Europa

Weitere Indizien für eine weiter kräftig steigende Inflation

FMW-Redaktion

Erneut unsere klare Erkenntnis: Alles in Sachen Inflation deutet auf einen viel schnelleren Anstieg hin, als wir alle es noch im Oktober oder November letzten Jahres erahnen konnten. Importpreise, Großhandelspreise, alles kräftig im Ansteigen. Heute nun die neuesten Daten zu den Erzeugerpreisen, die genau so wie die anderen beiden vorher genannten Preise „Vorläufer“ zu den Verbraucherpreisen sind (Inflation), die erst ganz am Ende der Preiskette kommen!

Die Erzeugerpreise der Industrie in Deutschland stiegen im Januar um 2,4% im Vergleich zum Januar 2016. Das ist der kräftigste Anstieg seit März 2012! Nur Mineralölerzeugnisse legen um satte 19,7% zu. Aber ohne dieses Segment legen die sonstigen Erzeugerpreise auch kräftig zu um 1,8%. Die Komponenten „Vorleistungsgüter“ und „Verbrauchsgüter“ liegen schon über 2% im Jahresvergleich (rot eingerahmt in 2. Grafik). Erneut wie auch bei den anderen Daten lautet die logische Schlussfolgerung: Die nachlaufenden Verbraucherpreise dürften vermutlich auch im laufenden Monat Februar weiter steigen.

Das Statistische Bundesamt im Detail:

Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden) waren im Januar 2017 um 2,4 % teurer als im Januar 2016. Gegenüber dem Vormonat Dezember 2016 stiegen diese Preise um 0,9 %. Metalle insgesamt kosteten 10,2 % mehr als im Januar 2016 (+ 2,6 % gegenüber Dezember 2016). Dabei war Walzstahl um 13,9 % teurer als im Vorjahr (+ 4,2 % gegenüber Dezember 2016), Betonstahl sogar um 21,9 %. Chemische Grundstoffe waren erstmals seit März 2013 wieder teurer als im Vorjahresmonat (+ 1,6 %). Dagegen kosteten Futtermittel für Nutztiere 4,0 % weniger als im Januar 2016, Getreidemehl verbilligte sich um 5,5 %.

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Januar 2017 um 2,2 % höher als im Januar 2016 und stiegen gegenüber Dezember 2016 um 0,3 %. Nahrungsmittel kosteten im Jahresvergleich 3,3 % mehr (+ 0,4 % gegenüber Dezember 2016). Einen besonders starken Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat wies wieder Butter mit einem Plus von 41,8 % auf (+ 0,7 % gegenüber Dezember 2016). Zucker kostete 11,6 % mehr als im Vorjahresmonat (+ 2,0 % gegenüber Dezember 2016). Fleisch ohne Geflügel war um 7,6 % teurer als im Januar 2016, Milch um 7,3 %. Dagegen kostete Geflügel 3,1 % weniger als vor einem Jahr, die Preise für Teigwaren lagen um 1,7 % unter denen von Januar 2016.
Investitionsgüter waren im Januar 2017 um 0,9 % teurer als im Januar 2016, Gebrauchsgüter um 1,0 % (beide + 0,4 % gegenüber Dezember 2016).




Grafik + Daten: Destatis



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3 Kommentare

  1. Avatar

    Ich denke, Dragi hat schon seine Ansprache vorbereitet, mit der er begründen wird, warum auch 4 und mehr Prozent Inflation für Deutschland und Europa gut sind.
    Dann haben sich z. B die Schulden des Staates in etwa 15 Jahren ca. halbiert.
    Auch viel Spaß bei Allianz, Riester und CO. wenn offenbart wird, wie viel den nun für die private Altersversorgung vorhanden ist, auf die man 30 Jahre angespart hat.
    Viele Grüße
    H. J. Weber

  2. Draghi schüttelt weiter kräftig die Ketchupflasche…jetzt kommts dann gleich!

  3. Der EZB geht es nicht um die Inflation oder Deflation, es geht darum die Anleiherenditen für die südeuropäischen Länder zu senken, damit sich diese zu günstigen Konditionen verschulden können. Denn hohe Zinsen verkraften diese Länder nicht.

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