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USA unter Trump: Unruhen und Ausschreitungen – rechtes weißes Establishment und frustrierte Afroamerikaner

Von Markus Fugmann

Die ersten Besetzungen von zentralen Regierungs-Posten durch Donald Trump lassen schon erahnen, was da kommen wird! So soll Jeff Sessions neuer Justizminister werden – Sessions zählt zu den Ultrakonservativen bei den Republikanern und ist eine zentrale Haßfigur der US-Bürgerrechtsbewegung.

Neuer Auslandschef des CIA wird Matt Pompeo: bekennendes Mitglied der Tea Party, lebenslanges Mitglied der Nationa Rifle Associaten (also der mächtigen Waffen-Lobby in den USA), dazu ein Verfechter des Lagers in Guantanamo. 2013 hatte Pompeo Guantanamo besucht – damals waren einige Häftlinge in den Hungerstreik getreten. Nach dem Besuch sagte er über die Hungerstreikenden: „die meisten von ihnen sahen so aus, als hätten sie kürzlich zugenommen“. Er sitzt für den Bundesstaat Kansas im Senat und gilt auch in Sachen Finanzen als Hardliner (er stimmte gegen Kompromisse, die versuchten, die Schließung von Regierungsbehörden aufgrund des Überschreitens der Schuldenobergrenze zu verhindern).

Dazu noch der Breitbart-Chef Bannon als Sonderberater und wohl wichtigste Bezugsperson von Donald Trump – er verficht teilweise rechtsextreme bis rassistische Thesen, will eine Art konservative Revolution unter Hinwegfegung nicht nur der Washingtoner Eliten, sondern auch rechtsstaatlicher Prinzipien. Dagegen ist der neue Stabschef Priebus für Trump absehbar nur ein Kontaktmann zu den Etablierten in der Partei der Republikaner, aber kaum mit echtem Einfluß auf Entscheidungen Trumps.

Vor allem Afroamerikaner dürften sich nicht finden bei weiteren Besetzungen zentraler Stellen der Regierung. Mithin hat und wird also Trump – entgegen den demografischen Realitäten der USA – eine neue weiße Herrschaftsriege formen, die sicher nicht im Sinne der Afroamerikaner in den USA ist bzw. wenig Rücksicht auf Anliegen und Interessen dieser Gruppe nehmen wird. Gleichwohl haben die Afroamerikaner durch die Präsidentschaft Obamas in gewisser Weise ein neues Selbstbewußtsein entwickelt, das sich etwa in der Bewegung „Black Lives Matter“ manifestiert.

Gunnar Heinsohn hat unter anderem in seinem Buch „Söhne und Weltmacht“ gezeigt, dass es vor allem junge Männer sind, die bei nicht vorhandener Perspektive auf Jobs (und Familiengründung), mithin als bei nicht vorhandener Aussicht auf einen respektierten Platz in der Gesellschaft, zu Revolutionen bzw. Gewalttaten neigen. Es ist daher davon auszugehen, dass nach der Machtübernahme Trumps die Unruhen, die bei Tötungen von Afroamerikanern durch weiße Polizisten vor der Wahl Trumps entstanden, sich noch wesentlich ausweiten und radikalisieren. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass es zu großflächigen „Rassenunruhen“ kommen wird, die das, was in dieser Richtung schon in den letzten Jahren der Fall war, bei weitem in den Schatten stellen!

Guido Lingnau hat darauf hingewiesen, dass die Altersstruktur der Afroamerikaner in den USA stark der von Tunesien ähnelt – unmittelbar bevor von Tunesien der „Arabische Frühling“ ausging, der zunächst eine Jugendrevolte war von jungen Männern, die keine Chance auf Teilhabe an der Gesellschaft sahen:

Afroamerikanische (vor allem männliche) Jugendliche hatten bis vor kurzem immerhin die Illusion, dass ein „Schwarzer“ in den USA es zu etwas bringen, sogar Präsident werden kann. Es wird mit dem Abschied von Hoffnungen und realen Lebensperspektiven für Afroamerikaner viel Frustration geben – dazu eine Polizei, die für ein hartes Vorgehen bis hin zu rassistischen Handlungen von Polizeibeamten gegenüber Afroamerikanern Rückendeckung durch das neue Establishment bekommen wird!

Das weiße Amerika hat nun, im Widerspruch zu den demografischen Fakten (vor allem der Zunahme von Latinos und Asiaten in den USA) die unumschränkte Herrschaft übernommen. Es will diese Vormachstellung unter allen Umständen gegen den demografischen Trend sichern, will sogar diesen demografischen Trend wieder umkehren zugunsten eines weißen Amerika. Das ist einer der Gründe, warum Trump Illegale ausweisen lassen und die Mauer an der mexikanischen Grenze bauen will!

