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US-Notenbank: Welche Hinweise die Fed-Bilanz den Anlegern gibt

Die Bilanz der Fed gibt ein klares Alarmzeichen, da die Akteure bei der US-Notenbank sich genötigt fühlen, wieder in den Krisenmodus zu schalten!

Hannes Zipfel

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am

Es gibt diverse Indikatoren, um den Zustand der größten Ökonomie der Welt zu messen – doch ein Chart vereinheitlicht nahezu alle Indikatoren und offenbart den wahren Zustand der US-Wirtschaft:  Was man aus der Bilanz der US-Notenbank Fed über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft herauslesen kann.

Die US-Notenbank weiß es besser

Jede Wald- und Wiesenbank, jeder Broker oder Finanzvertrieb beschäftigt heutzutage eigene Ökonomen. Einige von ihnen sind sehr kompetent und bemühen sich um Objektivität, andere gerieren sich eher als Verkäufer ihres Arbeitgebers und ändern ihre Meinung je nach Stimmungslage. Der Autor dieses Artikels gehörte ebenfalls zu dieser Berufsgruppe und weiß, unter welchen Zwängen man vonseiten des Arbeitgebers gelegentlich steht. Die Notenbanken dieser Welt beschäftigen ganze Teams von Ökonomen. Auch sie müssen jedes Wort, das an die Öffentlichkeit gerät, aus politischen und massenpsychologischen Gründen genau abwägen. Das geht natürlich zulasten der Klarheit und oft sogar der Wahrheit.
Doch ein Bild sagt mehr aus als Tausende Seiten ökonomischer Analysen und Prognosen. Zumindest sollte man sich dieses Bild regelmäßig vor Augen halten, wenn mal wieder über Thesen wie „Nach der Krise wird alles gut“ oder „Der Herbstaufschwung gewinnt an Dynamik“ und „Das V ist dynamischer als von uns erwartet“ zu hören sind.

Seit jeher greift die US-Notenbank in den Kapitalmarkt ein. Im Zeitverlauf immer intensiver und „unkonventioneller“. Doch das ist schließlich auch ihr ursprünglicher Zweck: die Vermeidung eines Zusammenbruchs der Wirtschaft und der Finanzmärkte. Wem dieses Eingreifen primär nützt, ist eine andere Frage und wurde bereits bezüglich der Fed in dem Buch „Die Kreatur von Jekyll Island: Die US-Notenbank Federal Reserve – Das schrecklichste Ungeheuer, das die internationale Hochfinanz je schuf“ sehr gut beantwortet. Gegründet wurde die teilweise in privater Hand befindliche US-Notenbank am 23.12.1913 nach dem Schock der Finanzkrise sechs Jahre zuvor. Nicht umsonst ist die US-Notenbank „Ein Kind der Panik“, woran die Süddeutsche Zeitung in einem lesenswerten Artikel aus dem Jahr 2013 erinnert. Am 22. November 1907 war der Finanztrust Knickerbocker in New York kollabiert. Die Pleite löste ähnlich wie bei dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers gut 100 Jahre später eine Panik aus, die das gesamte Finanzsystem in den Abgrund zu reißen drohte. Nur durch das Eingreifen des damals mächtigsten Bankers John Pierpont Morgan (J.P. Morgan) und sein Drängen, dass auch andere Banken Geld ins System pumpten, um Vertrauen zu schaffen, konnte einen katastrophalen Dominoeffekt abwenden.

Um eine Wiederholung dieses Traumas zu vermeiden, entschieden sich die Privatbanken, ein Rettungsinstitut, also einen „lender of last resort“ zu gründen, das im Notfall als bedingungsloser Kreditgeber bereitstand. Die Fed wurde also gegründet, um Finanzkrisen abzuwenden, und genau das kann man an der Veränderung der Bilanzsumme der US-Notenbank ablesen, die sich immer dann stark aufbläht, wenn es massiv kriselt.

