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Nein Nein Nein, der Kleinsparer wird von Negativzinsen ausgenommen? Falsch!

Nun hat die Raiffeisenbank Niederschlesien in Sachsen reale Negativzinsen auf Tagesgeldkonten eingeführt. Dabei hat sie einen geschickten Schachzug…

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FMW-Redaktion

In den letzten Monaten kamen zwei kleine Banken hervor, einmal die Raiffeisenbank am Tegernsee und die Volksbank Stendal. Beide führten Negativzinsen ein, allerdings nur für größere Guthaben. Von Bankenverbänden hörte man danach sinngemäß „keine Angst, sowas betrifft natürlich nur große Guthaben“. Den Kleinsparer wolle natürlich niemand damit belasten. Pustekuchen. Nun hat die Raiffeisenbank Niederschlesien in Sachsen reale Negativzinsen auf Tagesgeldkonten eingeführt. Dabei hat sie einen geschickten Schachzug gemacht, den viele Banken machen um während der Negativzins-Phase der EZB bei Girokonten mehr Geld zu verdienen.

Sie führt einfach eine „Gebühr“ für Tagesgeldkonten ein, in Höhe von 5 Euro pro Monat, also 60 Euro im Jahr. Der Zins liegt bei sensationellen 0,01% im Jahr. Und die Masse der Kleinsparer, welche Summen wird der schon auf dem Tagesgeldkonto anlegen? Nehmen wir mal als Beispiel 10.000 Euro. Da haben wir auf der einen Seite einen Negativzins von diesen 60 Euro pro Jahr, was ja offiziell nur eine Gebühr ist. Dagegen stehen Zinsen von 0,01%, was bei 10.000 Euro exakt 1 Euro entspricht. Also zahlt der Kunde immer noch 59 Euro drauf, und hat nach einem Jahr Geldanlage im Tagesgeld statt 10.000 nur noch ein Guthaben von 9.941 Euro.

Das macht sich schon bemerkbar, wenn das ein paar Jahre so läuft! Bisher galt es als selbstverständlich, dass auf Tagesgeldkonten, die letztlich nichts anderes sind als ein Sparbuch, keine „Gebühren“ anfallen. Aber es ist ja eh allen klar. Es ist keine Gebühr, sondern der Negativzins der EZB, der an den Kunden weitergereicht wird. Und nicht nur das: Der Einlagenzins für Banken bei der EZB liegt bei -0,40% pro Jahr. Würde diese kleine Bank diesen Negativzins einfach 1:1 weiterreichen, müsste ihre Jahresgebühr bei 40 Euro pro Jahr liegen. Sie liegt aber bei 60 Euro, also -0,60% bei unserem Beispielguthaben von 10.000 Euro. Man kassiert also nochmal 50% auf den EZB-Negativzins oben drauf – ein starkes Stück.

Prozentual sind noch kleinere Guthaben bei dieser Bank noch viel stärker betroffen, da die in Euro festgelegte Gebühr ja bei kleineren Guthaben prozentual noch größer ausfällt! Hier hat also eine Bank definitiv zu wenig eigene Kredite an Kunden ausgegeben, und hat wohl viel zu viel Cash, welches es nicht bei der EZB parken will. Das ist verständlich. Aber gleich so deftig drauf zu hauen, das ist dreist! Damit ist auch für Kleinsparer der erste Schritt in Sachen Negativzinsen getan, die nächsten Banken können folgen!

Nochmal kurz zurück zur Raiffeisenbank Niederschlesien. Die rät den Kunden vom nun kostenpflichtigen Tagesgeld zu wechseln auf Sparbuch oder Termingeld. Inhaltlich ist es ja wie gesagt fast das selbe, nur mit einem Unterschied. Banken schränken die Auszahlungen von größeren Summen in der Regel ein – das heißt in gewissen Zeiträumen kann man nur bestimmte Maximalsummen abheben. Geht man darüber hinaus, zahlt man eine Gebühr. Das war schon immer so, und ist auch in Ordnung. Letztlich heißt das für den Kunden: Gebühren (Negativzinsen) überall!

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    joah

    7. November 2016 10:40 at 10:40

    »Damit ist auch für Kleinsparer der erste Schritt in Sachen Negativzinsen getan, die nächsten Banken können folgen!«

    Ich habe mir sagen lassen, dass die Sparkasse in Dresden ebenfalls schon seit August die „Kontoführungsgebühr“ entsprechend angepasst hat. Als zusäztliches Dankeschön werden dort auch noch sämtliche Geldausgebeschalter geschlossen: alles nur noch über Automaten – die Vorbereitungen für die „große Show“ sind in vollem Gange.

  2. Avatar

    Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG

    8. November 2016 11:59 at 11:59

    Kein einziger Kunde der Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG ist betroffen von Gebühren für das Tagesgeldkonto „VR-FlexGeld“ – Regelung gilt nur für potenzielle Neukunden

    Einige in den vergangenen Tagen erschienene Presseberichte erwecken den unzutreffenden Eindruck eines Tabubruchs: Erstmals werde von Kleinsparern auf breiter Front eine Gebühr für das Tagesgeldkonto verlangt. Richtig ist: Von den derzeit rund 20.000 Kunden unserer Bank nutzt aktuell keiner das gebührenpflichtige Tagesgeldkonto „VR-FlexGeld“.

