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DAX daily: Kleiner Verfallstag und konjunkturelle Stimmungsdaten

Stefan Jäger

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am

Hat der Kleine Verfallstag heute Auswirkung auf Dax? Die Auflösungen der Optionen können in einigen Fällen wilde Schwankungen an den Märkten nach sich ziehen. Die letzten Male war es am Verfallstag aber eher ruhig, erst in der Folgewoche kam es schließlich zu größeren Bewegungen.

Nachdem der Dax gestern mit einem Abwärts-Gap den Handel eröffnet hat, konnte er im späten Handel wieder etwas Boden gutmachen. Dennoch ist der Tag mit einem Verlust von 147 Punkten (-1,14 %) bei 12.830 zu Ende gegangen. Zur Eröffnung ging es direkt zum Tagestief bei 12.755, im Laufe des Tages konnte sich der Dax immerhin bis zu einem Tageshoch von 12.891 zurückkämpfen. Damit hat der deutsche Leitindex nach über einer Woche mal wieder die 12.800er Marke unterschritten. War das der Impuls für die Richtungsentscheidung in den nächsten Tagen?

Belastet durch die warnenden Worte der Fed, steigenden Corona-Infektionszahlen und dem weiter brodelnden Konflikt zwischen China und den USA sind die Anleger im Dax derzeit verunsichert. Zudem gab es auch noch schwache Konjunkturdaten aus den USA. Sowohl die Arbeitsmarktdaten als auch der Philly Fed Herstellungsindex sind schwächer als erwartet ausgefallen. Nichtsdestotrotz haben die Amis die Märkte wieder hochgekauft und den Dax mit nach oben gezogen. Im Gegensatz zu den US-Indizes fehlen im Dax jedoch die Impulse zur Oberseite.

News und fundamentale Daten

Diese Woche haben wir ein sehr dünnes Handelsvolumen in den Indizes, das ist auch ein Indiz für die Unentschlossenheit, die gerade bei den Anlegern vorhanden ist. Sobald der Dax entscheidene Trigger-Marken wie die 12.800 oder die 13.100 nachhaltig unter- bzw. überschreitet, könnte das Volumen wieder anziehen. Die heutigen Konjunkturdaten sollten dabei als Impuls dienen.

Wir bekommen nämlich einen Einblick in die konjunkturellen Stimmungsdaten. Im Laufe des Tages werden diverse Einkaufsmanagerindizes aus den USA und für Europa veröffentlicht. Den Anfang macht der Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (Aug) aus Deutschland um 9:30 Uhr. Danach folgen die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone um 10:00 Uhr. Zuletzt erscheinen um 15:45 Uhr noch die Stimmungsdaten aus den USA sowie die Verkäufe bestehender Häuser um 16:00 Uhr. Darüber hinaus ist heute auch noch Kleiner Verfallstag. All das sollte den Dax in Bewegung versetzen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Zur Abwechslung geht es heute mit einem kleinen Aufwärts-Gap in den Handel. Angetrieben durch die US-Indizes konnte sich der Dax von seinem gestrigen Tief (12.755) erholen. Um weiter anzusteigen, muss er die erste Hürde bei 12.915 überwinden, danach folgt der Pivot Punkt R1 bei 12.949. Kann er die Marke überschreiten, dann ist es nicht mehr weit zum Gap-Close bei 12.977. Geht dem deutschen Leitindex an dieser Stelle nicht die Puste aus, dann ist auch noch die 13.000er Marke machbar. Ein Überschreiten der runden Marke wäre ein gutes Zeichen für die Bullen, darüber liegt das nächste Ziel bei 13.036 (PP R2). Danach folgen weitere Widerstände an den August-Hochs – 13.052 (18.08.), 13.075 (13.08.) und 13.101 (12.08.). Ein Überwinden des neuralgischen Punkts bei 13.101 könnte weiteres Aufwärtspotenzial freisetzen.

Scheitert der Dax zum Beispiel an der 12.949 bzw. am Gap bei 12.977 oder geht sogar direkt zur Eröffnung nach unten, dann könnte sich die Seitwärtsphase der letzten Tage fortsetzen. Eine erste Unterstützung liegt bei 12.865, durchbricht er diese, dann folgt der Pivot Punkt bei 12.850. Hier könnte er erstmal wieder nach oben abprallen, ansonsten folgt noch das Gap-Close bei 12.830. Darunter bietet der wichtige Unterstützungsbereich bei 12.800 weiteren Halt. Fällt er allerdings dadurch, dann geht es zur 12.764 (PP S2) und zum gestrigen Tagestief bei 12.755. Ein Unterschreiten würde den Druck der Bären erhöhen. Die nächsten Ziele auf der Unterseite sind dann 12.700 und 12.665 (PP S3).

12.880 – 15-Minutenchart

12.850 – Pivot Punkt

12.800 – mehrfach Boden

12.764 – Pivot Punkt S2

12.755 – Tagestief 20.08.

12.700 – Stundenchart

12.665 – Pivot Punkt S2

12.656 – 50 % RT vom Anstieg 31.07.

Dax Widerstände (WS):

12.915 – mehrfacher WS + US

12.949 – Pivot Punkt R1

12.977 – offenes Gap 20.08.

13.000 – psychologische Marke

13.036 – Pivot Punkt R2

13.052 – Tageshoch 18.08.

13.075 -Tageshoch 13.08.

13.101 – Tageshoch 12.08..

13.216 – 261,8 % Extension

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

DAX daily: Kleine Verfallstag und konjunkturelle Stimmungsdaten

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Stefan Jäger

    Stefan Jäger

    21. August 2020 14:27 at 14:27

    Nachtrag:
    Das Short-Szenario ist ja perfekt aufgegangen. An der 12.655 liegt eine Unterstützung, geht es aber noch tiefer, dann sollte man die 12.550 im Blick haben, hier liegt das 61,8 % Retracement.
    Weiterhin good Trades,
    Stefan Jäger

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Bitcoin

Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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am

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Ich melde mich im folgenden Video mit einem kurzen Überblick zur aktuellen Marktlage. Denken Sie an den heute verkürzten Handelstag in den USA!

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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