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Dax: Kinder testen Grenzen

Wir gehen davon aus, dass die Märkte den neuen Fed-Chef austesten wollen – wie Kinder, die ihre Grenzen austesten wollen, indem sie die Eltern piesacken! Wo ist die Schmerzgrenze des neuen Fed-Chefs Powell?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Während die Wall Street seit Freitag den größten 2-Tages-Anstieg seit dem Brexit verbuchen konnte, bleibt der Dax seltsam lethargisch. Erholung ja, aber keine Spur von Euphorie, man quälte sich eher nach oben und konnte sich nicht nachhaltig von der 12300er-Marke absetzen, geschweige denn das Doppel-Top bei 12650 Punkten. Das alles wirkt irgendwie blutleer, ohne eine wirkliche Dynamik, ohne den erkennbaren Willen, endlich Boden gut zu machen.

In Asien eher verhaltene Märkte, der Nikkei, der gestern Feiertag hatte, beendet den Handel sogar deutlich im Minus (und der Dax verhält sich in den letzten Wochen wie der Nikkei), was wiederum die US-Futures belastet – daher der X-Dax-Start unter der 13300er-Marke:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Dazu die scharfe Rally der Wall Street gestern unter nur durchschnittlichem Volumen, während es auf dem Weg nach unten mit richtig Schmackes zur Sache ging volumen-mäßig. Mithin steht also die Aufwärtsbewegung auf eher schwachen Beinen.

Nun warten die Märkte auf die US-Verbraucherpreise am Mittwoch, um weitere Aufschlüsse über das Thema Inflation zu bekommen, das einer der trigger war für den Abverkauf. Das, was sich wirklich geändert hat, ist jedoch, dass Risiken anders bepreist werden. Die Ära fallender Anleihe-Renditen jedenfalls scheint erst einmal vorbe, ebenso die Ära, in der man nicht mehr Risiken unterschieden hat.

Viel der derzeitigen Unsicherheit ist durch den Wechsel an der Fed-Spitze bedingt – das Yellen-Regime ist vorbei, das den Märkten immer wieder versichert hatte, dass man nichts anbrennen lassen werde. Nach dem Flash Crash jedoch hieß es aus der Fed: das war eine notwendige Korrektur, die Bewertungen waren zu hoch. Alles anders als Panik also, und nun ist es meist so, dass – blickt man in die Börsen-Geschichte – die Märkte gerne Schmerz-Grenzen austesten. Wir gehen davon aus, dass die Märkte den neuen Fed-Chef austesten wollen – wie Kinder, die ihre Grenzen austesten, indem sie die Eltern piesacken!

Der Dax sollte, wenn er weiter Morgenluft schnuppern will, über die 12370er-Marke steigen, also das gestrige Tageshoch. Auf der anderen Seite sollte er den Bereich 12220 Punkten nicht unterschreiten, geschweige denn die 13140er-Marke. Sollte das passieren, dürften der Dax auch das Verlaufstief des Abervaufs der letzten Woche knapp über der 11900er-Marke in den nächsten Tagen unterschreiten. Alles über dem Doppel-Top bei 12650 Punkten wäre jedoch bullisch.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    leser

    13. Februar 2018 09:32 at 09:32

    Bevor er die 13140 wieder unterschreiten kann, dauert es noch ein wenig…

    Der Dax muss jetzt erst einmal Luft holen. Das kann durchaus eine Weile dauern. Also eine Seitwärtsbewegung in einer Spanne von 2-300 Punkten in den nächsten Wochen. Ein Test des alten Tiefs nicht ausgeschlossen.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. Februar 2018 09:42 at 09:42

      @Leser, sehr gut möglich! Aber was mich persönlich skeptisch macht ist der breite Konsens „buy the dip“..

      • Avatar

        leser

        13. Februar 2018 09:52 at 09:52

        Es deutet sich aber eine kleine Entspannung beim Bund an. Und die Zinsentwicklung ist m.E. das dominierende Thema auch für den Dax.

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          13. Februar 2018 09:58 at 09:58

          @leser, richtig, aber die Frage ist wie nachhaltig das ist; wichtiger ist jetzt ohnehin die 10-jährige US-Anleihe (die sich jedoch auch erholt derzeit auf nun 2,83%). Aber die 3%-Marke scheint ein Muß zu sein für die 10-jährige US-Anleihe, das will der Markt einfach testen, denke ich..

          • Avatar

            V

            13. Februar 2018 10:15 at 10:15

            Schön ist, dass Wirtschaft zumindest zu Teilen ein selbstregulierendes System ist. Es crasht nur dann, wenn der Schiefstand zu stark ist und die Veränderungen zu schnell kommen.

            Beispielsweise und das habe ich in der Fugmann’schen Argumentation noch nicht gehört oder gelesen: Die ansteigenden Zinsen und die erhöhte Volatilität sind wie eine Zinserhöhung der FED. Dadurch könnte die echten Zinserhöhungen nun langsamer kommen als vom Markt zuvor angenommen.

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            13. Februar 2018 10:21 at 10:21

            @V, doch, diesen Zusammenhang hat man von mir gehört! Und zwar im Marktgeflüster vom Freitag mit dem Titel „Warum so viel auf dem Spiel steht“ – mit dem Zusammenhang zwischen steigenden Inflationserwartungen, steigenden Anleiheredniten und dadurch bedingter Liquiditätsverknappung, selbst wenn die Fed die Zinsen nicht erhöht..

  2. Avatar

    Altbär

    13. Februar 2018 10:18 at 10:18

    Ich denke auch, dass die Zinsen tendenziell steigen, aber man muss aufpassen mit TBond-Shorts, bei einem richtigen Börsen-Taucher macht der Bond kurzfristig einen starken Rebound. ( Siehe Langfristchart 2008 u.1987 )

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Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

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Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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