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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Australiens Superzyklus – bringt Huawei indirekt das Ende des 27-jährigen Aufschwungs?

Australien als Beispiel für ein Kartenhaus, das demnächst zusammen brechen könnte..

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Irgendwann geht jede Periode einmal zu Ende. Nach einer unglaublichen Phase von 27 Jahren ohne Rezession im 5. Erdteil – was einige Analysten schon die These vertreten ließ, Konjunkturaufschwünge stürben nicht an Altersschwäche – könnte es in nächster Zeit zu einer Schrumpfung der australischen Wirtschaft kommen. Auslöser könnte in dem fragilen Zustand der Weltwirtschaft ausgerechnet der Boykott Huaweis durch „Down Under“ sein. Wie gestern Morgen veröffentlicht wurde, fiel der neueste Australia Composite Einkaufsmanagerindex unter die Wachstumsschwelle.

 

Die Ursache für die Endlos-Hausse

 

In keinem Land der Welt gab es 110 Quartale oder über 27 Jahre lang keine Rezession! Mit dieser Bestleistung hat Australien die Niederlande überholt, die 103 Quartale ohne Rezession überstanden haben, zwischen den Jahren 1982 und 2008.

Eine bemerkenswerte Leistung: Grundlage für Australiens BIP-Rekord ist neben den Reformen des Arbeitsmarktes vor allem der wichtigste Handelspartner China als starker Nachfrager von australischen Bodenschätzen wie Kohle, Erz und Gas sowie landwirtschaftlichen Produkten. Chinas Rohstoffhunger war der Verdreifachung des BIPs von 2008 bis 2017 geschuldet, u.a. durch einen beispiellosen Bauboom. Zum Rohstoffgeschäft gesellte sich noch die Entwicklung des australischen Immobilienmarktes, der einen weiteren Vermögenszuwachs auslöste, allerdings mit der Folge, dass der Erwerb von Wohneigentum für junge Australier immer schwieriger geworden ist.

Aus den genannten Gründen ist in „Lucky Country“, wie man Australien gerne bezeichnet, das Dauerwachstum zur Normalität einer ganze Generation geworden. Selbst über dreißigjährige Erwachsene können sich an keine Schrumpfung ihrer Wirtschaft erinnern.

 

Huaweis Ausschluss im Aufbau des 5G-Netzes

Australien ist aber auch ein sehr modernes Land, welches technologisch als dreizehntgrößte Volkswirtschaft der Welt mit den anderen Industriestaaten Schritt hält. Auch hier unterhält man intensive Wirtschaftsbeziehungen zum großen Reich im Norden. So spielt der große chinesische Technologiekonzern Huawei nicht nur als Exporteur von Mobiltelefonen eine große Rolle.

Aber:Bereits vor einiger Zeit hatte man in Australien sowie in Neuseeland beschlossen, Huawei aus Gründen der Sicherheit vom Aufbau des 5G-Netzes auszuschließen. Dies dürfte die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern weiter belasten, denn man hatte dem chinesischen Unternehmen schon die Lieferung von Ausrüstungen für den Glasfaseraufbau und das Verlegen von Tiefseekabeln untersagt. Maßnahmen, bei denen die Ursache im politischen Umfeld zu finden sind, denn man wehrt sich anscheinend immer stärker gegen die politische Einflussnahme Pekings in die Politik des fünften Kontinents.

 

Die Bedrohung für den Endloszyklus

Eine Verschlechterung der Geschäftsbeziehungen kommt zu Zeiten globaler Wachstumsabschwächung eigentlich zur Unzeit. Denn ein Nachlassen der Bautätigkeit in China dürfte Australiens Wirtschaft nicht unbeeindruckt lassen. Sollten der australische Affront gegenüber den großen Abnehmer durch den Boykott des großen chinesischen Technologiekonzern in Gegenmaßnahmen münden, könnten vielleicht auch die jungen Australier in absehbarer Zeit lernen, was das berüchtigte R-Wort für Folgen haben kann. Australien ist zwar eine Insel, aber wirtschaftlich dennoch von der Weltwirtschaft und insbesondere von China abhängig.

Der negative Einkaufsmanagerindex, den Markus Fugmann gestern in seinem Videoausblick präsentiert hat, ist hierfür vielleicht ein erstes Anzeichen.

