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Banken in der Krise: Europäische Banken und der Ukraine-Krieg

Stürzt der Ukraine-Krieg den Banken-Sektor in die Krise?

Banken in der Krise durch Ukraine-Krieg

Die letzte Handelswoche war für nicht nur für deutsche Banken durch den Ukraine-Krieg ein Desaster (Deutsche Bank mit einem Wochenverlust von -22%) – wie stark sind europäische Banken in Russland involviert, stürzt der Ukraine-Krieg den Banken-Sektor in die Krise?

Banken in der Russland-Krise – Krise der Banken

In den letzten Wochen, gerade im Februar, waren Aktien von Banken besonders stark nachgefragt. Die Zinsfantasie im Markt hatte die Börsenkurse europäischer Banken nach oben getrieben. Seit Beginn dess Ukraine-Kriegs aber wendete sich das Blatt – es gab teilweise deutliche Verluste. Hier ein kompakter Überblick:

Die Unternehmensberatung Barkow Consultings hat Zahlen zum Engagement deutscher Banken in Russland und der Ukraine veröffentlicht. Stand Ende 2021 geht es um sechs Milliarden Euro in Russland und um ca. 600 Millionen Euro in der Ukraine. Die Gesamt-Exposure beläuft sich somit auf gerade ein Prozent des Eigenkapitals inklusive Nachrangkapital im Falle Russlands und 0,1 Prozent für die Ukraine.

Commerzbank AG: Laut Meldung vom 1. März belaufen sich die Risikopositionen auf 1.3 Milliarden Euro . Im Aktienkurs hat sich das bereits deutlich nieder geschlagen. Von ihrem Jahreshöchstkurs bei ca. 9,51 € am 21. Februar ging es steil bergab. Die Aktie der Coba erreichte am Freitag einen Tiefstand bei ca. 5,98 €. Laut eigenen Angaben der Coba sei das Risiko überschaubar.

Deutsche Bank AG: Obwohl die Deutsche Bank bereits nach dem Schwarzgeldskandal 2016 ihr Russland Engagement deutlich reduziert hat, sieht der Markt das offensichtlich anders. Die Aktie ist bis auf ihr Hoch vor dem Corona Crash zurück gefallen und notiert nur noch knapp über  bei 9,00€. Vom ihrem Höchstkurs am 10. Februar 2022 von 14,33 € aus beträgt der Verlust knappe 36 Prozent.

Europäische Banken mit größeren Risiken durch Ukraine-Krieg

Drei europäische Banken sind laut Bloomberg besonders in Russland involviert: Die UniCredit Bank, die Raiffeisenbank International und die Société Générale.

Die österreichische Raiffeisenbank International ist mit über 11,86 Milliarden Euro in Russland involviert, das sind gut 11 Prozent ihrer gesamten Außenstände. Zusätzlich erzielt sie gut 30 Prozent ihrer Erträge vor Steuern in Russland. Der Aktienkurs ist im freien Fall. Vom Höchstkurs im Februar bei über 28 € hat die Aktie bereits mehr als 55 Prozent verloren und notiert aktuell bei ca. 11,95 €.

Die französische Société Générale und die italienische UniCredit sind mit jeweils knapp 12 Milliarden in Russland und der Ukraine investiert. Allerdings entspricht dies gerade mal 2 Prozent ihrer offenen Kredite. Somit ist das Risiko, zumindest laut eigenen Aussagen, beherrschbar. Die Aktienkurse beider Institute sind nichts für schwache Nerven. Beide Werte mussten Verluste über 40 Prozent hin nehmen.

 

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte:

Der Autor dieser Veröffentlichung erklärt, dass er jederzeit in einem der genannten und analysierten bzw. kommentierten Finanzinstrumente investiert sein kann. Dadurch besteht möglicherweise ein Interessenkonflikt. Der Autor versichert jedoch, jede Analyse und jeden Marktkommentar unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erstellt zu haben.



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