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Autoproduktion in Deutschland: Seit 2017 geht der Trend deutlich bergab

Autoproduktion mit Massenparkplatz hergesteller Autos

Die Autoproduktion in Deutschland ist wegen der Coronakrise in ein Loch gefallen. Und in den letzten Monaten waren Probleme in den Produktionsprozessen auch nachvollziehbar, denn es gab Schwierigkeiten vor allem mit den Halbleiter-Lieferungen. Und diese Knappheit hält an. Von daher ist es nachvollziehbar, dass die Zahlen zur deutschen Autoproduktion derzeit so schwach aussehen? Nicht ganz.

Schauen wir mal auf die Jahre vor der Coronakrise. Und da sehen wir: Es ist mehr als nur Corona und Halbleiter-Mangel. Auch vor Corona ging die Tendenz schon klar gen Süden. Die Autoproduktion in deutschen Produktionsstätten hat sich seit Jahren massiv verringert. Vergleicht man die Produktionsmenge aus Juli 2021 mit dem Monatsdurchschnitt im Jahr 2019, dann hat sich die Menge der produzierten Autos halbiert. Und auch der jährliche Trend spricht eine klare Sprache.

Autoproduktion in Deutschland seit Jahren schon vor der Coronakrise rückläufig

Die Zahlen des Automobilverbands VDA zeigen: Die Inlandsproduktion deutscher Hersteller von Personenkraftwagen ist 2017 im Vergleich zu 2016 um 1,8 Prozent gefallen. 2018 war es im Jahresvergleich ein Minus von 9,3 Prozent. 2019 war es eine rückläufige Autoproduktion im Inland von 8,9 Prozent – und das alles noch vor der Coronakrise. 2020 dann Corona-bedingt betrug der Rückgang 24,6 Prozent.

Vergleicht man aber mal die Autoproduktion im Inland mit den Neuzulassungen im Inland, dann sieht man hier eine klare Diskrepanz. In 2017 wurden 2,7 Prozent mehr PkW zugelassen als 2016. 2018 war es ein Minus von 0,2 Prozent. 2019 stieg das Zulassungsvolumen 5 Prozent, und 2020 waren es -19,1 Prozent. Die Zulassungen waren also im Verlauf der Jahre spürbar besser als die Produktion. Also waren ausländische Fabrikate und/oder Fabrikate deutscher Hersteller, die im Ausland hergestellt wurden (siehe Skoda etc), besser nachgefragt.

Die folgende Grafik der Ökonomen der Commerzbank zeigt sehr anschaulich den jahrelangen Abwärtstrend bei der Autoproduktion im Inland. Vorher schon seit Jahren im Gange, wird der Abwärtstrend nun durch Corona und den Halbleiter-Mangel beschleunigt.

Der VDA verkündete erst letzten Freitag neueste Daten zur deutschen Autoproduktion. Demnach sank die Produktion in den deutschen Automobilwerken im August im Jahresvergleich um 32 Prozent auf 133.600 Pkw. In den ersten acht Monaten belief sich die Inlandsproduktion auf 2,1 Millionen Pkw (+5 Prozent). Lieferengpässe bei Halbleitern waren laut VDA auch im abgelaufenen Monat ein Produktionshindernis. Auch der Export fiel im August: Es wurden 107.700 Pkw (-33 Prozent) ins Ausland abgesetzt. Im bisherigen Jahresverlauf wurden 1,6 Millionen Pkw (+7 Prozent) an Kunden aus aller Welt ausgeliefert.

Deutlicher Rückgang im Langfristvergleich

Schauen wir mal auf die Zeit unmittelbar vor Ausbruch der Coronakrise. Wurden im Februar 2020 nur noch 388.668 PkW in deutschen Autowerken hergestellt, so waren es im Februar 2017 noch deutlich mehr mit 487.600 PkW. Jetzt im August 2021 waren es wie gesagt nur noch 133.600 PkW – das ist im Vergleich zu Februar 2017 ein Minus von 73 Prozent!

Bereits im Januar 2021 hatte der VDA darauf hingewiesen, dass der Standort Deutschland aufholen müsse. Die deutsche Automobilindustrie sei besser für die Zukunft gerüstet als der Standort Deutschland. Daher solle die Politik die notwendigen Schritte unternehmen, um Produktion und Beschäftigung in Deutschland zu halten und zu stärken. Das große Thema des Jahres 2021 sei deshalb der Standort Deutschland und wie man ihn wieder besser machen könne. Die Arbeitskosten und die Ertragssteuerbelastungen seien in Deutschland überdurchschnittlich hoch. Außerdem habe Deutschland – nach Großbritannien – die höchsten Energiekosten in ganz Europa. Das Breitband-Internet sei hierzulande schlechter als in Thailand, Rumänien, Ungarn oder Spanien. Ähnlich verbesserungsbedürftig sei die Lage beim Mobilfunk. Hinzu komme eine ausgeprägte Bürokratie und eine fehlende Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, die Abläufe verzögere und damit auf Kosten der Produktivität gehe.

Grafik zeigt die deutsche Autoproduktion von 2017 bis 2019.



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2 Kommentare

  1. Ach, die armen Autofirmen, wie tun sie mir doch leid.
    Und erst ihr bestbezahlter und mehrfach auffällig gewordener Clown im zuständigen Ministerium.
    Im freien Deutschland wollen wir doch keinen staatlich verordneten Deckel auf irgendwelche Preise. Richtig?
    Wir wollen freie Marktwirtschaft mit „Power-Regionen, wo die Handwerker zu Hause sind“. Korrekt?!
    Puuh, wollen wir dann noch wirklich auch nur einen einzigen Schwafler von der CSU in fragwürdiger Regierungsverantwortung?
    Na klar, solange es um Autos geht.
    https://www.n-tv.de/politik/Scheuer-will-Spritpreisdeckel-ab-zwei-Euro-article22787754.html
    Will nicht spar’n, will nicht vernünftig sein.
    Tank nur das gute Super rein. Ich mach‘ Spaß!
    Ich geb‘ Gas, ich geb‘ Gas!
    Ich will Spaß, ich will Spaß!
    Und kost‘ Benzin auch Drei Mark Zehn.
    Scheiß egal, es wird schon geh’n! Ich will fahr’n!
    Ich will fahr’n, ich will fahr’n!
    Ich will Spaß, ich will Spaß!
    Der Tankwart ist mein bester Freund.
    Hui, wenn ich komm‘, wie der sich freut. Er braucht Spaß!
    Ich will Spaß, ich will Spaß!
    Ich geb‘ Gas, ich geb‘ Gas!

    1. Die Geschichte mit dem Deckel überhaupt und wann der Deckel Kommunismus, Sozialismus oder Freiheit bedeutet, ist ziemlich diffizil und nur schwer unter einen Deckel zu bringen. Der Be-Scheuer von der CSU bricht eine Wahlkampf-Lanze für die Handwerker in einer Branche, die Freiheit und Produktivität seit einem Jahrhundert so richtig lebt. Also auch für die sog. Fachkräfte bei den KfZ-Fachwerkstätten, die mit 200,- € pro Stunde abgerechnet werden und mit viel Glück und Tarifverträgen 20,- selbst erhalten. Viel Spielraum zwischen Deckel und Boden, optimierte Produktivität, maximale Freiheit, perfekter Wohlstand, stabil, sicher, voll in der Mitte.

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