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Aktienmärkte: Tech-Party vor dem Ende? Der entscheidende Indikator

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte spielen derzeit eine gigantische Rotation: man kauft die vormaligen „Corona-Verlierer“ (value) und verkauft die bisherigen „Corona-Geewinner“ (growth). Auslöser sind die Hoffnungen, dass schon bald der Impfstoff gegen das Coronavirus kommen werde, nachdem am Montag Pfizer/BioNTech von einem Durchbruch gesprochen hatte bei der Entwicklung des Impfstoffs. Bislang basiert aber alle Hoffnung lediglich auf einer Pressemeldung von Pfizer, die eigentlich vor einer solchen Veröffentlichung erfolgende „peer review“, also die Analyse der vorliegenden Daten durch andere Wissenschaftler, steht noch aus.

Gerade für die schwer verprügelten Aktien aus dem Bereich Tourismus, Flug, Gastronomie etc. wäre ein solcher Impfstoff natürlich ein Befreiungsschlag. Also kaufte man im Rahmen der derzeit laufenden großen Rotation diese „Nachzügler“ und erkaufte die großen Tech-Werte, die weniger sensibel auf Lockdowns reagieren. Heute jedoch die Aktienmärkte in Deutschland mit einer kleinen Gegenreaktion: Aktien von Fraport und Lufthansa fallen um bis zu -5% – dennoch stehen für diese beiden Werte noch Gewinne seit Wochenbeginn von 39% bzw. 23% im Plus – kein Wunder, dass hier nun Gewinnmitnahmen erfolgen. Faktisch haben die einst so schwer leidenden Aktien noch viel Aufholpotential zu den Highflyern aus der Tech-Branche.

Wird die große Rotation der Aktienmärkte aber dennoch übergeordnet weiter gehen? Wird also Tech weiter schlechter performen als die Value-Aktien?

Aktienmärkte vor Wende? Der Super-Indikator für die Tech-Aktien

Woran kann man erkennen, dass die große Rotation der Aktienmärkte weiter gehen wird? Entscheidend sind die Anleihemärkte, sagt Andre Stagge. Denn steigende Anleiherenditen sind „Gift“ für die Tech-Aktien – und die Renditen für US-Staatsanleihen sind in den letzten Tagen sprunghaft angestiegen, gemäß der Logik: haben wir einen Impfstoff, wird sich die Wirtschaft rasch erholen, dann entsteht Nachfrage, mit der steigende Nachfrage wiederum kommt die Inflation. Und wenn die Inflation kommt, dann brauchen Investoren in Staatsanleihen höhere Renditen, um die steigende Inflation zu kompensieren.

Heute sind aufgrund des halben US-Feiertags veteran´s day die US-Anleihemärkte geschlossen – in Europa aber geht der Anstieg der Renditen heute ungebremst weiter: die Rendite der 10-jährigen deutsche Staatsanleihe (Bund) erreicht heute vormittag den höchsten Stand seit zwei Monaten. In den USA hingegen steigt die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe auf knapp 1%:

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe ist auch wichtig für die Aktienmärkte

Geht dieser Anstieg weiter, wird das eine schwere Belastung für die Tech-Werte, so Andre Stagge. Und es spricht vieles dafür, dass steigende Anleihrenditen der neue große Trend sind, sagt Stagge – und erklärt in diesem Video, warum steigende Renditen einen großen Einfluß auf die Aktienmärkte haben, besonders auf die Tech-Aktien:

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Aktienmärkte - ist die Tech-Party vorbei?

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Bond-Kenner007

    11. November 2020 13:13 at 13:13

    Ein guter Beitrag von STAGELE, im Moment ist RISK ON voll im Trend . Sichere Bonds fallen, Schrottis steigen, Luftaktien steigen. Wie er schon sagte, wenn USBonds weiter fallen ( Renditen steigen) werden T- Bonds wieder attraktiv. Da winken dann neben guten Renditen sogar Kursgewinne wenn bei Aktien nur noch das Kursrisiko bleibt. TINA WÜRDE DANN WIEDER HINFÄLLIG, vor allem für US- Schrott.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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