Amerika, du stehst vor ganz schweren Zeiten!

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Die Unruhen von Ferguson im August 2014
Foto: Loavesofbread – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34803387



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22 Kommentare

  1. Das Obama-Kabninett wurde bekannlich durch die Citigroup bestimmt. Dabei wurde dann nach Quoten ausgewählt. Sprich es haben Frauen, Schwarze und andere Minderheiten hohe Posten erhalten und zwar nur aufgrund ihrer Hautfarbe, nicht aufgrund ihrer Kompetenz. Den Sinn hinter solchen Quoten verstehe ich bis heute nicht und diese sind in meinen Augen diskriminierend weil dabei vor allem die Herkunft eine Rolle spielt.; Die Aufregung über Breitbart-Chef Brannon (übrigens NICHT Breitbard!) verstehe ich auch nicht. Es wird zwar behauptet dass die News-Seite rassistisch sei, ein Beweis dafür wird nicht geliefert. Kann mir jemand ein Beispiel nennen woran man erkennt dass Breitbart oder Bannon rassistisch ist?

    1. @frank, wer die Seite regelmäßig verfolgt, weiß das. Sie ist an der Grenze zum Rassismus und Antisemitismus. Brannon hat übrigens seine Kinder von einer Schule nehmen lassen, weil dort jüdische Kinder waren. Es kam zu einem Rechtsstreit – Begründung von Brannon für diesen Schritt: Juden erziehen ihre Kinder zu Weicheiern, er wolle nicht, dass seine Kinder mit solchen Leuten Umgang hätten..

      1. a) Das mit den Kindern behauptet seine Ex. Sein Sprecher sagt, es sei gelogen. Aber hier steht es als Fakt?
        Zitat aus „i-news“ (=internat.-news aus Israel)
        ————-
        A spokesperson for Bannon denied the accusations made in the testimony, telling the NY Daily News that „Mr. Bannon never said anything like that and proudly sent the girls to Archer for their middle school and high school education.“ Ein Sprecher von Bannon widerspricht den Anklagen und sagt dem NY Daily News, daß „Mr. Bannon nie so etwas gesagt hat und das er voller Stolz seine Töchter zur Archer-Schule gesendet hat.“
        ————–
        Wer lügt jetzt? Wenn er lügt, würde er sich vor seiner Umgebung lächerlich machen, da er jetzt „kneifen“ würde.
        Zu verwundern ist, daß sich die Kinder nicht melden und die Wahrheit klarstellen. Das wär doch das Einfachste, Sauberste und Schnellste.
        http://www.i24news.tv/en/news/international/americas/123815-160827-trump-campaign-ceo-bannon-branded-an-anti-semite-by-ex-wife

        c) Ansonsten muß man mit der Antisemit-Keule meiner Meinung nach vorsichtig sein. Es ist immer das Leichteste, jemanden fertig zu machen.

        1. Der Witz mit dem Rassismus bei Trump und Anhängern ist ja, daß Trump keine Probleme mit einer dunkelhäutigen Frau hat. Da war er mal kurz nicht Rassist. Auch bei seiner ersten Frau wohl nicht. (Tschechin.) Aber dann gleich wieder.

        2. Wenn eine Ex etwas sagt, sollte auch der Ex antworten. Und nicht ein offizieller Sprecher. Bevor der Bandit offiziell der mächtigste Mensch der Welt wird, sollte er die Stärke beweisen, wenigstens seine kleinlichen Privataffären zu klären.

          1. ?
            .
            Kommt es nicht oft vor, daß der Angeklagte etwas durch seinen XY verlauten läßt? Sogar bei uns Nicht-Millionären?

        3. Hallo Sabine, interessante Sachen haben Sie da recherchiert. Mich wundert es allerdings nicht, dass sich die Kinder raushalten. Vielmehr wünsche ich mir sogar, dass es so bleibt. Das wäre an sich die nächste Grausamkeit, die Kinder zu zwingen, Partei zu ergreifen: pro Mama oder pro Papa… Entweder oder. So eine Entscheidung ist keinem zuzumuten.

          Insgesamt ist das Thema dieses Artikels äußerst düster und diffizil. Und auch wenn es zweifellos egoistisch ist, habe ich mich bis vor kurzem immer damit beruhigt, dass es bei uns in Europa noch nicht so weit gekommen ist. Aber zuletzt überkommt mich immer mehr der Verdacht, dass wir einstweilen auch in Europa Nährboden für ähnliche Entwicklungen schaffen. Hoffentlich ist es nur ein Popanz.

