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Aktienmärkte: Korrekturphase in Jahresendrally?

Nach sechs Wochen Kursanstieg in Folge, gingen vergangene Woche die Aktienmärkte tatsächlich leicht nach unten (beim Dax 0,6 Prozent). Nicht ganz überrraschend, wie ich es aus der Auswertung der Sentimentindikatoren letzten Dienstag schon dargestellt hatte.

Setzt sich diese Phase auch noch in dieser Woche fort, in einer Zeit, in der der Konsumwahn vor Weihnachten mit den US-Shopping-Orgien „Black Friday und Cyber Monday“ einen Höhepunkt erreicht? Natürlich ist dies wie immer nicht seriös vorherzusagen und die Überkauftheit der Aktienmärkte ist noch nicht abgebaut. Hinzu kommt, dass es sich in den USA um eine verkürzte Handelswoche handelt, mit dem Feiertag am Donnerstag (Erntedankfest) und einem verkürzten Handelstag am Freitag. Die Zahl der Börsentage 2019 schrumpft aber rasend schnell zusammen. Worauf sollte man also in der kommenden Woche achten?

Aktienmärkte und Konjunkturindikatoren

Die wichtigste Konjunkturindikation schlechthin für Deutschland ist der Ifo-Index, der heute bestätigt, dass sich die deutsche Wirtschaft auf niedrigem Niveau stabilisiert. Dieser Frühindikator hatte die Konjunkturflaute schon zum Jahreswechsel 2017/18 (105,2 Punkte) angezeigt und sein letztes Tief im August 2019 mit 94,3 Punkten erreicht. Im September und Oktober stoppte er seinen Fall mit einer leichten Steigerung auf 94,6 Punkte. Zudem hatte sich im Oktober die Stimmung unter deutschen Exporteuren deutlich aufgehellt. Der vom Ifo-Institut ermittelte Indexwert für die Exporterwartungen der Industrie war im Oktober auf minus 1,2 Punkte gestiegen, nach minus 5,3 Zählern im Monat zuvor.

Es gibt aber auch einen klaren Minuspunkt: Die Kapazitätsauslastung in der deutschen Industrie ist erstmals seit dem dritten Quartal 2013 unter ihren langjährigen Durchschnittswert von 83,7 Prozent gesunken – mit derzeit 82,6 Prozent.

Was also werden die neuesten Zahlen berichten, gibt es wieder einen Rückfall oder setzt sich die Entwicklung fort? – Bei einer dreimonatigen Richtungsänderung spricht man immerhin bereits von einem Trend.

In der kommenden Woche gibt es nach meiner Einschätzung aber noch folgende weitere interessante Daten:

  • Dienstag: Deutschland GfK Konsumklima Dezember, USA Verbrauchervertrauen Conference Board
  • Mittwoch: Deutschland ZEW-Index, USA Auftragseingang langlebiger Güter, Chicago Einkaufsmanagerindex
  • Donnerstag: Europa Geschäftsklima, Verbrauchervertrauen
  • Freitag: Deutschland Arbeitsmarktzahlen

Eine kleine Auswahl aus einer Flut von Wirtschaftsdaten, deren gesamte Betrachtung oftmals in die Irre führt – das Phänomen des weißen Rauschens – und der Verwirrung der Beobachter.

Industriedaten, Handelsstreit und Dividendensaison

Anscheinend stabilisieren sich die Daten des verarbeitenden Gewerbes in vielen Nationen, während der Dienstleistungssektor etwas zu schwächeln beginnt.

Die deutschen Produktionsziffern sind seit Frühjahr 2018 quasi stets gefallen und seit Beginn des Herbstes zeichnet sich so etwas wie eine Stabilisierung beziehungsweise ein leichter Anstieg ab.

Hierzu noch ein paar Zahlen aus der Automobilindustrie: In China, einem wichtigen deutschen Absatzmarkt, fallen die Verkaufszahlen schon den 16. Monat in Folge. Wann setzt wieder Nachfrage und Ersatzbedarf ein, insbesondere auch in Deutschland? Hierzulande gab es im Oktober schon einen überraschenden Anstieg der Zulassungszahlen.

Dazu noch folgende Statistik: Durch den Dieselskandal und der Unsicherheit über die künftigen Antriebssysteme sind bereits über 40 Prozent der 47 Millionen in Deutschland gemeldeten Kfz älter als 10 Jahre, die Autoquote pro Haushalt beträgt aber weiterhin konstante 77 Prozent. Die Quote für Neuwagen ist damit auf das tiefste Niveau in diesem Jahrzehnt gefallen, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Schon seltsam, dass man den Automarkt auf Jahre hinaus in einer Schrumpfungsphase wähnt. Die Automobilaktien, die vor vier Jahren ihre Hochs hatten, nehmen diese Entwicklung schon ein bisschen vorweg. Extrem stark dabei die VW-Aktie, einer der Gewinneraktien im Dax 2019.

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1 Kommentar

  1. So sehe ich es auch. Die Jahresendrally ist schon gelaufen. Die „Großen“ machen so langsam ihre Bücher zu. Runter gehts kaum. Nach oben sind maximal die 13650 ein Ziel. Ausser die Bild schreibt noch was von 14.000, dann kann es auch dort noch hingehen. Aller spätestens dort, wenn die letzten Michl eingestiegen sind, gibt es eine größere Korrektur nach unten.

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