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Der Trend zu „Bargeld unters Kopfkissen“ weht aus Japan herüber

FMW-Redaktion

Ohhh ja, die Lösung des Problems von Negativzinsen, der Enteignung bzw. Bevormundung durch den Staat und die EZB ist einfach und naheliegend. Geld (solange es noch geht?) in bar abheben, und ab unters Kopfkissen oder in den eigenen Tresor. In Japan ist der Trend in vollem Gange. Jüngste Daten der dortigen Notenbank und des Finanzministeriums zeigen, dass die Nachfrage nach Bargeld explodiert. Grund dafür ist die in Japan jüngst eingeführte Negativzinspolitik. Noch viel stärker als in Europa befürchten viele Bürger in Japan offensichtlich, dass bald ihre Sparguthaben dran sind mit der Entwertung durch Negativzinsen.

Letztlich will die japanische Notenbank wie auch die EZB Banken und Verbraucher mit Brachialgewalt dazu zwingen Kredite zu vergeben bzw. vorhandene Guthaben zu „verkonsumieren“. Das Finanzministerium in Tokyo will dieses Jahr 1,23 Milliarden 10.000 Yen-Scheine drucken, was einen Zuwachs von 180 Millionen Noten gegenüber 2015 darstellen wird. In Japan ist das massive Horten von Cash unter dem Kopfkissen Tagesgespräch in der Öffentlichkeit. Denn dort scheint das Bewusstsein für das bevorstehende Szenario noch mehr vorhanden zu sein als in Europa. Die Zinsen sind dort exakt auf 0, und der nächste Schritt im „Abenomics-Wahnsinn“ (Ministerpräsident Japans) ist der Negativzins auf Spareinlagen.

Wer sein Cash aber unterm Kopfkissen liegen hat, muss keine Negativzinsen fürchten. Wobei wir langfristig beim Thema Bargeldabschaffung wären, wenn Regierung und Notenbank noch eine Art von Kontrolle über die Steuerung der Geldflüsse behalten wollen (haben sie die noch?). Genau kann das ja niemand einschätzen, aber mehrere Bankanalysten aus Asien gehen davon aus, dass die Bargeldaufbewahrung in den eigenen vier Wänden in Japan schon letztes Jahr massiv zugenommen hat. Die Bank of Japan weist aktuell aus anhand ihrer offiziellen Daten zum „Bargeld im Umlauf“, dass Ende Februar im Vergleich zum Vorjahr das Volumen um 6,7% gewachsen ist auf 90 Billionen Yen – der steilste Anstieg seit 13 Jahren.

Darf man davon ausgehen, das vor allem in Deutschland Ähnliches bevorsteht, wenn die ersten großen Banken anfangen auch für normale Sparguthaben Negativzinsen einzuführen? In der Eurozone steigt das Volumen der ausgegebenen Banknoten eh schon in schnellem Tempo an. In den letzten 10 Jahren stieg die Anzahl im Umlauf befindlicher Scheine um 125%, wie diese Grafik zeigt. Immer zu Weihnachten gibt´s im Dezember einen großen Schub nach oben (die kurzen Upticks), danach folgt ein Einbruch. Aber die Entwicklung geht steil bergauf. Wir vermuten: Die Nachfrage gerade nach dem 500 Euro-Schein dürfte bald explodieren, da gerade bei dem größten Schein in der Eurozone der Druck neuer Noten in Kürze eingestellt werden könnte – so verlautete es ja schon durch die EZB.

Eurozone Anzahl Banknoten im Umlauf
Anzahl Euro-Banknoten im Umlauf (in tausend). Grafik: EZB



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1 Kommentar

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