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Aktien

Würden Sie eine Aktie kaufen mit einem KGV von -286?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Kaufen Sie neben der „puren Zockerei“ auch auf langfristige Sicht Aktien? Bitte nur weiterlesen, wenn Sie die Fragen mit JA beantworten können, denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist doch eher etwas für mittel- und langfristig investierte Anleger. Dabei teilt man den Kurs der Aktie durch den Gewinn pro Aktie. Wenn man rein theoretisch annimmt, dass ein Unternehmen jedes Jahr seinen kompletten Gewinn an die Aktionäre ausschüttet, kann man über das KGV ganz leicht herausfinden, nach wie vielen Jahren man über die Dividende seinen Kaufkurs wieder reinbekommt – wie gesagt, theoretisch. Hier mal ein Überblick über die Bewertungen einiger Aktien, jenseits von Hoffnungen und Euphorie basierend auf Gewinnen und Gewinnerwartungen.

Apple

Ein klassisches Beispiel. Die Apple-Aktie notiert aktuell bei 100,50 Dollar. Der Gewinn pro Aktie lag bei 9,22 Dollar, folglich liegt das KGV bei 10,9. Auf für die kommenden Jahre schwirren die Erwartungen auch um ein 10er-KGV herum. Für eine Hightech-Aktie eine sehr günstige Notierung für Neueinsteiger, mit aktuell einer Dividendenrendite von 2,07%, denn natürlich schüttet kaum ein Unternehmen seine kompletten Gewinne an die Aktionäre aus.

Tesla

Oft haben wir z.B. schon kritisch über Tesla berichtet. Nach wie vor wundern wir uns und ziehen den Hut vor Langfristinvestoren, dass sie dem Unternehmen treu bleiben. Die Elektroautos von Tesla sind super, die gerade entstehende Batteriefabrik in der Wüste von Nevada kann zukünftig viel neues Geschäft bringen. Aber sämtliche kapitalkräftigen Autokonzerne werkeln ebenfalls an Elektroautos, und auch werkeln viele an Batteriekonzepten. Nur im Gegensatz zu Tesla haben die großen Konzerne Cash ohne Ende. Tesla hingegen rennt die Zeit davon, und man verbrennt Cash wie ein großer Kamin auf voller Flamme. Legt man die durchschnittlichen Schätzungen der Analystengemeinde für 2016 zugrunde, kommt man auf einen Verlust von 0,65 Dollar pro Aktie, was einem negativen KGV von 286 entspricht. Tesla-Chef Elon Musk versprüht warme Worte wie jedes Quartal aufs Neue, aber will und kann sich ein Langfristinvestor darauf verlassen? Ohne die Auto-Konkurrenten, die mit finanziell fast unbegrenzten Mitteln massiv in Elektroautos investieren, könnte man Tesla immerhin noch als phantastische Wachstumsstory verkaufen.

Amazon

Amazon hatte für 2015 ein KGV von 442 (immerhin Gewinne). Für 2016 erwartet die Wall Street 122, für 2018 sogar ein Niveau von 30 im KGV. Hier kann man immerhin sagen „Durchhalten, es geht in die richtige Richtung“. Gewinne sind da, und die Aussicht innerhalb von 2 Jahren auf ein 30er KGV zu kommen schmälert das Risiko eines brutalen Einbruchs in der Aktie. Denn in Krisenzeiten brechen zuerst die Werte ein, die völlig illusorisch überbewertet sind. Bei langweiligen Old Economy-Aktien gelten KGVS von 15 noch als normal, 20 ist auch noch ok. Eine Amazon-Aktie mit einem 30er-KGV wäre schon eine ziemlich seriöse Bewertung für so ein schnell wachsendes Unternehmen. Natürlich gibt es ein Problem: Der Aktienkurs von Firmen wie Amazon wird bei weiteren Gewinnsteigerungen auch weiter kräftig anziehen, was das KGV oben hält. Aber eine langfristige Normalisierung an die „normalen“ Aktien wäre für die Stabilität des Aktienkurses wichtig. Apple mit seinem 10er-KGV macht es vor.

Zalando

Nach einem 2014er-KGV von 121 lag Zalando letztes Jahr bei 74. Erwartet wird für das laufende Jahr ein KGV von 50-60, grob geschätzt natürlich. Wenn es denn so kommt, Hut ab. Wir sahen und sehen Zalando ähnlich kritisch wie Amazon, und sind nach wie vor noch nicht überzeugt davon, dass die Gewinne sich verfestigen. Die Firma ist schon längst kein „innovatives Statup“ mehr mit einem Freifahrtsschein für teure KGVs. Gerade in der Branche geht es darum langfristig auf die 20-30er-Niveaus zu kommen, konstant. Und beim Kerngeschäft Schuhe und Kleidung scheint, wie man jüngst lesen kann, Amazon in Europa auch voll in die Bresche von Zalando zu drängen.

Netflix

Das KGV bei Netflix liegt aktuell und geschätzt über 300. Gewiss, die Firma befindet sich in einer kräftigen Wachstumsphase, aber langfristig kann man kaum derartig teure Bewertungen durchhalten. Entweder die Gewinne steigen, oder der Kurs bricht ein. Irgendwie kommt es idR immer zur zwangsläufigen Anpassung an die Realität. Die Aktie schoss in den letzten vier Jahren von 8 auf 132 Dollar, aktuell bei 98. Das KGV ist auch ein gutes Barometer dafür, wie schnell sich die Erwartungen der Aktienzocker von der Realität der Unternehmensdaten entfernen.

SAP

Die SAP-Aktie ist seit der Finanzkrise von 24 auf jetzt 70 Euro gestiegen, und hat als Hightech-Aktie trotzdem ein aktuell geringes KGV von 28 (2015), was auf eine kerngesunde Bewertung (wie gesagt, Hightech-Aktien) hindeutet. Steigende Aktie, gleichzeitig günstiges KGV. Für die nächsten beiden Jahre liegen die durchschnittlichen Erwartungen um die 17.

Twitter

Twitter ist im letzten Quartal in die Gewinnzone gesprungen, erstmals. Das ist ein positives Zeichen. Dennoch bleibt die Aktie für fundamentale Langfristinvestoren ein heißes Eisen. Für 2016 liegen die durchschnittlichen KGV-Erwartungen bei -46, für 2017 bei um die -100. Das Nutzerwachstum ist zum Erliegen gekommen, aber auf der Ertragsseite kann man mit steigenden Einnahmen punkten. Hier muss man aber erstmal Konstanz reinbringen, woran man aktuell durchaus zweifeln kann.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Emm wie Meikel

    2. März 2016 18:33 at 18:33

    Für eine Langfristanlage scheint mir Apple der interessanteste der vorgestellten Werte zu sein. Positiv sehe ich die stark präsente Marke und die vielen Fans. Nicht so gut ist der Mangel an wirklichen Innovationen und daß der Zenit scheinbar schon erreicht wurde.

    Die anderen AG’s sind mir entweder zu teuer (Amazon), ich verstehe das Geschäftsmodell nicht (SAP) oder sie haben keinen echten Wettbewerbsvorteil (Zalando) oder das Geschäftsmodell ist mir zu windig, hat also auf Dauer keinen Bestand.

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Aktien

Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Steigenden Renditen? Tesla, Snowflake, China-Aktie

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Zahlreiche Themen werden besprochen wie die Arbeitsmarktdaten für November, Anleiherenditen, Tesla uvm.

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