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Arbeitslosenquote: Dreiste Täuschung nimmt kein Ende

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Heute hat die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitsmarktdaten für April veröffentlicht. Arbeitslosenquote rückläufig, Zahl der Beschäftigten gestiegen. Super! Wirft man nur einen ersten kurzen Blick auf die Statistik, wird sofort klar: die dreiste Täuschung nimmt kein Ende. Faktencheck von finanzmarktwelt.de

Zuständig für die Arbeitslosenquote Vorstand der Bundesagentur für Arbeit
Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit
Foto: Bundesagentur für Arbeit

Wie wir bereits in unserem Artikel vom 25.03.2015 unzweideutig dargelegt haben, rechnet die Bundesagentur für Arbeit nachweislich diverse Personengruppen, die definitiv keine Arbeit haben, einfach aus der Statistik heraus, damit die Arbeitslosenquote rein optisch geringer ausfällt. Nach der heutigen Verkündung müssen wir sagen es geht einfach immer so weiter. Auch nach massiven Protesten durch TV-Berichterstattungen in den letzten Monaten scheint Transparenz weiter ein Fremdwort zu sein, nach dem Motto „wenn ich die Arbeitslosigkeit einfach umbenenne, ist es keine Arbeitslosigkeit mehr“.

Arbeitslosenquote April

Offiziell lag die Arbeitslosenquote im April bei 6,5%. Die Statistik weist einmal die Hauptzahl der „Arbeitslosen“ aus, die auch für die öffentlich verkündete Quote benutzt wird. Diese Zahl ist natürlich gesunken und liegt „nur noch“ bei 2.842.844 Personen.

Darunter haben wir die Zahl 347.171 markiert, also die „Personen, die im weiteren Sinne arbeitslos sind“, darunter fallen Arbeitslose, die in legendären Maßnahmen wie Häkelkursen und Bewerbungstrainings versteckt werden, aber auch Menschen, die zwischen 58-65 Jahre alt sind und laut Agentur nicht mehr so richtig vermittelbar sind. Deswegen lässt man sie einfach weg. Wir meinen: was ist das nur für eine Logik?

Darunter haben wir noch die Zahl 448.045 dazu addiert. Dies sind „Personen, die nahe am Arbeitslosenstatus sind“. Dazu zählt die Bundesagentur für Arbeit z.B. Arbeitslose, die derzeit von privaten Arbeitsvermittlern betreut werden. Sie sind zwar trotzdem arbeitslos, aber…. raus damit aus der Statistik…

Arbeitslosenquote Statistik
Grafik: Bundesagentur für Arbeit

Wir rechnen (mal wieder) die Zahlen durch, um zu veranschaulichen, wie hoch die Arbeitslosenquote im April tatsächlich war. Hierzu ziehen wir die von uns rot markierten Daten heran:

Berechnung tatsächliche Arbeitslosenquote

2.842.844 „Arbeitslos“
347.171 „Personen, die im weiteren Sinne arbeitslos sind“
448.045 „Personen, die nahe am Arbeitslosenstatus sind“
—————
3.638.060 Personen tatsächlich arbeitslos im April

Bei 2.842.844 Menschen und einer Quote von 6,5% ergibt sich folgerichtig mit 3.638.060 Menschen eine aktuelle tatsächliche Arbeitslosenquote von

8,32%

Einfach nur schade und traurig, dass man bei der Bundesagentur für Arbeit wie wohl auch beim Bundesarbeitsministerium in Berlin immer noch meint die Bevölkerung könnte die traurige Wahrheit nicht verkraften, dass wir in Deutschland viel mehr Arbeitslose haben. Dabei hat sich gerade Frau Nahles doch in ihrer Zeit bevor sie Ministerin wurde, stets als „Kämpferin für das Gute und Richtige“ aufgetan. Es wäre ein Leichtes eine Dienstanweisung nach Nürnberg zu schicken an Herrn Weise und Herrn Alt, doch endlich eine ehrliche Statistik zu veröffentlichen.



