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US-Börsen: Die Erholungsrally steht auf wackeligen Beinen

US-Börsen: Die Erholungsrally steht auf wackeligen Beinen

Was für eine Rally an den US-Börsen. Der Fed-Chef Powell beruhigt die Aktienmärkte und löst dadurch eine dynamische Erholungsrally aus. Obwohl Jerome Powell die höchste Zinserhöhung seit dem Jahr 2000 verkündet hat, nutzen die Aktienmärkte den Zinssprung zum Anlass ein Kursfeuerwerk zu zünden. Der Dow Jones legte um 2,81 Prozent zu, was ungefähr 1.000 Punkte entspricht. Der S&P500 schaffte indessen einen Sprung von 2,99 Prozent (+124 Punkte). Auf dem ersten Platz landete allerdings der Nasdaq mit einem Plus von 3,41 Prozent (445 Punkte).

Die beste Performance lieferte aber jemand anderes ab – nämlich Jerome Powell. Der Fed-Chef sorgte mit seinen Äußerungen dafür, dass die Zinssorgen in den Hintergrund geraten sind. Zum einen betonte er, dass die Fed nicht über zukünftige Zinsschritte von 75 Basispunkten diskutiere. Laut dem FedWatch-Tool hatten die Märkte jedoch mit einer derart hohen Zinsanhebung bei den kommenden Sitzungen gerechnet. Zudem hat der Notenbank-Chef auch verbal den Fuß vom Gaspedal genommen. Damit sendete Jerome Powell das Signal, das Tempo bei der Zinswende nicht weiter anzuziehen. Die schlimmsten Befürchtungen sind also nicht eingetreten. Da die Märkte im Vorfeld extrem negativ gestimmt und auch diverse technische Indikatoren am Anschlag waren, hat der Fed-Impuls ausgereicht, um eine Rally an den US-Börsen anzufachen.

US-Börsen: Eine Gegenbewegung ist noch keine Trendwende

Nachdem es an den US-Börsen wochenlang nur abwärts gegangen war, hat es die Marktteilnehmer förmlich nach einer Rally gedürstet. Die Indizes waren auf Tagesbasis überverkauft, das Sentiment auf historischen Tiefstständen und das Gros der Investoren hatte auf fallende Kurse gewettet. Wenn alle auf einer Seite des Bootes sitzen, dann kommt es zwangsläufig zu einer Gegenreaktion. Durch einen Short-Squeeze wurde die gestrige Rally schließlich weiter befeuert. Die Wahrscheinlichkeit, dass es jetzt zu einer Trendumkehr kommt und wir bald wieder neue Allzeithochs sehen, ist aber äußerst gering. Das aktuelle makroökonomische Marktumfeld mit den zahlreichen Belastungsfaktoren bleibt schwierig. Zins- und Konjunktursorgen werden die Märkte weiterhin beschäftigen und unter Druck bringen.

Anleger an den US-Börsen sollten sich eher darauf einstellen, dass die kommenden Monate schwierig bleiben und der laufende Abwärtstrend fortgesetzt werden kann. Der nächste Ärger droht bereits am kommenden Montag, wenn Kreml-Chef Putin am „Tag des Sieges“ eine Rede hält. Verkündet er die Generalmobilmachung, dann könnte das die US-Börsen wieder zurückwerfen. Es bleibt also Vorsicht geboten mit der aktuellen Erholungsrally.

Dow Jones: Erholungsrally bis an den Widerstand

Die gestrige Rally an den US-Börsen war beeindruckend. Der Dow Jones sprang um 1.000 Punkte nach oben und überwand dabei sogar die Marke von 34.000 Punkten. Werfen wir einen Blick auf den Chart, dann sehen wir, dass die Erholungsrally genau an der 50-Tage-Linie ausgebremst wurde. Hier befinden sich neben einer horizontalen Widerstandszone zwischen 34.100 und 34.235 Punkten ebenfalls die lokalen Hochs vom 25. und 26. April. Der Widerstand stellt somit eine Entscheidungszone dar – es heißt hier Make or Break.

Die charttechnische Lage hellt sich erst auf, wenn die Widerstandszone und die 50-Tage-Linie nachhaltig durchbrochen werden. Dann könnte sich der Dow Jones nochmal in nördliche Gefilde bis 34.900 und 35.380 Punkte vorwagen. Scheitert er allerdings an dieser Stelle, könnte es zu einem ausgeprägten Rücksetzer kommen. Als Händler kann man sich an den Fibonacci Retracements orientieren. Die entscheidenden Retracements des jüngsten Aufwärtsimpulses liegen bei 33.480 (38,2%), 33.280 (50%) und letztlich bei 33.090 Punkten (61,8%). Unterhalb des 61,8 Prozent Retracements würde sich das Chartbild deutlich eintrüben.

Fed-Chef Powell zündet Erholungsrally im Dow Jones

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