Welche Hinweise gibt die Fed-Bilanz Anlegern im Moment?

In der folgenden Grafik ist die Gesamtbilanz der Fed ergänzt um Kommentare zu den Anlässen der Veränderungen in der Bilanz dargestellt. Die Grafik selbst stammt aus der reichhaltigen Datenbank „FRED“ (Abk. für Federal Reserve Economic Data), der ökonomischen Forschungsabteilung der Federal Reserve Bank von St. Louis, die mehr als 765.000 wirtschaftliche Zeitreihen aus fast 100 Quellen enthält.
Die Zahlen zur Bilanzsumme werden jeden Mittwoch aktualisiert (die jüngsten Daten stammen vom 18. Nov.):

In der Grafik sind für Anleger fünf Dinge aktuell sehr interessant:

Die US-Notenbank Fed schaltet wieder in den Krisenmodus!

1. Die Krisenpolitik der Fed begann bereits vor Ausbruch der Pandemie im September 2019 mit Notzinssenkungen und einem Wertpapierkaufprogramm ab Oktober 2019 in Höhe von 60 Mrd. US$ pro Monat.
2. Die Fed hat zur Bekämpfung der ökonomischen Folgen der Eindämmungsmaßnahmen gegen Corona seit Ende Februar 2020 drei Billionen US$ gedruckt. Das entspricht fünf Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts. Dennoch erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) gemäß den Projektionen aus dem Oktober 2020 einen Einbruch des US-BIP um 4,3 Prozent für 2020, was sehr optimistisch ist (für Euroland erwartet der IWF -8,3 Prozent).
3. Die US-Notenbank ging ab Anfang Juni dieses Jahres davon aus, dass keine zusätzlichen Krisengelder mehr benötigt werden und die Pandemie überstanden sei. Die Bilanzsumme wurde wieder abgebaut.
4. Bereits einen Monat später fand ein Umdenken in der Fed um 180 Grad statt und sie baute ihre Krisenbilanz wieder aus, während Politiker diesseits und jenseits des Atlantiks nach wie vor die V-förmige Erholung propagierten.
5. Die Fed erwartet offenbar eine weitere ökonomische Zuspitzung der Lage, die sie dazu veranlasste, ihre Bilanz am vergangenen Mittwoch auf einen neuen Rekordwert auszubauen.

Bilanz der US-Notenbank gibt klares Alarmzeichen

Damit gibt die Fed-Bilanz ein klares Alarmzeichen, da die Akteure bei der US-Notenbank sich genötigt fühlen, wieder in den Krisenmodus umzuschalten. Das neu erschaffene Geld fließt vor allem in öffentliche Schuldpapiere, in Bankenanleihen und Anleihen des nichtfinanziellen Sektors sowie als Direktkredite an Unternehmen, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben.
Warum tut sie das? Die Vermutung liegt nahe, dass sich die konjunkturelle Einschätzung der US-Notenbank für das Winterhalbjahr seit dem Sommer komplett gedreht hat. Außerdem befinden sich die USA aktuell in einem politischen Vakuum – zur absoluten Unzeit. Die Fed muss also den Krisenjob der Fiskalpolitiker mit erledigen.

Fazit und Empfehlung

Aktuell denkt die US-Notenbank über alle möglichen Instrumente nach, die sie zur Stützung der Wirtschaft noch einsetzen kann. Sehr wahrscheinlich wird die Fed spätestens auf ihrer regulären Offenmarktausschusssitzung (FOMC) am 16. Dezember über eine Erweiterung ihres aktuell 120 Mrd. US$ pro Monat umfassendes Gelddruckprogramm nachdenken und evtl. sogar neue Programme ins Leben rufen (z. B. Schecks vom Fed-Präsidenten Jerome H. Powell statt von Präsident Donald J. Trump). Auch eine Verlängerung der Duration des Anleiheportfolios der Fed ist wahrscheinlich.

