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Britisches Pfund fällt – entscheidende Brexit-Woche steht an

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Das britische Pfund ist aktuell immer noch diejenige Hauptwährung, die seit Jahresbeginn am Stärksten aufgewertet hat. Denn wochenlang halfen die Hoffnungen, dass Theresa May die ganze Sache mit dem Brexit doch noch irgendwie wuppen würde.

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Wir haben diesen Vorgang die ganze Zeit sehr kritisch begleitet, und konnten diesen wochenlangen Optimismus der breiten Masse der Devisenhändler nicht teilen! Aber man sieht ja, es geht hin und her, hin und her. Die politische Lage ist unberechenbar, und die Entwicklung des Pfund ebenso. Seit Ende 2018 lief diese Euphorie, und brachte das Pfund gegen den US-Dollar von 1,25 auf über 1,33 in der Spitze am 27. Februar. Seitdem fällt das Pfund auf aktuell 1,3052. Denn die Zeit bis zum Brexit (Ende März) wird nun immer knapper.

Pfund vs USD

Und nächste Woche ist die entscheidende Abstimmungswoche in London. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag könnten nacheinander mehrere Abstimmungen anstehen, die letztlich den Ausgang entscheiden. Brexit mit Deal, Harter Brexit ohne Deal? Oder Verschiebung des Brexit-Datums, damit nachverhandelt werden kann? Alles ist möglich. Und by the way… „Brexit mit Deal“ bedeutet ja nicht, dass dann alles geregelt ist. „Deal“ bedeutet nur, dass Großbritannien dann noch mehrere Jahre de facto weiter in der Union bleibt, weiter Beiträge einzahlt, sich weiter an EU-Gesetze halten muss – nur dass man in Brüssel nicht mehr anwesend ist, und nicht mehr mit abstimmen darf in Parlament und Kommission. Wir verweisen an dieser Stelle nochmal auf unseren Artikel, ob sich Theresa May wohl elegant einen Brexit-Aufschub erschummeln möchte.

Bis zum 12. März soll das Parlament über den schon bestehenden Deal-Vorschlag von Theresa May abstimmen, den man schon im Januar mit eindeutiger Mehrheit abgelehnt hatte. Also dürfte May klar sein, dass er auch dieses Mal abgelehnt wird, da sie in Brüssel in den letzten Tagen de facto keine neuen Zugeständnisse für UK rausschlagen konnte. Wenn man davon ausgeht, dass das Parlament diesen Deal bis zum 12. März erneut ablehnt, soll es kurz darauf abstimmen, ob man einem harten Brexit zustimmen würde. Das würde volle Grenzkontrollen und Zölle bedeuten. Auch dafür ist im Parlament wohl keinerlei Mehrheit zu haben. Also wird wohl auch diese Abstimmung scheitern. Und das weiß Theresa May ja auch. Und dann folgt wohl am 14. März eine dritte Abstimmung im Parlament. Hier will May die Abgeordneten entscheiden lassen, ob sie die EU-Kommission um eine Verschiebung des Brexit-Termins bitten soll. Die würde so einer Bitte wohl zustimmen.

Liest man die britische Presselandschaft dieser Tage sowie aktuelle Analystenkommentare, dann scheint es immer mehr darauf hinauszulaufen, dass Theresa May am nächsten Donnerstag das bekommt, was sie will. Nämlich ein JA ihrer Parlamentarier, damit sie sich in den Flieger Richtung Brüssel setzen kann. Dort will sie sich dann wohl eine Verschiebung des Brexit-Termins abholen. Tja, nur dadurch wird keinerlei Problem gelöst. Und wie der Devisenmarkt darauf reagiert, ist unklar. Denn auch die Euphorie der letzten Wochen im Pfund war bei Betrachtung der Faktenlage mehr als überraschend.

Ganz aktuell hat Theresa May vorhin in einer Rede in einer Ortschaft mit 71% Brexit-Befürwortern gesagt, dass die bevorstehenden Entscheidungen der EU in den kommenden Tagen einen großen Einfluss auf das Ergebnis der Abstimmung (in London) haben würden. Es liege im Interesse Europas, dass das Vereinigte Königreich mit einem Vertrag austritt. Man verlange weiterhin Änderungen bei der Nordirland-Regelung. Wir meinen: Wie lustig… die Briten wollen doch austreten aus der EU, und nicht umgekehrt. Von daher den Miesepeter der EU zuzuschieben, wirkt albern.

