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Dax-Rallye: Wer gewinnt im Herbst? Die „Realität“ oder die Liquidität?

Claudio Kummerfeld

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Dax Synonym

Die Dax-Rallye der letzten Monate hatte den Börsencrash aus Februar und März schon fast wieder hinter sich gelassen. Aber jetzt? Mit 12.569 Punkten fehlen noch gut 1.200 Punkte bis zum Hochpunkt aus Februar. Den Verlauf im Dax sieht man gut im folgenden Chart, der bis Oktober 2019 zurückreicht.

Argument für weiter steigenden Dax

Was ist der wohl wichtigste Grund, warum der Dax die nächsten Wochen und Monate weiter kräftig ansteigen könnte? Der Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank wies jüngst darauf hin, warum Aktien und Rohstoffe zuletzt so gut angestiegen sind. Dies liege an der weltweit ausufernden Liquidität, dank der massiven Ausweitung der Geldmengen. Dieses zusätzliche Geld im Kreislauf müsse schließlich irgendwo hin. Und so wie es aussieht, drucken die Notenbanken fleißig weiter, und die Staaten nehmen fleißig neue Schulden auf. Robert Halver von der Baader Bank (hier seine jüngsten Aussagen) sieht keinen Dax-Absturz kommen. Es werde auch keinen zweiten Lock Down in Sachen Corona geben. Zum Herbst hin sieht er den Markt ein Stück weiter nach oben laufen.

Realität zeigt abwärts?

„Wir befinden uns ja schon in einer zweiten flachen Anstiegswelle“, so sagt es heute die Verbandsvorsitzende des Marburger Bundes Susanne Johna gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“ in Sachen Coronavirus. Und wenn man sich so umschaut: In Australien zum Beispiel nehmen die Restriktionen stark zu, in anderen Ländern auch. Und vom Corona-Hotspot USA muss man gar nicht erst sprechen. Dort scheint Corona fast schon außer Kontrolle zu sein. Ob dieses globale Problem jetzt schon erneut Konsum und wirtschaftliche Aktivität abschwächt? Und die BIP-Zahlen für das 3. Quartal werden im Oktober Dax, Dow und Co in den Keller schicken? Denkbar wäre es nach einer negativen Überraschung durch diese BIP-Daten. Die letzten Tage jedenfalls kamen BIP-Daten für das 2. Quartal auf den Tisch, die zwar katastrophal waren – aber leicht besser als erwartet – zumindest in den USA.

Für die Eurozone wurden die BIP-Erwartungen aber sogar noch unterschritten! Die jüngsten Einkaufsmanager-Daten lagen durchweg etwas über den Vormonaten (hier eine Übersicht). Das heißt? Es geht doch wieder aufwärts? Man muss bedenken, mit welch gigantischen Geldsummen diese kleine Euphorie erkauft wurde, verursacht durch die Neuverschuldungen der Staaten und die Geldmengen-Ausweitung der Notenbanken. Gibt es jetzt keine Anschluss-Stimulierungen, steht man dann bald vor der traurigen Realität? Denn man vergesse bitte nicht, worauf wir bei FMW schon mehrfach hingewiesen haben. Ende September läuft die Ausnahmeregel aus, wonach Pleitefirmen nicht verpflichtet sind Insolvenz anmelden zu müssen. Ab Oktober könnte daher eine Pleitewelle über die deutsche Volkswirtschaft hereinbrechen, und erst dann würde das tatsächliche Ausmaß der wirtschaftlichen Coronakrise sichtbar werden. Und ebenfalls bis Ende September sind Banken nicht verpflichtet, gestundete Kredite als Kreditausfall abzuschreiben. Also auch die Bücher der Banken lassen die tatsächliche Lage der Wirtschaft derzeit nicht erkennen.

Ab Oktober geht es zur Sache?

Kommen im Oktober erste Horror-Nachrichten von Insolvenzen und kaputten Bankbilanzen (mutmaßlich), dann könnte dies zusammen mit negativen BIP-Überraschungen den Dax empfindlich treffen. Aber wie gesagt – dagegen steht ja immer noch die große Geld-Lawine von Notenbanken und Regierungen. Irgendwohin muss diese Lawine namens Liquidität abfließen. Bislang scheint sie die Preise für Aktien, Immobilien, Gold etc anzutreiben. Wird diese Lawine auch noch so negative Nachrichten, die mutmaßlich ab Oktober eintreffen, bei Seite wischen, und der Dax steigt weiter?

