitbetrachtung

Löhne

Das Lohnwachstum ist in den USA mit die entscheidende Kenngröße, ob Inflation entsteht. Höhere Löhne bedeuten nach Lesart der Fed mehr Geld in der Tasche der Konsumenten = mehr Konsum = Preiswachstum. Ob diese Weisheit so stimmt, sei dahingestellt. Wie wir gestern schon aufzeigten, gilt diese Weisheit für Deutschland schon mal nicht mehr! Die durchschnittlichen Stundenlöhne sind 2015 im Vergleich zu 2014 um 2,2% gewachsen. Angeblich soll damit laut diverser US-Ökonomen und Fed-Mitglieder die Basis geschaffen sein für eine Zinsanhebung. Aber der Langfristtrend in diesem Chart (seit den 1960ern) zeigt, dass das Lohnwachstum kontinuierlich sinkt und sich der Null-Linie nähert. Und trotz 2,2% Plus in 2015 zeigen die aktuellen Monatstrends ein Null-Wachstum bei den Löhnen in den USA. Deswegen jubelten zuletzt auch einige Bankanalysten: Arbeiter ohne Lohnzuwachs, da bräuchte die Fed doch eigentlich keine Zinsen anheben in 2016.

Lohnwachstum USA
Das Lohnwachstum in den USA im Langfristtrend. Grafik: Chicago Fed

Löhne Monat
Das Lohnwachstum auf Monatsbasis. Bitte ganz ganz rechts den dünnen roten Strich beachten, der aktuell auf 0 runtergefallen ist.

Gastronomie
Neu geschaffen werden in den USA vor allem oder fast nur Stellen in der Gastronomie, wie diese Daten zeigen. Spötter in den USA begleiten die monatlichen Jubelzahlen (statt 5 auf einmal 4,9% Arbeitslosenquote usw) mit den Worten „Jaaa, noch mehr Kellner und Barkeeper“. Nichts gegen diese Berufsgruppen, aber Fakt ist: Nach der 2000er-Krise und vor allem nach der 2008er-Krise gab es in den USA zwei große Schübe, bei denen hochwertige gut bezahlte Arbeitsplätze in der Industrie verloren gingen. Neu geschaffen wurden danach eher schlecht bezahlte Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor. Ähnlich versucht gerade auch die KP in Peking für Millionen von Chinesen möglichst schnell neue Arbeitsplätze zu schaffen, die gerade in der Industrie verloren gehen.



Daten: US Bureau of Labor Statistics

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Trigo

    16. März 2016 15:15 at 15:15

    • Avatar

      tm

      16. März 2016 16:59 at 16:59

      Weshalb vertrauen Sie Shadowstat? Eien itnransparente, kommerzielle Seite… Dort wird z.B. auch behauptet, die Inflation sei nach alter Methodik viel, viel höher. Kann man leicht selbst überprüfen und stellt dann fest, dass das schlicht nicht stimmt, auch bei Verwendung des Warenkrobs der 1990er Jahre etwa wäre die Inflation ziemlich genauso hoch wie sie offiziell ausgewiesen wird.

      • Avatar

        Pierre

        16. März 2016 20:24 at 20:24

        Soll das ein Scherz sein? Sie glauben den „ehrlichen“ Statistiken der Regierung? Das tun ja nicht mal die Lügenpresse (LP), oder die Regierung selbst. Wow, was es alles gibt!

        Da sagen sogar „Welt“, „Süddeutsche“, „Fokus“, „SWR“, also aus der Mitte der Medienplayer-LP, genau das, dem sie widersprechen! Fehlt nur der Speigel.
        https://www.google.de/search?q=regierung+mit%C3%9Ftraut+statistiken&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=4qjpVo22CqHL6ATr3pDgDw#q=regierung+t%C3%A4uscht+statistiken
        Das derzeit deutlichste Beispiel: Flüchtlingskrise wird in den Medien schöngeredet. Zahlen gibt es keine, man habe ja nicht alle registieren können. Aber emotionales Pressing. Im Interview erklärte die WDR-Mitarbeiterin Claudia Zimmermann „Wir sind natürlich angewiesen, pro Regierung zu berichten“. Sie widerrief natürlich später!!! In einem „Panorama“-Beitrag zum Thema Flüchtlinge wurden ausschließlich Kinder und Familien gezeigt, obwohl 70% junge Männer sind. Andere schaffen diese Reise meist nicht. Syrien-BRD = 3.700km, Afghanistan, Pakistan ca.6.000km. Iran 5.500km. Ohne Autobahn und Mercedes!

  2. Avatar

    tm

    16. März 2016 16:57 at 16:57

    DIe allgemeine Participation Rate umfasst alle arbeitsfähigen Personen ab 16, also auch alle Rentner. Steigt die Zahl der Rentner, sinkt somit die Participation Rate. Sinnvoller ist daher die Verwendung der Menschen im Erwerbsalter zu verwenden:
    https://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=3HLE

    81,2% in Arbeit…sieht jetzt nicht so schlecht aus, immerhin befinden sich in der Gruppe z.b. auch Hausfrauen.

    Das nominale Lohnwachstum in Zeiten niedriger mit dem in hoher Inflation zu vergleichen, macht auch eher wenig Sinn. Die realen Einkommen steigen durchaus gut:
    https://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=3OfK

    Das kann man auch an den Einzelhandelsumsätzen sehen:
    https://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=3OfP

    Und das bei sinkender privater Verschuldung:
    https://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=3g0L

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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