Folgen Sie uns

Devisen

Aktuell: Ölpreis fällt weiter, Schweizer Franken steigt, aber Goldpreis (noch) nicht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Gold Barren Beispielfoto

Während die EZB vorhin einen Totentanz präsentiert hat mit Zinsentscheidung und PK als Non-Event, tut sich an anderen Märkten so einiges. Der Corona-Virus, der nun offenbar auch in Singapur angekommen ist und in China immer weiter um sich zu greifen scheint, beunruhigt die Märkte. Wir schauen aktuell auf Öl, den Schweizer Franken und den Goldpreis.

Ölpreis fällt weiter

Heute früh hatten wir schon über den fallenden Ölpreis berichtet. Da stand WTI-Öl noch bei 55,75 Dollar. Vorhin hat er sogar glatt den Kurs von 55,00 Dollar erreicht. Je mehr das Corona-Virus für Angst sorgt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass in Asien Flugverkehr und wirtschaftliche Aktivität zumindest teilweise erlahmt. Das könnte eine sinkenden Öl-Nachfrage bedeuten, was den Ölpreis sofort drückt am Terminmarkt. Geht es weiter bergab? Auch die Aktienkurse lassen sich aktuell beeindrucken. Der Dow 30 verliert seit gestern Abend gut 160 Punkte, der Dax gut 80 Punkte. Der Absturz bei Öl ist deutlich spürbarer als in den Aktienindizes.

Schweizer Franken reagiert, Goldpreis (noch) nicht

Vorgestern hatten wir schon mal über ein kurzes Aufwärts-Zucken im Goldpreis berichtet wegen dem Corona-Virus. Allgemeine Unsicherheit an den Börsen wegen so einem Ereignis könnte eine Flucht in die „Sicheren Häfen“ namens Schweizer Franken und Gold auslösen. Von 1.560 Dollar war Gold schnell auf 1.568 gestiegen, nur um dann vorgestern schnell wieder zu fallen bis auf 1.546 Dollar im Tief. In den letzten zwei Stunden konnte der Goldpreis heute zwar 5 Dollar auf 1.560 Dollar zulegen. Aber im folgenden Chart, der bis letzten Freitag zurückreicht, sieht man: Ein echter Ausbruch ist das noch nicht.

Goldpreis Verlauf seit letztem Freitag

Der Schweizer Franken zeigt aktuell einen deutlicheren Aufwärtstrieb als der Goldpreis. Euro vs Franken fällt ganz frisch auf ein neues Tief seit drei Jahren mit 1,0712. Wird der Goldpreis nachziehen und noch deutlich höher steigen als 1.560 Dollar? Es wäre kurzfristig das klassische Risk Off-Szenario, raus aus Aktien und Schwellenländern-Anleihen, rein in Gold und Franken.

Euro vs Schweizer Franken

Abgesehen vom Risk Off-Szenario, hier noch ein anderer Blick auf Gold. Robert Zach von investing.com zeigt sich derzeit für einen steigenden Goldpreis wenig optimistisch. Hier auszugsweise im Zitat:

Kurzfristig wäre ich mit Long-Engagements in Gold extrem vorsichtig. Ein Washout, aus welchem Grund auch immer, sei es jetzt ein kurzfristig weiter aufhellendes Wachstumsbild durch anhaltend solide Stimmungsindikatoren oder ein stärkerer US-Dollar, könnte jederzeit zu einer Liquidierung der Long-Bestände der Großspekulanten führen. Langfristig, also über die nächsten Jahre hinweg, sind wir glaube ich aller einer Meinung, dass der Goldpreis sein Rekordhoch jenseits von 1.900 US-Dollar anlaufen und vielleicht überspringen wird. Warum? Zum einen wegen des Verschuldungsproblems, das noch extremere Ausmaße annehmen könnte als bisher, schließlich sagte US-Präsident Donald Trump bei der Unterzeichnungszeremonie des Phase 1-Deals, dass man neue Steuersenkungen plant. Diese werden sich aber nur realisieren lassen, wenn das Zinsniveau niedrig bleibt oder weiter abgesenkt wird.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

weiterlesen

Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

weiterlesen

Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage