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Aktienmärkte fallen: Powell-Renditen, Öl und Gaza-Krieg belasten

Die hohen Anleiherenditen, die Powell, Rede, der höhere Ölpreis und die der Gaza-Krieg belasten jetzt zunehmend die Aktienmärkte.

Fallende Aktienmärkte im Vergleich zu steigenden Anleiherenditen

Die Aktienmärkte fallen spürbar. Der Dow Jones fällt in den letzten drei Tagen 800 Punkte, der Dax um 370 Punkte. Im Chart sehen wir die Bewegung seit Anfang dieser Woche. Dax und Dow Futures fallen, während die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen immer weiter steigt von 4,68 % auf 4,99 % gestern Abend. Aktuell liegt sie bei 4,93 %. Je höher die Renditen, desto stärker werden Anleihen zur Konkurrenz für Aktien.

Powell-Rede und Renditen belasten Aktienmärkte

Und je höher die Zinsen, desto teurer werden Kredite für Verbraucher und Unternehmen. Dies sieht man auch an US-Hypothekenzinsen, die jetzt bei 8 % angekommen sind, und die Nachfrage nach Hypotheken jüngst auf ein 28-Jahrestief getrieben haben. Gestern Abend hielt Federal Reserve-Chef Jerome Powell eine Rede in New York. Zwar sagte er auch, nach oben zu viel zu tun (Zinserhöhungen), könnte schädlich für die Wirtschaft sein. Aber er hielt sich den Raum für Zinserhöhungen offen, wenn weitere Konjunkturdaten zeigen, dass die US-Konjunktur immer noch zu heiß läuft. Das war der jüngste negative Auslöser für die Aktienmärkte. Die Anleiherendite kletterte gestern Abend zeitweise bis an die 5 %-Marke, die Aktienkurse fielen daraufhin weiter.

Ölpreis steigt

Dazu kommt noch der zuletzt weiter steigende Ölpreis im Zuge des Gaza-Kriegs. Niemand kann sagen, wann genau die Bodenoffensive Israels gegen Gaza startet. Es kann jederzeit so weit sein. Der Ölpreis ist inzwischen 7 Dollar angestiegen seit Beginn des Kriegs, und von gestern Abend auf heute früh hat er nochmal einen Satz nach oben gemacht. Auch das ist für die Aktienmärkte mehr als schädlich. Je teurer Öl ist, desto teurer sind Brennstoffe und Treibstoffe für die Verbraucher in den großen Industrienationen, was dort die konjunkturelle Entwicklung hemmt. Daher reagieren Aktienmärkte oft negativ, wenn der Ölpreis kräftig ansteigt.

Zunehmende Spannung im Nahen Osten

US-Basen im Irak und in Syrien waren laut Berichten das Ziel von Drohnenangriffen. Auch hat offenbar ein amerikanischer Zerstörer im Roten Meer Marschflugkörper und Drohnen abgefangen, die von Houthi-Rebellen im Jemen Richtung Israel abgefeuert wurden. Die Geopolitik im Nahen Osten nimmt nun also an Fahrt auf, und belastet als zweiter wichtiger Faktor neben den US-Renditen die Aktienmärkte. Wie schon am letzten Freitag, so ist auch heute die große Frage für die Anleger: Startet die israelische Bodenoffensive am Wochenende, und sollte man lieber vorher spekulative Positionen schließen, weil man nicht vor Montag früh reagieren kann? Oder absichtlich Shorts eingehen, weil man von einem Aktien-Absturz ausgeht?



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