Denn die EU hat schon seit Monaten, eigentlich schon seit zwei Jahren einen klaren Standpunkt. Nur die Briten wissen nicht, wie sie ihr Nordirland-Problem lösen wollen. May spielt wohl weiter auf Zeit und macht den Parlamentariern in London indirekt weiter Angst, damit sie am Donnerstag zumindest zustimmen, dass May eine Verschiebung des Austrittstermins in Brüssel erbitten darf. Ob das dann ein feiernswerter Erfolg wäre? Das darf man wohl bezweifeln. Also, Augen auf, wie der Devisenmarkt nächste Woche von Dienstag bis Donnerstag reagiert.

Theresa May Brexit Pfund
Theresa May vor Kurzem in Brüssel. Foto: European Parliament CC BY 2.0

8 Kommentare

8 Comments

  1. Michael

    8. März 2019 17:51 at 17:51

    Denn die EU hat schon seit Monaten, eigentlich schon seit zwei Jahren einen klaren Standpunkt. Wünschen wir diesen klaren Standpunkt nun endlich auch einmal den Hanswursten an den Börsen, möge ihnen klar werden, dass Deal, No-Deal oder Verschiebung nicht wirklich Prosperität, Heil und Glück und Aufschwung ins Land der Separatisten bringen wird.

  2. Beobachter

    9. März 2019 12:23 at 12:23

    @Michael, aber bitte beachten ,dass auch die EU u.vor allem der Exportweltmeister Einiges zu verlieren hat.
    Dies wird anscheinend unterschätzt u. Im DAX nicht eingepreist.
    Siehe Beitrag von Friedrich u. Weik. Die Engländer als einer der grössten Beitragszahler mit grossem Handelsbilanzuberschuss gegenüber DE hätte vielleicht soviel Entgegenkommen u.Bemühungen verdient wie die auf ewig am Tropf der EU hängenden Griechen . ABER DIE HÜBSCHE WAGENKNECHT HAT ES JA GESAGT,: Man hat nicht Griechenland gerettet , MAN HAT SCHON DAMALS DIE EU- Banken gerettet.

    • Michael

      10. März 2019 11:34 at 11:34

      @Beobachter, als aufmerksamer Leser und Beobachter der FMW ist Ihnen doch sicher nicht entgangen, dass ich im FOREX-Handel tätig bin und sich der Artikel mit dem GBP befasst. Ich jedenfalls spreche ausschließlich von einem meiner Meinung nach überbewerteten Pfund. Der Zusammenhang zum DAX mag sich mir daher nicht so recht erschließen.

      Auch fällt es mir sehr schwer, Griechenland mit dem Vereinigten Königreich zu vergleichen. Soweit ich informiert bin, haben letztere sich freiwillig entschieden, die EU zu verlassen. Die Austrittsklauseln sind relativ klar geregelt, Großbrittanien hatte 2 Jahre lang Zeit, die Modalitäten zu regeln. Und man hat in den 2 Jahren nichts, aber auch gar nichts außer Chaos und politischen Macht(wechsel)spielchen zustande gebracht.
      http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/eu-affairs/20170324STO68408/artikel-50-so-verlauft-das-eu-austrittsverfahren

  3. Beobachter

    9. März 2019 12:27 at 12:27

    Nachtrag : Der Artikel von Friedrich u.Weik heisst: BREXIT ,EIN ALPTRAUM FÜR EUROPA,

  4. Beobachter

    9. März 2019 20:24 at 20:24

    Nachtrag 2: Die Engländer haben natürlich gegen Deutscland ein Handelsdefizit.
    Der Beitrag von Friedrich u.Weik heisst. „ BREXIT, EIN ALPTRAUM FÜR NORDEUROPA“

  5. Marko

    10. März 2019 10:38 at 10:38

    GBP ist eine „Hauptwährung“ ?

    Nachdem ganzen „Brexit-Kindergarten“ ?

    Der GBP ist so gut wie tot .

    Na ja, die Briten wollten das so…

    Die EU hat gar nix zu verlieren.

    GB, “ verliert“ GB !

    Viel Spass…

    Thank You…

    So das nun mal, Schicksal.

