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Corona: Kommt bald der ganz große Boom durch Nachholeffekte?

Wenn es mit den Impfungen gegen Corona wie geplant (?) weitergeht, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Entwicklung Bahn brechen, die in der Natur des Menschen begründet ist. Das Streben nach persönlicher Freiheit oder nach freier Entfaltung der Persönlichkeit, wie es Artikel 2 des Grundgesetzes grundrechtlich bestimmt. Wie wird dies die Wirtschaft und die Börsen beeinflussen? Mehrfach habe ich schon in früheren Artikeln darauf hingewiesen, dass es zu einer gewaltigen Reise- und Freizeitwelle kommen könnte, dass Touristen die Ferieninsel Mallorca heimsuchen werden, „wie die Heuschrecken“. Erste Anzeichen für einen zumindest kurzen und heftigen Boom sind bereits erkennbar.

Corona: Der Fortschritt bei den Impfungen

Die Impfmaschinerie ist angelaufen, ganz besonders in Israel, in den USA und in Großbritannien. Jeden Tag werfen die Gesundheitsbehörden bange Blicke auf die Mutationen von Corona, die von der Insel, von Südafrika oder Brasilien kommend, sich immer mehr ausbreiten. In Deutschland fürchtet man sich ganz besonders vor der britischen Mutante B.1.1.7, die dort sehr verbreitet ist, aber ausgerechnet in dem Ausbruchsland sind die größten Fortschritte erkennbar. Über 18 Millionen Impfungen, bei einer Bevölkerungszahl von 68,1 Millionen Menschen und ein Rückgang der aktuellen Infektionen von über 68.000 Anfang Januar auf unter 10.000 am gestrigen Tag – trotz der Mutation. Demzufolge beginnt UK zu lockern.

Boris Johnson gab den Startschuss

Angesichts dieser Erfolge – der Brexit gerät dabei etwas in den Hintergrund – hat der britische Regierungschef Boris Johnson in einer Rede leicht euphorisch von einem Ende aller Lockdownmaßnahmen in Großbritannien, bereits zu Sommerbeginn gesprochen. Die Reaktion der Menschen folgte auf den Fuß.

Bei der Fluglinie Easyjet meldete man flugs darauf einen Spung der Reservierungen um 337 Prozent, bei Urlaubsbuchungen sogar um 630 Prozent, der britische Ableger der TUI sprach von einer Versechsfachung der Kundennachfragen.

In manchen Branchen wird es absonderliche Steigerungen geben, dafür sorgt schon die Mathematik. Mein Lieblingsbeispiel aus dem Vorjahr betraf den Einbruch bei den Flugreisen, teilweise um in Friedenszeiten noch nie gesehene 90 Prozent. Was für ein Anstieg bis zum Status quo ante!

Dabei geht es nicht nur um das platte Beispiel des Mallorcaurlaubs. Jede Art von Freizeitveranstaltung, Kunst, Kultur, Ferienparks, Restaurants werden einen Ansturm erleben.

Die Börse nimmt diese Entwicklung wie zumeist vorweg, bei börsennotierten Unternehmen sind die Kurse schon seit Monaten gestiegen. Die durch  Corona geschädigten Branchen, ob Energiewerte, Aviation- and Leisure bei den Angelsachsen, Flughafenbetreiber, Luxusartikelfirmen, alles rennt bereits spätestens seit den Tagen im November, als die Meldung über die Zulassungsbeantragung eines Impfstoffs kam. Die schon Ende August absehbare Branchenrotation nimmt ihren Lauf, der Russel 2000, als Sammelbecken, erlebt einen großen Aufholprozess, auch wenn sich darin nicht wenige Verlustfirmen befinden. Was wurde nicht über diesen Index gespottet.

Value „performt Growth out“, derzeit, ich habe bereits im Frühherbst 2020 einen Artikel über den langjährigen Zweikampf zwischen den beiden Aktiengattungen geschrieben. Nahezu in jedem Jahrzehnt kam es technisch in der hausierenden Gruppe zur Reversion to the Mean.

Hat die Korrektur der größten Techaktie der Welt, Apple, am gestrigen Tag nicht bereits die 15 Prozentmarke erreicht?

Was macht Deutschland?

Da es auch hierzulande mit einer raschen Zunahme der Impfungen kommen wird – zeitverzögert um kostbare Wochen – ist auch bei uns mit großen Reaktionen zu rechnen. Sollte es keine Mutationen von Corona geben, die die bisherigen Impfstoffe unwirksam werden lassen, sollte man davon ausgehen. Mit Johnson&Johnson, CureVac, Novavax kommen weitere Impfpräparate, sogar für Sputnik V wartet man auf Zulassung, um auch in Deutschland die Impfgeschwindigkeit von heute 150.000 täglich, über 300.000 im März in Richtung einer halben Million anzuheben. Da bei uns der Lockdown in verschiedenen Varianten schon über Monate dauert, ist mit großen Aktionen der Menschen zu rechnen.

Einen kleinen Vorgeschmack gab es schon im Jahr 2020 in den Regionen am Alpenrand, als die Maßnahmen des Lockdowns zurückgefahren wurden. Die Touristen strömten mit einer derartigen Anzahl in die Ausflugsorte, dass die Polizei einschreiten musste, weil die Ausflügler einfach alles zuparkten – selbst Hauszufahrten.

Anlagetechnisch scheint es gar nicht so verkehrt zu sein, nach Aktien Ausschau zu halten, die bisher noch ein wenig gemieden werden, die „German Angst“ lässt noch viele in Unsicherheit abwarten. Obgleich die Börsen selbst eine darbende deutsche Fluglinie bereits aus dem Kurskeller geholt haben.

Fazit

Desto länger der Lockdown in Deutschland oder zumindest die Beschränkungen andauern, umso heftiger werden sich daraus die Verhaltensweisen der Menschen „Post Corona“ gestalten.

In der Publikation „Welt“ sprach man von der kommenden Rally des Hedonismus.

Menschen haben den Lockdown satt, man will endlich wieder reisen, sich mit anderen Menschen treffen.

In Deutschland, dem Land der Hunderttausend Vereine, gab es schon seit langer Zeit keine Zusammenkünfte mehr, auch keine Großevents, wenngleich man sich die großen Volksfeste, wie das Oktoberfest, oder ein Dutzend weiterer Großveranstaltungen mit hunderttausenden Besuchern jetzt nicht so einfach vorstellen kann.

Der große Boom nach Corona?



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