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Zollstreit: Baut Fabriken in den USA!

Die Handelsstrategie von US-Präsident Trump oder sein Narrativ im Zollstreit liegt eigentlich schon seit Jahrzehnten fest: Er möchte Arbeitsplätze und Fabriken in die USA zurückholen, weil diese durch aufstrebende Länder wie China das Land verlassen haben, mit unfairen Methoden – und diesen Prozess möchte er als Präsident umkehren. Man habe die USA jahrzehntelang über den Tisch gezogen – ganz früher sei es Japan gewesen (siehe dazu ein Interview aus dem Jahr 1987 von Donald Trump), jetzt China und die EU. Diese einfache Denkweise steckt hinter dem System Trump – und sie bekam gestern bei der Einweihung einer Fabrik von Apple in Texas wieder neue Nahrung.

Apple-Chef Tim Cook hat den Präsidenten bei einer gestrigen Werksführung wieder schön um den Finger gewickelt und es vermutlich geschafft, dass der Präsident von einer Bezollung von Apple-Produkten im Dezember weiter absieht. Dazu der Präsident wörtlich: „Wer in den USA Fabriken braucht, der braucht sich um Zölle keine Sorgen zu machen!“

Dies ist zudem ein weiterer Hinweis für die europäische und speziell deutsche Industrie, wie man den Handelsstreit deeskalieren könnte: Deutsche Autobauer erhöhen die Fertigungstiefe in den USA, bauen Fabriken und schaffen einige Arbeitsplätze, mit deren Abbau sie bei einer Erhöhung von Zöllen in der Heimat ein Drohpotenzial in die Hand bekämen. Diese Strategie wird von BMW, VW und Daimler in gewisser Weise schon umgesetzt. Deshalb tut sich Trump auch vermutlich so schwer, die anstehende Zollentscheidung gegenüber der EU zu fällen. Es geht, juristisch ausgedrückt, um die Abwägung widerstreitender Interessen, namentlich der betroffenen Güter!

Gegenüber China ist dies natürlich eine andere Nummer: das Land wird im Zollstreit wohl kaum Produktion ins teure Amerika verlagern, oder gar seine Wirtschaftspolitik in wesentlichen Punkten ändern.

Deshalb ist der globale Zollstreit auch so eine verzwickte Sache, die uns noch geraume Zeit beschäftigen wird. Bis zum Jahresende scheint den Parteien aus diversen Gründen an keiner Eskalation mehr gelegen zu sein.

 

Im Zollstreit scheint Trump auf die Meinung von Apple-Chef Tim Cook zu hören

Im Zollstreit scheint Trump auf die Meinung von Apple-Chef Tim Cook zu hören



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1 Kommentar

  1. „WARNING“ – Ein Buch, angeblich von einem Insider aus der Regierungsmannschaft. Also, wenn auch nur die Hälfte von dem stimmt was da im Vorfeld bereits zu lesen und zu erfahren ist, sollte das Impeachment wegen Unfähigkeit oder Dummheit oder Krankheit oder wegen aller 3 Punkte gemeinsam von den Rep. selbst eingeleitet werden. Ein politisches Machtbild wie es leider nicht nur für diesen mr. president gilt sondern für unzählige sog. Volksvertreter. Dieser ist nur leider an Schalthebeln der Macht die man ihm schleunigst entziehen sollte.

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