Für Anleger bedeutet dies, dass die Finanzmarkt-Feuerwehr Fed sich bereits im Bereitschaftsalarm befindet und die Staatsanleihe-Kurse, auch für längere Laufzeiten, ab Dezember weiter aufgeblasen werden, genauso wie die Bilanz der US-Notenbank selbst. Das gleiche Phänomen konnte man trotz explodierender Verschuldung in Japan bei den JGBs und den Anleihen Griechenlands erleben. Damit bleiben, so verrückt es auch klingen mag, US-Staatsanleihen ein Instrument zur Portfolioabsicherung – vorerst.

Die US-Notenbank Fed schaltet in den Krisenmodus

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    22. November 2020 12:09 at 12:09

    Wir sehen den Eisberg, aber wir haben ja eine 3fach Verglasung auf der neuen Finanz Titanic. Wir können wollen dem Eisberg nicht ausweichen, Zeit ist Geld, wir beschleunigen lieber und werden ihn durch die Wucht des Aufpralls zerstören.
    “Vorwärts immer, rückwärts nimmer”

  2. Avatar

    A.S

    23. November 2020 10:05 at 10:05

    Hallo Hr. Zipfel, Danke dass Sie es auch in diesem Artikel wieder so prägnant auf den Punkt bringen. Es geht nur darum das Schuldenmonster 1 Runde weiter zu bringen, um nix anderes mehr. Von P.C.Martin (dottore, GDF) schon vor Jahren in Büchern/Foren thematisiert. Am Ende wird man alles monetarisieren.
    Trotzdem bleibt die Frage nach der Wahrscheinlichkeit einer deflationären Depression offen. Quasi als „Unfall“ falls Reg.en + ZB´s sich irgendwie nicht einig werden können. Oder als „Plan“ im Rahmen des nun offiz. „Great Reset“. DeDe würde ja den Sieg der Gläubiger bedeuten und sicher Chaos und BK beinhalten/hervor rufen.
    Vllt. können Sie ja in einem weiteren Artikel (bitte in Community verlinken) od. Video kurz darauf eingehen. MMn kann man ja heutzutage nichts ausschliessen.
    Danke und Gruß

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Janet Yellen – wird sie den Dollar weiter abstürzen lassen?

Was bedeutet die faktische Ernennung von Janet Yellen zur zukünftigen US-Finanzminsterin für den Dollar? Sind die USA auf den Spuren Japans?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Was bedeutet die faktische Ernennung von Janet Yellen zur zukünftigen US-Finanzminsterin für den Dollar? Mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden kehrt wieder etwas Berechenbarkeit in die amerikanische Politik zurück. Auch erkennbar an den ersten Postenbesetzungen im neuen Kabinett. Der Vorschlag für die Nachfolge Steven Mnuchins schlug in den letzten Tagen wie eine kleine Bombe in der Finanzszene ein, schließlich möchte der neue Präsident eine „altbewährte“ Ökonomin mit dieser Schlüsselposition besetzen: die ehemalige Präsidentin der Federal Reserve, Janet Yellen. Was heißt das für die künftige Geld- und Fiskalpolitik  – und amit für den Dollar?

Die Karriere der Janet Yellen

Mit der ehemaligen Wirtschaftsprofessorin wird eine Person vom Fach den Posten des obersten Geldverwalters oder korrekter der Geldverwalterin in den USA antreten, was in anderen Ländern nicht generell der Fall ist. Janet Yellen kam neben ihrer Lehrtätigkeit schon früh in Kontakt mit der US-Notenbank, wo sie bereits ab 1975 Mitarbeiterin beim Board of Governors im System der Federal Reserve gewesen ist. Von 1994 bis 1997 war sie Mitglied im Vorstand der Federal Reserve, anschließend wurde sie Vorsitzende des Rates der Wirtschaftsberater von US-Präsident Bill Clinton. Also eine Funktion, wie sie jüngst Larry Kudlow in besonderer Art und Weise ausgefüllt hat.

