Asien

Australien: Notenbank senkt Zinsen nicht – aus Angst vor Hausblase

Von Markus Fugmann

Australiens Notenbank (RBA) hat den Leitzins unverändert bei 2,25% gelassen – zur Überraschung der meisten Analysten, die nach der Zinssenkung im Vormonat mit einem weiteren Schritt der RBA gerechnet hatten. Dabei hat es möglicherweise eine peinliche Informationspanne gegeben: knapp eine Minute vor Veröffentlichung der Entscheidung der Notenbank, die Zinsen nicht zu senken (was positiv für den Australischen Dollar ist), stieg der Aussie-Dollar in wenigen Sekunden über 50 pips. Hatten hier Eingeweihte schon etwas vorab gewußt? Spekulationen, wonach die Bekanntgabe der Notenbank-Entscheidung auf der Webseite der RBA etwas zu früh erfolgt sei, wies die RBA später zurück: alles sei pünktlich erfolgt. Damit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es eine undichte Stelle innerhalb der RBA gegeben haben dürfte.

Die RBA zeigte sich in ihrem Statement angesichts der gefallenen Rohstoffpreise eher pessismitisch für die weiteren Aussichten – vermutlich wird spätestens im Mai die nächste Zinssenkung folgen. Klar scheint, dass die RBA den Leitzins nicht noch einmal gesenkt hat, um den ohnehin heiss gelaufenen Immobilienmarkt nicht weiter anzuheizen – in der Regel verbilligen sich Hypothekenkredite, wenn die Leitzinsen fallen.

Heute Nacht veröffentlichte Daten hatten einmal mehr gezeigt, dass Australiens Immobilienmarkt eine Blase aussgebildet hat: so stiegen die Baugenehmigungen im Vergleich zum Vormonat Dezember um 7,9% und erreichten damit ein neues Allzeithoch. In Sydney sind die Immobilienpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um weitere 14% gestiegen – dabei hat Australien nicht wie fast alle anderen westlichen Länder einen Einbruch der Immobilienpreise erlebt. Die Notenbank versucht verstärkt, die totale Überhitzung abzukühlen, bisher aber vergeblich. Die Investitionen in den Bausektor liegen auf Allzeithoch.

Gleichzeitig aber steigt die Arbeitslosigkeit in Down under, die fallenden Rohstoffpreise könnten einen Crash am Immobilienmarkt auslösen. Umso absurder, dass die Australier in dieser gefährlichen Lage bereit sind, zu astronomisch hohen Preisen zu kaufen..



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