    2. @frank, in der aktuellen Print-Version der Zeit sind einige Headlines von Breitbart zitiert – das läßt an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig..

    3. @frank.trg
      Sie verschieben ständig ihre Wahrnehmung in Richtung eines Goebbels, stümperhaft und plump zwar, aber immerhin genauso perfide:
      „Sprich es haben Frauen, Schwarze und andere Minderheiten hohe Posten erhalten und zwar nur aufgrund ihrer Hautfarbe, nicht aufgrund ihrer Kompetenz.“
      Das bedeutet nach Ihrem verwirrten Gefasel, dass „Frauen, Schwarze und andere Minderheiten“ zahlenmäßig in der Minderheit gegenüber weißen Männern oder deutlich geringer in ihrem menschlichen Wert einzuschätzen sind?
      Frauen aller Couleur dürften statistisch etwa 51% der Bevölkerung beanspruchen, schwarze Männer nochmal ein paar zweistellige Prozent, andere „Minderheiten“ wie Hispanics-Machos auch noch ein paar zweistellige %.
      Und weiter in Ihrem sinnfreien Gesülze: Den Sinn hinter solchen Quoten verstehe ich bis heute nicht und diese sind in meinen Augen diskriminierend weil dabei vor allem die Herkunft eine Rolle spielt.
      Quoten in der Politik sollen doch die Bevölkerung widerspiegeln.
      Sie aber wollen weiße Männer im Kabinett. Am Besten zu 100% !!!
      Warum? Sind Ihnen Frauen unangenehm? Empfinden Sie pigmentierte Haut als schmutzig, als ansteckend?

      1. @Michael – ich bin gerne zu einer Diskussion bereit. Die Nazikeule (Goebbels) kannst du aber stecken lassen!
        Was sollen die Unterstellungen? Ich habe Minderheiten nicht abgewertet, sondern stelle das Quotensystem in Frage. Allgemein im Leben (Job, Politik, etc.) sollten Minderheiten oder Frauen weder diskriminiert noch künstlich bevorteilt werden. Wenn ein Mensch die gefragte Kompetenz hat, sollte er den Job bekommen und nicht weil er weiß oder schwarz oder eine Frau ist. Das ist der springende Punkt.

        1. Ich habe Ihnen zwar kein Du angeboten, aber da Ihnen höfliche Umgangsformen fremd zu sein scheinen, soll es mir recht sein.
          Wie ich Sie schon zitiert habe:
          „Sprich es haben Frauen, Schwarze und andere Minderheiten hohe Posten erhalten und zwar nur aufgrund ihrer Hautfarbe, nicht aufgrund ihrer Kompetenz.“
          Nun lese ich aus Ihrem Kommentar heraus, dass Sie auch kein Problem hätten, wenn eine Frau afrikanischen oder mittleren bzw. fernöstlichen Ursprungs deutsche Bundeskanzlerin oder amerikanische Präsidentin werden würde, sofern sie nur die gefragte Kompetenz hat.
          Was auch immer die „(vom wem auch immer gefragte und wie auch immer beurteilte Kompetenz)“ sein mag, ich entschuldige mich für meine oben genannte Unterstellung. Sie haben sich etwas missverständlich ausgedrückt, und ich habe Sie nicht als den liberalen Humanisten verstanden, der Sie im Kern anscheinend sind.

      2. Michael:
        a) Ihr Ton ist wesentlich krasser, als der von Frank.
        Das alte Problem des Pharisäers – er ist der Bessere und darf alles. Auch roh über seinen Nächsten herfallen, wenn dessen Meinungen (u.U.) schräg sind. Gemäß der Meinung des Pharisäers. (Die richtigen Pharisäer waren tatsächlich fromme gottesfürchtige Juden. Zumindest in der Öffentlichkeit.)

        b) Ihre „kräftigen“ Statements haben natürlich auch den Sinn, daß andere, die das nicht genau so erkennen wie Sie, zurechtgerückt werden. Alte Schule.

        1. @Sabine:
          a) Ich habe nie mit Ihnen diskutiert und weiß jetzt nicht, was Sie von mir genau wollen.
          b) Ich habe nie behauptet, ein Pharisäer oder ein Heiliger zu sein. Bin ich nun fromm und gottesfürchtig, oder behaupte ich es nur?
          c) Was erkenne ich laut Ihrer Antwort b), das andere nicht erkennen?

          Wovon sprechen Sie eigentlich? Ich habe eine Meinung kund gegeben, die klar und eindeutig ist. Was sollen diese biblischen Grundsatzdiskussionen, die Sie führen und mir an Ihrer Statt als „alte Schule“ unterstellen?