    Die Gebühr wurde bereits vor einigen Wochen ausschließlich für Neukunden eingeführt: Wir wollen nicht, dass externe Kunden und Institutionen hohe Summen auf Tagesgeld-Konten unserer Bank parken, um Negativzinsen bei ihren bisherigen Banken zu entgehen. Es dient nicht dem Wohl unserer Mitglieder, wenn einzelne große Kunden der Gemeinschaft hohe Kosten verursachen.

    Trotz anhaltender Niedrigzinsphase können wir eine breite Produktpalette vorhalten, die sowohl gebührenfrei als auch mit marktgerechten Zinsen ausgestattet ist. Wir empfehlen potenziellen Neukunden, auf diese Produkte auszuweichen. So bietet sich zum Beispiel das kostenfreie VR-TerminGeld mit einer Guthabensverzinsung von aktuell 0,01 % p.a. an, bei dem der Kunde bereits nach 35 Tagen über sein Guthaben verfügen kann. Beratung vor Ort zahlt sich mehr denn je aus: Der Kunde erhält so sinnvolle Alternativen zum gebührenpflichtigen Tagesgeldkonto.

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Coronavirus: CNN berichtet über erste Erkrankung in USA – Wall Street reagiert

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Laut dem US-Sender CNN wird die amerikanische Behörde zur Abwehr von Epidemien (CDC; US Centers for Disease Control and Prevention) den ersten Fall einer Erkrankung eines US-Bürgers mit dem Coronavirus bekannt geben:

Und die Wall Street reagiert:

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Handelskrieg: Phase-1-Deal ist weltwirtschaftlich kein Erfolg

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Handelskrieg entschärft? Trump und Liu He im Weißen Haus

Für den Welthandel und für die beteiligten Parteien bedeutet der Phase-1-Deal kein Ende im Handelskrieg. Die Konflikte bleiben bestehen und Handelsströme werden lediglich zwangsweise umgeleitet.

Der Schaden im Handelskrieg bleibt größer als der Nutzen

Bis auf die Reduzierung eines Teils der Zölle bleibt der Großteil der „Punitive Tariffs“ und damit die Mehrkosten für Importeure und Verbraucher in den USA in Kraft. Das Gleiche gilt für die Vergeltungszölle aufseiten Chinas. Selbst nach dem Abkommen wird der durchschnittliche US-Zollsatz für alle Importe aus China immer noch 19,3 Prozent betragen, eine marginale Senkung gegenüber dem Stand vor dem Abkommen von 21 Prozent und fast das Sechseinhalbfache vor dem Beginn des Handelskriegs in Höhe von 3 Prozent.
In dem vor einer Woche unterzeichneten ersten Deal verpflichtet sich China, in den nächsten zwei Jahren landwirtschaftliche und industrielle Gütern, Dienstleistungen sowie fossile Energieträger in einem jährlichen Volumen von 200 Milliarden US-Dollar in den USA zu kaufen.

Bei der Unterzeichnungszeremonie zum Phase-1-Deal bezeichnete Trump das Abkommen als „Durchbruch“ und „historisch“, was beides natürlich übertrieben ist. Aber das ist man von der Trumpschen Rhetorik bereits gewohnt. Ungeachtet der Behauptung von Trump, dass die Zölle von den Chinesen bezahlt werden, sind sich die Ökonomen nun praktisch einig, dass sie stattdessen nahezu vollständig von den Amerikanern getragen werden. Selbst der Fed of New York zufolge bedeutete der Handelskrieg bisher höhere Preise für US-Verbraucher, ein geringeres Wachstum des verarbeitenden Gewerbes und lediglich einen Rückgang der Agrarexporte. Im Jahr 2019, so die Notenbanker weiter, „verzeichneten die USA einen erheblichen Preisanstieg bei Zwischenprodukten und Fertigwaren aus China. Es kam außerdem zu einer Verringerung der Verfügbarkeit importierter Güter und die Zölle wurden vollständig auf die Inlandspreise importierter Waren umgelegt“. Die jüngsten Zahlen zur Industrieproduktion aus den USA bestätigen die Aussagen der Fed of New York.

Ob es einen weiterführenden zweiten Deal geben wird und ob der erste Deal, den der Staatspräsident der Volksrepublik Chinas, Xi Jinping, sich weigert, zu unterzeichnen, überhaupt wort- und zahlengetreu umgesetzt wird, ist fraglich. Denn im Grunde handelt es sich nicht um einen Vertrag, sondern eine Aneinanderreihung aufgezwungener Zusagen und Wunschvorstellungen der Amerikaner. Aber Papier ist bekanntlich geduldig.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Trump: Rede auf dem Weltwirtschaftsforum Davos – Live-Feed

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Donald Trump spricht auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos – wird er wieder protektionistische Aussagen machen, nach dem Phase 1 Deal mit China eventuell Europa in den Blick nehmen mit der Androhung von Strafzöllen? Hier der Live-Feed zur Rede:

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