  6. Beobachter

    10. März 2019 13:14 at 13:14

    @ Michael, mein Vergleich mit Griechenland war in dem Sinne gemeint:
    Wäre die EU mit dem wichtigen Partner GB ein wenig flexibler gewesen ,hätte es diese Austrittsabstimmung nie gegeben. Eine so wichtige Abstimmung ,die so knapp ausgeht würde jedes andere Volk auch spalten.
    Übrigens bin ich froh, dass der allseits geschätzte BREXITKENNER „Marko „sich gemeldet hat u. die komischen Ansichten von Friedrich u.Weik ins rechte Licht rückt !
    Was das Pfund betrifft, bei der überraschenden Annahme des Brexit ist das Pfund von ca.1,48Dollar auf ca.1,22 gefallen ( war glücklicherweise wegen eines Missverständnisses dabei mit Optionen) u.hält sich seither zwischen 1,25 u.1,43 . Ich glaube dass damals der GAU eingepriesen war u,höchstens kurzfristig unterschritten wird.

    • Michael

      10. März 2019 19:45 at 19:45

      @Beobachter, ich denke, das ganze Referendum war eine politische Zockerei des damaligen Premierministers Cameron, um seine machtpolitischen Interessen durchzusetzen und eine weitere Wahlperiode im Mai 2015 zu überstehen. Es war ein gescheitertes politisches Kalkül als Reaktion auf die EU-kritischen Kräfte in der Konservativen Partei, welche zusehends die Idee eines Referendums als Reaktion auf steigende Umfragewerte der EU-kritischen UKIP wiederbelebten. Cameron versuchte damit, eine erneut aufkochende Revolte seiner rechtsnationalen Euroskeptiker zu beruhigen, immer im Vertrauen darauf, dass eine klare Mehrheit für den EU-Verbleib stimmen werde.

      Was die EU angeht, war absehbar, dass das Abstimmungsverhalten beim Referendum vom Ergebnis der EU-Reformverhandlungen abhängen würde, insbesondere bei den Themen „Benachteiligung des Vereinigten Königreichs durch die Eurozonenländer“ und „Einwanderung“. Beim abschließenden Gipfeltreffen am 18. und 19. Februar in Brüssel kam eine Einigung zustande. Die zentrale Reformforderung zur Begrenzung der Einwanderung wurde so gelöst, dass jedes EU-Land einen „Einwanderungsnotstand“ bei der EU-Kommission beantragen dürfe; wenn die Kommission entscheiden sollte, dass ein solcher Notstand vorliege, dürfe das betroffene EU-Land vier Jahre lang reduzierte Sozialleistungen an neu ankommende EU-Ausländer zahlen.
      https://de.wikipedia.org/wiki/EU-Austritt_des_Vereinigten_K%C3%B6nigreichs#Reformverhandlungen_mit_der_EU

      Ich denke, die EU war flexibel genug, aber leider hatten zum damaligen Zeitpunkt europaweit die populistischen Brüllaffen aus Nationalisten und Separatisten Oberwasser. Demagogen schafften es erfolgreich, durch unverschämte Lügen die wütende Volksseele weiter zum Kochen zu bringen. Und auch, wenn diese Volksverhetzer kurz darauf von der politischen Bühne verschwunden und als Lügner entlarvt waren, war der Schaden angerichtet, nicht zuletzt wegen der leichtsinnigen Zockerei Camerons.

      Was das GBP angeht, finde ich 10% eingepreisten Verlust für einen GAU angesichts des erbärmlichen Politchaos der letzten Wochen und Monate lächerlich bzw. die Währung sinnlos überbewertet und erwarte einen weiteren, zumindest vorübergehenden Rückgang auf 1.20 bis 1.25

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easyjet: Umsatz +7%, Verlust verfierfacht, Aussichten mau, Aktie steigt

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Bei dieser Logik kommen wir nicht ganz mit. Aber was verstehen wir Kleingeistigen schon von Börse. Der britische Billigflieger easyjet hat heute seine Halbjahreszahlen veröffentlicht für den Zeitraum von Oktober 2018 bis März 2019. Erstmal zu den Fakten.

Der Umsatz steigt um 7% auf 2,34 Milliarden Pfund (Vorjahr 2,18).

Der Verlust verfierfacht sich (!) und liegt bei 272 Millionen Pfund (Vorjahr -68).

