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Covid-19 und US-Wirtschaft nehmen Donald Trump in die Zange

Beispielbild für Covid-19

Es ist wahrscheinlich „das“ Thema mit dem sich US-Präsident Trump rund um die Uhr beschäftigt. Wie beende ich den Lockdown in den USA in Folge der Covid-19 Pandemie und den Kollaps der US-Wirtschaft, trotz Bedenken der Virologen und der Verfahrenshoheit der US-Gouverneure? In den asiatischen Ländern wird die Pandemie mehr und mehr unter Kontrolle gebracht, vor allem meldet der Konkurrent um die Vormachtstellung, China, nur noch um die 80 verbliebene Fälle. Und die USA? Eine äußerst unangenehme Gemengelage für den US-Präsidenten wenige Monate vor seinem persönlichen D-Day. Es sind aus meiner Sicht drei Faktoren, die Donald Trump in die Zange nehmen.

Die USA, das Weltzentrum von Covid-19

Die Vereinigten Staaten mit ihren gut 330 Millionen Einwohnern verzeichnen fast ein Drittel aller weltweiten Covid-19-Fälle (bald 100.000 Tote) und dazu noch die furchterregende Zahl von bald 100.000 Coronatoten. Wenngeich die Zahl der Genesenen in den USA seit ein paar Tagen mehr und mehr an Fahrt gewinnt, so spielt diese Entwicklung für die Medien noch keine wichtige Rolle. Aktuell: 451.000 Genesene zu 1,135 Millionen aktiv Infizierte. Ein weiteres Ärgernis für Donald Trump dürfte sein, dass Staaten wie Deutschland oder die skandinavischen Länder bereits deutliche Fortschritte in der Eindämmung erzielt haben, selbst Italien und Spanien, auf die man vor nicht allzu langer Zeit mit dem Finger gezeigt hat.

Der Wirtschaftseinbruch historischen Ausmaßes

Während es in China bereits so etwas wie eine Rückkehr zu alten Produktionsziffern gibt, befindet man sich in den USA wirtschaftlich fast noch im freien Fall. Zwar ist Chinas Wirtschaftswachstum im ersten Quartal um 6,8 Prozent gefallen, aber zum Ende der 3-Monatsperiode konnte man den Lockdown landesweit beenden und die Wirtschaft wieder hochfahren. Die erste Meldung war, dass China Exporte im April bereits wieder um 3,5 % gestiegen sind. Auch wenn man große Zweifel an der Validität chinesischer Wirtschaftsdaten haben muss, so zeigen unabhängige Parameter, wie die Zunahme des Verkehrs und des Energieverbrauchs, einen eindeutigen Trend nach oben. Anders die USA: Zwar ist das Wachstum in Q1 nur mit minus 4,8 Prozent ausgefallen, was aber umso dramatischer wirkt, schließlich hat dort der Lockdown Mitte März gerade erst begonnen. Demzufolge rechnet man im zweiten Quartal mit einem Absturz der US Wirtschaft um 30 bis 35 Prozent, einem bis dato nicht für möglich gehaltenen Einbruch.

Und erst der Arbeitsmarkt: Aktuell 39 Millionen Anträge auf Arbeitslosenunterstützung, was noch nicht das Ende sein dürfte. Folge ist bereits ein um 10 Prozent rückläufiger Konsum, was in der US-Ökonomie mit ihrem 70 Prozent oder 16 Milliarden-Dollar-Anteil am Bruttoinlandsprodukt schwerwiegende Folgen nach sich ziehen muss. Vor allen Dingen für einen Präsidenten dessen Wahlspruch gewesen ist „Make Amerika great again“, vor allem für die Wählerschaft aus dem Mittleren Westen. Die Tage im Wahljahr verrinnen unbarmherzig, auch wenn sich demnächst Entspannung in der Ausbreitung der Pandemie zeigen sollte. Wieso erwischt es die USA in punkto Covid-19 und Wirtschaft stärker als den Rest der Welt? Diese Frage werden sowohl die Opposition als auch die Medien immer wieder in den Raum werfen. Auch wenn US-Präsident Trump China als großen Verursacher des Ganzen brandmarkt, kann er die Daten aus den USA nicht als Fake bezeichnen, schließlich hat er öffentlichkeitswirksam die Pandemie über Wochen als harmlos hingestellt.

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5 Kommentare

  1. Für Trump sieht es wahrlich nicht rosig aus, aber mMn sieht es auf der ganzen Welt nicht rosig aus – schon gar nicht was die Wirtschaft betrifft. Noch freut man sich über den Hoffnungsschimmer „Erholung“, aber schon bald wird die Realität den Menschen eines Besseren belehren. Man unterschätzt die Fragilität des Systems, den Grad der Vernetztheit (Globalisierung), die Gefahr einer Abwärtsspirale. Einige Länder wird es härter treffen, andere etwas weniger, aber alle werden historische Einbrüche erleben, und letztendlich mit in den Abwärtsstrudel gerissen.

    Der bis jetzt erfolgte Schlag gegen die Wirtschaft, könnte schon der Todesstoß gewesen sein. Und falls nicht: Man stelle sich mal vor, dass das Virus noch lange nicht vorbei ist (für mich das wahrscheinlichere Szenario), sei es eine 2. Welle oder immer wieder neue lokale Ausbrüche, und somit die daraus resultierenden Wirtschaftsbehinderungen erheblich bleiben – sei es auf der Produktionsseite oder auf der Nachfrageseite. Das wäre dann sozusagen der 2. Todesstoß. Meine Prognose: Das Ding wird aus dem Ruder laufen, und es wird so richtig heftig werden! Es lebe der Crash-Prophet! ;-)

    1. Ich verstehe nicht, wie sich hinter einem lustigen Namen wie @Lausi ein derart tragischer Pessimismus verbergen kann🙈.

      1. Lieber Columbo, ich bekomme halt ab und zu meine Pessimismus-Anwandlungen (oder sind es Realismus-Anwandlungen?). Aber ansonsten bin ich eigentlich ein sehr lebensfroher Mensch. Und jede Krise bietet ja auch eine Chance. Auf zu revolutionären Zeiten (im Sinne von schneller Wandlung)! Das Wassermann-Zeitalter ruft! :-)

  2. @Columbo Mich wundert es nicht, dass Sie das nicht verstehen. Schließlich handelt es sich nicht um tragischen Pessimismus, sondern einfach nur um eine realistische Betrachtung.

  3. Pingback: Covid-19 und US-Wirtschaft nehmen Donald Trump in die Zange – finanzmarktwelt.de

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