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Beim Dax bahnt sich der Rutsch unter die 14.000 Punkte-Marke an

Chart

Der Dax kämpft zu Beginn der neuen Handelswoche erneut mit der Marke von 14.000 Punkten. Die Sorgen rund um den Ukraine-Krieg, die Inflation auf Rekordhoch und die Verschärfung der Lieferkettenprobleme aufgrund des Lockdown in China belasten den deutschen Aktienmarkt. Die zahlreichen Belastungsfaktoren und das schwierige Marktumfeld liefern demnach nicht allzu viele Argumente, die für deutlich steigende Kurse sprechen. Das dürfte auch der Grund dafür sein, warum sich die Anleger derzeit sträuben längerfristige Investments einzugehen. Zuletzt ist aufgefallen, dass die Marktteilnehmer eher zu Gewinnmitnahmen tendierten, sobald der Dax einen Erholungsversuch unternommen hat. Im Chartbild sehen wir demnach eine Folge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs – also einen intakten Abwärtstrend.

Die jüngste Sentiment-Auswertung zeigt, dass die Stimmung der Dax-Anleger am Boden ist. Der Pessimismus ist groß und die Investitionsbereitschaft gering. Wer mag es den Anleger verdenken, es ist nämlich kaum Besserung in Sicht. Es zeichnet sich zunehmend ab, dass der Krieg in der Ukraine noch lange nicht vorbei ist. Die jüngste Großoffensive der russischen Armee könnte sogar dazu führen, dass der Westen weitere Sanktionen gegen Russland erlässt. Zudem sträubt sich die EZB, die anziehende Inflation auszubremsen. Damit nimmt ein mögliches Stagflation-Szenario Form an – also eine stagnierende Wirtschaft bei gleichzeitig hoher Inflation.

EZB und Pessimismus könnten stützen

Die EZB hat es in der vergangenen Woche indessen verpasst, Tatsachen zu schaffen. Im Gegenteil: Man ergreift keine Maßnahmen, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Zinsanhebung sind nicht konkretisiert und die Anleihekäufe laufen bis Juli/August weiter. Damit geht man ein großes Risiko ein, denn es dürfte immer schwieriger werden, die ausufernde Inflation einzufangen. Kurzfristig dürfte die Ignoranz der EZB den Dax stützen.

Die Niedergeschlagenheit der Anleger und eine erhöhte Absicherungsquote bergen jedoch auch Chancen. Sobald die Stimmung am Boden liegt, kann sich der Dax stabilisieren, da es nur noch wenige Verkäufer gibt. Somit könnten positive Meldungen oder das Ausbleiben weiterer Hiobsbotschaften zu einem erneuten Erholungsversuch führen. Nichtsdestotrotz bietet das aktuelle Marktumfeld kaum Anlass für großen Optimismus. Es könnte daher vermehrt zu Gewinnmitnahmen kommen, sobald der Dax entscheidende Widerstände erreicht. Summa summarum besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Dax zunächst seitwärts läuft.

Dax: Blick auf den Chart

Der Chart zeigt, dass die Bullen und Bären bereits seit knapp zwei Wochen um die Marke von 14.000 Punkten ringen. Zuletzt fiel der Kurs zweimal unter die psychologische Marke. Beide Male gelang es den Bullen jedoch die 14.000 Punkte-Marke zügig zurückzuerobern. Sollte der Kurs in den kommenden Handelstagen nachhaltig darunter fallen und das Tief bei 13.890 Punkten brechen, dann dürfte das Abwärtsmomentum zunehmen. Ein erster Anlaufpunkt befindet sich zwischen 13.680 und dem lokalen Tief bei 13.580 Punkten. Aber auch ein Rücksetzer bis an die Tiefs bei knapp 13.350 Punkten wäre denkbar. Hier liegt auch das 61,8% Retracement-Level des gesamten Erholungsimpulses.

Aus der Perspektive der Bullen sollte sich der Dax weiter über der Marke von 14.000 Punkten stabilisieren. In der Folge könnte es dann zu einem Erholungsversuch in Richtung der 14.300 kommen. Kletter der Index anschließend über die lokalen Hochpunkte bei 14.320, dann dürfte er die 50-Tage-Linie bei 14.380 testen. Die charttechnische Lage würde sich weiter aufhellen, wenn der Dax das Zwischenhoch bei 14.430 Punkten überwindet. Die nächsten Anlaufpunkte befinden sich bei 14.550 und 14.600 Punkten.

Ein etwas ausgedünntes Handelsvolumen in der verkürzten Handelswoche und die Zurückhaltung der Anleger angesichts der schwierigen Marktsituation könnten dazu führen, dass der Dax zunächst in seiner Handelsspanne zwischen 13.900 und 14.300 Punkten verweilt. Erst ein Ausbruch auf der Unter- oder Oberseite dürfte den entscheidenden Impuls liefern, um die zuvor genannten Marken anzulaufen.

Kampf um die 14.000er Marke: Sorgen wegen Inflation, Krieg, Lockdown vs Pessimismus

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