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USA: Hauspreise, Immo-Schulden, Staatsschulden, Konsumschulden – weiter, immer weiter!

Claudio Kummerfeld

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In den USA muss es immer weiter gehen, immer weiter bergauf. Während Deutschland seinen Konsum durch Export finanziert, wird er in den USA durch Schulden finanziert. Gut, man muss auch ehrlich sein. Ohne die enorme Schuldenorgie in den USA könnten deutsche Exporteure nicht so viel in die USA verkaufen! Aber gut. Schauen wir uns mal an, wie die Amerikaner ihre Schuldenlast immer weiter in die Höhe treiben. Alle Daten stammen von verschiedenen regionalen Ablegern der US-Notenbank Federal Reserve. Als da wären die St. Louis Fed, die besonders viel Statistikmaterial aufbereitet, wie auch die New York Fed.

Die Golden Gate Bridge - mit eines der Symbole für die USA
Foto: Unsplash / Patrick Tomasso

Hauspreise und Immobilienschulden in den USA klettern im Tandem immer weiter nach oben

Hier sehen wir den Case Shiller Hauspreisindex seit 1996. Die grauen Zonen zeigen die beiden Rezessionen, einmal die geplatzte Dotcom-Blase 2001, und dann die Finanzkrise ab 2008. Nach der Finanzkrise legten die Hauspreise in den USA eine Pause ein, liegen aber seit drei Jahren wieder über dem Hoch aus dem Jahr 2006, und steigen jetzt immer weiter an!

USA Hauspreise seit 1996

Immer weiter steigende Hauspreise sind wichtig, weil die Schuldenlast der Amerikaner immer weiter steigt. Dass dies ein Problem ist, zeigte sich nach Ausbruch der Finanzkrise 2008. Brutal einbrechende Hauspreise zeigten, dass auf einmal keine Sicherheit mehr da war bei total überschuldeten Konsumenten, die auch die Kreditraten nicht mehr zahlen konnten. Nach Zwangsversteigerungen blieben dann unterm Strich oft noch große Schuldenberge übrig. Die folgende Grafik zeigt seit 1978 die gesamten Immobilienschulden in den USA. In der Finanzkrise (letzter grauer Balken) erreichten sie ihren Höhepunkt (14,8 Billionen Dollar), gingen leicht zurück, und stiegen in den letzten Jahren ebenfalls auf neue Rekordstände (letzter Stand 15,5 Billionen Dollar).

Gesamte Immobilienschulden

Diverse Schuldenarten ziehen kräftig an

Die Gesamtschulden der Privathaushalte (Hauskredite, Kreditkarten, Autokredite, Konsumkredite, Studentenkredite) in den USA lag 2008 im Top bei 12,7 Billionen Dollar. Auch hier das selbe Muster. Nach der Finanzkrise 2008 eine Pause, und dann ging es mit vollem Tempo weiter. Stand Ende Juni 2019 sind es 13,87 Billionen Dollar. Vor allem die Konsumentenschulden außerhalb des Immobilienbereichs sind stark gestiegen.

USA Gesamtschulden der Privatkonsumenten

Dies sieht man besonders gut im folgenden Chart. Die Konsumentenkredite der Haushalte in den USA stiegen seit der Finanzkrise 2008 von 2,66 auf jetzt 4,1 Billionen Dollar. Ein Anstieg von 54% in nur elf Jahren!

Konsumentenkredite in der US-Bürger

Und schließlich dürfen natürlich die Staatsschulden der USA nicht fehlen. Der folgende Chart zeigt ihre Entwicklung seit dem Jahr 1967. Von damals 322 Milliarden Dollar sind sie bis jetzt auf über 22 Billionen Dollar gestiegen! Vor allem George Bush Junior und Barack Obama trieben die US-Staatsverschuldung massiv in die Höhe, aber auch Donald Trump ist „fleißig am Werk“. Schauen Sie zu dem Thema auch gerne beim Klick an dieser Stelle unseren letzten Artikel zu den ständig steigenden US-Staatsschulden. In den letzten Wochen gab es große Sprünge nach oben, weil es vorher monatelang rein optisch eine Sperre beim Schuldenanstieg gab, weil die Schuldenobergrenze in den USA erreicht war. Aber die wurde bis 2021 vertagt.

US-Staatsschulden

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Chris

    26. September 2019 09:45 at 09:45

    Die privaten Schulden scheinen mit der Inflation zu steigen, wo liegt die Rate laut Shadowstats?

    http://www.shadowstats.com/alternate_data/inflation-charts

    Um die 6 %. Das Problem wäre die Schuldentragfähigkeit.

  2. Pingback: Die Meldungen vom 26.09.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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