Chart zeigt Dax-Verlauf seit Oktober 2019

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    thinkSelf

    4. August 2020 18:01 at 18:01

    Am zweiten Lockdown wird gebastelt. In den USA mindestens bis zur Wahl. Damit sie Trump weg kriegen.
    Und die europäische Regierungen müssen in vielen Ländern mit der Abwahl rechnen (allerdings nicht in D). Da muss die Panik aufrecht erhalten werden.

    Im Oktober kracht gar nix. Da werden wir Geldspritzen sehen gegen das die bisherigen Summen eine Rundungsgröße waren.
    Die Banken werden ohnehin mit unbeschränkten Mitteln gestützt.
    Und wo soll die Liquidität hin? Da wo sie immer hin fließt.

    Ich tippe mal für die USA auf einen nächsten Stimulus jenseits der 3 Billionen. Was anderes können sich beide Parteien da gar nicht leisten. Oder warum sollte die FED sonst schon mal verkünden das Schulden gar kein Problem sind?

    Ach ja. Sollte Trump die Wahl verlieren gibts drei Monate totalen politischen Stillstand
    Und dann müssen die Demokraten ihre Versprechen einlösen.

    Vielleicht machen wir hier mal ein Ratespiel über den US Schuldenstand Ende 2021. Ich leg mal vor: 35 Bio. Wobei die 30 kurz nach Jahreswechsel anfallen.

  2. Avatar

    Zimmermann

    4. August 2020 19:10 at 19:10

    Der hohe Schuldenturm der USA wäre nicht mal das Problem. Wenn man die Schulden ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt setzt, belegt die USA einen Mittelfeldplatz. Diesbezüglich ist z.B. Japan im Vgl. zur USA 2,3mal so hoch verschuldet. Das Problem ist aber, dass die USA Bevölkerung auch privat sehr hoch verschuldet ist und die Schulden in den Konsum gehen und nicht zukunftsorientiert investiert werden.

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Bitcoin

Dow 30.000 Punkte, Bitcoin mit Aussicht auf 20.000 – Ideen für Pfund und Hewlett Packard

Redaktion

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Der Dow Jones ist diese Woche über 30.000 Punkte geklettert, ein Rekordhoch! Die aktuelle Lage und die Aussichten bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einem Experten. Ebenfalls ein wichtiges Thema im Video ist die seit Wochen vorhandene Euphorie im Bitcoin, auch wenn die Volatilität groß ist. Hier sei die Chance auf einen Anstieg Richtung 20.000 Dollar vorhanden (aktuell 17.192 Dollar). Aber dann könne es bei dieser runden Marke aus psychologischen Gründen zu Gewinnmitnahmen kommen.

Auch im Video besprochen werden aktuelle Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Das britische Pfund könne man gegen den US-Dollar kaufen über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Ebenso könne man derzeit über eine Stop-Buy-Order auf steigende Kurse in der Hewlett Packard-Aktie setzen. Beide Ideen werde im Video konkret begründet.

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Aktien

Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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Finanznews

Aktienmärkte: Wichtige Botschaften! Videoausblick

Die Aktienmärkte heute aufgrund des US-Feiertags wohl eher ruhig. Aber es gibt heute dennoch sehr wichtige Botschaften für die Zukunft!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte dürften heute aufgrund des US-Feiertags Thanksgiving einen ruhigen Handelstag vor sich haben. Aber es gibt dennoch sehr wichtige Botschaften, die das größere Bild in den nächsten Tagen und Wochen prägen sollten: so dürfte die Fed Änderungen bei Anleihekäufen vornehmen (operation twist) und denkt bereits über Tapering (Reduzierung des Kaufvolumens) nach. China dagegen will bereits die Stimulus-Maßnahmen zurück fahren. Und Italien will von der EZB einen Schuldenerlass – das ist der Beginn von Forderungen, die ausufernden Schulden einfach zu streichen (aber wer hat dann den Schaden?). Kann der Dax ohne die US-Indizes heute Dynamik entwickeln? Ohne die Aktienmärkte der USA ist Europa aber wohl allein zu Haus – und langweilt sich..

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