          1. @Michael: Sie sagen über jemand Fremden im Netz: „Sie verschieben ständig ihre Wahrnehmung in Richtung eines Goebbels, stümperhaft und plump zwar, aber immerhin genauso perfide“. Merken Sie nix? Das finde ich genauso primitiv, wie sie den Beitrag des anderen, wenn nicht noch schlechter, da Sie ja der Gutmensch sind. Im Zorn ist keine Gerechtigkeit.
            Pharisäer als Begriff ist nicht mehr religiös konnektiert, sondern beschreibt einfach nur eine Haltung. Für mich sind Gutmenschen Pharisäer, die die Fliege seihen (aus dem Essen herauslesen), aber das Kamel schlucken. (Ein Vergleich aus dem NT, der sagt, im Kleinlichen sind sie selbstgerecht, supergenau und von oben herab. Übertreten aber selbst das Gesetz in wichtigen Dingen heimlich.)

  2. @Markus Fugmann, danke für die Antwort. Ich schaue auch ab und zu auf Breitbart, finde es aber ehrlich gesagt nicht so spannend. Klar sind sie konservativ, anti-Establishment und Pro-Trump, aber Rassismus oder andere Vorwürfe wie sie zur Zeit durchs Netz geistern sind mir noch nicht aufgefallen. Nur mal als Anregung, man sollte nicht gleich jede konservative Meinung als rassistisch, homophob od. xenophob etc. abtun. Genau dieses pauschale Draufschlagen ohne vorab die Realität abzuklären regt mich und viele andere Menschen auf. Genau das erzeugt Wut gegen die „Medien“. Der Hinweis mit Brannon und den jüdischen Kindern ist allerdings wirklich anrüchig und möglicherweise rassistisch. Danke für den Hinweis. Solche Infos sind wirklich interessant, anstatt aus der Luft gegriffene Anschuldigungen.

    1. In israelischen Medien wird es distanziert betrachtet und nicht als bewiesen.
      „Bannon was accused by his ex-wife of being an anti-Semite during court testimony given in 2007 as part of a bitter child custody battle.“
      http://www.i24news.tv/en/news/international/americas/123815-160827-trump-campaign-ceo-bannon-branded-an-anti-semite-by-ex-wife
      Seine Ex behaupte das während des Gerichtsstreits aus dem Jahr 2007. Ob da immer alles stimmt??? (Siehe Lombardis und Polizeieinsatz….) Meine Frau hat bei der Scheidung vor dem Rechtsstreit auch gelogen. Um des Kindes willen.

      1. statt „vor dem Rechtsstreit“ muß es „bei…“ heißen.

  3. 12 Stunden nach dem Wahlsieg war meine klammheimliche Freude ueber den Sieg Trumps verschwunden. Die Aktienmaerkte sind sofort nach oben gelaufen, allen voran die Banken. Trump ist gegen das Establishment – ich lach spaeter drueber.

    1. Exakt. Und an der Spitze der Gewinner steht GS. Das gibt in der Tat zu denken. Die Wallstreet scheint keine Angst vor Trump zu haben…

  4. So oder so ist das Land jetzt gespalten und wartet auf eine kleine Zündung um zu explodieren.
    Ich denke , wir werden erstmal abwarten, was Mr. Trump in den ersten 200 Tagen seiner Amtszeit macht, denn vieles seiner Versprechen wollte er in dieser Zeit schon umsetzen.
    Also spätestens Mitte 2017 wissen wir mehr, ob er ein Populist ist oder nicht.

  5. Avatar
    Schleswig-Holsteiner

    Wie `Journalismus`funktioniert ? Hier ein Beispiel:

    http://www.achgut.com/artikel/eine_stern_stunde_des_investigativen_journalismus

    Es gibt ihn nicht mehr, den investigativen Journalismus. Die sog. Journalistinnen haben u. a. ihr Handwerk nicht mehr gelernt und sind abhängig. Wir sind ständiger Propaganda durch Politik und Medien ausgesetzt. Der Anfang vom Ende der Demokratie.

  6. Die Hetze gegen Trump ist einfach absurd – schon die Behauptung im Titel: „rechtes weißes Establishment und frustrierte Afroamerikaner“!

    Es war Hillary Clinton, die hat seinerzeit für den faschistoiden Barry Goldwater bzw. für seien Kampagne gearbeitet hatte! Nicht Trump! Unlängst las ich, daß 1/3 der schwarzen US-Bürger für Trump gestimmt hat.

    Hier ein Artikel der sehr schön aufzeigt, warum gegen Trump so gehetzt wird:
    http://thesaker.is/fear-and-loathing-inside-the-deep-state/

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