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Märkte

Aktuell: Ölpreis fällt – dreifacher Beschuss, drei Mal Preisrutsch

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild für Ölpumpe

Der Ölpreis hätte gestern (was wir als Möglichkeit besprachen) seine relativ langweilige 1,50 Dollar große Seitwärtsrange nach oben durchbrechen können, in welcher er sich seit Tagen befindet. Schauen wir dazu erst einmal auf diesen Chart, der zehn Tage zurückreicht. Über die 57,50 Dollar war WTI-Öl gestern schon leicht rüber gelaufen. Er konnte das Niveau aber nicht ausbauen.

Ölpreis Verlauf in den letzten zehn Tagen

Lagerbestände drücken den Ölpreis

Denn um 17 Uhr deutscher Zeit kamen gestern die US-Lagerbestände für Rohöl auf den Tisch. Sie zeigten keinen Rückgang der Bestände, was dem Ölpreis geholfen hätte. Nein, erneut zeigten die Daten eine Zunahme der Lagerbestände für Rohöl um 2,2 Millionen Barrels im Vergleich zur Vorwoche. Hier nochmal die Grafik. Jeder Balken steht für eine Woche Veränderung in den Lagern. Man sieht gut den Trend zu immer volleren Lagern seit neun Wochen, nur einmal kurz unterbrochen mit einem kleinen Rückgang. Dieser ständige Aufbau der Lagerbestände drückt natürlich gegen den Ölpreis. Denn es ist, wie es ist am freien Markt – mehr Angebot drückt den Preis!


source: tradingeconomics.com

IEA und Hongkong agieren heute als „Nachbrenner“ für fallenden Ölpreis

Die Lagerbestände haben immer noch einen massiven Einfluss auf den Ölpreis. Das ist gut sichtbar im folgenden Chart. Er zeigt WTI-Öl im Verlauf seit Dienstag. Es gab ab 17 Uhr einen Preisrückgang von 80 Cents in relativ kurzer Zeit. Über Nacht kam zwar die „gute Kunde“ von Trump-Berater Kudlow über eine bevorstehende Einigung im Handelskrieg, aber dem Ölmarkt konnte das nicht helfen. Heute früh wurde das BIP aus Hongkong vermeldet mit -3,2% im Vergleich zum Vorquartal. Diese Info kostete das WTI-Öl weitere 20 Cents. Dann wurde vorhin der monatliche Ölmarktbericht der Internationalen Energie-Agentur (IEA) veröffentlicht. Er kostete den Ölpreis nochmal 25 Cents (die roten Balken am Endes Charts).

Denn die IEA sagte unter anderem, dass die Produktion der Länder außerhalb der OPEC (also vor allem die USA) und hohe Lagerbestände den Markt gut versorgt da stehen lassen werden. Nicht OPEC-Förderer sollen laut IEA im nächsten Jahr 2,3 Millionen Barrels an Angebot am Weltmarkt hinzufügen, was doppelt so stark sei wie das Nachfragewachstum. Puhhh, solche Aussagen üben natürlich weiter Druck auf den Ölpreis aus! Und so hat der WTI-Ölpreis insgesamt seit dem Hoch von gestern bis jetzt 1,26 Dollar verloren. Öl hängt wieder in seiner tagelangen Seitwärtsphase. Geht es nun weiter bergab bei diesen schlechten Nachrichten?

WTI Ölpreis seit Dienstag

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Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

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Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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