Die Zahl der Passagiere legt um 13,3% zu von 36,8 auf 41,6 Millionen.

Explodierende Verluste bei steigendem Umsatz. Das sollte für jeden Unternehmer ein Alarmsignal sein. Zumal es sich hier um kein Startup mit hohen Anfangskosten handelt, sondern um eine längst im Markt etablierte Airline! Schuld an den heutigen Zahlen seien laut easyjet gestiegene Kosten für Treibstoff sowie niedrigere Ticketpreise. Die Billigflieger fressen sich selbst auf? Welche eine Ironie der Geschichte wäre das.

Und was sagt easyjet zu den Zahlen? Man habe im Rahmen der Erwartungen performt. “easyJet has performed in line with expectations in the first half.“ Und die bisherigen Erwartungen für die Headline-Zahl beim Gewinn für das Fiskaljahr 2019 bleibe unverändert, so easyjet.

Und was macht die Aktie? Die hat heute zu keinem Zeitpunkt unter dem Niveau von gestern notiert. Sie liegt aktuell mit 3,29% im Plus. Wie kann das sein? Sind die Zukunftsaussichten vielleicht so toll, dass man die aktuellen Grusel-Zahlen ignorieren kann? Abgesehen davon, dass man die Gewinn-Erwartungen halten will, sagt man folgendes. Es gäbe es große Unsicherheiten wegen dem Brexit – sie würden nicht dabei helfen höhere Ticketpreise durchzusetzen. Auch die schwächere Konjunktur in Europa sei nicht hilfreich.

Aber die Aktie steigt. Na dann ist ja alles in Ordnung.

easyjet Halbjahreszahlen

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Markus Koch aktuell LIVE von der Wall Street: China, Pinterest, Baidu, Deere

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Markus Koch berichtet ganz aktuell LIVE von der Wall Street. Es geht um den Handelskrieg zwischen China und den USA, sowie um Einzelaktien.

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Pinterest: Verlust deutlich höher als erwartet, Aktie -15%

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Das halbwegs als soziales Netzwerk zu bezeichnende Unternehmen Pinterest (Foto-Pinnwand nach Themen aufgeteilt) ging vor genau vier Wochen an die New Yorker Börse. Heute Nacht hat man zum ersten Mal als börsennotiertes Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

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Der Umsatz liegt bei 201,9 Millionen Dollar (Vorjahresquartal 131/erwartet 200).

Der Verlust (Non GAAP) liegt bei 40 Millionen Dollar (Vorjahresquartal -48).

Der Verlust pro Aktie lag mit 32 Cents dramatisch höher als erwartet (-11 Cents).

Die EBITDA-Marge „verbessert“ sich im Jahresvergleich von -35% auf -19%.

Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer steigt im Jahresvergleich von 239 auf 291 Millionen.

Nachbörslich hat die Aktie 15% verloren auf nur noch 26,10 Dollar!

Am 18. April startete die Aktie mit einem ersten Börsenkurs von 23,75 Dollar. Kurz zuvor wurden die Aktien an Erstzeichner zu 19 Dollar ausgegeben. Also liegen diese Anleger der ersten Börsenstunde auch jetzt noch im Plus. Zwischenzeitlich konnte die Aktie in den Tagen nach dem IPO sogar über 34 Dollar steigen, und sich die letzten Wochen immer so um die 30 Dollar halten.

Pinterest im Wortlaut:

„The IPO was a significant milestone, but our focus at Pinterest hasn’t changed. We want to help people discover inspiring ideas for every aspect of their lives, from fashion and home decor to travel and fitness,“ said Ben Silbermann, Co-Founder, President and CEO of Pinterest. „Our success can be seen in our Q1 results, and we’re excited to continue to grow our reach and impact in the years to come.“

„Pinterest executed well in Q1. Revenue grew 54% year-over-year to $202 million, surpassing $200 million for the second consecutive quarter,“ said Todd Morgenfeld, CFO. „We were particularly encouraged by the strength we saw in U.S. revenue and international user growth. Our strong revenue performance allowed us to expand net margin by 20 percentage points year-over-year, reflecting our continued prioritization and disciplined execution across our strategic priorities.“

Full year 2019 outlook

Total revenue is expected to be between $1,055 million and $1,080 million.
Adjusted EBITDA is expected to be between $(70) million and $(45) million.

Pinterest Zahlen

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Foto: Pinterest

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