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Chipindustrie in den USA soll mit 25 Milliarden US-Dollar subventioniert werden

Logos großer Player in der Chipindustrie auf Laptop

Es herrscht ein internationaler Kampf in der Chipindustrie, und zwar um die Vorherrschaft auf dem Markt für integrierte Schaltkreise. Der Kampf wird ausgefochten mit Sanktionen, Embargos, Handelserschwernissen, Klagen, Wirtschaftsspionage und jetzt auch Subventionen. 25 Milliarden US-Dollar wollen die USA an Unternehmen im eigenen Land verteilen. Das wird die Vormachtstellung der US-Aktiengesellschaften gegenüber den europäischen Konkurrenten verfestigen. Denn vergleichbare Programme sind in Europa nicht geplant.

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Der Krieg in der Chipindustrie begann 2015

Dass die USA China schon seit geraumer Zeit als ernstzunehmenden Konkurrenten betrachtet, der danach strebt, sich in Sachen Chipherstellung von den USA unabhängig zu machen, ist spätestens seit 2016 klar. 2015 startete China ein Entwicklungsprogramm, um eine eigene Chipindustrie aufzubauen. Um den Weg zur Unabhängigkeit abzukürzen, sollte auch KnowHow aus dem Ausland eingekauft werden. Damals versuchte ein halbstaatliches, chinesisches Konsortium, den deutschen Maschinenbauer Aixtron zu übernehmen, der Maschinen zur Halbleiterbearbeitung herstellt. US-Präsident Obama legte sein Veto ein. Zwar hat Aixtron seinen Sitz in Deutschland, womit die USA nicht zuständig wären. Doch Aixtron hat auch eine Niederlassung in den USA. Und für diesen Teil des Unternehmens untersagten die USA den Verkauf, woraufhin der chinesische Bieter sein Angebot zurückzog.

USA klagten gegen chinesischen Chiphersteller wegen Wirtschaftsspionage

In der Chipindustrie wird offenbar mit harten Bandagen gekämpft. Wenn Wissen nicht eingekauft werden kann, wird auch auf Wirtschaftsspionage gesetzt. Schon im November 2018 wurde in den USA Anklage gegen drei Personen, das taiwanesische Unternehmen UMC und den chinesischen, staatseigenen DRAM-Hersteller Fujian Jin Hua IC Company (JHICC) Anklage wegen Wirtschaftsspionage gegen den US-Chiphersteller Micron erhoben.

Ein hochrangiger Micron-Mitarbeiter wechselte 2015 zu UMC, warb etliche Mitarbeiter von Micron ab, die gleich noch 900 Dateien mit Unternehmensinterna zur DRAM-Herstellung von Micron mitnahmen. Gleichzeitig fädelte er eine Zusammenarbeit mit Fujian ein, in deren Rahmen UMC sein gerade dank Micron-Wissen erweitertes KnowHow zur Herstellung von DRAM-Speicher mit Fujian teilen würde. Der gleiche Mitarbeiter wechselte anschließend als Chef der DRAM-Fertigung zu Fujian.

Daraufhin folgte schließlich ein US-Embargo gegen den chinesischen DRAM-Hersteller. Das Embargo betraf zwar lediglich Unternehmen in den USA. Doch auch das taiwanesische Unternehmen UMC, dessen Aktien auch an der New Yorker Börse notiert werden und die eine Niederlassung in den USA haben, beendete daraufhin seine Zusammenarbeit mit Fujian. Nur wenige Monate später gingen Fujian die Rohmaterialien aus und die Produktion musste gestoppt werden.

Huawei wird vom Zugang zu neuster Chip-Technologie abgeschnitten

Neustes Ziel in der Chipindustrie ist Huawei. Die USA haben inzwischen den Druck auf Huawei extrem erhöht. Hatte der chinesische Technologiekonzern anfangs lediglich keinen Zugriff mehr auf US-Technologie, verbieten die USA inzwischen selbst Unternehmen in Drittstaaten, als Zulieferer für Huawei aufzutreten, wenn dabei US-Technik zum Einsatz käme. Damit kann Huawei die selbst entwickelten Chips nicht mehr in modernen Fertigungsverfahren herstellen lassen.

Von Anfang an war klar, dass das Chinas Anstrengungen maximieren wird, unabhängig von den USA zu werden. Um diese staatlich massiv unterstützten Bemühungen nicht zu einem Wettbewerbsnachteil für die US-Industrie werden zu lassen, sollen nun 25 Milliarden US-Dollar Subventionen an Chiphersteller in den USA fließen. Unternehmen wie Intel, AMD, Micron, Nvidia oder Texas Instruments dürften zu den Profiteuren gehören.

Chipindustrie verschlingt hunderte Milliarden US-Dollar Investitionskapital

Die Herstellung von integrierten Schaltkreisen ist inzwischen zu einem extrem kostspieligen und riskanten Unterfangen geworden. Eine Chip-Fabrik kann inzwischen mehrere dutzend Milliarden US-Dollar Kapital verschlingen. Und wie Intel mit ihrem gescheiterten 10nm-Fertigungsprozess zeigen, kann eine ganze Generation an Prozessoren und Fertigungsverfahren, an der jahrelang geforscht wurde, zu einem Flop werden.

Dass in China staatseigene Unternehmen Chipfabriken mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar planen, dürfte daher in den USA für Besorgnis sorgen. Zwar wäre Intel, USA-weit größter Chipfertiger, mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 250 Milliarden US-Dollar in der Lage, es mit solchen Volumina aufzunehmen. Doch der Großteil der US-Chipindustrie ist es nicht. Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis Chinas nicht auf Profitabilität angewiesene Staatsunternehmen eine Führungsposition aufgebaut haben. Insbesondere, da sie nun durch Sanktionen der USA noch einmal vor Augen geführt bekamen, dass die Unabhängigkeit von ausländischer Chipfertigung eine nationale Notwendigkeit ist.

Angesichts der in China aufgewendeten Summen sind 25 Milliarden US-Dollar Förderung in den USA zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch die USA kämpfen an diversen Fronten gegen einen als Feind empfundenen Handelspartner. Die nun geplanten Subventionen sind nur ein Puzzlestück von vielen, der den US-Aktiengesellschaften aus der Chipindustrie zumindest einige Jahre lang die Vorherrschaft sichern wird.

Übrigens: Auch zwischen Japan und Südkorea knirscht es in Sachen Chipindustrie. 2019 verhängte Japan striktere Exportkontrollen für Produkte zur Chipherstellung. Von diesen Kontrollen ausgenommen sind ausgewählte Länder, zu denen Südkorea ausdrücklich nicht zählt. Die Retourkutsche folgte sogleich: Auch Japan zählt in Südkorea nun nicht mehr zu den bevorzugt behandelten Handelspartnern.



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