 

Anmerkung der FMW-Redaktion:

Dazu empfehlen wir folgende Artikel:

1. Australia’s Econ­omy is a House of Cards – der wahrscheinlich beste Artikel über Australiens Wirtschaftswunder, das in sich zuammen fallen wird und muß

2. Es gibt mehr Baukräne in Sydney als in allen großen US-Städten zusammen

3. Kommt nach dem Boom der Knall? Australien und Kanada die Länder mit größten Risiken wegen Immobilienblase


Von Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird AnthonyWinning als Autor angenommen (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben). – Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird angenommen, dass es sich um ein eigenes Werk handelt (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben)., CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=504607

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Handelsstreit USA versus China – hat Trump überhaupt eine Strategie? Ein paar Widersprüchlickeiten

Es fällt schwer hinter den bisherigen politischen Maßnahmen gegenüber China eine stringente Strategie von Trump zu sehen..

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Es ist unstrittig, dass es im Handelstreit zwischen den USA und China um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft der Großmächte geht.

Aber verlangt US Präsident Trump von den Chinesen wirklich ihre Gesetze zu ändern oder hat er gar politische Änderungen gefordert?

 

Trumps Motive sind vorwiegend wirtschaftliche

Trumps Strategie lautet „Make America great again“ und dahinter verbergen sich seine Zielstellungen:

  • Der Abbau der Handelsbilanzdefizite und damit verbunden die Verringerung der ausländischen Exportquoten bei gleichzeitiger Erhöhung der Importquoten
  • Die Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA und damit eine Reindustrialisierung der Dienstleistungsgesellschaft
  • Verhinderung der illegalen Einwanderung, deshalb auch sein fortwährender Kampf für die Mauer zu Mexiko
  • Der Schutz geistigen Eigentums von amerikanischen Firmen vor Missachtung durch Regierungen und Unternehmen
  • Die Verhinderung von Spionagetätigkeit jedweder Art, auch deshalb die heftigen Maßnahmen gegenüber Huawei, allerdings noch ohne triftige Beweise. Was jetzt überall verbreitet wird, ist die Meldung, dass der Gründer von Huawei, Rhen Zengfei, ein ehemaliger Offizier der chinesischen Volksbefreiungsarmee war und damit auch Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas.

 

Trumps Chinastrategie

Es fällt schwer hinter den bisherigen politischen Maßnahmen gegenüber China eine stringente Strategie zu sehen. Wenn Trump China in die Knie zwingen möchte, müsste er sich eigentlich nach Verbündeten umsehen. Eine seiner ersten Handlungen war das Abkommen über die Transpazifische Partnerschaft (TPP) zu kündigen, mit den Ländern Japan, Australien, Neuseeland, Malaysia, Singapur, Vietnam, Kanada, Chile, Mexiko, Peru, welche sich zu einem Block gegen China formieren wollten. Auch jetzt sind keine Bündnisse erkennbar.

Dann sein Einknicken gegenüber Nordkorea, einem Staat unter chinesischer Kontrolle, dem er zuerst mit „Fire and Fury“ drohte und dann Kim Jong Un zu einem großartigen Politiker hochstilisierte. Wo sind die Reaktionen gegen die neuen Raketentests? Wo ist sein Einsatz für die Welthandelsorganisation (WTO), um vereint gegen die Verstöße gegen Handelsregeln durch China vorzugehen?

Wann hat man jemals Kritik von Donald Trump über die Menschenrechtsverletzungen in China gehört, über die Lager in denen geschätzt eine Million moslemischer Uighuren gehalten werden, über den chinesischen Polizeistaat? War Chinas Ministerpräsident Xi Jinping nicht bis vor Kurzem ein guter Freund von Trump?

Donald Trump ist kein Weltpolitiker, er ist ein Mann der Wirtschaft, ein selbsternannter Dealmaker. Zu seinem Amtsbeginn kannte er nicht einmal einige Länder im mittleren und fernen Osten, für die er Konfliktlösungen präsentieren soll.

Er wollte einen Deal mit China, erst über den Defizitabbau, dann den Schutz geistigen Eigentums und die Marktöffnung. China hat nicht mitgespielt und jetzt droht er ständig eskalierend, im Bewusstsein der erst kürzlich dargestellten wirtschaftlichen Übermacht der USA. Erst wochenlang Zuversicht verbreitend, dann die 180-Grad-Wende. Wo ist die angelegte Strategie?

 

Fazit

Donald Trump ist und bleibt eine Blackbox. Er hat so viele Regierungsmitglieder in kurzer Zeit ausgetauscht wie kein Präsident vor ihm. Wer ihm widerspricht, fliegt. Er ist nach Ansicht seiner ihn umgebenden Ja-Sager sehr beratungsresistent und entscheidet immer mehr aus dem Bauch heraus. Ich kann bisher weder eine Strategie noch eine übergeordnete Macht erkennen, die langfristig alles steuert. Was sicher ist, ist sein unbändiger Wille China in die Knie zu zwingen, aber auch seine Unberechenbarkeit.

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