Quelle: Bundesagentur für Arbeit

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    Hugo77

    30. April 2015 15:28 at 15:28

    Von den rund 4,4Mio Hart4 Empfängern ist ja auch niemand „im Sinne“ arbeitslos.
    Diese zusammen rund 8 Mio sind wohl auch noch nicht das Ende der Fahnenstange.

  2. Avatar

    Hans-Werner

    30. April 2015 16:58 at 16:58

    Ja da kann man gut erkennen wie wir belogen werden,die Sache mit den Arbeitslosen ist doch nur 1 Bereich.
    Wenn wir die Bürger uns richtig bewusst werden dann müssen wir leider feststellen, das man uns verarschen
    will.

  3. Avatar

    Tell

    30. April 2015 17:23 at 17:23

    Fälschung ist Betrug.
    Fälscher sind somit Kriminelle.
    Kriminelle gehören vor ein Gericht
    und anschließend hinter Gitter.

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    Bernd

    30. April 2015 17:40 at 17:40

    Die Zahlen dürften wohl in Richtung 4 Millionen gehen, wenn wir noch diejenigen hinzuzäglen, die – vorwiegend aus Scham – gar nicht gemeldet sind und sich vom System abgemeldet haben. Dies dürften wohl auch geschätzte einhundert- bis zweihunderttausend sein. Und da man als Minijobber, Kleinselbständiger etc. kaum weiß, wie man den nächsten Tag überstehen soll, solche Beschäftigungsmodelle notgedrungen jedoch stetig zunehmen (auch aufgrund der gezielt geschürten Repressionen in den Argen), müssen wir – wenn wir ehrlich sind – eigentlich von bald 10 Millionen Arbeitslosen reden, denn wenn man nicht mehr von seiner Hände Arbeit leben kann, ist alles andere nichts weiter als zynischer Euphemismus und staatlich geförderter Sklaverei! Das dieser Staat so faulig riecht, hätte ich vor wenigern Jahren noch nicht gedacht.

    • Avatar

      Nur ein Kommentator.

      2. Mai 2015 00:54 at 00:54

      „Das dieser Staat so faulig riecht, hätte ich vor wenigern Jahren noch nicht gedacht.“

      Wie wahr, wie wahr ! Auch ich hätte das nicht gedacht.

  5. Avatar

    Hans 64

    30. April 2015 17:42 at 17:42

    Hallo, Herr Kummerfeld,

    Sie haben noch eine Personengruppe unberücksichtigt gelassen und zwar jene Personen, die zwar arbeitslos sind, aber keine Transferleistungen erhalten, weil das Einkommen ihres Ehepartners oberhalb der Verdienstgrenze liegt.

  6. Avatar

    admin

    30. April 2015 18:10 at 18:10

    Hallo Hans64, hallo Bernd, wir werden ihre Anmerkungen in zukünftige Recherchen mit einbeziehen. Vielen Dank und ein schönes verlängertes Wochenende für Sie!

    finanzmarktwelt.de Redaktion

  7. Avatar

    neuland

    30. April 2015 18:10 at 18:10

    Also von irgendwoher muss ja die Zustimmungsquote für Angie ‚Zaubermaus‘ Merkel in Höhe von gefühlten 120% kommen…

  8. Avatar

    joerg enders

    30. April 2015 21:39 at 21:39

    wieviel Arbeitslose schlummern in Hartz IV,die überhaupt nicht mehr gezählt werden.Wieviel Arbeitslose sind bei den nirgends registrierten ca. 5 Millinen Menschen,die Anspruch auf HartzIV hätten,sich aber aus Scham nicht melrden,da diese vom Ersparten leben,falls noch vorhanden,von Verwandten,oder schon unter der Brücke leben.Dieses Arbeitsministerium und seine Behörden ist das reinste Betrugssystem und es kommt der Tag,wo dieses Kartenhaus der Lügen in sich zusammenbricht und gewisse Leute zur Verantwortung gezogen werden.
    http://www.welt.de/wirtschaft/article117582387/Fuenf-Millionen-verichten-aus-Scham-auf-Hartz-IV.html