Von 2004 bis 2010 war sie Präsidentin der Fed von San Francisco, ab dem Jahr 2009 stimmberechtigtes Mitglied im Federal Open Market Committee. Im Jahr 2010 wurde sie zur Stellvertreterin von Fed-Chef Ben Bernanke ernannt und ab 2013 gelangte sie als erste Frau an die Spitze der bedeutendsten Zentralbank der Welt. Diese Position verlor sie als Demokratin nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten, der mit diesem Schritt einmal mehr von der bisherigen Tradition abwich. Ihr Nachfolger Jerome Powell ist bereits seit 2012 im Direktorium der Federal Reserve, somit dürften sich die neue Finanzministerin und der Fedchef sehr gut kennen. Janet Yellen ist mit dem Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften George A. Akerlof verheiratet – sie ist also privat und beruflich immer im Umfeld der Ökonomie.

Die „dovishe“ Janet Yellen

Für die Benennung der Wirtschaftsprofessorin als neue Finanzministerin hat der neue US-Präsident sicherlich mehrere Gründe: Zum einen gilt die Demokratin als sehr ausgleichend zwischen den Parteien, was nach Donald Trump sicherlich äußerst bedeutsam wird, und zum anderen wird sie eine Konnexion zwischen Politik und Notenbank gewährleisten, was in der jetzigen Verschuldungssituation sehr vonnöten ist. Die Regierung braucht den kurzen Draht zur Geldpolitik, eine Sonderstellung der Notenbank wäre in der kommenden Zeit sehr hinderlich. Die Märkte gehen von einer guten Weichenstellung aus, deshalb auch die erste positive Börsenreaktion. Die Tauben sind demnächst in den USA am Drücker – daher tendiert auch der Dollar wieder schwächer.

Des einen Freud, des anderen Leid

Was wird diese neue Konstellation Janet Yellen – Powell für geldpolitische Konsequenzen haben? Zunächst freut man sich an den Märkten, dass „der Kelch“ in Gestalt der linken Demokratin Elisabeth Warren an ihnen vorübergegangen ist. Deren während ihrer Kandidatur vorgetragenes Programm hätte die Wirtschaft und die Finanzmärkte eine Zeit in Wallung gebracht, denn ob Warren ihre Vorstellungen in die Tat hätte umsetzen können, steht auf einem anderen Blatt. Nach einer Corona-Schonfrist würden bald schon die Midterm Elections anstehen, die rasche Veränderungen im Kongress bringen können.

Wer sind die Profititeure, wer die Leittragenden?

Zunächst dürften die Finanzmärkte sich über eine weiterhin lockere Geldpolitik freuen, denn es sind zwei Tauben an den Schaltstellen, die über alles sinnieren werden, jedoch nicht über künftige Zinserhöhungen.

Bevor eine Massenimpfung eine echte Erleichterung am Arbeitsmarkt bringt – Stichwort: Maximum Employment – wird man vonseiten der Federal Reserve das Anleihekaufprogramm fortsetzen und retten, wo es zu retten gilt. Hinzu kommen wird der unbedingte Wille der Durchsetzung von Konjunkturprogrammen, speziell im Umweltbereich, einem zentralen Thema von Joe Biden, in dem er ganz besonders den neuen Wind nach Trump symbolisieren könnte. Was nichts anderes bedeutet, als weiter die Verschuldung nach oben zu treiben, auch unter Inkaufnahme einer ansteigenden Inflation. Sowohl Fed-Chef Powell als auch die mögliche neue Finanzministerin haben eine gewisse Flexibilität mit einer höheren Inflationsrate bekundet. Niedrige Zinsen, bei steigender Teuerungsrate – damit wird deutlich, wer dabei besonders leiden könnte: der Dollar!

Aber in der jetzigen Situation kommen einige frühere Bemerkungen von Janet Yellen ins Gedächtnis, wenn es um die Bewältigung einer Rezession geht. Bereits auf einer Konferenz im September 2016 brachte die damalige Notenbankchefin den Gedanke von neuen Instrumenten ins Spiel, die die Fed zur Bewältigung einer Wirtschaftsschrumpfung benötigen könnte: Ankauf von Firmenbonds und Aktien. Letzteres wiederholte sie in diesem Jahr bei einem Interview im April. Die USA auf den Spuren Japans, was für ein Gedanke! Diesen Gedanken hatte unser Autor bei FMW, Hannes Zipfel, in seinem bemerkenswerten Artikel vom 30.6.2020 schon ins Spiel gebracht („Aktienmarkt: Verlassen Sie sich auf die Fed“!)

Fazit

Noch ist es zu früh irgendwelche Schlussfolgerungen über ungelegte Eier anzustellen. Aber eines dürfte klar sein: Bei zwei Verfechtern einer lockeren Geldpolitik wird es von innen heraus keine große Änderung in der Fiskal- und Geldpolitik geben. Das Zusammenspiel zweier Vertreter einer taubenhaften Geldpolitik wird in der jetzigen Lage den monetären Impuls nicht ohne Not verringern.

Und von woher könnte eine solche Notsituation kommen? Eher nicht von einer opulent anspringenden Wirtschaft, die ohne Stütze auskommt, sondern eher von der Inflation, die nun schon ein Jahrzehnt wie tot erscheint. Aber in diesem Zeitraum haben die Notenbanken weltweit auch nicht sieben Billionen Dollar binnen eines Dreivierteljahres ins System geschleust.

Wird die dovishe Janet Yellen den Dollar weiter schwächen?

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Aussicht für deutsche Exporte verfinstern sich spürbar

Claudio Kummerfeld

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Über den Hamburger Hafen laufen viele Exporte Richtung Übersee

Die Stimmung der deutschen Industrie für ihre Exporte in den nächsten Monaten verfinstert sich gerade spürbar. Denn laut aktueller Veröffentlichung des ifo-Instituts hat sich die Stimmung unter den deutschen Exporteuren merklich verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im November von plus 7,0 auf minus 2,1 Punkte gefallen. Der Chart zeigt nach der Erholung aus dem „Corona-Tal“ den Absturz bei den Erwartungen an die Exporte. Erstmals seit Juni ist der Erwartungsindex wieder negativ.

Insbesondere die Heftigkeit der zweiten Corona-Welle in vielen europäischen Ländern belastet laut ifo-Institut die Exporte. Einen deutlichen Dämpfer beim künftigen Auslandsgeschäft musste die Automobilbranche verkraften. Der Optimismus der vergangenen Monate ist verflogen. Mit deutlichen Rückgängen beim Export rechnet die Nahrungsmittelindustrie. Der Maschinenbau geht eher von einer konstanten Entwicklung bei den Exportumsätzen aus. Gleiches gilt für die Metallbranche. Weitere Zuwächse erwarten hingegen die Chemische Industrie und die Elektrobranche.

Der Chart vom ifo-Institut zeigt Erwartungen für die deutschen Exporte

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EZB warnt wieder vor Risiken, die sie selbst geschaffen hat!

Markus Fugmann

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In ihrem heute veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht warnt die EZB wieder einmal vor Risiken und dem Platzen einer Blase, die sie letztlich selbst geschaffen hat!

Die EZB zur permanenten Intervention verdammt

So beklagt Europas Notenbank etwa die „Konzentration von Risiken“ in einigen Bereichen – und man sollte doch die Frage stellen, warum es diese Konzentration von Risiken wohl gibt! Die Antwort ist fast schon unterkomplex: wegen der finanziellen Repression, die durch die EZB ausgeübt wird. Wie ließe sich etwa sonst erklären, dass griechische Staatsanleihen mit Laufzeit bis vier Jahren negative Renditen aufweisen  – Anleger also bereits sind, einem de facto bankrotten Staat für den Kauf von Schuldpapieren sogar noch Geld zu bezahlen?

