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Schlechtes Omen? Aktien und Anleihen mit schlechtesten Jahresstart seit Jahrzehnten

Aktien und Anleihen mit schlechtesten Jahresstart seit Jahrzehnten
Aktien und Anleihen. Foto: Michael Nagle/Bloomberg

Der Jahresauftakt ist in die Hose gegangen. Angesichts der wochenlangen Rallye an den Anleihen- und Aktienmärkten und dem freundlichen Jahresausklang dürfte dies für einige Anleger überraschend gekommen sein. Die alljährliche Weihnachtsrallye endete in diesem Jahr schon etwas früher. Aktien und Anleihen fielen am Dienstag im Tandem und sorgten somit für den schlechtesten Jahresbeginn seit Jahrzehnten.

Händler, die gehofft hatten, dass eine börsenübergreifende Jahresendrallye dort anknüpfen würde, wo sie aufgehört hatte, bekamen am ersten Handelstag des Jahres 2024 das Gegenteil zu spüren. Wie Bloomberg berichtet, war es einer der stärksten konzertierten Kurseinbrüche bei Aktien und Anleihen zu Jahresbeginn.

Aktien und Anleihen: Misslungener Jahresauftakt

Der viel beachtete ETF auf den S&P 500, der SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY), und der iShares 20+ Year Treasury Bond ETF (TLT) fielen am Dienstag jeweils um 0,6 %. Das ist das erste Mal, dass beide zusammen zum Jahresstart so stark einbrachen, seit der Handel mit dem Anleihen-ETF im Jahr 2002 aufgenommen wurde.

Während die Performance des ersten Tages wenig darüber aussagt, wie sich die Märkte für den Rest des Jahres 2024 entwickeln werden, signalisierte der synchrone Rücksetzer zumindest eine gewisse Zurückhaltung. Die Anleger zögern der massiven Rallye im vierten Quartal hinterherzujagen, die sowohl US-Aktien als auch Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten um mehr als 10 % in die Höhe trieb.

„Die häufigste Sorge oder Überzeugung, die wir von Anlegern gehört haben, ist, dass die überkauften Bedingungen und die euphorische Stimmung, die Aktien antrieb und Anleiherenditen sinken ließ, sich zu Jahresbeginn umkehren könnten. Es deutet sich ein Reversel an, sowohl bei den Anleiherenditen als auch an den Aktienmärkten“, so Dennis DeBusschere, Gründer von 22V Research. „Die überkaufte Marktlage und die bullischen Stimmungswerte sind schwer zu bestreiten.

Aktienmärkte und Anleihemärkte: Aktien und Anleihen fallen im Tandem
Aktien und Anleihen fallen im Tandem – Schlechtester Jahresbeginn seit zwei Dekaden

Schwäche auf breiter Front

Die Renditen von Staatsanleihen schlossen am Dienstag über die gesamte Kurve hinweg höher. Eine Vielzahl von Unternehmensemissionen drückte auf die Spreads, weil Händler ihre Wetten auf Zinssenkungen durch die Federal Reserve in diesem Jahr reduzierten.

Tech-Megacaps, die zu den Top-Gewinnern 2023 gehörten und die Aktienmärkte maßgeblich antrieben, führten am Dienstag den Ausverkauf an. Ein entscheidender Auslöser für den Rückgang war die Herabstufung von Apple durch einen Analysten von Barclays. Der Nasdaq 100 fiel um 1,7 % und verzeichnete damit die drittschlechteste Performance am ersten Tag seit dem Dot-Com-Crash 2001.

Die globalen Benchmarks zeigen ein ähnliches Bild. Am Dienstag brachen der MSCI All Country World Index für Aktien und der Bloomberg Global Aggregate Index für Investment-Grade-Anleihen zum ersten Mal seit mindestens 1999, als die täglichen Daten für den Anleihenindex eingeführt wurden, am ersten vollen Handelstag eines Jahres zusammen so stark ein.

Ein Einbruch der chinesischen Aktien am Mittwoch belastete ebenfalls die weltweiten Aktienmärkte. Der Aktienmarkt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt dürfte weiterhin Schwierigkeiten haben, sich aus seiner anhaltenden Talfahrt zu befreien. Der MSCI China Index ist in den letzten drei Kalenderjahren gefallen und hat seit seinem Höchststand im Februar 2021 fast 60 % eingebüßt.

Es gibt Anzeichen dafür, dass die Gelder aus den zuletzt favorisierten Tech-Aktien in billig aussehende Value-Werte fließen. Während der Russell 1000 Growth-Index am Dienstag um 1,5 % fiel, legte sein Pendant, der Value-Index, um 0,4 % zu.

„Das Klumpen-Risiko bei den Magnificent Seven, den Gewinnern des Jahres 2023, wird von vielen (einschließlich uns) als Hauptrisiko für 2024 angesehen“, schrieben die Strategen der Bank of America unter der Leitung von Savita Subramanian in einer Mitteilung. Eine „Januar-Konsolidierung der Megacap-Aktien ist jetzt das Basis-Szenario“.

FMW/Bloomberg



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