  9. Avatar

    cource

    1. Mai 2015 07:53 at 07:53

    das ist doch alles selbstverarsche – die mittelschicht hat doch jetzt schon unter der steigenden kriminaltätsrate (u.a. Einbruchsdiebstahl) zu leiden – wer unrecht zulässt brauch sich nicht darüber zu beschweren wenn seine oma im supermarkt wegen ein paar euros, niedergeschlagen wird

  10. Avatar

    gudrun kalthoff

    1. Mai 2015 15:24 at 15:24

    Da wird geschummelt auf Teufel komm raus. Aber wirklich helfen tut weder das Arbeitsamt noch das Jobcenter. Ich selber bringe meinen Sohn und mich mit einer Halbtagsstelle und einem Minijob durch den Monat.

  11. Avatar

    melanie G.

    2. Mai 2015 07:57 at 07:57

    Was für eine verlogene Regierung. Belügen ihr eigenes Volk, dass es nur so kracht.
    Aber, was tut der Mensch nicht alles, um an der Macht zu bleiben.
    Das ewige Märchen vom Fachkräftemangel , kann man es schon nicht mehr hören.
    Die sollen mal die Altersdiskriminierung aufgeben, dann stehen dem Arbeitsmarkt jede menge Fachkräfte zur Verfügung.
    Es gibt keinen logischen Grund, warum ältere Menschen nicht mehr eingestellt werden sollen.
    Würden sie für jede Lüge einen roten Fleck im Gesicht bekommen, dann würden nur noch gefleckte Menschen im Bundestag herumlaufen.

  12. Avatar

    Kristina

    2. Mai 2015 08:50 at 08:50

    Nicht zu vergessen die nicht arbeitenden Asylbewerber. Da vermutlich der Großteil im Land bleibt, sind diese ebenfalls zu berücksichtigen, zumal sie von den Fördertöpfen der Bundesagentur profitieren.

  13. Avatar

    Helli

    2. Mai 2015 11:54 at 11:54

    Bei den angesprochenen Personengruppen fehlen eigentlich auch noch die sogenannten Aufstocker! Die haben zwar eine Stelle, können aber nicht davon leben!

  14. Avatar

    GN

    2. Mai 2015 13:03 at 13:03

    Sehr geehrter Herr Bachmann,

    der Einzige der hier richtigen Mist verzapft sind Sie. Wann Sie zuletzt Pilot eines Verkehrsflugzeuges gewesen sind, weiß ich nicht. Vielleicht einmal vor 30 Jahren.

    Das moderne Verkehrsflugzeuge fernsteuerbar sind ist unzweifelhaft bewiesen. Es gibt dazu ein Patent der Firma Boeing. Boeing verbaut dazu eine Box die sich „Boeing Honeywell Uninterruptible Autopilot“ nennt.

    Laut dem ehemaligen Kampf- u. Verkehrspiloten Field McConnell werden diese Boxen seit 2006 von Boeing verbaut. Die Piloten und Airlines wurden lt. McConell nicht über die Existenz und die Funktion dieser Boxen aufgeklärt.

    Die Lufthansa soll aus damals georderten 747-400, nach Entdeckung der Boxen durch ihre Techniker, diese mit hohem eigenen finanziellem Aufwand entfernt haben.

    Und warum sollte es gerade in den rechnergesteuerten Airbus-Modellen ein Problem sein diese Fernsteuerung zu verwirklichen? Gerade beim Airbus ist das wesentlich einfacher, als bei älteren Boeing-Modellen.

    Also tun Sie bitte hier nicht so, als ob Sie Ahnung hätten und stellen Sie hier nicht die Wahrheit auf den Kopf….

    Viele Grüße

    GN

    Ps: Auch interessant ist die Aussage des ehemaligen Lufthansa-Piloten Peter Haisenko….

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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