Dazu kommt: die Notenbank beklagt die schwache Profitabilität der Banken der Eurozone,  die ja eben aufgrund der Zinspolitik der EZB mit Negativzinsen schlicht kaum profitabel arbeiten können.

Mit anderen Worten: die EZB betreibt eine massive Manipulation nicht nur der Märkte für Staatsanleihen, sondern zerstört im Grunde die Existenzgrundlage europäischer Banken, die nicht zufällig deutlich schlechter dastehen als die amerikanische Konkurrenz. So entsteht eine Situation, die immer neue Eingriffe verlangt, um die weitgehend selbst verursachten Schieflagen zu korrigieren. Wer die Büchse der Pandora öffent, sollte sich eben nicht wundern, dass ungeahnte Konsequenzen entstehen. Die EZB hat den Limes überschritten – und ist damit zur permanenten Manipulation verdammt, weil die Schulden schneller wachsen als die Wirtschaft, aber die Illusion des ewigen Wohlstands aufrecht erhalten weredn muß! Die Notenbank ist gewissermaßen die Kraft, die stets das Gute will – und das Böse schafft.

Nun hat die Coronakrise letztlich auch die Staaten gezwungen, immer stärker in die Wirtschaft einzugreifen und zu retten. Ein Risiko sieht die europäische Notenbank nun darin, dass diese eigentlich als einmalige Maßnahme gedachten Eingriffe zu früh enden könnten. Die Coronakrise scheint sich als „door opener“ für den staatlich gelenkten Kapitalismus zu erweisen, der Weg zu MMT ist wohl endgültig geebnet!

Für Schmerzbefreite hier die Kurzfassung des Berichts der EZB zur Finanzstabilität im Wortlaut:

 

  • Dispersed economic and financial market impact on countries and sectors could lead to concentration of risks in some areas
  • Policy measures have addressed liquidity challenges but risks can arise from premature or delayed withdrawal of fiscal support
  • Bank profitability prospects remain weak with losses potentially materialising with a lag relative to the recover

Vulnerabilities in the corporate sector are increasing as the pandemic evolves and their unearthing could test the resilience of euro area banks in the future, the European Central Bank (ECB) says in its latest Financial Stability Review (FSR). Current extensive policy support is helping euro area corporates and households to cope with the fallout of the pandemic, but risks can arise either from a premature end to measures or from prolonged support. Premature withdrawal of fiscal support – including government loan guarantees and statutory loan moratoria – could set back the economic recovery, transforming the corporate liquidity challenges observed at the outset of the pandemic turn into solvency issues. The sharp rise in corporate and sovereign indebtedness increases the risks to financial stability from an emerging sovereign-corporate bank nexus in the medium-term, as banks and sovereigns alike are exposed to pandemic-induced risk faced by euro area firms.

“Bank profitability is expected to remain weak. Provisions have increased but look optimistic in some cases, while guarantees and moratoria may have lengthened the time it takes for weak economic performance to translate into loan losses,” said Luis de Guindos, Vice-President of the ECB. “Government support schemes are essential currently but should remain targeted towards pandemic-related economic support and avoid giving rise to debt sustainability concerns in the medium term,” he added.

For euro area banks, which entered the pandemic with stronger balance sheets than at the time of the global financial crisis, a premature end of government guarantees and moratoria could lead to an additional wave of losses. They are also expected to face continued pressures on profitability, including from a weaker outlook for lending and continued structural challenges. Banks’ capital buffers remain comfortable and should remain available to absorb losses and support lending for an extended period. Authorities need to monitor the effectiveness of policies to support buffer use and avert deleveraging. Looking beyond the pandemic, it is important for banks, together with the rest of the financial system, to manage the financial stability risks posed by climate change and support the transition to a greener economy.

A return to risk-taking by non-banks, including investment funds, also increases their vulnerability to outflows and losses should corporate credit risks rise materially. These risks are accentuated by continued gaps in the macroprudential framework for non-bank financial institutions.

Die EZB ist die Kraft, die stets das Gute will - und das Böse schafft

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