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Devisen

Bank of Japan: erstes Anzeichen einer „Zinswende“?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Bank of Japan hat heute die Füsse still gehalten. Das war mehr oder weniger so erwartet worden, aber vor allem der Rohstoffsektor leidet unter der Untätigkeit der japanischen Notenbank. Was genau ist heute passiert? Zunächst einmal ist bedeutsam, dass die Bank of Japan den Passus gestrichen hat, dass man die Einlagezinsen weiter in den Negativbereich senken werde, wenn es denn nötig sei. Gleichzeitig aber zeichnete die Notenbank (zurecht!) ein eher düsteres Bild der japanischen Konjunktur, zudem habe die Inflation wieder nachgelassen. Warum, wenn die Aussichten für Wirtschaft und Inflation nicht gut sind, wurde dann dieser bedeutsame Passus, dass notfalls die Einlagezinsen weiter gesenkt würden, weggelassen?

Vielleicht ist das eine Reaktion auf die EZB, die weiteren Zinssenkungen mehr oder weniger eine Absage erteilt hatte. Das hat Sogwirkung, zumal Notenbankchef Kuroda offenkundig stark unter dem Eindruck Draghis steht, der ihn (darauf deutet alles hin) beim Weltwirtschaftsforum in Davos ermuntert hatte, Negativzinsen einzuführen. Aber dann das Desaster, der Yen wertete auf, alles scheint vergeblich gewesen zu sein. Insofern könnte das also eine Kehrtwende gewesen sein heute in Richtung die „Zinsen gehen nicht mehr tiefer“ – auch wenn Kuroda bei der Pressekonferenz noch einmal betonte, dass weitere Senkungen nach wie vor eine Option seien. Was sollte er auch sonst sagen?

Ansonsten viel Kosmetik: Konten von Aktientradern werden nicht mit Negativzinen belastet, der Negativzins wird abgemildert für jene Banken, die sich aus den Töpfen der Notenbank bedienen und diese Gelder als Kredite weiter ausreichen etc. Aber in Japan ist das Problem der fehlenden Kreditnachfrage noch verschärfter als in Europa oder den USA, insofern bringt das nicht viel. Man versucht also, unbeabsichtigte Nebenwirkungen der negativen Einlagezinsen (von denen kleinere Banken in Japan stärker betroffen sind als international agierende) zu korrigieren, aber was fehlt ist ein Konzept, wie Konjunktur und Inflation wieder angekurbelt werden könnten.

Der starke Yen zeigt die Enttäuschung der Märkte – Dollar-Yen jetzt an der 113er-Marke. Manche meinen, die Notenbank habe die Prognose für die Wirtschaft und die Inflation besonders düster gezeichnet, um dann bei der nächsten Sitzung im April wieder agieren zu können. Aber vielleicht ist die Bank of Japan auch einfach nur ratlos, nachdem ihre extremen Maßnahmen so kläglich verpufft sind bislang. Der Yen wird heute der Taktgeber an den Märkten – wird er noch stärker, wird der risk-on-Modus der Aktienmärkte noch stärker beschädigt..

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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